Beiträge von hornet

    Der deutsche Markt kann sich nur zu ca. 20% mit heimischem Honig versorgen. Der Rest wird importiert.

    Hallo black.peterle,


    ich stimme dir grundsätzlich zu. Aber diese 20% geistern immer wieder durch die Imkerwelt und werden leider regelmäßig falsch interpretiert bzw. zum Schaden der Imker angeführt.


    Denn meist wird damit versucht zu suggerieren, wir hätten in Deutschland Honig- oder gar einen Imkermangel und Honigverkauf sei ein Kinderspiel. Wenn Verbände und Imkerzeitschriften das tun, kann ich das ja noch verstehen - die leben von uns Imkern und mehr ist da natürlich mehr. Denen ist ganz egal, ob wir Imker von unserem Honig gut leben können oder nicht, Hauptsache wir kaufen die Hefte oder zahlen die Mitgliedsbeiträge.


    Aber wir Imker sollten schon genauer hinschauen und nicht in dieses Horn blasen.

    Denn wie du schon sagst:

    Wirtschaftlich Honigverkaufen ist eben KEIN Kinderspiel und keineswegs ein Selbstläufer, mehr Imker und mehr heimischer Honig durch andere Imker machen das ganz bestimmt nicht leichter.


    Von den 80% Importhonig geht nämlich ein großer Teil gleich wieder in den Export! Der Rest geht in die Lebensmittelindustrie oder zu den Discountern. Dort zählt bekanntlich NUR der Preis. Entsprechend sind die Preise und Qualitäten. Kann man zufälligerweise gleich im vorletzten D.I.B. Akuell 3/2019 nachlesen:


    Hauptimportland ist China, mit nur 1,3 EUR/Kg - warum wohl?


    Diese 80% Importlücke ist also mitnichten der große Spielraum, den wir als Imker mal eben so easy-peasy erschließen können. Wir schlagen uns auch in Zukunft nur um die restlichen 20% der Kunden. Nämlich die, die bereit sind, regionale Qualität entsprechend zu hiesigen Preisen zu honorieren. Und da wird es bei uns schon ganz schnell eng.


    Billigheimer sind da pures Gift für's Image des Honigs, auch den der Kollegen!


    Und im D.I.B. Akuell 3/2019 kann man im gleichen Beitrag auch lesen, dass es andere Länder gibt, die Importhonige für 8 EUR/Kg aufkaufen - obwohl es doch jede Menge für 1,3 EUR/kg auf dem Weltmarkt gibt!

    Warum wohl?

    Der Wert des Honigs liegt eben vor allem im Image, im Auge des Käufers!


    Um so wichtiger ist es, dass wir Imker im eigenen Interesse alle gemeinsam am Image und damit AUCH an einem fairen Preis arbeiten, statt der Industrie in die Hände zu spielen, indem wir den "möglichst billig"-Wettbwerb auch noch selbst imitieren.

    Schenken ist da eine Gratwanderung - sie kann einerseits eine hohe Wertschätzung ausdrücken. Aber der Grat zum totalen Imageverlust hin zur "Loswerden-Ware" ist schmal, die Gefahr groß, dass die Leute das Gefühl bekommen, dass man Honig ja ganz oft einfach so von Imkern geschenkt bekommt, seit immer mehr davon im Bekanntenkreis damit anfangen.


    Wer auf Märkte geht, weiß, dass dieses Phänoment deutlich zugenommen hat. NOCH ohne größeren Schaden, aber bereits spürbar.

    Waldhonig wird nicht gerührt. Melihonig kriegst du nie richtig klar, er bleibt undurchsichtig mit schöner dunkler Farbe

    Hast du so abgefüllten Melezitosehonig schon mal länger beobachtet?

    Weil auch, wenn ich den geschleuderten oder im Entdeckelungswachschmelzer ausgeschmolzenen Melezitosehonig zum Sieben noch durch das Melitherm lasse, bleibt er zwar eine zeitlang flüssig, wie bei dir eher trübe, aber nach (sehr) wenigen Wochen setzen sich dann doch wieder grobe Kristalle ab.

    Weil man eben die Kristallkeime nie ganz weg bekommt und sie danach wieder neu wachsen. Und bei Melezitose eben typischerweise sehr grob.


    Da bin ich schon versucht, Melezitosehonig zu rühren, dann ist er zwar nicht flüssig und auch die Farbe nicht so schön dunkelbraun sondern eher braun-hellgrau, aber wenigstens nicht grob oder gar unschön mit abgesetztem Kristallbodensatz.


    Wie ist das bei dir? Was sagen deine Kunden dazu? Weil nicht alle werden ihn gegessen haben, bevor er sich absetzt...

    Es soll sogar Leute geben, die impfen und rühren sogar normalen Waldhonig...

    Was spricht dagegen, nochmal heimischen Honig bei Kollegen zu kaufen?

    Wäre das nicht viel einfacher?


    Kaufst du auch neuseeländische Äpfel, wenn es zeitgleich bei uns auch frisch geerntete Äpfel gibt?


    Kannst du deinen Kunden im nächsten Jahr dann auch eigenen Pinien- und Orangenhonig liefern, wenn sie dann lieber den verlangen, weil der ja "mal was anderes ist" und "letztes Jahr so gut geschmeckt hat" und weil man "normalen, heimischen Honig ja eh immer und überall bekommt"?

    Wie ich an anderer Stelle schon mal schrieb, werden Neobiota generell nur ganz selten zu einem wirklich ernsthaften Problem. Die allermeisten werden kaum bemerkt, viele sind höchstens mal gelegentlich lästig und auch hie und da mal ein wenig schädlich, aber ernsthaft problematisch werden die allerwenigsten.


    Hier ist der Hype, die Aufregung um böse neue Invasoren praktisch immer überzogen und soll nur die Sensationslust der Medien und ihrer Konsumenten befriedigen.


    Sobald ein Neozoo oder Neophyt sich mal etabliert ist, sollte man mit der ideologischen Bekämpfungsaufregung aufhören und die Energie lieber dafür verwenden, sich mit dem Neubürger zu arrangieren.


    Das Springkraut ist so ein Beispiel. Inzwischen seit Jahrzehnten verbreitet, etabliert und eigentlich längst normaler Beststandteil unserer Kulturlandschaft geworden. Wo sind die furchtbaren Schäden? Was rechtfertigt die idiotische Schnappatmung, die einige Landratsämter immer noch dazu bewegt, Bekämpfungsaufrufe zu veröffentlichen?

    Wer wirklich draußen unterwegs ist und sich auskennt, der sieht doch längst, dass das Springkraut in Wirklichkeit ohne echte, großflächige Verdrängung ganz einträchtig mit der heimischen Fauna und Flora zusammen existiert - alle heimischen Arten sind nach wie vor auch noch da und höchstens ganz, ganz kleinflächig mag es hie und da ein Problem geben.


    Na und? Ein neuer Parkplatz ist auch ein ökologisches Problem, denn da drauf wächst nämlich gar nix mehr und trotzdem regt sich niemand auf!


    Und gerade das indische Springkraut entwickelt sich sehr spät, es wird erst dominant, wenn die heimischen Pflanzen entlang der Bäche ihre jährliche Entwicklung bereits abgeschlossen haben. Es blüht einfach dann, wenn bei uns an diesen Stellen gar nix mehr blüht.

    Und weil in unserer modernen "Kultur"landschaft seit einigen Jahren vielerorts ab Juni auch abseits der Bachläufe rein gar nix mehr blüht, ist das Springkraut sogar sowas wie eine Nothilfe.


    Und wo es wirklich ganz dicht wächst, würde normalerweise auch die heimische Brennesselflur undurchdringlich wuchern. Die Brennessel wächst da jetzt nach wie vor, nur nicht mehr so dicht. Das Dickicht ist bunter und weniger "nesselig" geworden, mehr ist nicht passiert.


    Das Springkraut extra verbreiten, dazu würde ich auch nicht raten, es aber gezielt zu bekämpfen, ist in meinen Augen Ökofaschismus. Und als Imker tränen mir die Augen, wenn ich wieder mal so ein Schlachtfeld sehe, wo sich eine übermotivierte Lehrerin mit ihren Schülern ausgetobt hat im guten Glauben, die reine, deutsche Vegetation vor den bösen Migranten befreit zu haben.


    So viel Energieeinsatz würde ich mir wünschen, wenn es darum geht, mal generell unseren Umgang mit unserer Umwelt und den Ressourcen zu überdenken.

    Bienen Ede

    So lange es globalen Welthandel geht, wird das so weiter gehen, die Welt wird immer mehr uni.


    Von 1000 neu eingeführten oder eingwanderten Neobiota sind nur ganz, ganz wenige, weniger als 10 nennenswert problematisch. Alle anderen fallen nicht weiter auf. Die 10 dafür um so mehr. Das sollte man bei der Bewertung von neuen Arten durchaus berücksichtigen.


    Von der Wasserhyazinthe, dem Ochsenfrosch, dem Riesenbärenklau, den Kaninchen in Australien etc. redet jeder. Von den Tausenden anderer Arten, die still und problemlos irgendwo neu dazu gekommen sind redet kaum jemand.


    Und es ist ein Unterschied, ob ich Kaninchen oder Katzen schlagartig auf einem neuen Kontinent aussetze, oder ob ich Baumarten forciere, die zwar nur in geringem Umfang, eber eben doch schon seit über 100 Jahren bei uns in Gärten, Arboreten oder Versuchsanpflanzungen wachsen, ohne Probleme zu verursachen. Restrisiken gibt's immer, das ganze Leben ist ein Risiko.

    Ich schätze den Wohlleben durchaus sehr und weiß, dass er in der Forstbranche eher unbeliebt ist. Auch ich teile keinesweges alle seine Argumente, aber grundsätzlich hat er eine sehr vernünftige Sicht der Dinge.

    Wo ich mit ihm allerdings nicht übereinstimme sind viele seiner übertrieben idealistischen und damit unrealistischen Forderungen.

    Natürlich wäre auch mir ein Urwald, in dem gar nichts gemacht wird lieber. Je mehr desto besser.

    Aber wer ehrlich ist, weiß, dass es durchaus sinnvoll ist, den Wald zu nutzen und damit auch zu bewirtschaften. Diese beiden Dinge müssen halt unter einen Hut gebracht werden.

    Auch wenn es für den Imker Vorteile hat, hat das drüsige Springkraut und Co viele negative Eigenschaften.

    Welche denn?

    Meiner Meinung nach verdrängt es kaum heimische Pflanzen, da seine Entwicklung viel später einsetzt. Bis es so hoch ist, dass es heimische Pflanzen verdunkelt, haben die sich längst fertig entwickelt.

    In der großen Fläche tut es doch niemandem wirklich weh, von wenigen ganz speziellen Stellen abgesehen.

    Außerdem habe ich seit einigen Jahren das Gefühl, dass es "dünner" wird und gebietsweise sogar wieder etwas auf dem Rückzug ist.

    Wo Waldbestände lichter werden, z.B. wegen Klimawandel, Trockenheit, Sturm, Borkenkäfer, Waldumbau, da nimmt es aber durchaus noch zu. Für einige Jahre, ehe es wieder von den Bäumen ausgedunkelt wird. Die sonstige Krautflora wächst trotzdem wie zuvor.

    Und wer wissen will wie das weitergegangen wäre: ich habe bisher drei solcher Fälle gehabt wo wir nicht mehr tätig werden konnten und die samt und sonders vor Weihnachten abgestorben sind. Die schaffen das nicht ohne schützende Höhle... mag mal irgendwann anders sein wenn der Klimawandel noch mehr wandelt aber bisher war es immer so

    danke, das finde ich sehr interessant. Ich hätte gewettet, dass sie es in Berlin schaffen könnten. Das Klima ist dort ja 9 Monate warm und vor allem trocken, im Winter zwar kalt, aber meist auch recht trocken. Und dann auch noch Innenstadtklima und hoch oben an einem Gebäude, unter dem Dachvorsprung, wo es eher wärmer ist. Ganz tief zwischen die Waben gedrängt hätte ich mir vorstellen können, dass sie die seltenen Regentage und den kalten Wind abkönnen. Wirklich warm ist es ja in normalen Kisten auch nicht.


    Wir haben auch mal so ein frei gebautes Nest abgebaut, 70cm lange Waben, mitten im Wald an einer großen Buche in 8m Höhe, auf 550m in Oberbayern, das ist schon ein anderer, vor allem feuchterer Winter, die hätten es auch nicht geschafft.

    Warum "lassen"? Ist doch eine interessante Frage, die schon viele andere hatten.


    Waldhonige sind wegen ihrer Ballaststoffe ungeeignet. Blütenhonige haben dieses Problem nicht. Selbst Rapshonig ist zur Überwinterung geeignet. Und weil Buchweizen auch nicht stärker auskristallisert als andere Blütenhonige, wüsste ich jetzt kein handfestes Argument, warum er nicht geeignet sein soll.


    Ich habe aber auch ein Gegenargument: Buchweizenhonig ist eigentlich viel zu schade als Futter.

    Einziges Problem könnten zuviel "dunkler Honig" beim Überwintern sein.

    aber doch nur, wenn einem als Imker die dunkle Farbe an sich nicht gefällt!?

    Weil Buchweizen ist trotz seiner dunklen Farbe und dem waldhonigartigen Aussehen ein klassischer Blütenhonig und damit meines Wissens zum Überwintern genau so gut geeignet wie ein sommerlicher Blütenhonig. Also eigentlich sogar ideal zum Überwintern.

    Die Langlebigkeit von Wäldern, der Rythmus von 100 oder 200 Jahren ist es, der uns also heute noch mit den Problemen vergangener Jahrhunderte beschäftigt

    Das hört sich ja so an, als würden seit 100 Jahren keine Fichten- und Kiefernmonokulturen mehr gepflanzt. Dem ist leider nicht so.

    Waldökologen wussten es schon lange besser.

    Dann hast du mich missverstanden.


    Erst keimt die Erkenntnis bei einigen Wenigen.

    Dann wächst sie bei Einigen.

    Irgendwannn haben sie Viele.

    Dann braucht es aber noch Überwindung zur Änderung.

    Dann erst setzt auch das Tun ein.

    Erst ab dann wächst etwas Neues. Langsam.

    Und schon sind die ersten 100 Jahre vorbei und wir schreiben das Jahr 1990.


    Das ist so der ungefähre Zeitpunkt, wo bei uns die Erkenntnis, dann die Überzeugung und dann die Motivation soweit angewachsen war, dass wirklich großflächig damit begonnen wurde, etwas zu ändern.


    Und genau deswegen gibt es nach wie vor viele reine Fichtenbestände im Alter von 20 Jahren und älter. Weil ja nicht alle gleichzeitig was geändert haben, sondern erst wenige, dann mehr, dann einige, aber selbst heute noch nicht alle.


    Wie gesagt, Waldwirtschaft ist naturgemäß konservativ im Sinne von konservieren alter Zustände.


    Die meisten älteren Waldbestände sind älter als 30 Jahre und stammen damit noch aus einer Zeit, in der Fichte und Kiefer Standard waren. Angelegt vielleicht vor 50 Jahren aufgrund von Plänen von vor 70 Jahren die wiederum auf einem Wissensstand von vor 100 Jahren basieren. Damals gab's halt auch noch kein schnellebiges Internet...

    Und obwohl es das nun auch schon seit 30 Jahren gibt, konnte es keinen Wald in dieser Zeit umbauen, weil man eben nicht wie der Bauer das Feld einfach mal komplett umbrechen und im nächsten Jahr ganz anders neu anbauen kann.


    Wer vom Fach ist, weiß, dass der Waldumbau in Deutschland seit gut 30 Jahren wirklich hochtourig läuft. Viel schneller geht nicht.

    Vieles läuft gut, anderes unbefriedigend. Das liegt auch an den vielen unterschiedlichen Funktionen, die der Wald für den Eigentümer, aber auch die Allgemeinheit erfüllen muss.


    Ich meine durchaus, dass auch wir Imker nicht still bleiben müssen, da gebe ich ribes schon recht. Ich meine aber, dass wir sowohl in der Landwirtschaft als auch in der Forstwirtschaft auf mehr Naturnähe allgemein und weniger auf imkerliche Bedürfnisse im Speziellen hinwirken sollten. Denn wirklich schlecht geht es den Insekten insgesamt, der Honigbiene dagegen geht es noch mit am besten, sie hat ja uns!

    Und eine allgemein vitalere Natürlichkeit unserer Kulturlandschaft würde uns sicher noch mehr nützen als nur ein paar Gläser Honig mehr.

    Llecter :


    Es freut mich, wenn du "ganz bei mir bist", allerdings bist du das nicht, wenn du die Einführung neuer Baumarten ablehnst. Dieses Thema habe ich nämlich in obigem Beitrag gar nicht angeschnitten, du kannst dich also nicht auf meine Meinung dazu beziehen.

    Und in der Tat stand und stehe ich der Einführung neuer Baumarten ganz und gar nicht ablehnend gegenüber, obwohl auch ich die damit verbundenen Rest-Risiken sehe. Die halte ich aber bei langlebigen und sich vergleichsweise langsam ausbreitenden Lebewesen wie Bäumen für recht gering, zumal wir das schon seit Jahrhunderten praktizieren. Oder glaubst du, dass z.b. der deutsche Apfel hier heimisch war?


    der Ruf, ja Schrei der Waldeigentümer nach dem Geld von uns Allen in Gestalt von öffentlichen Förderungen wegen der Trockenheit und dem Borkenkäfer und den Waldbränden etc. war und ist ja nun unüberhörbar. Die sonst auf ihre Privatinteressen so erpichten Waldeigentümer suchen Hilfe von der Allgemeinheit. Da erscheint es doch folgerichtig, wenn mit einer solchen Hilfe auch Bedingungen verknüpft werden, die im Interesse der Allgemeinheit sind.


    Grundsätzlich stimme ich darin überein, dass öffentliche Fördergelder an Bedingungen geknüpft werden müssen, die den Interessen der Allgemeinheit dienen - wer zahlt, schafft an!


    Aber du solltest bedenken, dass es in der Försterei immer um erheblich längere Zeiträume geht, als normale Leute das so gewohnt sind.


    In diesem Zusammenhang ist es vielleicht interessant zu wissen, dass z.B. die Nadelbaum-Forste ursprünglich gerade im Interesse der Allgemeinheit gefordert und gefördert worden sind! Wegen der langen Standzeiten von Bäumen und Wald und weil man deswegen immer sehr, sehr vorsichtig und langfristig agiert, hat man erst in den letzten vielleicht 30 Jahren allmählich begonnen, dies aufgrund neuer Erkenntnisse langsam zu ändern.

    Aber immerhin, weitsichtige und gebildete Waldbesitzer aller Arten sind seit 30 Jahren zunehmend dabei, die Nadelwälder umzubauen. Aus Eigeninteresse und weil es schon länger so gefördert wird.


    Man darf diese Förderung nun ruhig noch intensivieren, aber man sollte sich hüten, den Waldbesitzern heute einen Vorwurf zu machen, weil sie heute noch Wälder haben, die zwar heute plötzlich von der Allgemeinheit unerwünscht sind, aber von genau der selben Allgemeinheit noch vor einer - waldbaulich gesehen sehr kurzen - Zeit erwünscht waren!


    Die Waldbesitzer haben immer getan, was von den Förstern gefordert wurde und die haben getan, was erstens dem jeweils aktuellen Wissensstand entsprach und zweitens, was der Auftraggeber, im Falle heutiger Staatsforsten eben die Allgemeintheit wollte.


    Man kann also auch den Förstern keinen Vorwurf machen - sie wussten es nicht besser oder waren anderen, "höheren" Zwängen unterworfen!

    Die Langlebigkeit von Wäldern, der Rythmus von 100 oder 200 Jahren ist es, der uns also heute noch mit den Problemen vergangener Jahrhunderte beschäftigt. Das wird auch weiterhin so bleiben - was wir heute im Wald falsch machen, müssen Leute in 100 oder 200 Jahren ausbügeln.


    Das sollte man im Hinterkopf behalten, wenn man mit erhobenem Zeigefinger irgendwelche Forderungen stellt oder gar Vorwürfe macht. Wald ist keine Feldfrucht, wo man jedes Jahr von Null anfangen kann, wo Fehler maximal ein Jahr lang wirken.

    Wald ist konservativ im wahrsten Sinne des Wortes, da ändern sich Dinge nur über viele Jahrzehnte hinweg und man kann Änderungen auch nur über solche Zeiträume halbwegs wirksam voranbringen.


    Von heute auf morgen geht gar nix.