Beiträge von Havelmärker

    Hallo Wolfgang,
    wir haben hier die Vereinsvölker alle auf Dadant umgestellt. Die Völker haben wir in erster Linie für unsere Anfängerkurse. Es ist natürlich so, dass ich selbst auf Dadant imkere, entsprechend vorbelastet bin... Aber mir scheint, dass ich so die Entwicklung im Bienenvolk besser, weil unmittelbarer, vermitteln kann. Allerdings geht der halbe Kurs ja erstmal mit Stifte und Maden sehen lernen drauf und ob die Betriebsweise dann klar geworden ist, wird sich erst zeigen, wenn die "Jungimker" zu Hause loslegen.


    Gruß,
    Reiner

    Eigentlich müsste sich doch in einem absolut idyllischem Tal, in dem sich außer Schafen und Wanderern nichts herumtreibt, nichts gespritzt, gedüngt, angebaut oder sonstwas wird, die Wiesen höchstens dreimal geschnitten werden oder einfach von Schafen abgefressen, die Hecken wachsen und die Vögel nisten dürfen, also in so einem Eck sollten sich doch Raupen, Vögel etc irgendwie im Gleichgewicht befinden.


    Ne, Du hast da eine Obstpflanzung, da befindet sich nichts im Gleichgewicht. Da ist für Spinner, Spanner, Eulen, Stecher etc. der Tisch reichlicher gedeckt, als es natürlicherweise vorkommen würde. Für uns sehen Streuobstwiesen immer nach natürlichem Lebensraum aus, waren doch aber, zumindest als sie angelegt wurden, auch eine Form der Intensivierung der Landwirtschaft. Durch die Konzentration einiger weniger Pflanzenarten bieten sie eben für einige Insektenarten einen optimalen Lebensraum.


    Eine Spritzung würde ich nur als Notfallmaßnahme ansehen, wenn ich im März bereits den Befall feststellen kann, bzw. der Befall im letzten Jahr extrem hoch war. Mit der Spritzung vor der Blüte erwischt man die erste Generation und versucht einen vermehrten Befall zu verhindern.


    Gruß, Reiner

    Hallo,
    dann hast Du es ja mindestens noch mit dem Frostspanner zu tun... Aus der Beschreibung des Standortes (Waldrandlage) heraus, würde ich (wie Dein Nachbar) davon ausgehen, dass der Befall "normal" ist. Mit dem Wald hast Du zumindestens für den Stecher einen idealen Rückzugsraum für die Überwinterung. Von dort erfolgt dann jeweils die Neubesiedelung der Obstbäume im Frühjahr. Die Höhe des Grases spielt da m.E. keine Rolle.
    Meisen sind eine gute Idee, Fledermäuse wären nicht schlecht, gleichzeitig würde ich auf Schlupfwespen setzen, Leimringe im Herbst zum Abfangen der Frostspanner anbringen, notfalls im März (ab 15° C) vor der Blüte einmal mit Spruzit durch die Anlage... Aber im einzelnen wäre es wichtig zu wissen, welche Schadorganismen in welcher Menge auftreten und dann entsprechend zu handeln.


    Gruß, Reiner

    Hallo, aktuell dürfte es wohl zu spät sein, gegen den Käfer noch vorzugehen. Soweit ich weiß, sind im ökolog. Landbau auch keine Mittel speziell zur Bekämpfung des Apfelblütenstechers zugelassen. Sinnvoll könnte der Einsatz von Schlupfwespen sein, diese parasitieren die Larven des Blütenstechers. Der fliegt im März (?) ab 10°C die Apfelbäume an, fängt an zu fressen und Eier abzulegen. In dieser Phase könnte eine Behandlung der Bäume mit einer Spritzung auf Pyrethrumbasis wirken, die Bäume müssen aber auch komplett eingenebelt werden, bei Hochstämmen eher schwierig. Gruß, Reiner

    Hallo Sven,
    mit der Größe der Bäume hat deren Fruchtbarkeit gar nichts zu tun!!! Gerade der Apfel hat seine aktivsten Wurzeln im 30cm-Bereich, da ist es egal, ob groß oder klein. Auswirkungen bezüglich der Tiefe der Wurzeln gibt es lediglich in Bezug auf die Standfestigkeit. So sind moderne "Industrie"-Bäume ja in der Regel auf schwach wachsenden Unterlagen veredelt, die Wurzeln sind dann tatsächlich auch ziemlich klein und sie müssen entsprechend angebunden werden. Tragen tun sie aber trotzdem.


    Vielleicht sind Deine Bäumchen noch gar nicht in der Ertragsphase, oder Du hast keine passenden Befruchter, oder Du hast letztes Jahr einen Vollertrag gehabt, oder Du hast voll auf Wachstum geschnitten oder... es gibt also wirklich viele Gründe für mangelnden Ertrag, der nix mit den Bienen zu tun hat.


    Gruß,
    Reiner

    Hallo apirita,
    das ist schon so, dass die Biene bevorzugt den Raps anfliegt und das Obst stehen lässt. Allerdings würde ich nicht grundsätzlich behaupten, dass es dann keine Bestäubung des Obstes gäbe. 1) wären da noch Hummeln und Solitärbienen, die zum Teil die besseren Bestäuber sind und daher in den letzten Jahren auch verstärkt eingesetzt werden, 2) die Obstblüte zieht sich im Schnitt über 20 Tage, beim Apfel blühen pro Blütenansatz 5 Einzelblüten nacheinander auf, da steigt die Wahrscheinlichkeit erheblich, dass da mal ne Biene vorbeikommt, 3) bei bestimmten Obstsorten spielt auch die Jungfernfrüchtigkeit (also ohne Bestäubung) eine nicht unerhebliche Rolle (vor allem bei Birnen).
    Und dann frag Deinen Obstbauern mal, wie er die Völker aufstellt: Stehen die irgendwo am Rand in Reih und Glied oder verteilt er die einzeln durch die Anlage? Letzteres würde sich deutlich bemerkbar machen! Hinzu kommt natürlich auch noch die Verteilung der Befruchtersorten in der Anlage. Gerade bei konventioneller Pflanzung, sortenweise in Reihen, bei denen dann ein relativ großer Abstand zu Befruchtern entsteht, macht sich der geringere Ertrag dann bemerkbar (im Vergleich mit der Streuobstwiese?). Allerdings werden die Früchte ja sowieso ausgedünnt, daher glaube ich nicht mal, dass das in's Gewicht fällt.


    Gruß,
    Reiner

    Hallo Franz, so ne Wiese, wie da in Deinem link abgebildet ist, hab ich als Grünland noch nie gesehen!!! Und das derzeit verstärkt Grünland umgebrochen wird, ist ja schon länger ein Trend... Was das nun allerdings mit dem Lebensraum der Bienen zu tun hat, erschließt sich mir nicht wirklich. Dauergrünland, wie es hier in der Gegend (Nordbrandenburg) vorkommt, ist mehrheitlich artenarmes Grasland, blüht so gut wie gar nicht und wird mehrmals jährlich gemäht. Als Nahrungsgrundlage für Bienen taugt das schon lange nicht mehr. Das heißt für mich aber nicht, dass Städte den besseren Lebensraum bieten. Sowohl im ländlichen Raum als auch in den Städten gibt es gravierende Unterschiede. Wenn ich allein die Trachsituation an meinem Stand mit der eines Imkers ein paar Dörfer weiter betrachte, wird das deutlich: er füttert schon, ich hab noch Honigräume draufgestellt. viele Grüße, Reiner

    Hallo,
    das Problem hatte ich auch und hab es nicht in den Griff bekommen, also immer wieder festziehen der Mutter. Das Ende vom Lied war dann, dass der Teil mit dem Gewinde beim Rühren abgebrochen ist. Der Rührer war aus Alu, jetzt hab ich die Edelstahlvariante und bisher noch kein Problem...


    viele Grüße,
    Reiner

    Hallo Henry,
    für die Wanderung in Brandenburg hat das zuständige Ministerium ein Merkblatt veröffentlicht, darin heißt es: "Bei Wanderungen über die Kreisgrenze ist dem für das anzuwandernde Gebiet zuständigen Amtstierarzt gemäß § 5 BienSVO unmittelbar nach Ankunft am Wanderplatz eine für die Bienenvölker gültige Seuchenfreiheitsbescheinigung (amtstierärztliche Bescheinigung) vorzulegen." Da hätten wir die Kreisgrenze und soweit ich weiß, wird das durch die Imker vor Ort auch entsprechend interpretiert (also kein Gesundheitszeugnis bei Wanderungen innerhalb des Kreises).


    viele Grüße,
    Reiner

    Hallo Klaus,
    lass die Bienen und die mail stehen und such dir ggf. nen neuen Verein. Die vorgetragenen Argumente sind doch vorgeschoben und schreien förmlich nach Besitzstandswahrung, wobei ich wirklich nicht verstehe, was es bei 80 ha Raps zu verteidigen gäbe! Auch bräuchte ich im Umkreis von 20 km kein Gesundheitszeugnis, da ich hier den Landkreis noch nicht verlasse (kann bei Dir natürlich anders sein).
    Und noch kurz zur Ergänzung bezüglich der Bestäubung: Dein Bauer sollte ein Interesse daran haben, dass die Bienen so nah wie möglich an seinem Schlag stehen. Mit zunehmender Entfernung nimmt auch die Bestäubungsleistung ab (> 500m ca. 20% - sagt jedenfalls das DDR-Lehrbuch).


    viele Grüße,
    Reiner

    Hallo,
    1961 zentrale Empfehlung zum Einsatz von Bienenvölkern,
    1962 Bieneneinsatz im Rotklee (s. Beitrag Reinhard),
    1973 Anordnung über den Einsatz von Bienenvölkern, diese wurde neugefasst mit der
    1976 "Anordnung über den Einsatz von Bienenvölkern zur Blütenbestäubung von Obst-, Ölfrucht- und Vermehrungskulturen sowie zur Nutzung sonstiger Kultur- und Naturtrachten" (GBl. Teil I Nr. 48, 22.11.1976).


    Zusammenfassung dazu und detailiertere Ausführung zur Anordnung von 1976 findet sich in: Grundwissen für Imker, Lehrbuch für die sozialistische Berufsausbildung, Berlin 1981, S. 134 u. S. 243ff.


    viele Grüße,
    Reiner

    Hallo Anni,
    bei mir haben diesen Winter die Blaumeisen die ganze Zeit "rumrumort". Sie haben den Totenfall durch den offenen Gitterboden ausgepickt: Beuten als Futterhäuschen. Da es sich hier um ein permanentes rumoren handelte, habe ich überlegt, ob ich das besser unterbinde. Ich habe mich dann aber dagegen entschieden, da die Meisen ja so auch den Gitterboden freihalten. Was nun besser ist? Im Sinne der Meisen mache ich mir allerdings Sorgen wegen der Oxalsäure...


    viele Grüße,
    Reiner

    Hallo Henry,
    das Urheberrecht erlöscht in der Regel 70 Jahre nach Tod des Verfassers. Der Verlag hat da schon längst nichts mehr mit zu tun. 2021 werden die Bücher von Ludwig gemeinfrei, bis dahin müsstest Du seine Erben wegen einer Neuveröffentlichung fragen.


    viele Grüße,
    Reiner