Beiträge von WFLP

    Es fehlt ja nur die Zulassung also steht es nicht unter Strafe." ist keine logisch-korrekte Begründung.

    Hier muss unterschieden werden zwischen Anwenden und In-Verkehr-Bringen.

    "Pharmakologisch wirksame Stoffe, die (...) nicht im Anhang der Verordnung (EU) Nr. 37/2010 aufgeführt sind, dürfen einem der Lebensmittelgewinnung dienenden Tier nicht verabreicht werden." (§ 59d Arzneimittelgesetz)

    Oxalsäure ist aber im Anhang der Verordnung (EU) Nr. 37/2010 aufgeführt. Deswegen greift die Strafvorschrift des § 95 Arzneimittelgesetz nicht.


    Anders, wenn du OS als Arzneimittel verkaufst.


    Wolfgang

    Was Du hier vorhast, ist das anerkannte Standardprogramm für die Varroabehandlung. Also mach Dir keinen Kopf.


    Es geht natürlich auch anders (ich meine sogar besser). Aber wie so oft kommt es nicht nur darauf an, was man macht, sondern dass man es richtig macht.


    Wolfgang

    Gilt echte C Bienenschwarmträgheit nur bei Reinzucht oder auch bei Standbegattung (Heterosis)?

    Die Frage zumindest erübrigt sich, weil es auf die einzelne Königin ankommt.

    Die anderen kann ich Dir nicht beantworten, weil ich nicht jede Carnica-Königin persönlich kenne.

    Mit Ausnahme der 4.000-Euro-Grenze.

    Aber nichtsdestoweniger ist der Imker kein Kleinunternehmer nach § 19 UStG, wenn er im Übrigen nach Durchschnittsätzen besteuert, weil diese Umsätze ja steuerpflichtig sind und er nicht einerseits Steuer erheben kann und andererseits die Kleinunternehmerregelung nutzen.


    Wolfgang

    Kennt Jemand irgend eien funzende Betriebsweise mit C Bienen die in der Regel ohne Schröpfen oder Zwischenableger etc. auskommt?

    Es gibt auch schwarmträge Carnica. Mein Eindruck ist ohnehin, dass die vielzitierten Unterschiede zwische Carnica und Buckfast noch aus der Zeit vom Bruder Adam stammen. Der Zuchtfortschritt ist auch an den Carnia nicht vorbeigegangen. Gute Bienen möglichen sich in der Farbe unterscheiden, nicht in den Eigenschaften - sonst wären sie nicht gut.


    Wenn Du einer guten Carnica-Linie ordentlich Raum gibst, z.B. in Großraumbeuten, dann schwärmen die nicht leichter als Buckfast.


    Wolfgang

    Wenn ich eine Honigmeische ähnlich Met direkt zu Alkohol verdunste, ist der gewonnene Alkohol dann wie der fertige Met noch in diesem Bereich der 1. Verarbeitungsstufe anzusiedeln?

    Die Oberfinanzdirektion Karlsruhe (Schreiben vom 29.2.2016, S 7414 - Karte 1) vertritt dazu folgende Auffassung:

    Selbst hergestellter Rohalkohol ist ein Produkt der ersten Verarbeitungsstufe (also 10,7%).

    Die Herstellung von Trinkbranntwein (Obstbrand, Tresterbrand, Weinbrand) und Likör führt dagegen zu einem Produkt der zweiten Verarbeitungsstufe - mit dem Regelsteuersatz (19%).

    Hier gilt aber die Vereinfachungsregelung des Abschn. 24.6 Abs. 1 Umsatzsteuer-Anwendungserlass. Der Alkoholverkauf kann also auch mit den Durchschnittssatz besteuert werden, wenn der Jahresumsatz daraus nicht höher als 4.000 Euro ist. Die Grenze umfasst aber alle Produkte, die nicht unter die erste Verarbeitungsstufe fallen.


    Hinweis: Das Finanzamt interessiert dabei nicht, ob Deine Brennerei illegal ist.

    Nun ja, irgendwann kristallisieren Honige halt aus. Der hier scheint einen großen Honigtauanteil zu haben und hat sich deswegen Zeit gelassen.

    Ich sehe da keine Auffälligkeiten. Wenn man den Kristallisationsprozess nicht durch Rühren optimiert, kann das schon mal so aussehen.

    Im Auto spazieren fahren, macht die Sache sicher nicht besser.


    Wolfgang

    Weil die Bienen auch aus anderen Gründen überleben können, z.B. weil der Züchter in Wirklichkeit bienentolerante Varroen und nicht varroatolerante Bienen gezüchtet hat; weil an seinem Standort wegen der Tracht- und klimatischen Situation längere Brutpausen entstehen; weil er in seiner Betriebsweise Faktoren nutzt, die die Milbenvermehrung dämpfen, ohne dass ihm das bewusst ist.

    Und da sind sicher noch weitere Gründe denkbar.

    Parallel hat der BFH zur Besteuerung der Beweidungsleistungen eines Schäfers (aus Gründen des Natur- und Landschaftsschutzes) entschieden.

    Das lässt sich sehr gut auf Bestäubungsleistungen vom Imkereien übertragen. Auch gilt demnach die Durchschnittssatzbesteuerung.

    Ich halte die Besteuerung der Bestäubungsleistungen aber ohnehin nicht für fraglich. Hier geht es ja klar (auf beiden Seiten) um landwirtschaftliche Erzeugung.


    Wolfgang

    Ist das anwendbar auf solche Erzeugnisse wie Honig mit ...Walnüssen, Sanddorn etc.?

    Da gibt es auch nach Verwaltungsauffassung kein Problem, wenn der Anteil nicht zu hoch ist. Im Umsatzsteuer-Anwendungserlass (Abs. 3 zu § 24 Abs. 1 Satz 1 USt) steht dazu:

    "Werden selbst erzeugte Produkte untrennbar mit zugekauften Produkten vermischt, unterliegt die Lieferung des Endprodukts aus Vereinfachungsgründen noch der Durchschnittssatzbesteuerung, wenn die Beimischung des zugekauften Produkts nicht mehr als 25 % beträgt."


    Es kommt also nur auf den Anteil der Walnüsse usf. an. Die Erzeugnisse müssen "im Wesentlichlichen" aus dem eigenen Betrieb stammen. Was das genau bedeutet, ist unklar, Aber nach Auffassung der Finanzverwaltung sind bis zu 25% nicht wesentlich.


    Wolfgang