Beiträge von rugnuza

    Beekloppter mir ist sehr klar was ÖVF sind. Es sind eben nicht normale Anbauflächen, zum Zeitpunkt der Deklaration als ÖVF. Das BMEL schreibt dazu folgendes: "Diese Flächen müssen im Umweltinteresse genutzt werden [...]. Eine landwirtschaftlich produktive Nutzung bleibt unter bestimmten Bedingungen aber zulässig."

    Die angebauten Leguminosen darf man also auch abernten, das ist mMn sinnvoll und entspricht der produktiven Nutzung. Wenn produktive Nutzung allerdings bedeutet "Anbau von Leguminosen mit allen betrieblichen Mitteln", sprich "Schädlings"bekämpfung hat das für mich nichts mehr mit Ökologischen Vorrangsflächen zu tun. Da ist jede Biofläche mehr ÖVF.

    Liest man auf verschiedenen offiziellen Seiten weiter, wird klar, das ÖVF im Sinne des Naturschutzes geführt werden sollen. Sicherlich ist die Einsparung von Import-Soja auch förderlich für den globalen Naturschutz, aber keine direkte Maßnahme für die Förderung der heimischen Natur, wenn man gegen verschiedene Pathogene und Schädlinge spritzt. Für mich ist das am Ende Augenwischerei (gewesen). Ich baue Eiweißpfutterpflanzen an und darf sie als normale Kultur behandeln und bekomm das zu 70% (!!!) auf mein ÖVF-Konto angerechnet. Warum dann eigentlich nicht den Anbau von Raps mit meinetwegen 50% zur ÖVF rechnen, der stellt schließlich große Mengen an Pollen und Nektar zur Verfügung und bietet Wild eine Äsung + Deckung.

    Versteh nicht was für ein Problem es ist, dass das jetzt vllt kein reiner Rapshonig ist. Abgesehen davon, dass es bestimmt mehrheitlich Raps ist. Es ist ja nicht so dass man Rapshonig teurer verkaufen könnte, oder bei dir schon?!

    In Berlin vielleicht. Wenn ich bei uns ein paar Kilometer aufs Land geh mit Feldern + Fichtenwald... da gibts kein dies und das. Da gibt es grün und da gibt es braun, der ein oder andere Pollen wird sicherlich gefunden. Aber für ein tatsächliches Plus an Nektar und Honig reichen eben keine paar Blütlein ;)

    Die Bienen überwintern besser auf Zuckerlösung als auf eigenem Honig.

    Stimmt natürlich nicht, sondern hängt ganz davon ab was eingetragen wurde ;) Niemals würde ich Zucker pauschal dem Honig vorziehen.


    Es hängt ganz einfach 1) von deiner lokalen Trachtmöglichkeit ab und 2) ob es dann auch honigt. Beispiel: rund um meine Stände gibt es reichlich Springkraut. Dieses eignet sich hervorragend als Spättracht, deren Honig die Bienen super als Winterfutter nehmen können. Das Potential (1) ist also da, allerdings muss es auch honigen (2). 2015 war es zu trocken, ich musste für die Überwinterung Zucker füttern. 2016 hingegen war hingegen super, hätte ich da noch Zucker zugefüttert, wären die Völker heillos überfüllt gewesen und die Königin hätte kein Platz mehr zum stiften gehabt. So musste ich aber tatsächlich genau 0 Kilo Zucker kaufen.

    "Verflug" ist für mich immer nur der irrtümliche Verflug ins falsche Flugloch.

    Auch Seeley scheint mit seinem "drone drift" diese Art des Fehleinfluges zu meinen.


    Wenn die Sache mit dem "Diplomatenpass" der Drohnen aber stimmt (wovon ich ausgehe), ist das aber eine ganz andere Baustelle. Das ist für mich Vagabundieren und Heimat auch in weit entfernten Völkern finden.

    Weil ich gerade das Buch "Paarungsbiologie und Paarungskontrolle bei der Honigbiene" von Koeniger und Tiesler vor mir liegen habe und nochmal nachgeschaut habe. Es wird die Untersuchung von Drohnensammelplätzen durch Ruttner beschrieben. Drohnen wurden vor Flugbeginn an mehreren Ständen um den Sammelplatz farblich markiert und anschließend am Sammelplatz mit Heliumballons und Pheromonfallen wieder abgefangen. Dabei bekamen sie erneut eine Markierung für den jeweiligen Sammelplatz, an dem sie abgefangen wurden, um im Volk dann feststellen zu können, wo der Drohn hingeflogen ist. So konnte man feststellen, dass Drohnen regelmäßig aus bis zu 5km Entfernung (Maximum 8km) zu den Sammelplätzen kamen und dass die Entfernung Bienenvolk zu Sammelplatz weniger eine Rolle spielt. Im Gegenteil, konnten von ganz nahe gelegenen Bienenständen zum Sammelplatz teils keine oder sehr wenige Drohnen nachgewiesen werden. So weit so gut, das alles nur als Vorgeplänkel für den Interessierten.


    Zum eigentlichen Thema, dem "Vagabundieren", steht auf Seite 76 sinngemäß folgendes: Innerhalb eines Bienenstandes war der Wechsel von Drohnen zwischen den Völkern häufig zu beobachten. Der Verflug von Drohnen auf dem Heimweg vom Sammelplatz zu anderen Bienenständen kommt jedoch äußerst selten vor. Bei den morgendlichen Kontrollen der Bienenstände konnte keine Drohnen mit der Markierung von anderen Bienenständen gefunden werden.


    Für mich bringt das wieder etwas Licht ins Dunkel der Vermehrung der Honigbiene, die offenbar immer noch nicht voll verstanden ist (z.B. reproduzierbare Muster erkennen in der Lage von den Drohnensammelplätzen)

    Bei dem Kasten, wo ich zuletzt schrieb, dass was drinne ist, bin ich Tage vorher mal abends hochgeklettert um was Lemongrasoil nachzuträufeln. Es war bestimmt schon halb 10, plötzlich zischt ein Bienchen zum Flugloch raus. Die übernachten da wohl wirklich, um zu überprüfen dass die neue Höhle nicht nur bei Tageslicht schön ausschaut.


    Btw ist ein 2ter Lockkasten auch besetzt :) den hatte ich seit Mitte Mai nicht mehr kontrolliert, ich vermute die sind da schon ne Weile...

    Du meinst weil jetzt Landwirte aus dem Leguminosenanbau aussteigen?


    Finds trotzdem korrekt, Ökologische Vorrangflächen auch solche sein zu lassen. Da gehört für mich keine Bestands"regulierung" dazu schon gar nicht über den chemisch-synthetischen Weg. Will man den Eiweißplanzenanbau hierzulande ankurbeln, sollen sie sich was passendes genau dafür ausdenken. Wie für alles halt. Der Großteil der Landwirte läuft mMn eh nur dem nach, was Geld bringt und bequem ist. Ehrliches Interesse für den Boden, die Tiere, die anderen Pflanzen, ökologische Zusammenhänge, Experimentierfreudigkeit etwas zu verbessern kann ich da selten beobachten. Ist auch leichter, auf seine finanziellen Zwänge zu zeigen. Aber um nicht ganz so hart zu sein möchte ich noch hinzufügen: alle vorher genannten Eigenschaften haben sie mit dem Rest der Menschen gemein - inklusive der Imker (von denen 90% genauso landwirtschaften würden wie die Landwirte, wenn sie müssten, trau ich mich wetten).


    So jetzt haben alle was von meiner Nachtwut abbekommen :P Roundhousekick.

    Warum dann nicht zum verfüttern für nächstes Jahr zurückgestellt? Wirkt im schlimmsten Fall dann wie Bienenwohl :P Ne im Ernst, glaube jetzt nicht dass da so viel ox im Honig ist dass es für die Bienen schlecht ist, oder?

    Ok. Danke!

    Ich habe nämlich einen Gammelstand in meinem Flugkreis gefunden und würde den Burschen gern mal "ansprechen". Dann werde ich wohl den Umweg über das VetAmt nehmen.


    Gruß Jörg

    Hast du ihm/ihr denn schonmal einen Zettel am Stand hinterlassen?


    Bei mir um die Ecke stehen auch 3 verlassene Dadant. Da da letzten Herbst noch was geflogen ist, und im Frühjahr nix mehr und teils die Außendeckel (Styroporplatte...) weggeflogen waren hab ich mal in einen Kasten reingeschaut. Waren anscheinend die Begattungskästchen verwurstet, waren in die Dadanträhmchen eingebunden. Plötzlich flogs im Mai wieder, da ist wohl ein Schwarm eingezogen. Ob ich den "retten" sollte..? (eh nicht ohne vorherige Kontaktversuch)