Beiträge von Baudus

    Nochmal Brandenburg: gestern und heute in der Frühe Bienenfluchten gesetzt. Bei mir honigte die Robinie bei warmen Wetter nur drei Tage ordentlich und gab im Schnitt gut einen Honigraum. Im letzten Jahr waren's aber mindestens vier.


    Cheers

    Baudus


    Es scheint erstaunlicherweise tatsächlich - sehr selten und bei optimalen Bedingungen und Regionen - auch einigen anderen Imkern zu gelingen, eine Art Sortenhonig mit Rosskastanie hinzubekommen.


    Hat sich dieser Faden also schon mal gelohnt, denn ich habe bis dato gelernt, dass aus Rosskastanie nie was werden kann, weil zu wenig Masse und meistens eben auch zu viel Konkurrenzangebot.

    Ich hab' einen Kollegen in Wien, der erntet regelmäßig Roßkastanie. Er hat mir mal erzählt, dass es in Wien über zwanzigtausend Park- und Alleenroßkastanien gibt. Selber habe ich große Bestände auf dem (riesigen) Wiener Zentralfriedhof gesehen. Dort sieht es heute immer noch so aus wie 1949:



    Zwei Minuten Filmgeschichte. Unbedingt Ton an: Harry Lime Theme. "Be sensible, Martins" - "Haven't got a sensible name, Calloway." Alida Valli, seufz. Und Joseph Cotten, die letzten Sekunden mit der ultimativen Raucherszene der Filmgeschichte.


    Und diese tollen Trachtbäume !


    Cheers,

    Baudus

    Und, schreibst du Rosskastanienhonig drauf?

    Da muss man aber schon viele Bäume haben. Gesehen habe ich noch niemals welchen (als Rosskastanienhonig im Glas etikettiert meine ich).

    Mach ich, wenn es a) genug gibt und b) ich mir die (viele) Mühe machen will, die Waben einzeln sauber zu trennen. Ich guck, wenn ich Zeit habe, auch das Pollenspektrum im Mikroskop an (bin da aber kein Spezialist, nur angelernter Amateur). Einer meiner Stände befindet sich am Rand einer alten langen Nebenstraße, die heißt Kastanienallee (sind aber Roß- ;)) und die davon abzweigenden Fahrwege sind auch mit welchen bestanden. Ein paar hundert (alte) Bäume werden's schon sein.


    Ich hab' 2016 mal einen Hobbock von diesem 2015-er Honig an eine bekannte Imkerin abgegeben. Diese habe ich im Herbst 2018 in Donaueschingen getroffen, wobei sie erklärte, sie würde immer noch von diesem Superhonig essen. Indessen finde ich, dass Roßkastanienhonig stinkt ...


    Ich hatte zum IFT-Treffen 2016 ein Glas davon zur Bewertung mitgebracht. Er landete im hinteren Mittelfeld. Ein dort anwesender (vermeintlicher ?) Spezialist hatte aber die Sortenreinheit angezweifelt ...


    Cheers,
    Baudus

    Die Rosskastanie bringt aber keinen Sortenhonig, in der Regel wegen fehlender Zahl von Bäumen noch nicht mal nennenswerte Mengen überhaupt. Es wird müßig an dieser Stelle. Wer als Imker bei Kastanie an die Rosskastanie denkt, sollte sich einfach noch ein wenig umhören statt aufzutrumpfen. Ich wollte eigentlich nur aufklären und dir helfen, nicht diskutieren.

    Bei mir gab's dieses Jahr auf zwei Ständen wieder mal Roßkastanie, im Schnitt einen dreiviertel Dadant - Honigraum pro Volk. Der Honig ist sehr dunkel, erscheint im Eimer fast schwarz und ist durch sein starkes Aroma schon gewöhnungsbedürftig. Das letzte Mal war's so in 2015, man hat's halt nicht so oft ...

    Rosskastanie hat dieses Jahr extrem lange geblüht und es fiel auf, dass sie selbst bei relativ niedrigen 13 bis 16° stark beflogen wurde. Wahrscheinlich wegen fehlender Konkurrenz.


    Cheers,

    Baudus

    Am südlichen Berliner Ring gestern magere 2,5 kg bei 17 bis 21°C und leichtem Wind. Es fällt auf, das die Blütenrispen der Robinien mit 15 bis 20 cm Länge weitaus kürzer ausfallen als im letzten Jahr (25 cm und darüber). Es scheint, als hätten sich die Bäume in 2018 doch arg verausgabt ... vom Wetter ganz abgesehen.
    Cheers

    Baudus

    Königinnenableger und danach nicht die Zellen brechen bis auf eine ist fast 'ne Garantie auf Nachschwärme.

    Und selbst eine einzige stehengebliebene Zelle garantiert nicht, daß es vorbei ist ! Es ist nicht selten, daß sofort Nachschaffungszellen angezogen werden und sich die geschlüpfte Königin via Schwarm davonmacht.


    Cheers

    Baudus

    Beim Abfüllen habe ich Restbestände von 200 Twist-Off Deckeln verwenden wollen, die 2 Jahre lang bei Raumtemperatur luftdicht verschlossen gelagert waren. Alle sahen einheitlich so aus :



    Die Dichtungsmasse hat entgast (?), Blasen und ein ganz dünner öliger Film haben sich gebildet. Meine Frau - ausgestattet mit einer sehr guten Nase - meint einen ganz schwachen Duft nach Lösungsmitteln wahrzunehmen. Das ist nicht schön. Die Deckel wurden in Kartons zu je 800 Stück (zusammen mit Gläsern) bei einem Glasgroßhändler erstanden.


    Fällt jemandem von Euch etwas dazu ein ?


    Grüsse

    Baudus


    Überfliegen Bienen so lange Waldstücke eigentlich?

    Ja, tun sie, meine jedenfalls. In 2017 gab's östlich von einem meiner Stände ein 60 ha Rapsfeld, mit 3,6 km dichtem Kiefernwald dazwischen, ein ganz breiter Streifen, nicht zum umfliegen. 20 Völker brachten im Schnitt je einen DD-Honigraum Rapshonig, schalteten dann aber bald auf Bergahorn um. Völker eines Kollegen standen direkt am Feld => vier Honigräume.


    Cheers

    Baudus

    Hi Kruppi & beemax,


    hatten wir doch schon ein paar Mal:

    5° => Keimbildungsrate größer als Keimwachstumsrate => Honig feiner

    20° => Keimwachstumsrate größer als Keimbildungsrate => Honig gröber
    Ich benutze gelegentlich auch mal eine grosse Tiefkühltruhe. Früher war da Schleppwild drin, eingefrorene Füchse, Marder und dergleichen, für die Jagdhundeausbildung. Da passen gut 200 Gläser rein. Honige, die sich mit dem Kristallisieren schwer tun werden mit 10 % feincremigem Impfhonig aus einer vorherigen Charge z.B. im 50 kg Abfüller homogenisiert (dauert keine 5 Minuten) und danach ohne weiteres Rühren gleich in Gläser abgefüllt. Die kommen dann in die Truhe. Ich warte, bis minus 18° erreicht sind und ziehe dann den Stecker. Es dauert etwa 5 Tage bis sich Raumtemperatur da drin einstellt. Dann kommen sie raus ins Regal. Das fünftägige Durchlaufen des Temperaturgradienten scheint die Keimbidungsrate prächtig zu beeinflussen; der Honig im Glas ist dann (bei RT) nicht oder kaum mehr fließfähig und braucht dann noch zwei, drei Wochen um im Regal/Karton den gewünschten Endzustand (ziemlich fein, nicht superfein - gefällt mir besser) zu erreichen.

    Dieses Prozedere vermeidet langwierige Rührerei (wenn man kein Rührwerk hat), hat aber den Nachteil des mehrmaligen Umladens von Gläsern.


    Cheers

    Baudus

    Die älteren (sehr guten) Versionen dieses Standardwerkes sind von einem Verlag publiziert worden. Diese neue Version ist im Selbstverlag erschienen und hätte eine professionelle Lektorierung und Editierung dringend notwendig gehabt.
    mfG

    Baudus