Beiträge von Baudus

    Die meisten Posts hier suggerieren Dr. L. hätte die "Kippkontrolle" erfunden; aber diese tolle Diagnose - (nicht Therapie -) Methode ist lang bekannt und angewandt, z.B.:

    "... wer in 2 Räumen brüten lässt, lüfte nur ein wenig den oberen Brutraum. Ist das Volk schwarmlustig, findet man meist schon hierbei Schwarmzellen, die oft an den unteren Rändern der oberen Brutwaben angesetzt werden, besonders wenn die Rähmchen schmale Unterträger haben ... F.K. Böttcher, Bienenzucht als Erwerb. Ein Handbuch für den wirtschaftlich arbeitenden Imker. 3. Auflage 1973, p. 136.

    Dabei geht "Lüften" bei der Herold- leichter als bei der Liebig-Kiste, weil wegen der Innenfalze beim Lüften ein (schwerer) Honigraum draufbleiben kann. Ich wäre Anfang der 1970er Jahre beinahe Erwerbsimker geworden (siehe Böttcher). Leider ließ sich unsere Landkommune nicht so recht verwirklichen, so wie viele utopische Projekte jener Zeit scheiterten.


    Cheers

    Baudus (bekennender Lüfter und Kipp-Controller)

    U.a. wird auch unser Honig im REWE verkauft. Verkaufspreis ist 7,99 €. Der Honig im TO-Glas mit eigenem Etikett steht im "Regionalregal" (ohne Barcodes) zusammen mit anderen relativ hochpreisigen Waren (regionale Schnäpse, Sanddornprodukte, und dergleichen). Ich bringe den REWE-Leuten etwa 5 Kartons pro Monat vorbei, macht 700 bis 800 Gläser im Jahr. Ich nehme 5 €. Der REWE - Mann findet das nicht zuviel für mich <X.


    Cheers

    Baudus

    So ein SB - Verkaufsstand liefert auch tiefe Erkenntnisse über das Täterprofil :


    In einer beliebten und größeren Ausflugsgaststätte im Berliner Umland steht hinter dem Eingang zum Restaurant, also in einem größeren Vorraum zu den eigentlichen Restaurationsräumen, ein Tisch mit meinem Honig drauf (eigenes Etikett + lustige Spardose zum Einwerfen). Das Restaurant hat von März bis Jahresende geöffnet, und mit den Jahren hat sich der Absatz auf 800 - 900 Gläser pro Jahr eingependelt.

    Der Schwund (= nicht bezahlte Gläser) beträgt von März bis Anfang Juni höchstens 5 %, steigt im Verlauf des Juni bis Mitte August rapide auf beinahe 20 % an und sinkt dann wieder stetig auf unter 5 % vor Weihnachten.


    Der von der Jahreszeit abhängige Schwund korreliert aufs lieblichste mit der Belegung der großen Campingplätze im Potsdamer Seengebiet. Die Inhaber des Restaurants sehen das auch im Schwund des Klopapapiers auf Ihren Toiletten. Standardisiert auf gleiche Gästezahlen brauchen sie zur besagten Zeit etwa dreimal soviel Klopapier. Andersrum gesagt: Schwund an Klopapier und Schwund an Honig korrelieren über's Jahr hervorragend.


    Cheers,

    Baudus

    Eine schwere Aufgabe ist freilich die Höflichkeit insofern, als sie verlangt, dass wir allen Leuten die größte Achtung bezeugen, während die allermeisten keine verdienen; sodann, dass wir den lebhaftesten Anteil an ihnen simulieren, während wir froh sein müssen, keinen an ihnen zu haben.

    Arthur Schopenhauer (1788 - 1860). Quelle: Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., 1851. Erster Band. Aphorismen zur Lebensweisheit. Kapitel 5: Paränesen und Maximen


    Mehr als 2 Vollzargen(DNM,Za, Ls) bringt keine Vorteile ...

    Stimmt, aber auch keine Nachteile. Bei mir überwintern gelegentlich eine handvoll Zandervölker auf drei Zargen genau so gut wie auf zweien. Sei es, weil ich zu faul war, den letzten drittelgefüllten Honigraum abzunehmen, oder ich im Oktober noch den einen oder anderen übrigen Ableger einfach aufgesetzt habe. Ich kann dann im folgenden März die unterste Zarge entspannt brut- und bienenfrei entnehmen, dauert keine zwei Minuten.


    Cheers

    Baudus

    Ach Jörg, auf einem meiner Stände haben ein paar Völker jetzt schon mehr als das Endgewicht. Viel mehr. Es gibt da mindestens 12 Stände von Kleinst- und Kleinmkern im 1500 m Radius und daher kommt's, das Gewicht :(. Ein Elend isses ...


    Cheers,

    Baudus

    Zitat

    Frühtracht ist zwecks Hefen auch anfälliger, sprich gährungsgefährdeter als Spättrachthonig.

    ...weil..? :/

    Gründe hab' ich keine, aber Erfahrungswerte. Bei mir stehen im Souterrain ganz viele Gläser 'rum als Rückstellproben, bei 16°C im Winter und gut 20°C im Sommer, mit Abfülldatum und Wassergehalt drauf.


    Zum Beispiel ein flüssiger Lindenhonig mit 18.8 % Wasser aus 2014. Phasentrennung im Sommer 2015, aber bis heute keine Gärung. Derselbe Honig, in 2014 geimpft und cremig gemacht mit bester Konsistenz bis heute auch nicht. Linde gärt bei mir überhaupt nicht, auch nicht mit viel Wasser. Deshalb nehme ich lindenhonigfeuchte Waben im Lager über den Winter.


    Ähnlich meine Robinienhonige, alle seit Jahren noch flüssig, von 14.8 % Wasser (2018) bis 18.3 % (2013). Keine Gärung.


    Aus all den Proben seit 2012 ist nur ein Rapshonig aus 2017 mit 19.1 % Wasser in Gärung gegangen, und das noch im Spätsommer des gleichen Jahres. Raps gärt leicht, wie jeder weiß. Man mag über allerlei Gründe spekulieren: (i) Verhältnis von Glucose zu Fructose besonders hoch, oder (ii) viel hefereicher Pollen, oder (iii) unbekanntes oder eine Kombination von allen.


    Mein Refraktometer ist solide geeicht.


    Cheers,

    Baudus


    @ immi

    Nur ein Verdacht.....;) Weil, ich sehe nix an DWV, und da spielen Neonics ganz bestimmt ne Rolle.

    An Deinem Verdacht ist vielleicht was dran. Ich hatte heuer wieder ein paar Milbenschleudern, bei denen Mitte Juli nach AS-Behandlung weit über zehntausend Milben fielen; Schieber vollkommen schwarz, wie schon zu Anfang der 1980er Jahre. Dennoch habe ich überhaupt keine Krabbler gesehen, wie auch damals nicht; siehe oben.


    Bei der überwiegenden Mehrzahl meiner Völker ist der Befall normal, gering oder unbedeutend. Ich verstehe bis heute nicht, warum (bei gleicher Völkerführung und -behandlung bzw. Nichtbehandlung) es an jedem Stand ein, zwei Kandidaten gibt, die Milben derart attrahieren und dies jedes Jahr aufs Neue.


    Cheers

    Baudus

    Nochmal Brandenburg: gestern und heute in der Frühe Bienenfluchten gesetzt. Bei mir honigte die Robinie bei warmen Wetter nur drei Tage ordentlich und gab im Schnitt gut einen Honigraum. Im letzten Jahr waren's aber mindestens vier.


    Cheers

    Baudus


    Es scheint erstaunlicherweise tatsächlich - sehr selten und bei optimalen Bedingungen und Regionen - auch einigen anderen Imkern zu gelingen, eine Art Sortenhonig mit Rosskastanie hinzubekommen.


    Hat sich dieser Faden also schon mal gelohnt, denn ich habe bis dato gelernt, dass aus Rosskastanie nie was werden kann, weil zu wenig Masse und meistens eben auch zu viel Konkurrenzangebot.

    Ich hab' einen Kollegen in Wien, der erntet regelmäßig Roßkastanie. Er hat mir mal erzählt, dass es in Wien über zwanzigtausend Park- und Alleenroßkastanien gibt. Selber habe ich große Bestände auf dem (riesigen) Wiener Zentralfriedhof gesehen. Dort sieht es heute immer noch so aus wie 1949:



    Zwei Minuten Filmgeschichte. Unbedingt Ton an: Harry Lime Theme. "Be sensible, Martins" - "Haven't got a sensible name, Calloway." Alida Valli, seufz. Und Joseph Cotten, die letzten Sekunden mit der ultimativen Raucherszene der Filmgeschichte.


    Und diese tollen Trachtbäume !


    Cheers,

    Baudus