Beiträge von hornet

    Ja danke, großes Lob an Kleingartendrohn , der hat wohl tatsächlich die Situation richtig eingeschätzt, ich war zu ungeduldig. Es lag nur daran, dass die Bienen tatsächlich einfach noch einen oder zwei Tage mehr gebraucht haben, um sich nennenswert abzufliegen. Das hatte ich zuvor noch nie so genau beobachtet und immer angenommen, dass verstellte Völker bei gutem Flugwetter schon am 1. Tag fast alle Flugbienen verlieren.


    Ich habe die Aktion vorgestern durchgeführt und die Völker ganz regulär abgekehrt. Die Bienen wollten wie erhofft praktisch alle an die ganz alten Standorte zurück, also nicht etwa an die neuen Standorte, an die ich sie 3 Tage zuvor hingestellt hatte. Sie haben sich also in diesen 3 Tagen auch nicht einfach neu eingeflogen.


    Die Bienenmasse war nach nunmehr 3,5 Tagen endlich tatsächlich deutlich reduziert, nun auf etwa 10-20% im Schnitt. Dadurch war der Andrang bei den Zielkisten entsprechend zahm und das Risiko für die Königinnen darin hoffentlich deutlich geringer. Als ich mit dem letzten Volk fertig war, waren die Bienen der ersten schon komplett verschwunden.


    Bei einem Volk hätte ich diesen Zwischenschritt und Mehraufwand nicht gemacht, aber bei 5 Völkern gleichzeitig wollte ich einfach das entsprechend größere Chaos auf möglichst niedrigem Level halten, was somit hervorragend geklappt hat.

    Viel Wärme, aber auch sehr viel Regen in den letzten Wochen, zuletzt in regelmäßig wiederkehrenden 10 bis 30-Liter-Gewitterschauern haben vermutlich die letzten Hoffnungen auf Waldtracht in meiner Gegend weggespült.


    Auch Sommerhonig wird nur lokal mäßig eingetragen. Linde ist bisher nur wenig mit dabei, mir fällt auf, dass die Winterlinden heuer sogar teilweise gar keine Blütenansätze haben. Und etwaiger Blatthonig teilt das Schicksal des Waldhonigs und wird regelmäßig abgewaschen.


    Ab heute Abend erfolgt der nächste Waschgang, es soll bis morgen Abend schon wieder 30 bis 50 Liter regnen...


    Wer irgendwo südlich der Donau in Bayern Waldhonig hat, bitte mal hier melden...

    hornet : soll das heißen, die Flugbienen haben sich auf den neuen Standort eingeflogen?

    Nee, die sind nur gar nicht geflogen, nicht während der 2 Stunden nach der Umstellung (da hatte ich noch anderes am Stand zu tun) und nicht am Abend, als ich kam, um zu schauen, was jetzt los ist.

    Heute fahre ich hin und löse sie auf und hoffe, dass sie jetzt deutlich ausgedünnter sind.


    es würde mich aber interessieren, wie sich die Bienen in den Altvölkern verhalten, wenn du den Deckel öffnest (ohne Rauch).

    ich werde heute Abend berichten, vorgestern abend war die Masse beim Öffnen des Deckels aber ruhig, jedoch sind bei allen Völkern sofort auch einige Bienen aggressiv herausgeflogen, was sie sonst nicht machen, also haben sie definitiv gemerkt, dass was passiert ist, was ihnen nicht gefällt. Ich vermute, ihnen fehlen die gewohnten Honigräume...

    Du hast alles richtig gemacht, bist aber zu ungeduldig. Flugbetrieb bei Tracht kommt nur auf, wenn zurückkehrende Spürbienen Tracht melden. Wenn das Volk verstellt ist, fliegen die Spürbienen aber an den alten Platz, kehren also nicht zum Abflugort zurück. Deshalb gibt es dort zunächst keine Zunahme des Flugbetriebs und deshalb dauert es auch einige Tage, bis das Volk ausreichend abgeflogen ist.

    Kleingartendrohn

    :daumen::daumen:Danke, das ist wahrscheinlich der Beitrag, auf den ich gehofft hatte, denn das erscheint mir außerordentlich plausibel und würde alles erklären. Denn es stimmt ja, die Bienen fliegen nicht wahllos jede für sich zum Sammeln aus, sondern folgen nur den Spürbienen, nur die suchen dauernd neue Trachten.


    Gleich mehrere Tage werde ich aber wohl nicht mehr warten, weil sonst fliegen die sich womöglich an dem neuen Standort ein.


    Heute ist der 3. Tag, da werde ich mal die Aktion abschließen, ich brauche die Kisten ;-).

    Die Ableger müssten sich inzwischen ja gut mit den bis dahin hoffentlich zugeflogenen Bienen und den Bienen, die sie vorgestern gleich mit den Honigräumen bekommen haben arrangiert haben. Somit dürfte der Rest jetzt besser zu verkraften sein.


    Die Bienen, die sich in den letzten 3 Tagen am neuen Platz schon eingeflogen haben sollten, werden dann vermutlich aber in das arme Randvolk daneben einbetteln, das war so natürlich nicht geplant, aber wenn es nicht zu viele sind, sollte auch das funktionieren.


    HaroldBerlin


    von leeren Kisten wäre ich nie ausgegangen, ich wollte halt nur den Ansturm auf die Ableger entzerren, die erste Hälfte vorgestern beim Umstellen und die zweite, möglichst schwache Hälfte vermutlich heute, wenn ich den Rest abkehre.


    Ich werde berichten, was ich vorfinde und wie es ausging.

    Hochinteressanter Faden! Bisher dachte ich immer, ich sei in meiner Gegend einer der Wenigen, die das überhaupt bemerken.

    Auch ich habe den Eindruck, dass CPV seit etwa 3 Jahren auf dem Vormarsch ist.


    Ein stark befallenes Volk hat sich die letzten 2 Jahre immer wieder zum Spätsommer hin "von selbst" geheilt. Ich nehmen stark an, unter Mithilfe der AS-Behandlung.

    Dennoch bleibt die Krankheit latent vorhanden, denn genau dieses Volk ist heuer zum 3. Mal wieder stark betroffen.


    Bisher habe ich auf Anraten von Experten nichts gemacht, aber heuer werde ich das Volk wohl umweiseln oder auflösen. Denn während es zuvor wenigstens unauffällig im Mittelfeld mitgeschwommen ist was Ertrag und sonstiges Verhalten anging, so fällt es heuer nun deutlich ab, es kommt offensichtlich immer schlechter mit der Dauerbelastung zurecht.


    Allerdings habe ich seit letztem Jahr auch bei einigen anderen Völkern ein latentes Auftreten bemerkt.


    Mein Fazit für mich bisher: Leichtes Auftreten beobachten, etwas mehr auf Hygiene achten (Wabentausch, Stockmeisel, Besen etc.), sonst aber erst mal nichts machen (was auch!). Stark befallene Völker künftig im 2. Jahr umweiseln und beobachten, ob es trotzdem weiter geht oder die Lösung war.

    ist mir doch alles klar und war doch gar nicht die Frage.


    Aber erstens sind drei der fünf Ableger brutfrei weisellos und zweitens wundere ich mich, warum von denen mit Brut nicht - wie eigentlich erwartet - ein Gutteil der Flugbienen abgedampft ist. Mehr hätte ich doch gar nicht erwartet und Abkehren ist so oder so notwendig und geplant, wie oben schon ausführlichst beschrieben.


    Solcherart einen Tag abgeflogenen Völkern sieht man den Schwund normalerweise schon an - hier aber eben nicht.

    Hallo,


    heute wollte ich 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen und für einen schonenden Übergang sorgen.


    Der Plan:

    5 Königinnen-Ableger ins Standmaß umquartieren und gleichzeitig mit weisellosen bzw. buckelbrütigen Altvölkern vereinigen. Dazu habe ich heute Morgen die Altvölker ein paar Meter weggestellt und an deren alte Stelle jeweils eine neue Kiste, da drauf die Honigräume der Altvölker und vorher noch die Waben der Ableger da rein.

    Ich hoffte, dass sich ein Großteil der Altvölker im Laufe des heutigen und ggf. noch morgigen Tages zu einem großen Teil von selbst schonend an den alten Standplatz in die neuen Völker einfliegen würde. Somit wäre das nachfolgende Chaos der endgültigen Volksauflösung geringer und gleichzeitig auch der für die Königinnen der Ableger riskante Ansturm vieler Bienen der Altvölker weniger heftig.

    Heute Abend dann aber die Situation, dass sich zwar die Ableger ganz gut eingelebt haben, aber die Altvölker sind immer noch voller Bienen, optisch ist kein Schwund festzustellen.


    Nun war mir klar, dass die zwei buckelbrütigen Völker ihre Brut nicht verlassen würden und daher wesentlich mehr Bienen zurückbehalten werden. Aber auch die weisellosen, völlig brutfreien Völker sehen unverändert aus. Sie zeigen auch keinerlei Flugbetrieb, obwohl alle anderen Völker fliegen. Das ist mir auch heute Morgen schon aufgefallen, dass die mit dem Verstellen den Flugbetrieb völlig eingstellt haben.


    Was läuft hier falsch, was habe ich falsch gemacht? Es war bestes Wetter, 25°C und wolkenlos, Trachtsituation ist momentan mau, es kommt gerade so viel rein wie verbraucht wird.

    Mein leiser Verdacht ist, dass die kaum Futterbedarf haben und daher nichts sammeln wollen und daher auch keine Flugbienen rausschicken...andererseits haben sie kaum Vorräte, weil die Honigräume sind ja jetzt weg und auf den neuen Kisten.

    Komisch ist es aber trotzdem, weil wenn ich Ableger am selben Stand bilde, fliegen die sich ja auch drastisch ab, weshalb man sie deutlich stärker bilden muss.

    Ich kann und werde die Völker natürlich morgen oder übermorgen ganz herkömmlich auflösen, aber wenn es Gründe gibt, wegen denen ich mir diesen Zwischenschritt mit dem vorübergehenden Beiseitestellen zum teilweisen Abfliegen lassen künftig ersparen kann, würde mich das sehr interessieren.


    Danke für Tipps.

    Hab am WE zum 2mal geschleudert, bin zufrieden :thumbup:

    War schon etwas Melitherm dabei.

    Hat sich da niemand über den mörderischen Krach beschwert? Und demoliert dürfte die Schleuder jetzt auch sein, vom Melitherm ganz zu schweigen ;-)

    Beim Meli muss man nur beim Abfüllen danach aufpassen, dass man ihn nicht nur teilweise verflüssigt, sonst setzen sich die nicht schmelzbaren Kristalle danach unten im Glas ab. Das sieht aus wie Phasentrennung. Am besten nur leicht erwärmen, damit der Honig gerade so fließt.

    Sorry dass ich nochmal nachfrage, aber was meinst du mit "Meli"? Melitherm oder Melezitosehonig?

    Weil wenn ich es richtig verstehe, presst ihr die Melezitosewaben mit dieser Schneckenpresse. Der Honig ist aber in den Waben teilweise fest. Heraus kommt doch dann ein Brei aus Wachs, flüssigem und kristallisiertem Honig, richtig?


    Den lasst ihr absetzen, d.h. unten sind dann vermutlich die Kristalle, dann der flüssige Anteil vom Honig und oben auf Wachsreste, Schaum etc.

    Das alles lasst ihr eine Weile stehen und schöpft dann ab. Soweit richtig?


    Und was folgt dann? Nur den flüssigen Honig abfüllen? Gleich oder nochmal erwärmen und z.B. durch's Melitherm?


    Oder nehmt ihr dem gesamten Honig, also auch die Kristalle und schickt das durch's Melitherm? Dann aber ist es mit leichter Erwärmung nicht getan, dann braucht man doch 65°C und am besten noch 10°C mehr?

    ok, also die Leistung ist wirklich deutlich größer. Ein gutes Argument, wirklich ein sehr interessantes Gerät.

    Ich denke aber, dass es sich nur für größere Imker lohnt, so ein Gerät zusätzlich anzuschaffen - für kleinere dürfte trotzdem der Entdeckelungswachsschmelzer wirtschaftlicher sein, vor allem wenn er "eh schon da" ist.


    Wie wird der Honig danach noch weiter bearbeitet? Ist der ungefähr so sauber wie nach der Schleuder? Reicht also das übliche nachlaufende Prozedere? Ist da vermehrt Wachsgeschmack dabei?

    Immenreiner

    worin liegt der Vorteil gegenüber einem Entdeckelungswachsschmelzer? Mit dem kann man ja auch Melezitosewaben in größerer Menge sauber verarbeiten und den Honig gewinnen. Das Gerät kann danach aber im Rest des Jahres laufend weitere gute Dienste leisten. Bei der Schneckenpresse fällt mir kein weiterer Verwendungszweck ein.

    Zumindest bei Melezitosehonig fällt eigentlich auch das Argument "weniger Erwärmung" weg, weil den musst du doch vermutlich später zum Abfüllen auch nochmal auftauen, oder?