Beiträge von WFLP

    Beim Obstanbau sind bei Demeter fast die Hälfte der Behandlungsmittel zulässig gegenüber „konventionell“, ist das gut!?

    Diese Aussage ist so völlig unsinnig. Es sind bestimmte Mittel zulässig (z.B. Netzschwefel, Calciumhydroxid gegen Obstbaumkrebs, Schwefelkalk, Neem).

    Aber zu sagen, das wäre "fast die Hälfte der Behandlungsmittel gegenüber 'konventionell'", macht überhaupt keinen Sinn, weder der Zahl, noch den Inhaltsstoffen nach. Also wie gesagt ein bisschen mehr Mühe!

    Ich habe in der verlinkten Demeter-Fibel nichts Gegenteiliges gelesen

    Ein bisschen mehr Mühe, dann hättest Du in den Richtlinien folgendes gefunden:

    "Die Bienenwohnung – mit Ausnahme von Verbindungselementen, Dachabdeckung und

    Gitterboden – ist vollständig aus natürlichen Materialien wie beispielsweise Holz, Stroh

    oder Lehm zu fertigen."

    Das kommt drauf an, wem Du die Deutungshoheit über diese Wörter zugestehst.

    Ich wüsste nicht, was an dem Begriff "wesensgemäß" so nützlich ist, dass man ihn nicht getrost den Demeter-Imkern überlassen kann.

    Andere Begriffe sind ja auch durch bestimmte Weltanschauungen "kontaminiert" und sollten deswegen nicht neutral verwendet werden (z.B. "feinstofflich").

    Was der Unterschied zwischen wesensgemäß und artgerecht sein soll, habe ich immer noch nicht verstanden.

    "Wesensgemäß" ist ein Begriff, der von der Vereinigung für wesensgemäße Bienenhaltung entwickelt und vom Verein Mellifera weiterentwickelt wurde. Es ist anthroposophisch geprägt und gilt für die Demeter-Imkerei.

    Wer sich also nicht auf deren spezielle Vorgaben bezieht, sollte von "artgerecht" oder "naturnah" o.ä. sprechen.

    Die stattgefundenen Anpassungen in vielen Regionen und auch bei einzelnen Imkereien in Deutschland deuten darauf hin, dass die Anpassungsgenetik schon im Genpool enthalten ist.

    Es ist keineswegs gesichert, dass es solche Anpassungen gibt. Dass die Bienenvölker trotz Varroen nicht zusammenbrechen, kann unterschiedliche Ursachen haben. Jedenfalls gibt es Berichte, dass vermeintlich tolerante Völker an anderen Orten und mit anderer Betriebsweise sterben wie die Fliegen.

    Dass die Anpassungsgenetik schon im Genpool enthalten sein könnte, ist zumindest für den VSH-Ansatz einleuchtend. Hier wird ja das grundsätzlich vorhandene Hygieneverhalten der Bienen (erkrankte Brut auszuräumen) züchterisch weiterentwickelt.


    ...das ginge sogar in weniger als 10 Jahren, vermute ich.

    Da stellt sich allerdings die Frage, warum dass dann in 40 Jahren nicht gelungen ist.

    Deswegen schiedet der Mann ja angeblich auch schon im November.

    Egal wann man schiedet, der angepasste Brutraum führt zwingend zu einer kurzen Lebendauer der Waben, weil nur mit Mittelwänden erweitert wird. Es bleiben also nur die paar Waben, auf die geschiedet wird, länger stehen und auch nur dann, wenn man nicht vom Flugloch her erweitert.

    Und wer mal das Wabenwerk von "wilden Baum- und Dachkastenvölkern" gesehen hat, der weiß, dass in freier Natur manches Wabenwerk topschwarz sein kann.

    Bauerneuerung ist bei wild lebenden Völkern natürlich der Ausnahmefall. Die Bienen bauen ihre Waben ja nicht zurück. Das erledigen Wachsmotten - aber erst nach dem Untergang eines Volkes.

    Andererseits ist zu bedenken, dass die natürliche Hygiene im Volk (die sich nicht nur auf den Wabenbau bezieht) eine notwendige Folge aus dem mehrjährigen Bestehen des Bienenstocks ist. Er wäre sonst ein Eldorado für Bakterien, Pilze, Viren und Parasiten.

    Die Bienen arbeiten mit Propolis u.a. gegen ein Problem an, dass sich erst aus einem mehrjährigen Wabenbau ergibt. So gesehen (das ist jetzt ein logischer, kein empirischer Befund) werden die Waben nicht zwingend besser, wenn sie altern. Sie werden nur von den Bienen dafür optimiert.

    Was für eine alte Mähr. Mach doch mal den Deckel auf und halte dein Gesicht drüber, warm, oder?

    Kein so starkes Argument, weil die Bienen die Beute in ihr Heizverhalten mit einbeziehen werden.

    Natürlich ist die Wintertraube kein energetisch geschlossenen System. Die Frage ist einzig, wie viel Wärme abfließt, nicht ob.

    Und die schiere Physik: Ein paar Zentimeter über der Traube wird es viel wärmer sein, als ein paar Zentimeter darüber

    Gibt absolut saubere Blöcke, ohne zu sieben, oder zu filtern.

    Was oben schwimmt muss man abschöpfen oder -filtern. Was nach unten sinkt, kann man später abkratzen.

    Ich lasse das Wachs, so wie ich schmelze (großer Topf im Einkochautomaten), abkühlen. Einfach stufenweise die Temperatur runter regeln.

    So wie ich WFLP verstehe, befürchtet er aber, dass der Scharm ein fremder Schwarm ist.

    Nein, der Abstand, den die gefundenen Völker in dem Untersuchungsgebiet zu den Bienenständen in der Umgebung haben, deutet darauf hin, dass es mehrere Generationen gibt, die unbetreut überlebt haben (also Schwärme aus geschwärmten Völkern).

    Ich habe mir von einem Kollegen aus meinem Verein berichten lassen, dass ein paar alte Imker, die er kennt, auf ähnliche Weise "behandlungsfrei" arbeiten: Die Überwinterungsraten liegen regelmäßig bei unter 50%. Aus dem, was überlebt, wird mit Schwärmen und Ablegern nachgezogen. Das ist eben auch ein Variante des behandungsfreien Imkers: ein fortwährendes Siechtum der Völker.

    Seeley berichtet ja aus dem Arnot Forrest auch, dass nur ein sehr kleiner Teil der jungen Völker den ersten Winter überlebt. Für den Erhalt der Population mag das ausreichen. Imkern stelle ich mir aber anders vor.

    Möglicherweise haben wir varroa-angepasste Populationen direkt vorunserer Haustür…

    Ein allzukühne Schlussfolgerung. Wahrscheinlicher ist, dass die Völker nur ein bis zwei Jahre überstehen und dann ein Schwarm - relativ varroafrei - den nächsten Zyklus des baldigen Untergangs startet.

    Warum jetzt irgendwelche Bastler meinen statt mit 1/2 , 2/3, 1,5 etc nochmals Sonderbezeichnungen wie Flach oder Halb einführen zu müssen bleibt mir ein Rätsel.

    Die Begriffe Flach- und Halbzarge sind durchaus gängig und finden sich praktisch in allen Händerkatalogen. Das ist keine Erfindung von Bastlern.