Beiträge von Baudus

    Hi Rainer,

    das macht doch alles einen Riesenspaß ! Nochmal zum empirischen Gefummel/Gewurstel ein nahezu todsicherer Tip (geht aber nur von November bis März, und derzeit besonders):


    Fülle alle Deine Abfüller mit flüssigem Honig und impfe jeden mit 5 bis 10 % cremigem Impfhonig. Gut homogenisieren. Ein/zwei Tage warten. Dann gleich in Gläser abfüllen. Mache Deine Kartons voll mit diesen Gläsern, stelle die Kartons auf eine Palette im Garten und mache eine regensichere dunkle Plane drüber. Nach einigen wenigen Wochen (je nach Honig, Temperatur und Sonnenschein) erhälst du einen super Honig, kannst Du gleich von der Palette verkaufen ;).


    Das geht deswegen, weil selbst kleine Temperaturgradienten die Kristallisation ungemein befördern. Nachts um die 0 +- 5°C, tagsüber von 5 bis 10°C, auch mal 15°C, weil die Sonne auf die dunkle Plane scheint (habt Ihr in SH überhaupt Sonne ?). Passiert das mehrmals über 2 bis 3 Wochen, ist das gradezu ideal.


    Der experimentall arbeitende Geologe, wie ich in einem früheren Leben, ist da klar im Vorteil. Wir haben z.B. Kristallgrößenverteilung in Basalten und Graniten in Abhängigkeit von Abkühlraten und Wassergehalten ihrer Schmelzen bestimmt (unter hohen T und P). Honig ist auch bloß Granit oder Basalt ...


    Cheers

    Baudus

    Seit Jahren nervt mich diese stochastische Honigbereitung - mal geht's, mal nicht. Geschmack super / Konsistenz mangelhaft. Jetzt wird systematisch gearbeitet.

    Tja Rainer, wie immer: Wenn's im Guten (empirisches Gefummel) nicht geht, dann machen wir endlich richtig Ernst (Systematik) :saint:.


    Das Problem scheint ja zunächst trivial. Hast Du immer den gleichen oder nahezu gleichen Honig, kommst Du mit Systematik mit den paar Parametern (Zeit, Temperatur, mechanische Einwirkung, und deren Wechselwirkungen) schnell sehr weit. Andererseits haben wir das hier sowieso schon mit "Empirie" drin; wir haben einfach gelernt wie's geht.


    Warum's mal (oder auch öfters) nicht geht, liegt natürlich an der Variabilität des Honigs, dem wir das vielleicht nicht gleich ansehen. Im Horn & Lüllmann (2017) steht das (richtig, aber ganz schlecht ausgeführt) auf Seite 128 und in der Tabelle 31 (S. 129). Man könnte aus Meßwerten von Honigen schnell ternäre Diagramme (Glucose/Fructose/Wasser auf 100) erstellen, und dann für Zeit-, Temperatur- und Rührgeschwindigkeitsmeßreihen Kristallisationsverhalten messen. Was in ihrer Aufstellung dort fehlt (steht woanders), ist der vielleicht noch wichtige Einfluß des Sediments als Kristallisationskeime (viel/wenig Pollen; Art des Sediments/Pollens) letzteres analog dem Impfen.


    Liegen die (langen) Meßreihen mal vor, und haben sich diverse theoretische Modellierungsfritzen damit beschäftigt, braucht man nur noch ein einfaches standardisiertes Analysegerät für verschiedene Zucker, Wasser, und Sediment. Dann drückst Du auf den Knopf, und die Parameter für die Produktion superfeinen oder grobsandigen Honigs werden ausgedruckt. Problem gelöst.


    Dann mach Dich mal ran 8) !


    Cheers,

    Baudus

    Ich hab' das Buch mit Vergnügen gelesen. Ein Buch im herrschenden Zeitgeist, mit viel Leidenschaft und Passion geschrieben und überall tritt das Ego des Autors ins Licht. So muß es heute sein ! Der Autor schreibt aber nicht souverän. Mich hat das Gefühl beschlichen, er schreibt an manchen Stellen so, als ob er sich mit Macht selbst überzeugen müßte.


    Zum Vergleich: In den Büchern von Karl Weiß, einem Gentleman alter Schule, wird nie das Wort "ich" verwendet. Er schreibt so: "wir sehen dies und wir machen daher jenes". Mit "wir" meint er sich und den Leser und so nimmt er letzteren mühelos mit. Das gibt's heute gar nicht mehr.


    Wie viele schon bemerkt haben krankt das Buch an der Tatsache, dass offensichtlich niemand gegengelesen hat ("mieses Lektorat"). Es wird auch niemandem fürs Gegenlesen gedankt. Das ist schade. Es wäre ein richtig gutes Buch geworden, nicht nur ein vergnügliches.


    Habt Ihr die Stelle gefunden, wo der Autor Physis und Physik durcheinander bringt ? ;)


    Weitere 3 cm Buchrücken zu meinen knapp 4 Metern Bienen- und Insektenbüchern. Ich kann's doch empfehlen.


    Cheers

    Baudus

    In Bernhard Heuvels neuem Buch, sehr spaßig zu lesen, steht auf Seite 117 unter Platzbedarf:


    ... Auch im Nebenerwerb benötigen Sie etwa vier Quadratmeter überdachte Fläche pro Bienenvolk .... für 10 Bienenvölker benötigen sie schon 40 m2 Fläche, für 20 Bienenvölker entsprechend 80 m2 ...


    Zm Vergleich Deine Skizze ;(.


    Cheers

    Baudus

    Die Völker haben alle ausgewintert, insofern scheinen meine Sorgen unbegründet gewesen zu sein. Allerdings: VarroMed war nur eine Ergänzung im Herbst, den Löwenanteil hat die TBE Ende Juni beseitigt.

    Ich stehe immer noch zu der Aussage, dass VarroMed ein teures, aber nur für schwach befallene Völker mögliches Behandlungsmittel ist.

    Bei mir wurden letztes Jahr testweise etwa die Hälfte der Völker (31 Stück) ausschließlich mit Varroamed behandelt, beginnend Mitte Juli (3 bis 4 mall träufeln) und nochmal Anfang September (wiederum 3 bis 4 mal). Von diesen haben 29 erfolgreich ausgewintert. Allerdings:


    1. Diese Völker gingen im Schnitt deutlich schwächer in den Winter als die andere Hälfte und waren daher zunächst etwas schwächer im Frühjahr. Das deckt sich, glaube ich, ganz gut mit obigen Befunden. Viel Träufeln führt zu vermehrtem Bienenabgang.


    2. Bei Nulltracht Ende Juli/Anfang August führte die Träufelei gelegentlich zu stiller Räuberei. Das liegt vielleicht am doch recht intensiven Geruch der Brühe.


    3. Der vermeintliche Vorteil der Methode ist: "einfach und schnell". Jedoch braucht auch im Schnitt 7 mal Träufeln pro Volk seine Zeit.


    4. Ich werd's nicht mehr nehmen.


    Cheers

    Baudus

    Die Bienen arbeiten bei WZ sehr präzise ...

    Hi Rainer,

    das hätten wir wohl gerne, glauben wir deshalb auch gerne, vor allem weil es überall steht. Ich bin hier, wie auch sonst immer bei den Zweiflern, hab' aber keine genauen eigenen Aufzeichungen/Daten nur "Gefühlsentwicklung" über die Jahre.

    Hans Peschetz jedenfalls gibt in seinem wunderbaren Buch: Der Weg zur besten Honigbiene (Das Bienenbuch für alle) - Verlag Plötz und Theiss, Wolfsberg (AU), erschienen 1947, 336 Seiten, für die Entwicklungstage der Königin 15 bis 17 Tage an. Das Buch ist spaßig zu lesen !


    Cheers,

    Baudus







    .... ist der erste Teil der Kritik, der 2. ist: Es steht einfach nicht viel drin, große Bilder, viel Rand und somit viel weißes Papier.

    Bis bald

    Marcus

    Alle neuen und neuaufgelegten Bienenbücher, die im Verlag Buschhausen erscheinen kranken daran, hier:

    https://2bienen.de/buschhausen-verlag/

    Man vergleiche dazu die älteren Bücher aus dem längst dahingegangenen Ehrenwirth-Verlag. Nicht peppig, aber inhaltsstark.

    Cheers,

    Baudus

    Wenn die Bedingungen gut sind, dann gibt es ordentlich Nektar - die Robinie ist aber eine "Diva"! Daher ist da bei und vielleicht alle drei bis vier Jahre mal der Fall, und dann müssen die Völker auch stark sein.

    Harold, hast recht. Ich hab' nochmal nachgesehen bezüglich der Diva. Honigertrag aus der Robinie der letzten acht Jahre bei mir (in Dadant-Honigräumen; Schnitt von vier festen Ständen; alle Völker, nicht nur die ganz starken; keine Wanderung):


    2013: eineinhalb

    2014: einer

    2015: vier

    2016: eineinhalb

    2017: null

    2018: dreieinhalb

    2019. einer

    2020: null


    Cheers,

    Baudus