Beiträge von Baudus


    Überfliegen Bienen so lange Waldstücke eigentlich?

    Ja, tun sie, meine jedenfalls. In 2017 gab's östlich von einem meiner Stände ein 60 ha Rapsfeld, mit 3,6 km dichtem Kiefernwald dazwischen, ein ganz breiter Streifen, nicht zum umfliegen. 20 Völker brachten im Schnitt je einen DD-Honigraum Rapshonig, schalteten dann aber bald auf Bergahorn um. Völker eines Kollegen standen direkt am Feld => vier Honigräume.


    Cheers

    Baudus

    Hi Kruppi & beemax,


    hatten wir doch schon ein paar Mal:

    5° => Keimbildungsrate größer als Keimwachstumsrate => Honig feiner

    20° => Keimwachstumsrate größer als Keimbildungsrate => Honig gröber
    Ich benutze gelegentlich auch mal eine grosse Tiefkühltruhe. Früher war da Schleppwild drin, eingefrorene Füchse, Marder und dergleichen, für die Jagdhundeausbildung. Da passen gut 200 Gläser rein. Honige, die sich mit dem Kristallisieren schwer tun werden mit 10 % feincremigem Impfhonig aus einer vorherigen Charge z.B. im 50 kg Abfüller homogenisiert (dauert keine 5 Minuten) und danach ohne weiteres Rühren gleich in Gläser abgefüllt. Die kommen dann in die Truhe. Ich warte, bis minus 18° erreicht sind und ziehe dann den Stecker. Es dauert etwa 5 Tage bis sich Raumtemperatur da drin einstellt. Dann kommen sie raus ins Regal. Das fünftägige Durchlaufen des Temperaturgradienten scheint die Keimbidungsrate prächtig zu beeinflussen; der Honig im Glas ist dann (bei RT) nicht oder kaum mehr fließfähig und braucht dann noch zwei, drei Wochen um im Regal/Karton den gewünschten Endzustand (ziemlich fein, nicht superfein - gefällt mir besser) zu erreichen.

    Dieses Prozedere vermeidet langwierige Rührerei (wenn man kein Rührwerk hat), hat aber den Nachteil des mehrmaligen Umladens von Gläsern.


    Cheers

    Baudus

    Die älteren (sehr guten) Versionen dieses Standardwerkes sind von einem Verlag publiziert worden. Diese neue Version ist im Selbstverlag erschienen und hätte eine professionelle Lektorierung und Editierung dringend notwendig gehabt.
    mfG

    Baudus

    Exemplarisch kann man den Unterschied Pfefferle/Liebig sehr schön an den beiden Abschnitten (jeweils 3-4 Seiten) zum Absperrgitter sehen:

    "Warum mit Absperrgitter imkern" - Liebig, S. 26-28, in der 2. Auflage 2002

    "Das Absperrgitter" - Pfefferle, S. 59-62, in der 12. Auflage 2005


    Zum Veraltet-Sein:

    In zweien meiner Lieblingsbücher (Weiß und Pfefferle) nimmt die Beschreibung der Zwischenablegerbildung (in all ihren Varianten) einen großen Raum ein, und wird "als sicherste Methode" (Pfefferle) zur Schwarmverhinderung propagiert. Bei Weiß ist es ein Zwischenableger (mit Fliegengitter), bei Pfefferle eigentlich ein Zwischen"boden"ableger, der bei Liebig auch so heißt. Letzterer, etwas "moderner" (modern hat viele Vor- und Nachteile) sieht Zwischenableger schon skeptischer.


    Vor vierzig Jahren war das bei mir Standard. Jetzt habe ich seit Jahren keinen mehr gemacht, und ich kenne auch niemand in meiner Umgebung, der noch so arbeitet. Also doch veraltet ???


    Cheers,

    Baudus

    DIese These erscheint mir sehr plausibel. Gibt es dazu Literatur?

    Literatur dazu ist mir nicht bekannt. Das mit der Schwenkmethode hat mir vor vielen Jahren der bekannte Hohenheimer Honigexperte am Telefon verraten - ist aber doch wohl Allgemeingut. Unsere Freunde mit ordentlichen Honigabfüllmaschinen machen sich wahrscheinlich über unsere Probleme hier lustig ...

    Ja, bei Baudus et al. 2018

    Das nächste (und letzte ! ) Mal wird mein Publikationsverzeichnis relevant wenn es im Vereinsblättle wahrscheinlich abgedruckt wird, dann, wenn einer einen Nachruf auf mich schreibt. Ich nehm' dieses Zitat aber auf die Liste ! 8)


    Cheers

    Baudus

    ... wobei "Marmorhonig" dann also ein handwerkliches Produkt/Artefakt ist (das Stichwort ist bei kuugel nicht zu finden): man kann die "Wurst"/den Strahl/der Strang aus dem Quetschahn, wie er sich im Glas abgelegt hat, noch erkennen ...


    .... Deshalb meine strömungsmechanische These in #5.

    Ich würde die strömungsmechanische These leicht modifizieren, nämlich so:


    Ist das Verhältnis flüssiger Anteil / Anteil an Kristallen / Kristallgrösse (und die Temperatur und die Abfüllgeschwindigkeit !) nicht ideal, findet die - leichte - Phasentrennung zwischen Flüssigkeitsanteil und Kristallen an der Glaswand statt, nämlich dann, wenn die sich gerade ausbreitende Falte (oder Welle) auf die Glaswand trifft. An dieser Stelle wird durch den kurzzeitigen lokalen Überdruck ein kleiner Flüssigkeitsanteil (relativ zu den Kristallen) an der Wand nach oben gedrückt, was eine schmale, flüssigkeitsreichere Schicht weiter oben produziert. Das wiederholt sich eben mehrfach. Man kann daher aus der Abfolge der Würste, Strahlen, Stränge (Juli's schöne Wortwahl) ableiten wie abgefüllt wurde. Ich kann daher, wenn ich will, mit einem so im Abfüller präparierten Honig fein oder grob marmormierten produzieren, hab beides im Keller.


    Die These wird gestützt durch die Beobachtung, daß in einem Streifen im 90° Winkel zur Ausbreitung der Falte, Welle, Wurst, des Strahls oder Strangs keine oder kaum eine Marmorierung auftritt. Dort entsteht kein lokaler Überdruck, eher Unterdruck, und daher sieht man genau dort immer grössere Blasen beim Abfüllen eingeschlossener Luft aufsteigen. Guckt mal beim Abfüllen genau ins Glas, dann versteht man das sofort.


    In Honigen wie in der obigen Abbildung kristallisieren die dunkleren, zunächst flüssigkeitskeitsreicheren Partien mit den Wochen/Monaten nach, jedenfalls bei mir. Die Marmorierung verschwindet aber nicht, sie wird nur heller bedingt durch die nun unterschiedliche Kristallgrösse in den beiden Partien.


    Ist der Honig mal im Abfüller und will man schnell abfüllen und nicht noch lange rumeiern hilft gegen Marmorierung die sichere Schwenkmethode: Glas ein Viertel bis ein Drittel füllen, von Hand schwenken bis die Glaswand überall bis oben benetzt ist, wieder hinstellen. auffüllen. Funktioniert (bei mir) wunderbar, verlängert aber die Abfüllzeit pro Glas ungefähr aufs Doppelte. Ich bin Rentner, hab' Zeit ...


    Cheers,

    Baudus

    Meine Bilanz für 2018:


    Das Anfang des Jahres avisierte Vorhaben, die Anzahl der Völker endlich zu reduzieren, ist schon wieder kläglich gescheitert. Schon wieder ein paar mehr geworden ...


    Cheers

    Baudus