Beiträge von WFLP

    Sehr viel Weißkleeanteil. Weißklee soll immer sehr feuchten Honig machen.

    Das kann ich ausschließen. Zumal auf unseren sandigen Böden der Weißklee fast nie honigt. Es war bei uns bis Mitte Juli auch ziemlich trocken.

    Die Spätracht bestand vor allem aus Linde und Phacelia.


    Ist bei Dir der Honig (Spättracht) auch deutlich heller als sonst?

    Auch das kann ich nicht bestätigen. Die Linde hatte dieses Jahr nur wenig Honigtauanteil, sonst alles wie immer.

    Dieses Jahr hatte ich durchgehend Probleme mit dem Wassergehalt des Honigs. Das scheint nicht nur mir so zu gehen. Auch die Bieneninstitute haben das festgestellt.

    Mich würde interessieren, woran liegt.

    Die Volksstärke kann es nicht sein. Die war dieses Jahr gut (jedenfalls nicht schlecher als sonst). Auch dass ich den Völkern zu viel Raum gegeben hätte, kann ich nicht sagen. Ich bin mit Honigräumen eher sparsam.

    Klimatisch war dieses Jahr die Luftfeuchtigkeit - zumindest gefühlt - oft recht hoch. Auch der Unterschied von Tag- und Nachtemperaturen könnte geringer gewesen sein.

    Die Frühtracht konnte ich nur wabenweise abernten (ausschließlich voll verdeckelte Waben). Auch damit kam ich gerade so auf 18%. Die Spättracht, die sonst weniger Probleme macht, war noch nasser. Ich habe testweise nur voll verdeckelte Waben geschleudert. Der Wassergehalt war nicht nennenswert geringer als im Schnitt. Ca. 200 kg Honig verfüttere ich jetzt wieder, weil der Wassergehalt teils bei 20% liegt.

    Ein Einwand gegen die Wirkung der Reizfütterung ist, dass die Bienen im Frühjahr ohnehin am Limit brüten (natürlich nach Maßgabe der Witterung) - so G. Eich.

    Im späten Sommer ist das anders. Da reduziert der Trachtmangel die Brutaktivität. Dem kann man mit Füttern abhelfen. Es handelt sich hier also nicht um Reizfütterung im eigentlich Sinn des Begriffes. Natürlich kommen andere Faktoren dazu, vor allem das Pollenangebot.

    Wolfgang, wie meinst du das mit mehr Kristallisationskeime, denn die weitere Verarbeitung erfolgt doch analog Schleuderhonig mit Filtern etc.

    Filtern wohl nicht, nur sieben.

    Beim Pressen kommen einfach mehr kleine Wachspartikel, Pollen u.ä. in den Honig.

    Deswegen darf laut Honigverordnung der Anteil an wasserunlöslichen Stoffen auch fünfmal höher sein.

    Doch wer hat in seinen Honigwaben viel Pollen?

    Viel vielleicht nicht, aber von dem, was drin ist, kommt eben mehr in den Honig.

    Ich arbeite auch mit Großraumbeuten.

    Wenn ich das neue Volk füttere und den anderen beiden Völkern, die ja aktuell genug haben und bekommen haben, nichts gebe, ist eine Räuberei vorprogrammiert, oder?

    Nein. Füttern allein führt noch nicht zu Räuberei. Räuberei hat verschiedene Ursachen, die man vermeiden kann:

    - zu schwache Völker

    - Futter verkleckert

    - zu großes Flugloch

    - ungünstige Art und Position des Futtergeschirrs

    Ich würde einfach füttern und dann genau hinschauen, ob wirklich Räuberei auftritt.

    Durch starkes Verengen des Fluglochs bekommt man das in der Regel in den Griff.