Beiträge von Steffen Felger

    Hallo, ich finde das alles nicht so lustig: Die Bienen tragen bei 16 °C massenhaft Haselpollen ein, Ringelblume usw., der rote Pollen dürfte wohl noch Efeu sein. Die Völker sind riesengroß, teilweise sind alle Gassen dicht besetzt, aber die Futtervorräte nehmen eben auch entsprechend ab. Wenn es jetzt Januar/Februar richtig kalt werden sollte, da wird mir nicht nur ein bisschen bang.
    Ich habe gut gefüttert, aber mir schwant Übles. Gruß Steffen

    Da ist heute ja kräftig diskutiert worden - :) - Zur TBE: Vielleicht hatte ich einfach einen schlechten Tag erwischt, dass sie so extrem stechlustig waren. In den Vorjahren hatte ich die Probleme nicht (und auch noch ein paar Völker weniger). Mit Rauch arbeite ich nie, an meinen eigenen Völkern. Und meine sind nicht die allerfriedlichsten. Das toleriere ich, weil sie eifrige Sammlerinnen sind.
    In meinem Anfangsedit habe ich schon angedeutet, wohin ich in Sachen Betriebsweise tendiere: Verstärkte Bildung von Jungvölkern, wie die nun gebildet werden sei erst mal dahin gestellt, und diese an Standorten großgezogen, wo schon lange kein Imker mehr war. Trotzdem fängt man sich die Varroa ein, aber ich gehe mal davon aus, dass die Belastung dennoch geringer ausfällt als in einem Flugkreis mit hoher Bienendichte.
    Ich bin auch der Ansicht, dass die Winterbehandlung die wichtigste ist. Und sie muss spät erfolgen, eben nicht im November, sondern Mitte Dezember. Das ist aber ein bisschen Glücksspiel, denn wir hatten auch schon zweistellige Plustemperaturen - und das merkte man den Völkern dann im Frühjahr an.
    Als ich das Imkern erlernt habe, war Milchsäure bei Ablegern "Pflicht". Und diese Ableger standen im Herbst wirklich sehr gut da. Dann habe ich gemerkt, dass die Ableger auch ohne MS durchkommen. Aber ich muss mir eingestehen, dass die MS-behandelten Ableger im Folgejahr deutlich besser starteten als die, die ich nur mit OS behandelte. Deshalb werde ich künftig wieder bei allen Ablegern MS sprühen.
    Mein eigentlicher Punkt ist aber: Ich halte die "Empfehlungen" nicht mehr für das schlechthinnige Erfolgsrezept. (Als ich vor 6 Jahren das Imkern erlernte, war das glaubich noch so.) Selbst wenn man sie 150-ig-%-ig befolgt, können die Völker eingehen. Ebensowenig halte ich TBE für eine Garantie, dass Völker, die im Juni noch gut da stehen, über den nächsten Winter kommen werden. Deswegen sind die Empfehlungen nicht schlecht oder falsch, aber sie können den Erfolg nicht mehr garantieren.
    Vielmehr muss ich davon ausgehen, dass trotz sorgfältigster Betreuung massive Völkerverluste passieren können. Da muss ich vorbauen, indem ich deutlich mehr Jungvölker bilde als bisher. Ich lasse Wirtschaftsvölker nicht tatenlos gegen die Wand fahren, aber ich gehe davon aus, dass sie trotz bester Behandlung bei weitem nicht alle über den Winter kommen werden. Als ich ausgebildet wurde, hat man uns eine Spezies von Schwarzwaldimkern warnend vorgehalten, die den Verlust ihrer Wirtschaftsvölker sehenden Auges in Kauf nähmen, um möglichst viel Tannenhonig erhalten zu können - und parallel im Rheintal schon die Jungvölker fürs nächste Jahr großzögen. Diese Betriebsweise meine ich nicht, aber ich werde künftig wohl nicht mehr nur versuchen, mit allen Völkern ins nächste Jahr zu kommen, sondern jedes Jahr eine Versicherung an Jungvölkern großziehen und Wirtschaftsvölkerverluste weniger teilnahmsvoll hinnehmen. Sozusagen eine zweijährige Betriebsweise - erstes Jahr Jungvolk, zweites Jahr Wirtschaftsvolk, drittes Jahr gern gesehen, aber mit Fragezeichen. Eigentlich nichts anderes als seither, aber weniger am erfolgreichen Überwintern aller Völker als vielmehr am Erhalt einer konstanten Völkerzahl orientiert. --- Gruß Steffen

    Beruflich bedingt, bin ich hier leider nicht allzu häufig unterwegs. Dennoch möchte ich mal ein Thema anstoßen. In meiner Funktion als BSV hat mich vor 2-3 Wochen ein Imker informiert, dass 6 seiner 8 Völker eingegangen sind, der Rest stehe kurz davor. Wegen des Totalschadens habe ich Futterkranzproben und Bienenproben nach Aulendorf (unsere Untersuchungsanstalt in Württemberg) geschickt, um Krankheiten auszuschließen. Ergebnis: Varroa, sonst nichts. Der Imker, erfahrener Mann, hatte seine Völker nach den Hohenheimer Empfehlungen behandelt. Dr. Neumann (Aulendorf) schrieb, nach dem warmen Winter 2013/14 (tlw. keine Brutpause) und dem feucht-kühlen Sommer (Schwierigkeiten bei AS-Behandlung) sei die V.-Belastung teilweise sehr hoch. Von einigen Imkern weiß ich, dass die AS-Behandlungen in diesem Sommer bei ihren Völkern wegen der Kühle nicht funktionieren wollten.
    Okay. Ich selbst habe AS nicht erst Ende August angewendet, bei mir ist das Zeugs im Juli und August gut und schnell verdunstet. Trotzdem frag ich mich, ob die von den Hohenheimern empfohlene Völkerführung angesichts der warmen Winter und der (Außentemperatur-)Risiken der AS-Behandlungen den realen Gegebenheiten noch genügt. (Wobei man im Auge behalten muss, dass viele Imker AS sehr spät anwenden, um möglichst viel (v.a. Wald-)Honig für sich rauszuholen.)
    Ich sinniere jetzt mal so vor mich hin. Wenn ich mich auf die AS-Behandlung nicht mehr verlassen kann (die OS-Behandlung kommt zu spät, dann sind schwer befallene Völker bereits nicht mehr zu retten), und Drohnenbrut bereits entnehme, dann bleibt mir eigentlich nur noch die totale Brutentnahme (von Fangwaben-Rezepten sehe ich mal ab, die sind wegen des Zeitaufwands nur in Kleinstimkereien praktikabel), um den Varroa-Befall merklich zu reduzieren. Die totale Brutentnahme kann aber zu einer so wüsten Stecherei ausarten, dass ich in diesem Jahr nach der Hälfte meiner Völker dieses Vorhaben beendet habe. Denen geht es trotzdem gut, aber das ist ja nicht das Thema.
    Dann fallen mir eigentlich nur noch viele Ableger ein. Dabei gewissenhafte MS-Behandlung, was auch von vielen vergessen wird. Ich habe dieses Jahr einige Ableger MS-behandelt an einem Standort aufgestellt, wo in der ganzen Umgebung seit vielen Jahren niemand mehr imkert. Dennoch haben die Milben den Weg dorthin gefunden. Oder sie waren vielleicht noch in den Beuten. Egal. Das hieße, viele Ableger bilden, die bringen zwar keinen Honig mehr in diesem Jahr, aber im nächsten, als Versicherung, und dann sieht man zu, wie viele Wirtschaftsvölker man außerdem über den Winter bringt, mit gewissenhafter AS- und OS-Behandlung.
    Gibt es andere Varroa-Schutzmaßnahmen, die ich noch nicht kenne?
    Gruß Steffen Felger

    Nett, diesen Fred gefunden zu haben. 150 Meter entfernt von meinem Heimatstand hat ein Bauer ca. 6 bis 7 ha mit Sojabohnen bepflanzt. Ich hatte diese bei uns bisher nie gesehen und ein bisschen gebraucht, bis ich geschnallt habe, was das ist. Die lieben Immen halten sich derzeit aber lieber an Sonnenblume und Thymian. Falls sie sich mit der Sojabohne anfreunden, können wir - meine Jungbiens und ich - wohl sorgenfrei in den Winter gehen. (Folgen des Klimawandels? Im übernächsten Dorf sprießt auf einem nicht viel kleineren Acker Hanf. Beide Früchte wohl wegen der nahegelegenen Bioölmühle. Gibt es Hanfhonig? Bietet der Nebenwirkungen? :-D

    Einen zu schwachen Ableger würde ich ganz einfach einem anderen schwachen Volk aufsetzen. Die Königinnen machen das dann untereinander aus. Du kannst den begatteten schwachen Ableger aber auch noch ein Weilchen separat führen - vielleicht verreckt Dir im Herbst noch eine Königin in einem anderen Volk und dann bist Du früh, wenn Du noch eine in der Hinterhand hast.


    Übrigens störte mich ein paar Edits vorher der Beitrag, dass man Ableger nicht ihre eigene Königin aufziehen lassen, sondern Weiselzellen brechen und Königin von außerhalb zusetzen solle. Ich bin mit den aus dem Ableger heraus gezogenen Königinnen bisher immer sehr zufrieden gewesen. Mag sein, dass es in bienenarmen Gegenden Inzuchtprobleme geben könnte, wenn man immer aus den Ablegern heraus nachzieht, aber ansonsten sehe ich da keine Probleme.

    Danke für die Antworten. Ich möcht halt nicht mehr mit Zuckerwasser füttern, sondern die Viecher an ihrem eigenen Stoff erfreuen und Klee dürfte nicht die Probleme als Winterfutter darstellen wie Tanne (worauf ich wiederum recht scharf bin). Ich bin nicht der große Vermarkter und aus 2013 und 2014 habe ich noch genügend Sonnenblume (mit Lavendelstich, superlecker!!!), Robinie, Raps im Keller. Ich könnte mit dem Klee ja auch meine Jungvölker und das Malträtiervolk* füttern, die stehen zwar woanders, aber ... hin und her gedacht, ja, das wäre wohl die Lösung. Merci nochmals. Gruß Steffen.


    * Mein Volk, dem ich all das zumute, was ich eigentlich keinem Volk zumuten möchte, aber manchmal ergibt es sich halt: Weisellos gebliebene Ableger zusetzen, rasch mal eine Brutwabe entnehmen, die Königin klauen, ... Es hält sich trotzdem wacker.

    Hallo, ich warte an einem erstmals bezogenen Außenstand (ca. 70 km entfernt) auf Tanne - aber es stellt sich bisher üppig Kleehonig ein. Auf diesem würde ich die Völker gerne überwintern, würde wohl als Winterzehr ausreichen, aber sich abzeichnende Tanne gerne trotzdem mitnehmen. Kann man vollständig verdeckelte Kleezargen zwei bis drei Wochen bienendicht am Außenstand zwischenlagern? Oder übergibt man sie besser von zu Hause mitgebrachten gut entwickelten Ablegern "zur Pflege"? Oder wie lautet eine andere Lösung ohne großen Transportaufwand?

    Ich bin heute mit einigen Voelkern in den Schwaebischen Wald gewandert - eigentlich im Hinblick auf die Tanne, stehen jetzt auf einem schoenen Kleewiesle, zwei Drittel weiss, ein Drittel rot, und dazwischen viel Spitzwegerich. Obwohl meine Immen eher den Rotklee kennen,sind sie nachden Einfluguebungen fast ausschliesslich auf Weissklee und den Wegerich geflogen. Der rote scheint zu langruesselig zu sein :-) Gruss von Steffen

    Die Erzgebirger-Interpretation ist auch die meine, was mich daran irritiert ist, dass die Bienen dann wohl selbst nicht "wissen", was sie eigentlich wollen. Davon war ich bisher immer ausgegangen, dass die Bienen nicht unentschieden sind. Aber warum soll es ihnen anders gehen als uns Zweibeinern? --- Zu beetic: Wegen der "Nachschaffungszelle": Nach der Logik hast Du natürlich recht, und wenn man jetzt sagt, das kann nicht sein, dass sie aus Arbeiterinnenbrut nachgeschafft haben, weil ja später noch bestiftet wurde, dann bleiben trotzdem die ausgefressene Weiselzelle einerseits und die Streckmade andererseits, und zugleich kein Hinweis darauf, dass eine Jungkönigin geschlüpft ist. Stiller Umweiselungsversuch war mir auch in den Sinn gekommen. Ich war zwar mit dem Volk sehr zufrieden, aber die Bienen haben natürlich das Sagen und legen nicht meine Maßstäbe an. --- Wahrscheinlich habe ich das Volk durch Honig- und zweimalige Brutentnahme sowie Einengen zu sehr strapaziert. Ein Fall für den Bienenpsychiater. :oops: Werde wohl doch Stockkarten einführen müssen, damit ich auf einen Blick erkennen kann, was ich in einem Volk bereits angerichtet habe. Bisher notiere ich das alles nur für alle Völker fortlaufend in einer Kladde und ich war schon recht erstaunt, was ich da bereits alles manipuliert habe, als ich das alles nochmal durchlas, bevor ich diesen Thread anstieß.


    Keine gute Leistung jedenfalls. Gruß Steffen

    Hallo,


    habe heute ein Wirtschaftsvolk durchgesehen, dessen Wabenbau mich stutzen ließ (normalerweise erklärt sich mir der Wabenbau aus der Vorgeschichte der Völkerführung, den Wabenbau zu "lesen" halte ich für das poetischste Vergnügen der Imkerei, aber hier muss ich passen und bitte um Interpretationshilfe - vielleicht bin ich auch nur etwas begriffstutzig.)


    Ich habe am Ostermontag (30.04. ?) dem damals 4-zargigen Volk (ohne ASG, sehr großes Brutnest) 6 vollständig verdeckelte Honigrahmen entnommen und durch MW ersetzt. Am 05.05. entdeckte ich ein bestiftetes Spielnäpfchen und bildete einen Brutableger (2 Brutrahmen, 2 Honigrahmen, 1 Pollenrahmen, alle mit vollem Bienenbesatz) und ersetzte durch MW und ausgeschleuderte Honigrahmen. Am 16.05. entdeckte ich vier bereits geschlossene Weiselzellen und bildete mit diesen einen weiteren umfangreichen Brutableger. Anstatt MW zu geben, engte ich auf drei Zargen ein.


    Heute bot sich folgendes Bild: Eine - wohl am 16.05. übersehene - Nachschaffungs-WZ auf altem Wabenbau: ausgefressen, vor dem Schlupf; dazu ein Spielnäpfchen mit fetter Larve kurz vor der Verdeckelung; zahlreiche unbestiftete SN am unteren Rahmenrand (keine Nachschaffungszellen); zahlreiche Rahmen mit jüngsten Stiften; keine "ordentlich" verlassene WZ (Schlupf) zu entdecken; in der obersten Zarge werden neue Brutflächen (Futterkränze) angelegt. Die Summe der Bienenmasse der Volkes und der beiden Ableger lässt eigentlich keine Differenz übrig für einen zusätzlichen Schwarm.


    Es handelt sich um mein bestes (sanft, sammelfreudig, aber leider auch recht viel Propolis produzierendes) Volk, deswegen entschied ich mich für Ablegerbildung vor Honigertrag. Meine Erklärung wäre, dass nach der Bildung des 2. Ablegers das Volk die übersehene WZ ausfraß. Aber warum blieb dann die fette Kö-Larve unbehelligt? Die Kö ist aus 2013.


    Dem Volk geht es gut. Den Ablegern auch. Also eigentlich alles in Butter. Aber ich kann mir das ganze nicht plausibel erklären.


    Gruß, Steffen

    :lol:


    You've made my day!!!


    Wie wäre es, wenn Du, da Du Dir unsicher bist, ganz einfach face-to-face einen etwas erfahrenen Imker aus Deinem Gegend bittest, Dir bei der Platzwahl behilflich zu sein? Noch so viele Fotos vermögen den wirklichen Augenschein nicht aufzuwiegen.


    Ich habe zwar auch drei Ableger rund ums Haus aufgestellt, aber immer nur temporär, wegen des Abstands zur Herkunft. Ansonsten bevorzuge ich Standplätze abseits von Wohnhäusern. Der Flugverkehr der lieben Immen beeinträchtigt die Nutzung des unmittelbaren Umfelds immer.


    Gerstung war's, glaube ich mich zu erinnern, der den schönen Begriff des "Maltraitiervölkchens" geprägt hat. Zu Beginn des Imkerns braucht man so etwas, und da ist es sinnig, es in Hausnähe aufzustellen. Ansonsten sollte man sich aber bei der Standortwahl eher nach den Pollen- und Trachtspendern ausrichten. Es ist nie verkehrt, seine Bienen in der Nähe von Hasel, Weiden und Kornelkirsche sowie Wasser aufzustellen, damit sie sich schon sehr früh im Jahr auch bei niedrigeren Temperaturen ( = kurze Flugdistanzen) mit Pollen und Wasser versorgen und damit frühzeitig die Grundlagen für das Wachstum legen können.


    Gruß Steffen

    Wenn Du es umweiseln willst, bist Du mit der gegenwärtigen Herrscherin sehr unzufrieden. Sind das Deine Bienen auch? Ich lasse in solchen Fällen die Bienen entscheiden und setze auf das Altvolk ohne Zeitungspapier einen weiselrichtigen Ableger. Dann machen das die Bienen und die Kös untereinander aus und mit ihrer Entscheidung war ich eigentlich immer zufrieden. Gruß Steffen