Beiträge von WFLP

    Was sagt dir denn bitte Brutfreiheit am 10. Januar? Im Zweifel, dass da eine sehr vernünftige Herkunft drin ist, die nicht zu früh wieder in Brut geht. Und die weiselst du dann schlimmstenfalls versehentlich um.

    So ist es!

    Vor allem aber gibt es jetzt keine große Bruttätigkeit, also spielt es für die weitere Entwicklung des Volkes keine große Rolle, ob es eventuell weisellos ist. Meist erlaubt das Wetter Ende Februar/Anfang März eine erste Kontrolle (üblicherweise wird dann geschiedet) und dann sieht man, 1. ob das Volk wirklich weisellos ist und 2. ist dann auch die richtige Zeit zu vereinigen.

    Lasst ihr bei dieser TBE die Honigräume drauf?

    Ja.


    Wenn ich das so vor hätte, kämen die Honigräume fast bienenfrei (Bienenflucht oder abkehren) runter und auf andere Völker.

    Ich möchte aber keine wesentliche Schwächung der Völker. Am liebsten würde ich die nackten Brutwaben entnehmen, aber dann ist ein ganzer Brutsatz verloren. Größere Brutscheunen haben den Vorteil, dass man relativ weniger Bienen braucht.

    Meine Erfahrung ist, dass eine weitgehende Brutentnahme die Schwarmneigung zuverlässig stoppt. Ich mache das, wenn ein einmaliges Weiselzellenbrechen nicht ausreicht. Die Rückvereinigung ist dann so viel später, dass die Völker nicht wieder in Schwarmstimmung kommen.

    Grundsätzlich werden aber Völker, bei denen ein so massiver Eingriff erforderlich ist, aus der Nachzucht ausgeschlossen und baldmöglichst umgeweiselt.

    Die Bilder sind aufschlussreich; denn diese Verfärbungen im Wachs (hell - dunkel Zonen mit scharfer Abgrenzung) deuten auf verändertes Wachs hin.

    Tatsächlich?! So etwas beobachte ich regelmäßig und habe ganz sicher kein problematisches Wachs im Einsatz.

    Mache ich da vielleicht etwas falsch oder fallen bei euch auch nicht diese extremen Mengen?

    Nein, Du machst es wahrscheinlich nur besser als die Drs.

    Nun ist natürlich die entscheidende Frage nicht, wieviele Milben fallen, sondern wieviele im Volk bleiben. Liebig selbst hat irgendwo geschrieben, dass man die Zahl mit der Winterbehandlung in den einstelligen Bereich bekommen kann (und da würde ich ihm folgen). Wenn dann in Lauf einer Saison aus einer Milbe ca. 100 werden, sollte die Zahl immer im dreistelligen Bereich bleiben. Das gilt vor allem dann, wenn man rechtzeitig behandelt (also nicht erst im September).

    Die niedrige Zahl fallenden Milben spricht also für Dein Behandlungskonzept. Wenn sie auf eine unzureichende Wirksamkeit der Behandlung hinweisen würde (was ja denkbar ist), würde sich das irgendwann in zusammenbrechenden Völker äußern.

    Wenn als dauerhaft wenig Milben fallen, und keine Ausfälle durch Varroa zu verzeichnen sind, hast du wohl alles richtig gemacht.

    Ein Faktor sind natürlich auch die Imker im Umkreis. Reinvasion setzt aber Völker im Flugkreis voraus, die zusammenbrechen und ausgeräubert werden. Schaffen es Deine Nachbarimker, das zu verhindern, droht auch von außen keine Gefahr.

    Die dann notwendige Belegschaft für den Aufbau vom neuen Brutnest steht in Konkurrenz zum Sammeleifer in der Massentracht.

    Das ist vielleicht weniger eine Frage der Konkurrenz, sondern der Arbeitsteilung: Bei der TBE (am Stand) werden nur Bienen im Innendienst entnommen, also u. a. die, die für die Bauarbeit zuständig sind.

    Daher die Frage ob das andere auch beobachtet haben, und ob es ggf. nicht sinnvoll wäre ein Volk im Schwarmdusel gleich aufzulösen, und die Sammelmanmschaft auf andere Beuten zu verteilen.

    Aber wer will mitten in der Tracht Wirtschaftsvölker auflösen?

    Die Alternative wäre eine teilweise Brutentnahme statt der totalen. Das ist ja ein klassisches Verfahren. Der Unterschied ist dann nur die Rückvereinigung (statt Ablegerbildung). Ich mache das durch Zufegen der Bienen aus den Brutscheunen in die Hönigräume der geschröpften Völker. Der Rest der Brutscheune wird dann ein gewöhnlicher Ableger.

    Die Milbenlast sollte um die Jahreszeit noch kein Thema sein. Bei der Frühjahrs-TBE geht es mir ausschließlich um die Unterbrechung der Schwarmneigung.

    Wäre sie früher in der Zelle, würde sie von den Bienen entfernt, bzw. die Zelle nicht mehr veschlossen werden.

    Da ist sicher nicht richtig, weil die Milben am Zellboden von den Bienen nicht erreicht werden können.

    Außerdem zeigt ja gerade das Recapping-Verhalten, dass die Bienen Zellen öffnen und wieder verschließen, ohne die Milben auszuräumen.

    nach deiner Logik müsste dann jetzt schon die Begattete drin sein, weil sie die unbegattete gerade rausgeworfen haben.

    Nein, ich gehe nicht von einer stillen Umweiselung aus.

    Wenn es sich tatsächlich um eine Königin handelt, die im Rahmen einer stillen Umweiselung abgetrieben wurde, ist die Frage, wann still umgeweiselt wurde. Wurde die neue Königin (im zeitigen Herbst) noch begattet, wäre es recht ungewöhnlich, wenn die alte Königin jetzt erst abgetrieben wurde. Hat das Volk spät im Herbst umgeweiselt, wird die neue Königin nicht mehr begattet worden sein.

    Aber richtig ist natürlich: Es wäre gut zu wissen, seit wann die Königin tot ist. Deswegen die Frage: Wann war die letzte Durchsicht?


    Es sei denn, die tote Kö war gezeichnet.

    Das habe ich jetzt als selbstverständlich unterstellt.

    Ich würde die bis zum Frühjahr in Ruhe lassen!

    Dann sind sie aber mit großer Wahrscheinlichkeit drohnenbrütig. Man kann dann allerdings immer noch vereinigen.

    Die Frage wäre, wann "Frühjahr" ist. Ich würde vereinigen, bevor ein nennenswerter Bruteinschlag erfolgt.

    Wenn eine Königin drin ist, wird sie aber mit hoher Wahrscheinlichkeit unbegattet sein.

    Ich würde das Volk deswegen erstmal über Absperrgitter aufsetzen. Die Bienen werden sich, wenn sie genügend Zeit dafür haben, für die begattete Königin entscheiden.

    Das Wetter ist ja erst mal mild, da lässt sich das gut machen und bei Bedarf auch kontrollieren.

    ob das zumeist auseinander gerissenere Brutnest im August eventuell zu niedrigeren Brutnesttemperaturen und längerer Entwicklungszeit führen könnte?

    Zunächst verstehe ich nicht, warum das Brutnest im August stärker auseinandergerissen sein soll, wo doch das Brutnest hier bereits deutlich kleiner wird. Dazu kommen die im August hohen Temperaturen. Eine niedrigere Brutnesttemperatur würde ich zu jeder anderen Jahreszeit eher erwarten.

    Ich möchte den Blick mal auf einen anderen Aspekt richten: Ändert sich im Lauf des Jahres das Verhältnis von phoretischen Milben und und Milben in den Brutzellen deutlich und wie wirkt sich das auf die Diagnostik aus?

    Die Verfahren der Befallsdiagnostitk, die als besonders verlässlich gelten (Puderzucker- und Auswaschmethode), erfassen ja bezeichnenderweise nur die ansitzenden Milben. Die Gemülldiagnose hat die bekannten Schwächen, erfasst aber potenziell einen längeren Zeitraum.

    Wenn das Verhältnis von phoretischen Milben und und Milben in den Brutzellen nicht konstant ist, würden beide Methoden auch unter optimalen Bedingungen zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.

    Das Argument mit der Reinvasion überzeugt mich nur bedingt. Es müssten dann ja Völker ausgeräubert werden. Das halte ich nicht für den Regelfall - zumindest wäre das keine Konstante.

    Die Erfahrung des Imkerns in Jahren ist nicht so sehr wichtig.

    Es hat ein Weiser Imker gesagt die Bienenstunden sind ausschlaggebend.

    Nun ja, nicht jeder Weise ist auch klug.

    Es kommt natürlich darauf an, Bienenvölker unter unterschiedlichen jahreszeitlichen Bedingungen zu sehen, und jedes Jahr ist anders. Je mehr Völker man dabei beobachten kann, umso besser.

    Wenn ich es recht betrachte, erzählt der Weise da ziemlichen Blödsinn.

    Da würde man ja zum erfahrenen Imker werden können, weil man 1.000 Stunden nur Honig erntet.