Beiträge von hornet

    ribes


    habe das alles mal überflogen, finde vieles interessant und ok, allerdins stößt mir sehr sauer die Forderung auf, "windbestäubte Arten auszuschließen". Erstens grundsätzlich und zweitens wegen der unsinnigen Begründung, sie "seien für bestäubende Insekten, also auch für Bienen wertlos".


    Grundsätzlich sind weder Forst- noch Landwirtschaft vorrangig für die Bienen da, das muss man auch als Imker durchaus mal anerkennen.

    Zu fordern, dass auf Bienen und meiner Meinung nach viel wichtiger, auf Insekten allgemein mehr Rücksicht genommen werden soll ist ok, aber viel zu einseitig. Wichtiger wäre zu fordern, dass Land- und Forstwirtschaft generell mehr Nischen und Lebensraum (also nicht nur kurzfristige Nahrung wie Nektar oder Pollen, sondern auch Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten!) lässt. für Insekten und viele andere Tiere. Dann wird ganz automatisch ein Schuh daraus, für alle Tier- und Pflanzenarten, nicht nur für Bienen!


    Aber Land- und Forstwirtschaft geradezu darauf auszurichten ist von vorneherein unrealistisch und wegen der vielen anderen, eher noch wichtigeren Funktionen eigentlich auch nicht vorrangig.


    Und zweitens, hast du schon mal was von Waldhonig gehört? Da spielen gerade Nadelbäume die wichtigste Rolle...und die willst du jetzt quasi eliminieren?

    Dass davon in der Vergangenheit durchaus etwas zu viel im Flachland wächst, ist wohl unstrittig, hat aber historische Gründe und war sogar letztlich die einzige, schnelle Rettung des Waldes in Deutschland und der Beginn moderner Waldwirtschaft.


    Auch Nadelbäume bleiben in Zukunft nicht nur wichtig, sondern wünschenswert, auch im Flachland und trotzdem sie von Natur aus hier kaum vorkommen würden. Tun Mais, Kartoffeln, Weizen usw. nämlich auch nicht. Aber sie sind extrem wichtig aus anderen Gründen.

    Es gibt halt noch mehr als nur Bienen und Imker...


    Klar, keine Monokulturen mehr, aber das ist schon lange vorbei, sowas legen heutzutage nur noch wenige unverbesserliche Privatwaldbesitzer neu an.


    A propos Imker, es ist sicherlich löblich, für mehr Trachtpflanzen zu sorgen. Wer aber nur das macht und fordert, denkt wie jeder andere Lobbyist nur an sich und seinen eigenen Gewinn.


    Von Trachtpflanzen alleine kann nämlich kaum ein Insekt alleine überleben, es braucht viel mehr zum Überleben als nur für ein paar Wochen Nahrung für die erwachsenen Tiere. Zuvor braucht es Nistmöglichkeiten und bei vielen Arten ganz andere Pflanzen für die Jungtiere, denke nur mal an Schmetterlinge. Die Raupen brauchen ganz andere Pflanzen als die erwachsenen Falter. Nur mehr Blüten bringen dann womöglich gar nichts.


    Also, bitte immer etwas Ganzheitlicher denken. Statt nur Einzelarten und im Fall von Trachtpflanzen sogar nur einzelne Entwicklungsstadien zu fördern, sollte lieber grundsätzlich eine ökologisch wertvollere Umwelt und vielfältigere Lebensräume gefordert und gefördert werden, dann ergeben sich die Vorteile für die diversen Einzelinteressen von ganz alleine.

    Ich finde einfach das Konzept "wenn der Kunde flüssigen Honig verlangt stelle ich den durch erhitzen her" irgendwie falsch...

    das darfst du natürlich gerne.


    Kruppi schrieb:

    das täuscht Frische vor, wo gar keine ist, im Gegenteil, der Honig wird absichtlich verschlechtert, um einen kleinen Marktanteil zu sichern.

    aber das ist regelrechter Blödsinn. Eigentlich jedes einzelne Wort.
    Und fachlich voll daneben obendrein. Da bin ich ganz bei rase .

    Ich empfehle einfach mal, über den hohen Berliner Tellerrand hinaus- und lieber mal bei Profis zuzuschauen.

    Aber bei einem angenommenen Flugradius von 3 km sprechen wir in meinem Fall von einer Fläche von ca. 150 km2 in einer Gegend mit sehr hoher Imkerdichte. Ich finde, dasas sind schon recht viele Nachbarimker...zuviele, um das nur als eine isolierte Einzelbeobachtung mit nur zufällig gute Nachbarn abzutun.

    Bei einem Flugradius von 3 km sprechen wir von gut 28 qkm. 150 sind etwas übertrieben ;)

    Aber nicht bei meinen derzeit fünf verschiedenen Standorten...ok, das hätte ich vielleicht explizit erwähnen sollen...

    Der DIB sieht das als Ausschlusskriterium. Wortklauberei? Wohl kaum...

    Weniger als 18% ist besser und anzustreben, da sind wir uns doch einig.


    Aber

    "Honig, der die Bezeichnung "Echter Deutscher Honig" tragen darf, muss ... den sehr viel strengeren Qualitätsrichtlinien des Deutschen Imkerbundes e.V. genügen...einen Wassergehalt von weniger als 18 % aufweisen."


    bedeutet nichts anderes, als dass solcher Honig die sehr viel strengeren Qualitätsrichtlinien des DIBs einhält. Qualitätsrichtlinien, die strenger sind als der sonst übliche und vorgeschriebene Standard.

    Das kann also schon mal gar nicht richtig schlecht sein, sondern ist mindestens ok. Mehr sollte man nicht rauslesen, aber eben auch nicht weniger und Honig mit 18% aus überzogener Angst verwerfen, weil man ihn für grenzwertig schlecht hält. Einfach weniger Sagrotan, mehr Realismus.


    Natürlich kannst du jetzt Worte klauben und sagen, 18% ist nicht weniger als 18%, sondern 1 Zehntel zuviel ... :wink:



    Danke Robiwahn,


    beim Lesen der jüngsten Fäden zu Sagrotan und Honigfeuchte ist mir der Begriff "Filterblase" wieder mal so richtig deutlich geworden.


    Hier mal ein Link zur Seite des DIB zum Thema:

    https://deutscherimkerbund.de/…nig_Qualitaetsrichtlinien


    es ist logisch und unstrittig, dass 16% besser, sprich "weniger gährungsgefährdet" sind als 18%. Es ist auch klar, dass die Kurve der Gährungsgefahr von trocken zu feucht exponentiell ist, sprich, gerade ab etwa 18% beginnt sie sehr schnell, immer steiler zu werden.


    Dennoch wird schon die 18%-Marke von ernst zu nehmenden Organisationen wie dem DIB als "besonders strenges Qualitätskriterium" ausgelobt. Man muss jetzt als Imker nicht gewaltsam noch eins draufsetzen, finde ich. Besser geht immer, aber wie praxisnah ist das?


    Wenn wir nur noch Honig verkaufen wollen, der wie im verlinkten Dokument empfohlen unter 16,5% ist (echte 16,5%, nicht die selbst gemessenen Fantasiewerte!), dann werden wir wohl nur noch 1% statt 20% des deutschen Honigbedarfs decken können. Denn wenn ich mich in meinem Umfeld so umhöre, wird gar nicht so selten gejammert, dass man wieder mal nur Honig zwischen 18 und 19% in der Schleuder hatte...ich glaube nicht, dass dieser Honig selbst gegessen, getrocknet oder auch nur sachgerecht mit anderen Chargen heruntergemischt wird!


    Wir als Imker sollten so oder so einfach mal aufhören, das Märchen vom ewig haltbaren Honig aufrecht zu erhalten, denn das stimmt in Zeiten heutiger Großvölker, Massentrachten und Magazinbetriebsweisen für naturbelassenen, nicht industriell verarbeiteten Honig einfach nicht mehr. Heutige Honige sind durch die Bank deutlich feuchter als früher, das melden die Labore immer wieder.


    Auch die traditionell überlangen MHD beim Honig sollten mal überdacht werden. Den Werbeeffekt halte ich für sehr gering, den Nachteil (Risiko für den Imker, Neigung des Kunden zur Lagerung statt zum Kosum) aber für sehr groß. Tausende anderer guter Produkte kommen ohne Probleme auch mit sehr viel kürzeren MHDs aus und die Kunden stört's nicht.


    Irgendwer hier im Forum meinte sogar mal, man "müsse" Honig mit einem MHD von 4 Jahren versehen..., erstaunlich viele sind auch heute noch überrascht, wenn sie hören, dass selbst ein 2-Jahres MHD gar nicht Pflicht ist! Woher so Gerüchte kommen, ist mir schleierhaft.


    Keine Frage, trockener ist besser, und der Trend zu feuchteren Honigen ist nicht gut, aber real. Keine Ahnung, wie wir als deutsche Imkerschaft das wieder ausgleichen können. Aber wenn die 16,5% das neue 18% werden sollten, sage ich voraus, dass 90% der Imker keine "DIB-Qualität" mehr dauerhaft bringen könnten. Oder wie die Großen technisch trocknen müssen, was auch nicht gut wäre.

    Nur mal so:


    Wer auch sonst im Leben immer der Größte sein will, der möge immer auch den großen Dadant Smoker kaufen.


    Allen anderen sei gesagt:


    Man kann einen Schrank auch im Kombi transportieren. Manchmal etwas mühsam, aber es geht.

    Man kann ihn aber auch sehr komfortabel in einem Sprinter rumfahren.

    Oder man nimmt den 40-Tonner. DAS geht NATÜRLICH auch!


    Ich behaupte trotzdem, dass nur eines der drei Fahrzeuge wirklich optimal für DIESEN Zweck geeignet ist.


    Und 10 oder auch 20 Völkchen wären wirklich ein sehr kleines Schränkchen...erst recht, wenn sie nicht an einem einzigen Standort stehen.

    Also, hört auf rase, der gibt sonst ja auch ganz gute Ratschläge, oder?


    Ich selbst verwende übrigens neben meinem alten NoName meistens den kleinen. Und würde mich jedes Mal über den riesen Kübel ärgern, wenn ich ihn hätte, einfach, weil es so ein riesen Kübel ist. Weil auch LKW im Wohngebiet fahren eben keine reine Freude ist.


    In diesem Sinne, gute Nacht!

    hornet

    Honig mit über 17% in den Handel zu bringen ist immer ein Risiko.

    Findest du das nicht etwas übertrieben? Der DIB brüstet sich also mit verschärften Qualitätsrichtlinien und seinen 18%, die überall auch bei Nicht-DIB'lern beim Honigverkauf werbewirksam mit "DIB-Qualiät" verwendet werden, obwohl sie risikant sind?!?


    "Riskant" sind 18% vielleicht, wenn man ein MHD von 2+X Jahren angibt und der Kunde ihn auch noch schlecht lagert! Ich würde aber sowieso niemandem empfehlen, mehr als 1 Jahr zu geben, egal wie trocken. Man weiß nie, wo und wie die Leute ihr Glas hinstellen. Vor allem aber soll der Honig doch vom Kunden gegessen, nicht gelagert werden! Und er schmeckt einfach besser, je frischer.


    Kunden, die länger als 1 Jahr an einem Glas nuckeln, sollten besser irgendeinen sterilen Industriehonig kaufen.

    Ich sage immer, Honig lebt und sobald wir ihn geerntet haben, geht es nur noch abwärts mit der Qualität, beim einen schneller, beim andern langsamer. Lange MHD sind absolut nicht zu empfehlen, schließlich wirds einfach nicht besser damit.

    Wie sollte ich es schon "länger" testen? Es ist ja erst seit letzter Saison zugelassen.

    AS gibt's bei mir schon ewig nimmer. Es spielt doch auch keine Rolle, was ich früher verwendete, oder?

    Äh, ja, das Zulassungsdatum habe ich nicht bedacht, da mir das Mittel erst heuer aufgefallen ist wegen der massiven Werbung. Trotzdem hätte es immerhin schon sein können, dass du es bereits letztes Jahr verwendet hast...


    Und natürlich spielt es keine Rolle, was du zuvor verwendet hast, so war mein Satz doch gar nicht gemeint. Vielmehr, ob du es als Hauptsommerbehandlung hernimmst, wie sie die Behandlung mit Ameisensäure in der breiten Masse offenbar nach wie vor noch darstellt. Zumindest in meiner Gegend behandeln gefühlt aus Gesprächen mit Kollegen 90% mit AS, 9% mit Tyhmolprodukten und der Rest dampft oder macht TBE.


    Ich verstehe dich jetzt so, dass die Antwort "ja" lautet, weshalb es sicherlich für viele interessant wäre, was du und andere Anwender in Zukunft vielleicht berichten können.


    Insbesondere, weil du von der empfohlenen Dosis wirklich massiv (11 statt 40ml, also grade mal ein Viertel!) abweichst. Die Frage wollte ich jetzt noch stellen, woran du das festmacht, dass diese viel geringere Dosis auch ausreicht, aber die hast du mittlerweile schon oben beantwortet.


    Ich als potenzieller Neuanwender hätte das schon mal nicht gemacht, weil ich doch annehmen muss, dass der Hersteller genau diese Dosis als passend getestet hat. Andere Medikamente nimmt man doch auch nicht nach Gutdünken anders, als vom Arzt empfohlen.


    Wenn aber ein Viertel der Dosis wirklich schon ausreicht, dann wäre die empfohlene Dosis eine regelrechte, absichtliche Überdosierung, vor allem, weil der Hersteller dies auch für Völker mit nur 12.000 Bienen angibt, was jetzt wirklich kein fettes Volk mehr ist.

    Um so interessanter die echten Erfahrungen wie die deinen, finde ich.

    Verwendest du Varromed schon länger, oder testest du erst?


    Verwendest du es anstelle von Ameisensäure ohne weitere vorherige Varroabekämpfungsmaßnahmen wie z.B. Totale Brutentnahme?

    Bist du zufrieden mit der Wirkung über's Jahr gesehen?


    Die 40ml habe ich einfach mal aus der Produktbeschreibung entnommen, wie sie zum Download angeboten wird. Da werden bei Völkern zwischen 12.000 und 30.000 Bienen 30-45ml empfohlen.

    Alexbee :

    danke für deinen Bericht. Bitte gelegentlich noch weiter berichten.


    Ein echter Haken an diesem Zeug - neben der in der breiten Praxis noch unerprobten Wirkung - wäre der Preis und die erhebliche Menge, die man braucht. Weil man müsste ja richtig oft ran damit und das summiert sich, wenn man mehr als nur ein paar Völker hat.


    Selbst bei deinen nur 10 Völkern braucht man ja bei mittel großen Völkern ca. 40ml pro Volk, macht dann fast eine Flasche pro Durchgang und das bei 5 bis 9 Durchgängen pro Jahr...

    Genetisch aggressive Völker sind meiner Meinung nach sehr, sehr selten. Mir ist noch kein einziges untergekommen in den letzten fast 10 Jahren und ich habe nicht nur ein paar Völker.

    Dann hast Du gute Nachbarn. Freu Dich drüber, aber verallgemeiner das nicht. Es gibt Gegenden, da würde ich für Geld keine Begattungseinheiten aufstellen.

    schon klar, dass es nicht so sein muss, deshalb schrieb ich ja "meiner Meinung nach" basierend auf meiner eigenen Erfahrung.


    Aber bei einem angenommenen Flugradius von 3 km sprechen wir in meinem Fall von einer Fläche von ca. 150 km2 in einer Gegend mit sehr hoher Imkerdichte. Ich finde, dasas sind schon recht viele Nachbarimker...zuviele, um das nur als eine isolierte Einzelbeobachtung mit nur zufällig gute Nachbarn abzutun.


    Vielleicht ist es nur Glück, aber bei meinem Glück...:wink:

    Luis

    Genetisch aggressive Völker sind meiner Meinung nach sehr, sehr selten. Mir ist noch kein einziges untergekommen in den letzten fast 10 Jahren und ich habe nicht nur ein paar Völker.


    Neben offensichtlichen und auch für Anfänger in solchen Fällen leicht erkennbaren Ursachen wie Hunger, Krankheiten, Parasiten wären noch unentdeckte Störungen durch Dritte (Tiere, Menschen) viel wahrscheinlicher, für mich die zweithäufigste Ursache
    .

    Als Hauptursache für aggressive Völker habe ich tatsächlich den Imker selbst ausgemacht und zwar in der Art und Weise wie er die Bienen behandelt und wie er schon an sie rangeht. Hier mal bei Leuten zuschauen, die ohne Schleier und Handschuhe eine größere Völkerzahl bearbeiten und auf Details achten.

    Es gibt vom Original übrigens einen großen und einen "kleinen", der so groß wie die normalen Standardsmoker ist.

    Meiner Meinung nach reicht der "kleine" vollkommen aus, den großen brauchen nur Leute, die ihn wirklich oft viele Stunden ununterbrochen brauchen. Den meisten Imkern würde ich den Großen nicht empfehlen - spart Geld und unnützes Volumen und den kleinen kann man schließlich auch jederzeit ohne Nachteil nachladen, wenn's doch mal länger dauert.

    Oder kennen es eben nicht. Immerhin werde ich oft gefragt, ob ich Zucker rein mische, denn das hätten sie mal bei einem Honig (nicht von mir) vermutet. Der hatte auch angefangen körnig zu kristallisieren.

    ist vielleicht auch eine traditionelle Sache und regional verschieden. Schnell oder bekanntermaßen unangenehm kristallisierende Sommerhonige rühre ich natürlich auch. Doch bei mir wollen die Leute unbedingt auch flüssige Honige, die nicht Waldhonig oder Akazie sind, aber von hier sein müssen. Da geht nur Sommertracht.


    Ich habe vor 2 Jahren sogar einen Kollegen getroffen, der rapsbetonte Frühtracht flüssig angeboten hat, kein Anfänger übrigens...aber gesehen habe ich immer nur den flüssigen Honig im Glas, nicht, wie das Glas eine Woche später ausgesehen hat oder gar, was die Kunden davon halten.