Beiträge von WFLP

    Ein Kollege aus dem Verein meinte, dass das Schwundmaß von Wachs relativ hoch ist

    Aber wann tritt dieser Schwund ein? Beim Entnehmen wohl nicht.

    Wenn er beim Abkühlen mit geschlossenen Deckel eintritt, wird das Wachs weiter gepresst, also nachgeformt.

    Wenn der Schwund wirklich ein Thema wäre, müsste die Mittelwand merklich kleiner sein als die Matrize. Das habe ich bisher nie beobachtet. Selbst wenn es bei der ganzen Mittelwand zwei, drei Milimeter wären, würde sich das auf die Zellgröße nicht messbar auswirken.

    Mmm, also ein konkreter Anwendungsfall wäre wenn Imker 1 ein paar seiner Völker einen anderen Imker 2 vermietet? Alle imkerl. Maßnahmen macht dann Imker 2 inkl. Honig ernten und verkaufen, dafür bezahlt er Imker 1 dann eine feste Summe? Diese muss dann Imker 1 zu 19% versteuern (falls nicht insgesamt unter 4000€ s.o.). Richtig?

    Ja, genau.

    Kommt sowas wirklich vor? Noch nie gehört. Verkauf ja aber Miete in der Form noch nie.

    Eher nicht. Aber der Fall der Überlassung an Nichtimker ist auch betroffen, wenn die Vereinbarung sich allein auf die Überlassung der Völker bezieht.


    aber irgendwie kann ich die tatsächliche Relevanz nicht so richtig erkennen. 99,9% der Imker werden wohl nie in diese Lage kommen.

    Ich hatte tatsächlich vor einiger Zeit einen Kollegen am Telefon, der das in großem Umfang und mit nennenswerten Umsätzen macht. Da hatte ich zur o.g. Gestaltung geraten, also keine "Vermietung" zu vereinbaren. Der Fall, dass Imker Völker bei Unternehmen aufstellen, ist sicher gar nicht so selten.

    Bestäubung ist im meinen Augen wesentlicher Teil der Imkerei.

    Wie gesagt, ich rede nicht von Bestäubungsleistungen. Die wären ohnehin nur von Landwirten, Obstgärtnern usf. nutzbar (im Sinne einen wirtschaftlichen Vorteils). Es geht ja um den Leistungstausch im Rahmen eines Vertragsverhältnisses.

    Leistungen für die Umwelt oder die Öffentlichkeit allgemein sind nicht steuerbar, weil ein konkreter Leistungsempfänger fehlt.


    Grundlegend ist eine Leistung umsatzsteuerbar, wenn folgende Merkmale vorliegen:

    • Zwischen der Leistung und einem erhaltenen Gegenwert muss ein unmittelbarer Zusammenhang bestehen, d.h. die Leistung muss sich auf den Erhalt einer Gegenleistung richten und damit die Gegenleistung auslösen.
    • Der unmittelbare Zusammenhang muss sich aus einem Rechtsverhältnis ergeben.
    • Bei Leistungen, zu deren Ausführung sich die Vertragsparteien in einem gegenseitigen Vertrag verpflichtet haben, liegt grundsätzlich ein Leistungsaustausch vor.
    • Die Vergütung muss den Gegenwert für die Leistung bilden. Leistung und Gegenleistung brauchen sich dabei aber nicht gleichwertig zu sein.
    • Der Zahlende erhält einen Gegenstand oder einen sonstigen Vorteil, auf Grund dessen er als Empfänger einer Lieferung oder sonstigen Leistung angesehen werden kann;
    • Der Leistungsempfänger muss identifizierbar sein.

    Alles andere spielt keine Rolle.

    Betrifft das dann hauptsächlich die sog. Mietbienen die teuer an Firmen gegeben werden, oder?

    Auf den Preis kommt es sicher nicht an. Das wäre gegen jede umsatzsteuerliche Logik.

    Man kann aber die Vermietung der Völker sicher gestalten. Z.B. überlässt man nicht die Völker, sondern den von ihnen produzierten Honig. Wie gesagt, dass der dann vielleicht teurer ist als anderer, spielt keine Rolle.

    Auch die Betreuung der Völker sähe ich als origninäre landwirtschaftliche Dienstleistung.

    Wichtig ist also, das vertraglich nicht als Überlassung der Völker darzustellen.

    Gilt dann aber so nicht für Bestäubung. Richtig?

    Das sehe ich auch so. Als Beispiel steht im (Anhang VIII zu Art. 295 Abs. 1 Nr. 5 der MwStSystRL) u.a.:

    "Behandlung von Pflanzen und Böden durch Besprühen" und "Vermietung normalerweise in land-, forst- und fischwirtschaftlichen Betrieben verwendeter Mittel zu landwirtschaftlichen Zwecken".

    Soweit man die Bestäubungsleistung als "Vermietung" betrachten will, würde sie auf jeden Fall landwirtschaftlichen Zwecken dienen. Man kann darin aber sicher auch eine "Behandlung von Pflanzen" sehen.

    "Der Kerngehalt der Überlassung von Vieheinheiten liegt damit in der Verschaffung von Steuervorteilen bei der Einkommen- und Umsatzsteuer."

    Ja, aber die Begründung des BFH bezieht sich nicht allein auf dieses zusätzliche Tatbestandsmerkmal.

    Es ging hier in der Tat um Steuervermeidung, die Begründung ist aber allgemein.


    Aufstellung von Bienenvölkern soll Bestäubung und Umwelt fördern und ist damit geradezu typischer Ansatz imkerlicher Tätigkeit...

    Bestäubungleistungen sind ein anderes Thema. Mir ging es um die bloße Überlassung der Völker.


    Angesichts der Höhe von Geldleistungen für Aufstellen (und imkerliche Betreuen) von Bienenvölkern kann man wohl allenfalls von Aufwandssentschädigung für den Imker spreche

    Diese Kategorie gibt es im Umsatzsteuerrecht nicht. Das wäre nur ertragssteuerlich von Belang (fehlende Gewinnerzielungsabsicht).

    Es gibt nicht wenige Imker/innen, die Bienenvölker "vermieten". Der BFH (Beschluss vom 12.11.2020, V R 22/19, veröffentlicht am 15.4.2021) hat jetzt (nicht speziell für Bienen, sondern für "Vieheinheiten" allgemein) geurteilt, dass das nicht unter die Durchschnittssatzbesteuerung fällt.

    Aus der Urteilsbegründung:

    1. Die Überlassung von Vieheinheiten betrifft keine in landwirtschaftlichen Betrieben erzeugten Gegenstände.

    2. Es liegt damit auch keine landwirtschaftliche Dienstleistung vor.

    Die Durchschnittssatzbesteuerung gilt nicht für solche Leistungen, die keinen landwirtschaftlichen Zwecken dienen und sich nicht auf normalerweise in land-, forst- und fischwirtschaftlichen Betrieben verwendeten Mittel beziehen.

    Die Überlassung von Vieheinheiten fällt weder unter "Hüten, Zucht und Mästen von Vieh" (Anhang VIII Nr. 4 zu Art. 295 Abs. 1 Nr. 5 der MwStSystRL) noch unter die "Vermietung normalerweise in land-, forst- und fischwirtschaftlichen Betrieben verwendeter Mittel zu landwirtschaftlichen Zwecken" (Anhang VIII Nr. 5 zu Art. 295 Abs. 1 Nr. 5 der MwStSystRL). Die Überlassung der Vieheinheiten ist auch keiner der aufgeführten Leistungen vergleichbar, denn sie steht in keinem direkten Zusammenhang mit der landwirtschaftlichen Produktion.


    Es gilt also der Regelsteuersatz (19%).


    Hinweis: Innerhalb der 4.000-Euro-Grenze für Nebenleistungen (Vereinfachungsregelung der Finanzverwaltung) ist die Durchschnittssatzbesteuerung aber möglich. Dieses Jahresgrenze gilt ausdrücklich für "die Erbringung sonstiger Leistungen, die nicht landwirtschaftlichen Zwecken dienen, aber einen engen Bezug zur eigenen land- und forstwirtschaftlichen Erzeugertätigkeit des Unternehmers aufweisen" (UStAE 24.6). Das sollte hier der Fall sein.

    Wie kann man ohne Wirtschaftsvölker imkern? Die überwinterten Jungvölker im nächsten Frühjahr so oft teilen, dass sie immer zu klein zum Honig machen bleiben? Und damit es auf Dauer nicht zu viele Völker werden im Herbst und Winter welche verkaufen?

    Das ist doch eine interessante Lösung für Imker/innen, die keinen Honig wollen:

    Wie sagte ein Vereinskollege so schön: Bienen machen Spaß, Honig macht Arbeit.

    Kannst du schon, aber da is dann ja noch offene Brut da und das ist sehr riskant für die neue Königin.

    In Ablegern, die am Stand gebildet werden, kaum. Da fliegen die alten Bienen ab und die jungen sind weniger aggressiv. Wichtig ist, dass es ausreichend junge Bienen gibt (das wäre bei mir hier noch nicht der Fall).

    Der Datenschutz, aus der Geschichte kann ein dicker Bumerang werden, wenn du ohne Berechtigung dritten Personenbezogene Daten überlässt.

    Bemerkenswerte Auffassung: Dann könnte ich, wenn ich jemanden anzeige, wegen Datenschutzverletzung belangt werden, weil ich ja personenbezogenene Daten weitergebe.


    Offensichtlich herrscht ein gewisse Verwirrung darüber, was das Datenschutzrecht eigentlich regelt. Es gilt nur "für die ganz oder teilweise automatisierte Verarbeitung personenbezogener Daten sowie für die nichtautomatisierte Verarbeitung personenbezogener Daten, die in einem Dateisystem gespeichert sind oder gespeichert werden sollen" (Art. 2 Abs. 1 DSGVO).

    denn aus der aktuellen Aerosoldiskussion weiß man, dass auch feinste Tröpfchen die FFP2-Maske passieren.

    FFP2-Masken müssen nach Norm mindestens 94 % der Testaerosole filtern. Jetzt frage ich mich, was da noch in die Lunge kommen soll, wenn man sich das Zeug nicht direkt ins Gesicht sprüht.

    Mit einer Tasse Kaffee nimmst Du wahrscheinlich mehr Oxalsäure zu Dir, als mit einer stundenlangen Behandlung unter FFP2-Maske.

    Und wer immer noch Sorgen hat, kann ja eine FFP3-Maske benutzen.


    Der Vergleich mit Coronaviren hinkt leider. Die sind infektiös, auch in recht geringer Menge. Oxalsäure dagegen ist ein Stoff, den wir täglich mit der Nahrung zu uns nehmen