Beiträge von Hamburger-Jung

    Moin Leute,

    hatte gestern mit meinem Händler ein Telefonat, ich könnte zwar den doppelwandigen 200kg Absetzkübel bekommen, aber nicht mehr den Rühraufsatz. Bin ein wenig enttäuscht, weil ich genau das bestellen wollte. Nur den Kübel bestellen und da selber einen Motor plus Rührer drauf setzen, hab ich jetzt auch nicht wirklich Lust und vor allem zu wenig Erfahrung.

    Als Alternative wollte ich jetzt einen 100l/140kg Rührer mit Heizung von Lyson nehmen, bin mir aber nicht sicher, ob das mit dem angebauten Automaten so klasse ist, da der nur so eingestellt werden kann, dass er 5-15Minuten rührt und dann 60 Minuten Pause macht. Zudem kann die Heizung nur von 30-55°C eingestellt werden, was ich persönlich als zu hoch erachte. (Ja, ich weiß, es geht irgendwie, sonst würde die das nicht so verkaufen)

    Ich bin ursprünglich von 2-3x Rühren mit jeweils 5-15Minuten pro Tag ausgegangen, oder ist das zu wenig bei so einer Masse?

    Wie ist eure Erfahrung? Wie stellt ihr eure Rührer von der Rührzeit her ein und womit habt ihr die besten Ergebnisse erzielt?


    Was ich auch noch nicht so richtig verstanden habe ist, dass ich in der Beschreibung von einigen Rührern gelesen habe, dass die nicht für Sommerhonige geeignet sind. Warum?

    Moin,

    auch wenn sich die Wintertraube bei wenigen Plusgraden auflockert, finde ich es trotzdem unschön für die Bienen, wenn das Brutnest bei diesen wenigen Plusgraden auseinandergenommen wird, damit man eine Sprühbehandlung durchführen kann.

    Im Winter Träufelbehandlung oder, wer kann, Ox-Verdampfen. Eine Sprühbehandlung würde mir um diese Jahreszeit nicht in den Sinn kommen.

    Bei uns im Verein wurde letztens gerade gefragt, ob man nicht auch eine Milchsäurebehandlung im Winter durchführen kann, und zwar, in dem man von oben in die Gassen sprüht.

    Neben dem Fakt, dass ich Milchsäure für überholt erachte, weil weder die Effektivität noch die Lagerfähigkeit von Milchsäure hoch genug ist, dass sie eine gute Behandlung gegen die Varroa darstellt, und ich zudem das auseinanderreißen von Völkern im Winter nicht für angebracht erachte, wundere ich mich nicht, wenn bei solchen Kollegen die Bienen über kurz oder lang eingehen. Aber man hat ja behandelt.

    Um zur Frage zurück zu kommen: Ich peile derzeit den 19.12. an, aber mit dem 21.12. machst du grundsätzlich nichts verkehrt.

    In den letzten Jahren waren die Völker teilweise schon Ende November/Anfang Dezember aus der Brut. Das mag aber auch an der Genetik liegen, wenn nichts mehr reinkommt, gehen einige Linien auf Sparflamme.

    Wie hornet schon geschrieben hat, muss, um sich diese 21Tage-Regel zu nutze machen zu können, eigentlich ab dem ersten Frost regelmäßig Temperaturen um oder unter dem Gefrierpunkt sein. Da wird da hier im Norden seid Jahren nicht mehr zuverlässig haben, behandele ich nach Gefühl, Zeit und anhand z.B. Schwitzwasser unter der Folie (dann ist meist Brut vorhanden). Alles andere ist, wenn man die Völker nicht auseinander nimmt, Glaskugelleserei.

    Die Behandlung sollte zum 31.12. abgeschlossen sein, wenn man auf Nummer sicher gehen will, dass man keinen Ärger bekommt, sollte man dann doch mal von Vets oder anderen Prüfern befragt werden....

    Wie weit ist denn die Zulassung eines OX-Sublimations-Gerätes eines Deutschen Herstellers vorangeschritten?

    Da wurde, ich glaube, Ende letzten Jahres oder Anfang diesen Jahres ein wenig Hoffnung gemacht, dass sich über diese Zulassung auch andere OX-Applikationen gegebenenfalls "legalisieren" ließen.

    In wie weit kann das Verfahren gegen Kai-Michael Engfer/Nordbiene helfen, so es denn positiv für ihn ausgeht, eine Zulassung voranzutreiben?

    Moin,

    da dachte ich, ich schreib mal nach 3 Monaten eine Rezession zu dem Buch und muss sehen, dass mir Kiki zuvor gekommen ist;-))

    Ich kann mich Kiki nur anschließen, ein anregendes Buch, bei dem der Autor, ein Hobbyimker, ein Buch schreiben wollte, dass er selber gerne lesen würde.

    Steve Donohoe hat dabei, wenn ich es richtig verstanden habe, mehr als diese 8 Berufsimker interviewed, aber nur diese Interviews in das Buch gepackt.

    Hier ein kurzer Abriss zu den einzelnen Berufsimkern, die ihre jeweils eigene kleine Geschichte haben:

    - Murray McGregor:

    mit 3500 Völkern größter Berufsimker in UK, sitzt in Perthshire, Schottland

    hat das Familien Geschäft übernommen

    Haupteinnahme kommt von der Heide (80%)

    der Rest Blütenhonig sowie Ableger- und Königinnenverkauf

    - Michael Palmer

    sitzt in Vermont

    hat "nur" etwa 750 Völker, aber 1000 Ableger-Kolonien (nucs)

    verkauft vor allem Ableger und Königinnen (hab zumindest auf die schnelle nichts über

    Honigernte gefunden, die er aber auch haben wird)

    Er vermehrt/züchtet Königinnen über seine Ableger, hat so immer 650 Zuchtvölker parat, die er

    im Winter auf 325 Völker reduziert, weil er sie zusammen legt

    - Ray Olivarez

    kommt aus Orland, Carlifornien

    einer der größten Berufsimker, hat etwa 10.000 Völker, ist ein Familienunternehmen

    das ganze hat mehr von Organisation (siehe den Film "More than honey" zum Vergleich) als vom

    wirklichen Imkern, obwohl er auch immer wieder an die Völker geht, wenn Not am Mann ist.

    züchtet/vermehrt pro Jahr etwa 370.000 Königinnen, davon 80.000-100.000 auf Hawaii

    Lebt in erster Linie von der Bestäubung der Mandelblüte und dem Verkauf von Königinnen und

    Ablegern (macht nur noch Mandel, weil bei den anderen Früchten zu viel Chemie gespritzt wird)

    Er hat Oxalsäure, Ameisensäure und Amitraz mit unterschiedlichen Erfolgen gegen Varroa

    eingesetzt, mittlerweile nutzt er neben Thymol seine eigene Mischung aus Wintergreen, Spearmint, Eucalyptus, Camphor oil and lemongrass oil

    - Peter Little

    kommt aus Exmoor, UK

    sticht durch seine künstliche Besamung der Königinnen hervor

    stellt seine Beuten selber her, verkauft Bienenbeuten, Königinnen, Ableger und Honig (Klee und Heide)

    Macht das Geschäft mit seinen Söhnen und Frau alleine

    Nutzt teilweise die Standorte von Bruder Adam

    - Peter Bray

    aus Leeston, Neuseeland

    hat selber die Imkerei mehr oder weniger aufgegeben, vormals 6000 Völker

    hat sich auf die Analyse von Honigen spezialisiert, vor allem des Manuka Honigs

    Im Manuka Honig gibt es ein aktives Enzym, welches in erster Linie von der Leptospermum scoparium (Südseemyrthe) kommt, manchmal wirkt es und manchmal nicht.

    - Richard Noel,

    Brittaney, Frankreich

    Ist Landschaftsgärtner uns versucht nach und nach komplett in den Bereich der Berusimkerei überzugehen.

    Hat im Moment etwa 180 Völker und will auf 260 Völker in dem Jahr aufstocken. Mehr glaubt er schafft er alleine derzeit nicht zu bearbeiten. Er hat 14 Aussenstände

    Hat im Mai Raps, dann werden die ersten Ableger erstellt (splits) und geerntet, was bis zum Ende der Tracht reingekommen ist

    Bis Juni werden die ersten Ableger (nucs) erstellt und die Königinnenzucht angeschoben. Völker, die für die Sommertracht noch nicht startklar sind, werden gepuscht, z.b. durch Füttern

    Zwischen Mitte Juni und Mitte Juli hat er seine Haupttracht (bramble/Brombeere und chestnut/Kastanie)

    Ende Juli/Anfang August erntet er, behandelt gegen Varroa (Amitraz und Oxalsäure) und versucht noch viele Ableger wie möglich zu machen, auch um die Bienen beschäftigt zu halten, da es wenig zu holen gibt

    Schwarmkontrolle: Gib den Bienen zur richtigen Zeit genug Platz, gib ihnen ordentlich Honigräume und halte die Königinnen möglichst jung, achte auf schwarmträge Linien. Wenn mal doch eine kurz vorm Schwärmen ist, macht er einen Königinnenableger (nucs)

    Königinnenzucht über Schwarmbox-Starter und Weiselrichtigem Finisher, er nutzt aber auch Inkubatoren

    Bezüglich der Asiatischen Hornisse haben die Franzosen dort die besten Erfahrungen mit dem Fang der Königinnen im Frühjahr gemacht. Es gibt aber auch Kollegen, die eine Arbeiterin fangen (mit einer elektrischen Fliegenklatsche) und dann ein Gift (z.B. Fibronil) auf den Rücken applizieren

    - Randy Oliver

    Californien, USA

    Das Interview mit Randy Oliver war schon sehr speziell, da Steve Donohoe vor Ort das Interview geführt hat, während Randy Oliver seiner Arbeit normal weiter gegangen ist. Z.B. hatte er zu dem Zeitpunkt gerade einen Test laufen, in dem er untersucht, wie weit Drohnen fliegen und wie weit Völker entfernt sind, in denen speziell gemarkerte Drohnen noch zu finden sind

    Zusätzlich hat Randy Oliver viel von seinem Werdegang hin zu einem der führenden Bienenwissenschaftler erzählt, was ich persönlich sehr spannend fand (Respekt!)

    - David Kemp

    Nottinghamshire, UK

    Weggefährte von Karl Kerle/Bruder Adam

    Hat berichtet, wie Bruder Adam damals seine Zucht voran getrieben hat und wie damals geimkert wurde, bevor David Kemp als bee inspector einen anderen Werdegang eingeschlagen hat.


    Alles in allem sehr interessant. Vieles habe ich mit einem Schmunzeln gelesen, auch wenn ich ebenfalls nicht jedes "Yeah" und "Pause zum Bestellen von Sandwiches" hätte haben müssen.

    Sehr schön zu lesen, wie jeder Berufsimker seine Weg gefunden hat und wie jeder mit seiner jeweiligen Situationen und ortsspezifischen Herausforderungen umgeht.

    Steve hat einen Fragenkatalog abgearbeitet, aber viele der Imker haben auch einfach aus dem Nähkästchen geplaudert, wodurch einige Passagen sehr privat wirkten.

    Alle haben neben der eigentlichen Imkerei zur Produktion von Honig auch Königinnenzucht im Programm, vor allem um entsprechende Linien zu pushen und Verluste einfach ausgleichen zu können.

    Am Anfang hab ich noch viel mit dict.cc als Übersetzer für einzelne Wörter gearbeitet (Clover=Klee, nucs=kleine Königinneneinheiten, comb, , etc.), das gibt sich aber später, wenn man sich eingelesen hat.

    Ein Buch, dass ich mir sehr viel Spaß beim Lesen gemacht hat, in das ich bestimmt auch noch mal reinschauen werde.

    Das Buch ist in meinen Augen nicht unbedingt was für Anfänger, man sollte schon wissen, welche Möglichkeiten in der Imkerei vorhanden sind, um alle Gedankengänge der Berufsimker zu verstehen.

    In diesem Sinne viel Spaß beim lesen;-)

    Moin,

    welches Rührgerät würdet ihr bevorzugen:
    Ein doppelwandiges mit integrierter Wasser-Heizung (wo man ggf. auch ein Kühlgerät anbauen könnte) oder ein normales mit Heizmantel?

    Kosten etwa gleich hoch.

    Moin Kato,

    ist das eine Bodenheizung, wie sie bei CFM oder Siegerland dabei ist?

    Meinst du wirklich Kapillarmatte oder Kapillarrohrmatte zum Kühlen?

    So eine doppelwandige Rührmaschine ist schon was feines, nur frage ich mich, ob die Mehrkosten das rechtfertigen, wenn es auch anders geht...

    Ok, danke euch!
    Das klärt für mich auf alle Fälle die Frage, wenn ich einen Klärbehälter hole, ob der mit oder ohne Heizung sein soll und das gleiche gilt für die Schleuder;-)

    Muss denn ein Klärfaß überhaupt beheizt sein, wenn man nur kleine Chargen hat, so bis 200kg?

    Üblicherweise lass ich meinen geschleuderten Honig auch über Nacht stehen, um die Eimer am nächsten Tag abzuschäumen und da ist mir auch noch nie was kristallisiert.

    Anders ist es natürlich, wenn ich eine Woche schleudere und immer Honig in das Klärfass nachkippe und so auch mal Zentner und Tonnen durch das Klärfass laufen.

    Und nochmal zum Verständnis:

    Ich schleudere meinen Honig und kippe den Honig grob gesiebt in das Klärfass.

    Nach 24h (oder je nach Honigsorte länger) wird abgeschäumt und man läßt den Honig aus dem Klärfass durch ein Spitzsieb in Lagerbehälter laufen (Eimer, Hobbocks, etc.).

    Entweder gebe ich den jetzt noch flüssigen Honig in ein Rührgerät, wo der Honig solange gerührt wird, bis er fast fertig auskristallisiert ist (Raps z.B. 4-6Tage, kalt begünstigt eine feine Kristallisationsstruktur), und fülle diesen Honig direkt in Gläser oder ich lasse den Honig in den Lagerbehältern fest werden und taue den Honig später noch mal auf, ggf. zum resetten durchs Melitherm.

    Ich war gerade ein wenig verwirrt, denn bei der Suche nach Lyson-Rührwerken bin ich auf YT-Videos von der Bienengarten-Imkerei gestoßen. Dort wird das Rührgerät beim Rühren auf 25-30°C warm gehalten. Ich dachte, dass das kontraproduktiv ist, wenn ich lese, dass kühle Temperaturen von unter 15°C gut für die feine Kristallstruktur sind. Aber in dem anderen Faden zum Thema Mysterium Honig rühren wurde das erklärt:

    "- Niedrige Temperatur ist gut für Kristallbildung

    - Hohe Temperatur ist gut für Kristallwachstum

    - Melitherm ist Reset"

    Und:

    "Den Honiglässt du dann per Intervall rühren, wenn er so ist, dass du ihn eigentlich schon eine ecke zu fest zum abfüllen ist, machst du ihn wieder ein bisschen wärmer (ca. 25 Grad - nicht zu warm, sonst lösen sich die ganz feinen Kristalle wieder auf) und füllst ihn ab."

    Langsam wird ein Schuh draus.....

    Wer das noch mal genau nachlesen will:

    Mysterium Honig-rühren

    Moin,

    ich halte Temperatursensoren und eine Innenkamera für interessant, aber wenig aufschlussreich für die Imkerei, das kann man Wissenschaftlern überlassen.

    Eine Stockwaage ist ebenfalls interessant, nicht unbedingt notwendig, aber hilfreich, wenn man sie hat. Ich hab selber eine (bzw. 6;-)) und kann damit insbesondere im Frühjahr gut kontrollieren, wie die Gewichtsabnahmen sind. Und zur Tracht natürlich die Zunahmen oder wann es stagniert, etc.

    Was ich nicht habe, mir aber gut vorstellen könnte, dass es hilfreich ist, ist eine Fluglochkamera. Das hilft aber auch nur soweit, dass man die Bilder auch interpretieren muss, sprich Zeit und Kenntnis dazu hat. Wenn man auswerten kann, was am Flugloch passiert, kann man sich verschiedene Kontrollen am oder im Volk sparen.

    Ja, danke für den Hinweis, war mir aber auch so bewußt.

    Der Plan war auch eher dahingehend:

    Honig Schleudern mit Grobsieb in Eimer -> Honig ins Klärfass -> Honig nach z.B. 24h über Spitzsieb in Eimer (Bis hierhin ginge es auch mit einem normalen Abfüllkübel ohne Heizung, wenn der Honig länger zum klären braucht, wäre eine Heizung von Vorteil)

    Klärfaß soll in den Keller kommen, Temperaturen deutlich unter 20°C (ich schätze 16-18°C).

    Klärfaß säubern, Rühraufsatz drauf und Honig rühren.

    Alternativ will ich einen Teil des geklärten Honig (nach dem Spitzsieb) direkt in Gläser abfüllen und kalt stellen (zumindest den Frühtrachthonig). Dafür bräuchte ich dann zumindest keinen Rühraufsatz, wäre aber für die Zukunft etwas freier.

    Moin,

    bin ja noch in der Findungsphase über den Winter;-)

    Derzeit würden mir 200kg reichen. Was die Zukunft bringt, muss man halt erst einmal sehen.

    Aber du nimmst ja auch "nur" einen 280kg Abfüllbehälter, halt, was du an einem Tag schaffst.

    Mir ging es ja erst einmal darum, was machen: Viertes und/oder fünftes Doppelsieb, Siebkübel oder gleich Klärfass, auch wenn es in einer Charge mal "nur" 100kg sind?

    Und die Frage ist halt für mich, ob ich 170€ für einen Siebkübel, 300€ für einen Abfüllkübel zum klären oder gleich 700€ für einen beheizten Abfüllkübel nehme.

    Wahrscheinlich reicht im ersten Step auch ein "normaler" Abfüllkübel mit 200-300kg Fassungsvermögen, um den Honig nur zu klären.

    Ich hoffe allerdings mit dem beheizten Abfüllkübel auch für die nächsten Jahre gerüstet zu sein.

    Wie gesagt, ggf. im nächsten Step eine Rührtraverse oben drauf, um den Rührprozess einfacher zu gestalten. Auch hier könnte ich mir vorstellen, dass ein Doppelwandiger Absetzkübel besser ist, um ggf. eine Kühlung vorzuschalten.....

    ich hadere halt noch, sind halt ein paar Euronen...