Beiträge von Gerstunger

    Zeitersparnis
    Ich zitiere wieder: "...Das Resultat: Bis auf
    zwei Fälle wurde durch Kippen Schwarmlust
    korrekt diagnostiziert. Besonders zu Beginn der
    Schwarmzeit musste allerdings genau hingesehen
    werden, da häufig nur bestiftete Schwarmzellen
    im zweiten Brutraum zu erkennen waren.
    Zweimal hätte die Methode ohne die zusätzliche
    Kontrolle versagt. Je ein einziges Ei war am oberen
    Zargenrand versteckt gewesen. Zwei Völker
    (5%) wären also bis zur nächsten Kontrolle vielleicht
    abgeschwärmt. Für Kippkontrollen und
    Brechen der Schwarmzellen an diesen 36 Völkern
    wurden insgesamt 12,5 Stunden investiert,
    für das zusätzliche Absuchen aller Brutwaben
    mussten weitere 20,5 Stunden aufgewendet
    werden – mehr als genug Zeit, um zwei Ableger
    als Ersatz für die Schwärme zu bilden!
    ..." (Zitat aus "TIPPS & TRICKS FÜR FAULE IMKER, Kippen lernen
    lohnt sich")
    Die Kippkontrolle ist verbunden mit einem nicht unerheblichen Kraftaufwand und der Unsicherheit, ob man denn wirklich die vorhandenen Schwarmzellen gefunden hat.
    Für mich kein schlagendes Positiv-Argument.


    Und Imkern als Hobby wird zwangsläufig bedeuten, dass man einige Zeit damit verbringt, bei und mit den Bienen zu sein.


    Logisch ist, dass man in der Ertragsorientierten und/oder Erwerbsimkerei keine Zeit für nostalgische Überlegungen hat.
    Fact ist aber auch, dass es mehr Nebenbei-Imker als Erwerbsimker gibt...


    Das sind doch die besten Voraussetzungen. Er kann mit seiner Erfahrung Volkszustand und Trachten bestens beurteilen. Und Du kannst ihm zeigen wie man zB durch Kippkontrolle Zeit sparen kann :wink:. Jede Wette, dass er nach einigen Jahren auch zu den Magazinen wechselt, sofern sein Rücken noch mitmacht


    Unter Umständen verlierst du die Wette nicht nur wegen des Alters des SchwieVa.


    Bei weitem nicht jeder ist Sklave der Liebig/Aumeier-Methoden, obgleich man zugeben muss, dass die Leitfäden und Anleitungen mit hübscher Bebilderung und Thesen und "das-können-sie-sich-schenken"-Kommentaren dem Laien sehr willkommen erscheinen müssen...


    Es handelt sich bei dem "Enkel=bee_toothmakers Sohn" um einen Jungimker, der tatkräftige Unterstützung durch seinen Opa=bee_toothmakers SchwieVa und nicht zuletzt durch bee_toothmaker selbst erfährt.
    Das Interesse wurde durch einen Schaukasten geweckt und durch den gelegentlichen Blick durch Opas HBB-Fensterlein waren auch die Immen zu sehen.
    In diesem Moment und bei nur 2 Völkern den Ansatz "Zeit sparen durch Kippkontrolle" ins Feld zu führen halte ich für unangemessen.


    "Zeit sparen" hat wohl als Argument in einer Hobby-Imkerei wenig wert.
    Es gibt andere Hobbies, wie Ski-Fahren, Wandern... Wer würde dort Argumente wie "Zeit sparen", "Wirtschaftlichkeit" usw akzeptieren?
    "Hobby" sagt ja genau das Gegenteil: Ein Hobby ist ... im Gegensatz zu Arbeit eine Tätigkeit, der man sich nicht aus Notwendigkeit, sondern freiwillig und aus Interesse, Faszination oder sogar Leidenschaft widmet. Die Tätigkeit bringt Vergnügen, Spaß oder Lustgewinn mit sich. (Zitat aus Wikipedia)
    Warum sollte ich bei einer solchen Tätigkeit "Zeit sparen" wollen?


    bee_toothmaker
    Dass du dich wenn schon für Magazine dann wenigstens für Opas=SchwieVas DN-Maß entschieden hast ist durchaus clever und richtig. Es ist insgesamt zu befürworten, nur ein einziges Standmaß zu führen.
    Das einzige Argument, das unterschiedliche Rähmchenmaße in einer Imkerei rechtfertigt ist Forscherdrang. Und noch ein weit verbreitetes Argument vielleicht: das "ich-kann-mich-nicht-für-eines-entscheiden"-Argument.


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Hast Recht Marcus,
    Klappt zwar nicht immer, is aber´ne feine Sache.
    guckst du anderer Thread: http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=30628


    Ich würde dennoch einen relativ warmen Tag für die Aktion aussuchen, das Verstellen dann (logisch) Abends vorher erledigen...
    Vielleicht stellst du´ne leere Zarge/Beute an die alte Stelle, damit die trotzdem zurückgeflogenen nicht draußen nächtigen müssen...die kannst du ja am Folgetag dem umgestellten Volk wieder zusetzen.


    Erfahrung sammeln: Ich habe vor kurzem ein Volk umgeweiselt. Die alte Königin habe ich mit ausreichend Bienen einige Tage in einem EWK "geparkt", um sie wieder zusetzen zu können, falls die neue nicht angenommen würde.
    Das EWK hatte ich in der Zeit auf der anderen Seite meines Bienenhauses (also nur wenige Meter entfernt und mit entgegengesetzter Fluglochrichtung) aufgestellt.
    Nach einigen Tagen prüfte ich, ob die neue Queen in Eilage ist, und weil es so war, löste ich das EWK wieder auf (also Bienen zurück ins Volk, alte Königin in die ewigen Jagdgründe...)
    Etwa 2-3Tage nach der "Wiedervereinigung" suchten einige der Bienen tagsüber einen Eingang in das geschlossene Flugloch, hinter dem einst das EWK stand, flogen aber bis zum Abend ergebnislos wieder zurück ins Volk.

    Hallo Marcus,
    Wie weit sind denn Wohnhaus und Bienenhaus entfernt (Flugradius)?
    Ist der Abstand mehr als 5km, ist ein Verstellen unproblematisch. Dann aber abends, nach dem alle Bienen daheim sind.


    Ist der Abstand zw. Wohnhaus und Bienenhaus unter 5 km halte ich das Umstellen bei den derzeitigen Temperaturen für problematisch.
    Es fliegen zwar nicht viele Bienen aus, aber die, die ausfliegen, wollen zum alten Standort (Wohnhaus) zurück. Und weil sie dort keine Beute finden könnten sie verklammen und sterben.
    Also ich würde vor dem Frühjahr kein Volk mehr umstellen, wenn am Standplatz nicht g´rad dringend ´ne Straße gebaut wird...


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Hallo Mirko


    Tolle Bilder und nach modernen Gesichtspunkten ist die Beute nicht schlecht und ist im Prinzip wie Dadant und 1,5 DNM im BR zu händeln.
    Habe gleich mal in meinen alten Büchern gesucht und "Immenleben=Imkerlust" von Gerstung gefunden, mit einer Abbildung von einem 5 fächrigem Bienenhaus mit Thüringer Ständerbeuten. Das gleiche System mußt auch du haben.
    Weiterhin viel Erfolg.


    Hallo Reinhard,
    hättest du ein Bild von dem 5fächrigen Stapel? Das Buch Immenleben-Imkerlust habe ich leider nicht.


    Gruß Mirko


    Quatsch...Leben tun dort nur die Immen... ;-)) Ich bin dort nur um morgens halb 7 meinen Kaffee zu trinken und Milben zu zählen, den Immen beim Summen zuzuhören, ab und an mal durch´s Fensterle zu schauen um die Kleinen bei der Arbeit zu beobachten...


    Das Schöne ist tatsächlich, dass alles dort für die Ewigkeit gebaut zu sein scheint.
    Wanderei ist damit zwar nicht möglich, das Bienenhaus lässt sich aber komplett zerlegen und andernorts wieder zusammensetzen.
    Alle Wände sind an sich einzeln gefertigt und nur miteinander verschraubt. Das Dach lässt sich in zwei Teilen abnehmen (nur wenn vorher die Dachpappe entfernt wurde) und jede der Hälften ist nur so groß, dass sie diagonal durch die obere Tür passt, um heruntergegeben zu werden... echt faszinierend, diese Detailversessenheit...


    Nun aber genug Eigenlob...und zurück zum Thread...


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Heureka! Es ist großartig! Endlich habe ich wirklich Erfolg mit meiner Suche! Vielen Dank, lieber Gerstunger! Seit geraumer Zeit suche ich Leute, die noch mit Gerstung hoch operieren. Neben Summherum bist Du nun ein weiterer glücklicher Besitzer solcher Beuten. Auf die Fotos freue ich mich bereits. Gerstung war seiner Zeit weit voraus. Leider wurden seine Ideen hinterladermäßig überrollt. Wobei ich als nostalgischer Imker nichts gegen Hinterlader habe. Wie schon erwähnt, freue ich mich über meine Original Thie Kuntzsch-Zwillinge. Aber das Prinzip der Hochwabe, das den Bienen zurückbehält was ihnen zusteht, finde ich großartig. Ich bin begeisterter Dadantimker, aber die alten Systeme, vor allem, wenn sie mich überzeugen, erwärmen mein Herz. Das mit dem "Museumsimker" würde ich als Ehrentitel ansehen. Viele der heute so selbstsicher propagierten "gesicherten" Annahmen in der Imkereipresse werden in einigen Jahren ebenfalls ins Museum verschoben sein. Einiges zu Recht, anderes nicht. Das Gute suchen, prüfen und behalten. Das kann jeder auch im Museum. Beispiele gibt es.
    Nochmals herzlichen Dank!
    Begeisterte Grüße!


    Bernd


    Oh...Danke für die Blumen...:wink:
    Nun ein paar Bilder von den Beuten und vom Bienenhaus "Immenheim".
    http://www.selling.mirkoseidl.…/Immenheim/Immenheim.html


    admin
    Leider kann ich diese Bilder nicht in mein Profil einbinden. (vielleicht weiß ja jemand wie das geht, wenn es in meinem Kontrollzentrum den Link "Alben & Bilder" nicht gibt...:roll:


    ...Zur Zeit interessiert mich die Original Thüringer Einbeute von Gerstung als Ständerbeute (Waben hoch). Ein gutes Foto wäre schön wunderbar, besser noch wäre ein Bauplan. Imkert jemand noch in einer solchen Original-Beute?...


    Denkzeichner
    ...ja, ich imkere mit Thüringer Ständerbeute von Gerstung (Fotos folgen)...scheine aber so ziemlich der einzige zu sein...
    In meinem Bekanntenkreis werde ich der "Museumsimkerei" bezichtigt...:roll:

    Hallo Mirko


    da hast du ja ein wirklich seltenes Maß ausgegraben, aber mit der Wabenfläche von 1026cm quadrat im Brutraum, ist das für die Bienen nicht das schlechteste Maß. Mit den heutigen Bienenrassen könnte nur der Honigraum zu klein werden, oder kannst du da noch Aufsätze drauf stellen.
    Sonst viel Glück und alles Gute.


    Hallo Drobi,
    ja, seltenes Wabenmaß. Für die Bienen ideal, wie auch das Hochwaben-System. Wenn Bienen die Möglichkeit haben, Naturbau zu errichten, bauen sie auch lieber hoch als breit...:wink:
    Das Bienenhaus samt Beuten stammt vermutlich aus den 1920er Jahren.:confused:


    Der Honigraum wird recht schnell voll, wie auch von Gerstung beabsichtigt.
    Die Beuten fassen bis zu 15 Waben (so weit habe ich allerdings nie erweitert), ein Honigraum fasst bis zu 11 Halbrähmchen, kann aber mittels Schied beliebig verkleinert und auf die Trachtverhältnisse angepasst werden. Natürlich können beliebig viele Honigräume übereinander gestapelt werden.
    Ich bevorzuge es allerdings, rechtzeitig mehrmals im Jahr abzuschleudern und die ausgeschleuderten Waben neu befüllen zu lassen.


    Die Beuten sind sowohl für eine Hinterbehandlung, als auch für eine Oberbehandlung tauglich. Der Beutentyp hieß wohl "Thüringer Ständerbeute" aus dem Hause Gerstung in Ossmannstedt.


    Die Maße der Rähmchen sind BxH 260 mm x 410 mm. Im Honigraum 260 mm x 185 mm (ein sehr handliches Maß für die sonst recht schweren Honigwaben)


    Die dazugehörigen Absperrgitter sind aus Rundholzstäbchen gefertigt, zusätzlich auch einige für den vertikalen Einsatz.
    Zum Absperren des Honigraumes vom Brutraum habe ich mir allerdings neue Edelstahl-Absperrgitter mit Holzrahmen gebaut, um die alten nostalgischen zu schonen.
    Grundsätzlich könnte man bei diesem Rähmchenmaß sogar gänzlich ohne Absperrgitter imkern, ohne, dass der Honigraum bebrütet wird, aber die Königin halte ich dennoch lieber aus dem Honigraum fern.


    @summherum:
    Ich halte es nicht für nötig, die Immen in den Honigraum zu treiben.
    Natürlich tragen sie den Honig auch in den Brutraum, aber es ist ja auch IHR Honig...:wink:...sie entscheiden selbst, wie viel sie mir für den Diebstahl zur Verfügung stellen.
    Die Königin sorgt schon für Platz für ihr Brutnest und lässt nötigenfalls auch umtragen...Klar, dass ich selbst dafür Verantwortung trage, dass hierfür genügend Leerwaben zur Verfügung stehen...Sowohl im Brutraum hinten, als auch im Honigraum.

    Hallo Henry,


    was ist denn eine Ölwindel?
    Ich habe im ersten Jahr mal versucht so eine Art ganz dünnes stabiles, weißes Plastikbrett von hinten in die Beute zu schieben. Das Reinschieben funktionierte ganz gut. Aber das Rausziehen :roll:, alles verkittet! Das gab natürlich jede Menge Stiche.
    Ab da hab ich ausgewaschen. Das funktioniert ganz gut.


    Viele Grüße
    Katrin


    Hallo an alle,
    Bin neu hier im Forum.
    Ich imkere auch mit uralten ORIGINALEN "Gerstung hoch"-Beuten mit halbem Honigraum.
    Die haben einen doppelten Boden mit Futtereinschub *freu.
    Einen Varroaschub mit Gitter habe ich mir selbst gebaut. Funktioniert einwandfrei.
    Von den Rähmchenunterkanten bis zum Boden hatte ich 3 cm Platz. Also habe ich mir aus 8 mm-Leisten und etwas Edelstahl-Gaze ein Gitter gebaut.
    Darunter schiebe ich eine weiße 2mm Kunststoffplatte die ich entnehmen kann, ohne die Bienlein zu stören.


    Die Rähmchen baue ich mir nach alten Vorlagen auch selbst. Hab probeweise mal welche gekauft, aber die Ohren der heutigen Produktion sind für meine Beuten zu kurz. sie würden nur ca 1-2mm links und rechts auf den Schienen aufliegen. Und bei der Durchsicht bestünde die Gefahr, dass so´n Rähmchen auch mal in die Beute rutscht.


    Meine Beuten stehen in einem alten Bienenhaus (siehe Avatar), das direkt dafür konstruiert zu sein scheint.


    Herzliche Grüße
    Mirko


    Ps. Wer es satt hat, mit Gerstunger Beuten zu imkern, ich nehme sie gerne...bin etwas verliebt in die alte Handwerkskunst und mag die neuen Kreuzkopfschrauben-Zargensysteme nicht.