Beiträge von Baudus

    Zeitaufwand ist eine ewig junge Diskussion und sogar wissenschaftlich unterfüttert. Ein Beispiel aus der Vor-Varroa-Zeit in einer noch unlieblichen Frühphase der "Hohenheimer Betriebsweise":


    "Kassparian erfasste und analysierte zwei Jahre lang (1965 und 1966) den Arbeitsaufwand bei der Führung der Wirtschaftsvölker, der Bildung der Ableger und der Königinnenaufzucht. Die Führung eines Wirtschaftsvolkes von der Auswinterung bis zur Einwinterung nahm 1965 im Durchschnitt 4 Stunden 41 Minuten in Anspruch. 1966 waren es 3 Stunden 8 Minuten."


    Aus: "Festschrift zum 40-jährigen Bestehen der Freunde der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim, 2004"
    https://www.uni-hohenheim.de/b…load/festschrift_2004.pdf (Seite 79).


    Info zur Dissertation von Sarkis Kassparian "Arbeitswirtschaftliche Analyse der Hohenheimer imkerlichen Betriebsweise und Moeglichkeiten der Arbeitsplanung mit Hilfe der Netzwerktechnik" http://library.wur.nl/WebQuery/clc/420650


    MfG


    Baudus

    Zitat

    Honig niemals in irgendwelche ausgemusterten Töppen lagern


    Eine jedem bekannte, weit verbreitete Mär besagt, dass in altägyptischen Pyramiden Honigtöpfe mit noch feinem, genießbarem Honig ausgegraben wurden. Sollte das stimmen, würde ich im Fall der Fälle immer auf Tontöpfe zurückgreifen, vielleicht sogar auf drei Jahrtausende alte. Sie hatten nichts Besseres, wäre aber vielleicht heute noch das Beste ...:wink:


    Cheers
    Baudus

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    irgendetwas würde man bestimmt auch mit Röntgendiffraktometrie rausfinden..


    Mit Röntgendiffraktometrie findet man ungeheuer viel raus, aber leider nicht die Zusammensetzung von Bienenwachs.


    Das Mittel der Wahl ist Gaschromatographie. Hier ein Schreiben der Fa. Ceralyse & Gaschromatogramm zu von mir gekauften verfälschten Mitttelwänden. Analyse & gutachterliches Schreiben (> 200 €) hat der Vertreiber ersetzt.


    Wachs I_Seite_1.jpgWachs I_Seite_2.jpg


    Wie zu erwarten, bekommt man für sein Geld ein Diagramm plus Interpretation; letztere man leider nicht nachvollziehen kann ("welche Reflexe gehören zu was, und was bedeuten die Intensitäten?"). Suche ergibt das hier:


    http://www.readcube.com/articles/10.1002%2Flipi.19890910207?r3_referer=wol&tracking_action=preview_click&show_checkout=1


    Artikel ist alt, aber gut, und leider nicht frei. Lesen kostet, aber mit einiger Mühe lässt sich das obige Gaschromatogramm interpretieren, halbwegs überstimmend mit den gutachterlichen Mengenangaben. Faszinierend, was man so alles nebenbei lernt ....


    MfG
    Baudus

    Pollenanalyse im Honig ist eigentlich nicht so schwierig und könnte zudem richtig Spass machen. Um meine Lernkurve ein bisschen steiler zu machen, wollte ich an einem Kurs in Celle mitmachen, hier:


    http://www.laves.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=20141&article_id=73835&_psmand=23


    Leider wurde meine Teilnahme wegen "Dies Seminar ist für Wissenschaftlerinnen / Wissenschaftler und Technische Assistentinnen / Assistenten zu deren beruflichen Aufgaben die mikroskopische Pollenanalyse gehört" abgelehnt, weil ohne "berufliche Aufgabe". Dies, obwohl ich telefonisch angeboten hatte, eins meiner Mikroskope mitzubringen. So muss ich ganz autodidaktisch (langsam !) weitermachen. Hat hier jemand eine Idee, ob dies vielleicht sonstwo für interessierte Amateure angeboten wird ?


    Baudus

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    Ahorn statt Akazie


    war bei mir in diesem Frühjahr, anders als in anderen Jahren, sehr ausgeprägt. Im Umkreis eines meiner Stände gibt's ausgedehnte Bergahorn- (der mit den hängenden Träubchen als Blütenstände) plus Robinienbestände. Der Ahorn hat lange geblüht und prächtig gehonigt, auch noch als die Robinie aufging. Die Bienen haben die Robinie nicht angeguckt solange der Ahorn blühte. Daher gab's an diesem Stand pro Volk im Schnitt einen guten Honigraum Ahornhonig (mit wenig Anteilen von Rosskastanie). Der Honig ist ziemlich gelb, aromatisch, und überhaupt ein ganz feiner. Zum Kristallisieren neigt er wenig.


    mfG
    Baudus

    Hi Mopsdrohne,


    ich will hier nicht zitieren, und vielleicht kommt's auf Beispiele gar nicht an. In den Buchbesprechungen in "Sciene" und "Science News" (hier: http://press.princeton.edu/titles/9267.html) steht: "... Seeley writes with infectious enthusiasm ..." und "... Seeley presents his material with charm ..." und es ist dieser Charme (deutsch: Liebreiz, Anmut, Zauber) der in der deutschen Übersetzung verloren gegangen ist. Dies gibt es häufiger bei Übersetzungen derartiger Bücher - ein elegantes Englisch wird zu einem etwas holprigen Deutsch. Manchem mag es (wie mir) leichter fallen Wissenschaft zu verdauen, wenn sie in elegantem Stil präsentiert wird. Seeley's Bücher (im Original) sind da vorbildlich.


    Nichts für Ungut, ich wollte oben nur ein bisschen dafür werben, sich Tom Seeley mal im Film anzugucken.


    Cheers
    Baudus

    Zitat

    Was aber bei genauer Betrachtung der abgefallenen Milben sichtbar wird, ist, dass diese etwa ein DRITTEL KLEINER und dunkelbraun sind.


    Zitat

    das mit den Größenunterschieden bei den Varroas hab ich hier auch beobachtet.


    Ist mir Mitte September auch aufgefallen, auf allen Ständen, sodass ich es sogar notiert hatte. Meine kleineren Milben sind fast schwarz. Könnte es sein, dass regelmässige AS (oder andere) Behandlung über die Jahre Selektionsdruck auf die Varroen ausübt, und zwar nicht nur über die oben hypothetisierte Vermehrungsrate ?


    mfG
    Baudus