Beiträge von Baudus

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    dass bei den Bieneninstituten Untersuchungen durchgeführt wurden, wie die stündliche Verdunstungsrate in Abhängigkeit zur Temperatur verläuft


    Ist mir nicht bekannt, und wahrscheinlich auch nicht von grosser Relevanz. Die Dampfdrücke für die reinen Phasen (grob gerundet, in hPa oder mbar) sind (Temperatur °C, Wasser, A-säure): 10°, 12, 26; 15°, 16, 33; 20°, 23, 42; 30°, 42, 72. Das bedeutet, dass A-Säure bei allen Temperaturen einen etwa doppelt so hohen Dampfdruck hat als Wasser.


    Man kann eine thermodynamische Datenbasis nehmen, um die Dampfdrücke der beiden Komponenten im binären System auszurechnen. Dabei kommt z.B. (Pi mal Daumen) raus, dass bei 20°C, 85%ige-Asäure (+ 15% Wasser) noch einen Dampfdruck von 29 mbar für die Komponente Ameisensäure entwickelt. Dass dieser im Vergleich zu der reinen Phase so stark runtergeht, liegt daran, dass molar viel mehr Wasser dazukommt als man in Gew% ausrechnet.


    Das Entscheidende dabei ist, dass aufgrund des zweifach höheren Dampfdrucks immer viel mehr A-Säure als Wasser verdampft. Deswegen haben die tropfenden Verfahren Vorteile, weil aus dem konstant zusammengesetzten Reservoir immerzu gleiches nachtropft. Beim Schwammtuch steht das gesamte Reservoir gleich zur Verfügung, deswegen ist dort der Dampf für einen längeren Anfangszeitrau sehr A-Säure reich. Ist beim Schwammtuch der allergrösste Teil verdampft, kann man den Rest auslutschen, weil fast nur noch aus Wasser bestehend. Ausprobieren! Dasselbe passiert umgekehrt bei der Kondensation, bei der in kälteren Teilen des Raumes (Folie oder Boden der umgedrehten Futterzarge) Dampfphase wieder kondensiert, weil (für die niedrigere Temperatur dort) die Dampfsättigung überschritten wird. Es kondensiert im wesentlichen Wasser (niedrigerer Dampfdruck). Zungenprobe dieser Tropfen => fast nicht sauer. Das System ist so (in Grenzen) gepuffert.


    Fraktionierung von Komponenten zwischen Flüssigkeitsgemischen und Gasphasen ist ein universeller Prozess und bestens verstanden. Am schönsten hat's Lord Rayleigh 1896 beschrieben und berechnet, nämlich am Beispiel des Wasser-Alkohol-Gemisches. Nur weil Ethanol einen höheren Dampfdruck hat als Wasser können wir (hier bei ein bisschen höheren Temperaturen) überhaupt Schnaps destillieren. Warum das Ganze in besetzten Bienenbeuten nicht viel Sinn macht (berechnen meine ich), liegt daran, dass wir das Temperaturfeld und die T-gradienten in der Beute nicht kennen, weil sie durch Aussentemperatur und Volksaktivität ständig variieren. Wie oben gezeigt, ist aber die Temperatur der Hauptparameter, der das System kontrolliert. So arbeiten wir eben weiter empirisch, via trial and error, und es funktioniert ja auch. Menschen haben schon lang erfolgreich Schnaps gebrannt, lang bevor Lord Rayleigh die Grundlagen dafür dargelegt hat


    Cheers,
    Baudus

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    Meinereine hat keine Großzahlen, ich empfehle trotzdem Flaschenbauer, alles tiptop, muß ich sagen.


    Dito, beste Erfahrungen.
    Auch gut: HODUM. Sie haben ein grosses Sortiment an unifarbigen Deckeln (ausser gold, weiss und schwarz auch grün, dunkelblau, dunkelrot und andere.) Gut, wenn man verschieden designte Etiketten (je nach Sorte) hat und farblich auf die jeweilige Deckelfarbe abstimmen kann.


    Baudus

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    Baudus : Ja, zur Varroafrage brauchen wir noch unbedingt mehr europa-finanzierte Varraoforschungen. :wink:


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    Unfug und Verschwendung von Steuergeldern!
    Es bräuchte nur mehr Gedanken statt Gedankenlosigkeit und Institutshörigkeit.


    Nicht den :wink: übersehen!
    Das 7. Forschungsrahmenprogramm (FRP) geht Ende 2013 zu Ende. Für das Nachfolgeprogramm "Horizon 2020" (2014-2020) hat die EU rund 70 Milliarden € eingestellt. Bewerbungen ab 1.1. 2014.
    http://www.consilium.europa.eu…ssdata/en/intm/138118.pdf


    Gehören Gedanken (= Ideen ?) vielleicht gefördert ? Was würde der gemeine Imker (so einer wie ich) sich da wünschen ?


    Baudus

    Neues zur Veränderung der Gehirnfunktion der Bienen durch Varroa- (und Nosema)befall, diesmal ohne direkten Bezug zu Pestiziden:


    Ecto- and endoparasite induce similar chemical and brain neurogenomic responses in the honey bee (Apis mellifera)
    http://www.biomedcentral.com/1472-6785/13/25


    und eine zusammenfassende Würdigung der Arbeit:


    Multifaceted responses to two major parasites in the honey bee (Apis mellifera)
    http://www.biomedcentral.com/1472-6785/13/26


    Sehr vereinfacht: Bei experimentell mit Varroa infizierten Bienen veränderte sich nicht nur die chemische Struktur ihrer Körperoberfläche, sondern auch ihre Gehirnfunktion. Bei infizierten Tieren veränderte sich die Aktivität von 455 Genen im Gehirn. Interessant ist, dass infizierte Individuen nicht aus dem Stock vertrieben werden, obwohl die Milben die chemische Struktur der Körperoberfläche verändert haben, auf deren Basis Bienen Mitglieder ihres Volkes erkennen. Die Autoren glauben, dass die Tiere den Stock freiwillig verliessen und spekulieren, dass dies als Folge der Genveränderungen im Gehirn passiert sein könnte.


    Baudus

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    Segeberger Beuten isolieren wesentlich besser als gemeinhin angenommen. Wer's nicht glaubt ...


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    Ich kann die Segeberger Beuten auch nur loben wenns um die Isolierung geht, im Holz vor 10 Jahren kamen sie wesentlich mehr ins schwitzen ...


    Wahr. Dass Holzbeuten (28 mm Weymouthkiefer, Kaltbau) nicht so gut isolieren zeigt Folgendes: Bei mir sassen volle Honigräume 48 Stunden bienenfrei über Bienenfluchten. Das war vor knapp 14 Tagen, 33°C im Schatten. Fluglochausrichtung: Südosten. In einigen Honigräumen schmolz jeweils eine einzige volle Randwabe zusammen, nämlich die, die genau der derjenigen Zargenwand benachbart war, die nach Südenwesten zeigte - also auf die die Mittagssonne prallte. Die neun weiteren Waben blieben jeweils intakt. Offenbar existieren grosse Temperaturgradienten im Kasten, wenn die Klimaanlage (ohne Bienen) nicht läuft.


    Baudus

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    Zitat von Michael
    Hi Leute,
    das sieht doch genau so aus wie die gepanschten Mittelwände vom letzten Jahr.


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    Dachte ich auch zunächst, allerdings habe ich keiner dieser MW live gesehen.


    Gab's bei mir in 2011 genau so live zu sehen, mehr als 100 Waben. Klarheit schafft Analyse:


    Sehr geehrter Herr ...
    ihr Verdacht hat sich bestätigt, das Bienenwachs ist hochgradig verfälscht
    mfG
    H. Roth
    Ceralyse


    Addendum aus dem Gutachten: Der GC-Fingerprint und der Gehalt an Kohlenwasserstoffen stimmen nicht mit den Werten eines reinen Bienenwachses überein. Ein reines Bienenwachs einer europäischen Biene hat ca. 14.0 bis 14.5 % Kohlenwasserstoffe. Diese Probe könnte daher mit 56 bis 58 % Kohlenwasserstoffen verfälscht sein. Kohlenwasserstoffe können Paraffine, Intermediate und Mikrowachse sein.


    Dieser Erkenntnisgewinn schlug zunächst mit ca. 220 € zu Buche, später vom Vertreiber ersetzt.


    Baudus

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    Drohn trägt leider nicht viel dazu bei. Hingeworfene Rätselbrocken helfen nicht weiter und kosten nur Zeit.


    Aus Wiki:
    Ein Kōan ... ist im ... japanischen Zen-Buddhismus eine kurze Anekdote oder Sentenz, die eine beispielhafte Handlung oder Aussage eines Zen-Meisters (ersetze: Imker-Meisters) ... darstellt. Verlauf und Pointen dieser speziellen Anekdoten wirken auf den Laien meist vollkommen paradox, unverständlich oder sinnlos. Die Vorläufer der Kōans waren berühmte Fragen und Antworten zwischen Meister und Schüler während der frühen Tang- und Song-Zeit. ... Trotz ihrer vordergründigen Unvernünftigkeit und Sinnlosigkeit verfügen sie über einen ... Kern, der auch intellektuell nachvollziehbar ist ... Im ... Zen werden Kōans als Meditationsobjekte benutzt ...


    Für eine Einführung nützlich:
    Marc Magill: Meditation and the Art of Beekeeping: The Way to Bee (Mindfulness). Ivy Books, 144 pages, 2010.


    Baudus

    Robinienaufgang:
    Berlin, Glienicker Brücke: 25. 5.
    Potsdam, Telegrafenberg, 28. 5. (heute), 17°C, regnerisch, seit 13.00 Uhr Volltracht. Zugucken macht Spass.
    Südwestlicher Berliner Ring, nördlich der Autobahn: morgen oder übermorgen.
    Wenn's nicht zu stark gewittert: Nix perdu !
    Baudus