Beiträge von hornet

    Je mehr ich über das Springkraut lese, umso weniger kann ich nachvollziehen, wie man dieses Zeug verharmlosen oder gar begeistert befürworten kann.


    Ich denke, die Begeisterung geht hier bei keinem so weit, dass er die Pflanze aktiv verbreitet.
    Was ist so falsch daran, aus einer Not/einer unschönen Faktenlage heraus auch die positiven Dinge anzunehmen?


    So negativ, wie du die Sache darstellst, ist sie für die meisten hier halt einfach nicht. Vielleicht aus Unkenntnis, weil sie nur ihre Lage sehen, nicht das, was in der Fläche passiert. Vielleicht aber auch, weil es in ihrer Gegend nicht so schlimm ist, wie du es beschreibst.


    Bei einigen Springkrauthassern hier kommt meiner Meinung nach eine gewisse Emotionalität, eine persönliche Betroffenheit zum Vorschein, die bestimmt genau so wenig objektiv ist wie die Begeisterung von anderen, die meinen, sich dafür das Füttern sparen zu können.


    Entweder bekämpft man das Zeug - was meiner Meinung nach sinnlos wäre. Oder man akzeptiert, dass man eh nix tun kann. Dann aber wäre es besser, sich auf die Vorteile zu konzentrieren statt sich mit den unvermeidbaren Nachteilen zu belasten.


    Dein Vergleich mit einem egoistischen Bauern, der rücksichtslos und AKTIV Spritzmittel einsetzt mit einigen von uns, die wir nur versuchen, passiv das beste aus der Sache zu machen ist ehrlichgesagt ziemlich daneben!

    Zum Hochrechnen auf´n Tag würde ich am WE noch Stichproben früh und mittags machen...
    Ich habe immer nur gedacht, dass die ja auch die Wespen unter Kontrolle halten und fand es gut, dass sie da sind.


    Allerdings sind vergleichsweise schwerfälligen Bienen viel leichter zu erbeuten als die verschiedenen, meist extrem wendigen Wespenarten.
    Es kommt wohl auch zu individuellen Spezialisierungen und Vorlieben, sprich, so eine Hornisse wenn mal auf den Geschmack gekommen ist, jagt dann bevorzugt Bienen. Sie ist sozusagen "Beutestet".


    Außerdem fliegen Bienen meistens zuverlässig und konzentriert an Orte, die sich leicht bejagen lassen wie z.B. ein Distelstrauch oder eben eine Beute.


    Habe als Jugendlicher und Hornissenfan an so einem Distelbusch mal längere Zeit über verschiedene Tageszeiten aufgepasst und mitgezählt. Da ist eine einzige Hornisse immer wieder gekommen. Etwa alle 10-15 Minuten. Hat etwa 1-5 Minuten Jagdflug über den Strauch gemacht und dann meistens eine Biene, gelegentlich eine der verschiedenen Wespenarten auf dem Busch und noch seltener eine dicke Fliege erbeutet. Mit dieser Beute ist sie dann in der Nähe gelandet, hat sie in etwa 1 Minute zerlegt und ist dann nur mit dem wertvollen Bruststück abgeflogen.


    Grob also pro Hornisse und 15 Minuten ein erbeutetes Insekt. Einen ganztägig durchgehenden Jagdeifer vorausgesetzt wären das also 4 pro Stunde x 12 Tagelichtstunden macht grob 50 Bienen pro Tag, eher deutlich weniger, weil ja auch immer andere Insekten als Beifang dabei waren. Allerdings war der Jagdeifer eben nicht den ganzen Tag gleich. Es gab nach einiger Zeit auch längere Pausen.


    Bei dir wären das im ungünstigsten Fall von tatsächlich 10-15 Hornissen also gut 500 Bienen, pro Volk also 250. Das wäre schon eine signifikante Anzahl. An diesen sehr ungünstigen Fall glaube ich aber nicht. An einer Beute sind sehr viele Bienen und fliegen durcheinander. Das stört die Jäger, sie werden verwirrt und haben viele Fehlangriffe.
    Und sind es wirklich 10-15 Hornissen?
    Sind sie wirklich den ganzen Tag da?
    Auch Hornissen werden "müde", jedenfalls lassen sie sich zwischendurch gerne ablenken, durch süße Baumsäfte etc.


    Es wäre in der Tat mal interessant, ein paar Stichprobenzählungen zu verschiedenen Tageszeiten zu machen und hochzurechnen.


    Ist denn nicht auch jemand von der Seite http://www.hornissenschutz.de/ hier im Forum aktiv?
    Er (oder Sie) kann dann doch sicher fundiert beitragen.


    Unter http://www.hornissenschutz.de/flugaktivitaeten.htm


    sieht man auch, dass die Aktivität zwar auch nachts, aber nicht gleichmäßig über den Tag stattfindet. Und nachts werden die Hornisse alles mögliche, aber wohl keine Bienen fangen.


    Und unter


    http://www.hornissenschutz.de/fang.htm


    wird erklärt, dass der Bienenverlust durch Hornissen bedeutungslos sei.


    Ich glaube das im allgemeinen schon auch, aber wenn sich tatsächlich 10-15 Hornissen mal spezialisiert haben und gezielt und vor allem über Wochen und nicht nur ein paar Tage einen winzigen Stand mit nur zwei Beuten angehen, würde ich das nicht mehr unterschreiben. Allerdings glaube ich eben nicht daran, dass sie so hartnäckig und über einen längeren Zeitraum sind. Und zwischen "nicht mehr bedeutungslos" und "ernsthaft schädlich für das Bienenvolk" ist ja auch noch ein Unterschied.

    Meiner bescheidenen Meinung nach...sind TÄGLICHE Räuberversuche um diese Jahreszeit normal? Die Nachbarvölker werden "angestestet" ? Bei mir ist Tracht.. Muss mal Bilder hochladen.. ist irgendwie eindrucksvoll wie die ihr Flugloch "dicht" machen gegen Fremde..


    ja, bitte Bilder, sind immer gut für Anfänger wie mich!


    Wenn tägliche Räuberversuche normal sind - sind sie das denn auch dort, wo es eigentlich noch genug Tracht gibt, die doch viel risikoloser und einfacher zu holen ist? Dachtem Räuberei ist eine Folge der Knappheit, davon kann hier aber nicht die Rede sein.


    Denn bei mir ist nämlich auch noch Tracht, und zwar nicht zu knapp. Springkraut und Goldrute in Massen, auf den Äckern ringsum ein paar Sonderkulturen und neuerdings auch eine mir bis dahin unbekannte, weiß-rosa blühende Senfsaat, vermutlich zur Gründüngung. Könnten auch Rettiche oder sowas ähnliches sein. Jedenfalls hängen da die Bienen auch ganz emsig drin.


    Gruß
    hornet

    Oh weh beiruth!


    Hoffentlich täuschst du dich. Auch bei mir steht daneben eine Bienenkiste, die sogar ein viel größeres Flugloch hat, aber nicht belästigt wird. Der nächste (fremde, mir bekannte) Bienenstand ist aber nur etwa 300m entfernt, allerdings ist dort nichts auffälliges zu sehen. Habe mich daher schon gefragt, wo plötzlich soviele fremde Bienen herkommen sollen, um sich einzubetteln und wieso sie es nur bei einem der beiden Völker tun.


    Was unternimmst du dagegen? Oder denkst du, die Abwehr hält?


    Die Fluglöcher sind bei meinen beiden schon ziemlich eng, viel kann ich da nicht mehr machen. Und wegstellen würde ich die Beuten nur ungern, sie stehen zur Zeit im Garten und ich habe eigentlich auch noch gar keinen anderen Standmöglichkeiten.


    Gruß
    hornet

    Hallo,


    bei einem meiner zwei Völker herrscht seit dem späten Vormittag ein Trubel, den ich so bisher noch nicht beobachtet habe.
    Ungewöhnlich viele Bienen halten sich relativ nervös und ungewöhnlich dicht geballt vor dem Fluchloch auf. Viele fliegen hinein, mit und ohne Pollen. Viele rasch hinaus.
    Und zwischendurch sieht es zuerst wie eine Keilerei aus und natürlich denke ich an Räuberei.


    Aber dazu passt nicht, dass sich die scheinbaren Keilereien offenbar ohne Stechen und Hauen wieder auflösen.


    Vielmehr werden einge der ankommenden Bienen und solche, die schon länger zögerlich auf dem Flugbrett herumkriechen immer wieder attackiert, die Attacke abgebrochen und stattdessen werden die Bienen dann nur stark befühlert. Andere Wächter kommen hinzu, tun das selbe, fast sieht es aus als würden sie diese Bienen beschnüffeln. Und zwar von allen Seiten, vor allem von hinten und unten. Das sieht dann kurzfristig wie Keierlei aus, bei der zwei, drei und noch mehr Bienen übereinader laufen und sich gegenseitig bearbeiten.


    Sobald aber so eine beschnüffelte Biene "attackiert" wird, zieht sie den Hinterleib bogenförmig nach unten. Fast sieht es aus, als würde sie wie ein Hund definsiv "den Schwanz einziehen". Außerdem ist deutlich zu sehen, wie sie den Rüssel herausstreckt und tunlichst vermeidet, den Stachel nach oben zu halten. Vielmehr drücken sie ihn auf den Boden und versuchen gleichzeitig, sich selbst so tief wie möglich auf den Boden zu wegzuducken.


    Also für mich sieht das extrem definsiv aus. Als wären sie fremd und würden darum betteln, nicht abgestochen zu werden und wollten zeigen, schaut her, ich will keinen Ärger, aber rein will ich auch. Denn keine dieser so behandelten Bienen versucht zu fliehen. Aber auch nicht eilig ins Innere zu gehen.


    Sobald die Schnüffelbienen von der betroffenen Biene ablassen, streckt sie den Hinterleib wieder aus und sieht wieder ganz normal aus, läuft aber weiterhin zögerlich auf dem Brett umher, will nicht weg und auch nicht schnell rein. Bis zur nächsten "Attacke".


    Was könnte hier vorgehen?


    Mein Verdacht:


    -keine Räuberei, da kein Schmutz, kein Stechen, keine Toten
    -massiver Einbettelversuch einer größeren Anzahl fremder Bienen
    -oder die eigenen Bienen haben sich im Feld irgendeinen Fremdgeruch geholt, der die anderen irritiert.


    Hat wer andere Lösungen?
    Oder doch Räuberei?
    Ist irgendwas zu unternehmen?


    Ich versuche nachher noch ein Video reinzustellen, aber es war leider recht dunkel da bei uns ganz trübes Wetter herrscht.


    Nachträgliche Ergänzung:
    Inzwischen gibt es wohl doch - zumindest im Innern - Keilereien, denn es werden gelegentlich tote Bienen herausgetragen.


    Allerdings war das im Sommer schon mal so, wo mein Imkerpate einen Schwächling in ein stärkeres Volk eingekehrt hat. Eine Handvoll toter Bienen war am nächsten Tag die Folge, der Rest wurde wohl offenbar akzeptiert. Das das der Fall war, konnte ich deutlich sehen, da der Schwächling viele "gelbe" (Buckfast?) Bienen hatte, die nun im neuen Volk drin waren, wo es zuvor keine gelben gab.


    Das selbe haben wir dann noch ein zweites Mal gemacht, nur dass wir damals die Bienen mit Zucker eingestäubt haben. Die Folge - es wurden alle akzeptiert, es gab keine Toten.


    Aufgrund dieser Erfahrung hoffe ich immer noch, dass es sich bei dem Phänomen heute auch nur um so eine Einbettelaktion und keine Räuberei handelt.
    Inzwischen (18:00 Uhr) hat der Trubel etwas abgenommen. Bei Räuberei sollte das ja nicht sein, oder?

    Also zumindest ich verlasse mich nicht auf "Studien staatlicher Stellen", sondern versuche, mir eigene Gedanken zu eigenen Bildern zu machen.


    HIER, also bei mir in Südbayern kann ich bis jetzt die anfangs befürchtete Schädlichkeit einfach nicht beobachten, es hat sich eine Art Gleichgewicht ausgebildet.


    Dein Argument mit dem "versauen" von Waldtrachten kann ich aber nachvollziehen. Schlimm ist das aber wohl nur für Leute, die gleichzeitig mit dem Springkraut auch auf Waldtracht setzen. Das ist bei mir hier nicht der Fall. Hier hat das Springkraut erst nach der Honigernte eingesetzt und was jetzt eingetragen wird, muss nur den Bienen schmecken. Offensichtlich sind die nicht so "geschleckert" wie du :wink:

    Mein Problem ist, dass durch die "Monokulturen" eine Pflanzenvielfalt die gerade an diesen Bachläufen vorhanden war, die im übrigen auch den Bienen genützt hat, verschwunden ist.
    Ich komme gerade eben aus einem lichten Waldstück/Waldrand das bisher frei von diesem Drüsigen Sprinkraut war. Jetzt stehen die ersten 5 Pflanzen auf ca. 20 m. Die verschiedenen Spätsommerblüher die jetzt noch dort stehen werden in 1-2 Jahren diesem Kraut gewichen sein.


    Hallo Eisvogel,
    Erst mal gut, für Bienenhalter hat es also tatsächlich gar keine Nachteile, wie von mir erhofft.


    Was die Verdrängung anderer, heimischer Pflanzen betrifft (die übrigens alle auch irgendwann mal hier bei uns eingewandert sind, weil nach der Eiszeit gab's noch gar nix bei uns!), so hat das Springkraut den Vorteil, dass es erst sehr spät im Jahr wirklich loswächst. Logisch, es keimt sehr spät und muss dann den vollen Zyklus vom Keimen an durchlaufen (im Gegensatz zur Goldrute, die sofort auf das Wurzelwerk vom letzten Jahr zurückgreifen kann und von Frühling an loswächst). Die allermeisten heimischen Pflanzen haben bis zum Aufwachsen des Springkrautes zum Ende Juli hin also schon einen Gutteil der Entwicklung hinter sich. Mit dem Effekt, dass der Verdrängungseffekt trotz der monströsen Ausmaße des Bewuchses gar nicht so groß ist, wie man meint.


    Und zumindest hier, in meiner Gegend ist das Springkraut in die Nähe der Flußaue oder seiner Seitenbäche zwar allgegenwärtig, aber wenn man genau hinschaut, sieht man, dass es flächig doch gar nicht mehr soooo dicht wächst wie in den ersten Jahren. Nur an ganz frisch aufgeschütteten Stellen nahe der Gewässer findet man noch die ganz dichten Dickichte. Da, wo sonst sowieso "nur" die üblichen Pioniere wachsen würden, die eh häufig sind. In etablierten Pflanzenschichten weiter weg vom Gewässer kann sich das Kraut nach meiner Beobachtung auf Dauer also gar nicht so dominant halten.


    Was dein Waldbeispiel betrifft: Häufig sieht man, wie ein am Boden kahler Fichtenwald (übrigens auch total künstlich) in der Nähe bestehender Springkrautbestände bei beginnender Auflichtung auch ganz dramatisch innerhalb von 2-4 Jahren vom Springkraut überwuchert wird. Davon sollte man sich aber nicht täuschen lassen. Nach einigen weiteren Jahren hat sich das wieder erschöpft. Das Kraut verschwindet vielleicht nicht ganz, aber die Masse vom Anfang ist dahin. Ich meine, sowas ist kein Problem.


    Ich bin jetzt kein Geobotaniker, aber ein wenig Pflanzenkenntnis habe ich schon. Und mein persönlicher Eindruck ist, dass die wesentlichen heimischen Pflanzen auch zwischen dichteren Beständen wachsen wie eh und je. Da sieht es in den älteren Dickichten der Goldrute schon ganz anders aus, aber auch hier das selbe Bild: Die anfängliche Totalverbreitung ist gar nicht mehr soooo total, denn sonst würde man ja heute auch über die Goldrute reden, nicht nur über das Springkraut. Oder gibt's diese Goldrute bei euch gar nicht?


    Selbstverständlich will ich nicht behaupten, dass meine Beobachtungen auch in anderen Gegenden gelten müssen. Aggressive Neophyten wie das Springkraut sind IMMER problematisch. Mal mehr, mal dauerhaft, mal weniger oder nur vorübergehend, das wird sicher niemand bezweifeln. Aber die allermeisten Neophyten sind nach anfänglichem "Hype" dann doch ganz manierlich und nach einiger Zeit merkt kaum noch jemand, dass das mal ein Neophyt war.


    Und mein Eindruck ist, dass sich das Springkraut wirklich nur an mit Nährstoffen völlig überversorgten (künstlich!), nassen und häufig überschwemmten/verschlammten Standorten länger dicht und problematisch halten kann. An allen anderen Stellen ist es vielleicht optisch zeitweilig dominant, aber nicht ganz so schlecht wie sein Ruf. Eine Bekämpfung ist übrigens problematisch, da sie oft auch bei anderen Pflanzen mehr Schäden anrichtet, als sie nützt. Ich meine, das Springkraut ist unter den jüngeren, besonders aggressiven Neophyten vielleicht das auffälligste, aber noch mit das harmloseste.


    hornet

    Hi Eisvogel,
    leider hast du deine Antwort so kryptisch gehalten, dass nicht mal klar wird, wessen Auge nun womöglich blind ist - deines oder unseres :p


    Aber im Ernst: Wo siehst du jetzt ein Problem für Bienenhalter? Ich meine die Frage ernst, bin ja noch Anfänger.


    Und: Was willst du gegen das Kraut tun? Warum es nicht hinnehmen wie andere mehr oder weniger unschöne Begleiterscheinungen unserer eigenen Existenz? Denke nur mal an Straßen - künstlicher Fremdkörper, häßlich, schädlich und trotzdem alltäglich von uns allen akzeptiert. Ich fürchte, das musst du mit dem Springkraut auch so halten. Künstlich von uns Menschen eingebracht ist es jetzt nunmal da. Irgendwann wird es auch mal wieder verschwinden, genau wie unsere Straßen. Aber beides wird ziemlich sicher wohl nicht mehr während unserer Lebenszeit geschehen.

    Also ganz so negativ sehen das aber die Forstleute nicht! Zumindest nicht generell und überall.


    Siehe
    Indisches Springkraut im Forst
    Unkraut vergeht doch


    Abgesehen davon, sind wir hier Förster oder Bienenhalter?
    Hat denn das Springkraut für Bienenhalter etwa nicht nur Vorteile?


    Ich wohne hier nahe einer großen Flußaue und die Bienen tragen massiv Springkraut und Goldrute ein. Und das sogar heute bei Dauernieselregen und einer ganz flachen Temperaturkurve, die nur mittags kurz die 15°C erreicht hat. Diese beiden Pflanzen dominieren hier den Auwald.
    Nachteile kann ich nicht erkennen. Ich muss weniger füttern und die Bienen in der Gegend sind beschäftigt und haben keine Zeit für Räuberei.


    Als Waldbesitzer würde ich jedenfalls nichts tun und als Imker erst recht nicht.
    Wenn ihr aber doch, warum eigentlich?

    Hallo,


    also heute war es wieder extrem - 100 Bienen drängelten sich auf dem schmalen Sims aus dem Holz der Kiste und 0 Bienen gleich daneben auf der Dachlatte. Wie eine Demarkationslinie. Ich habe daher heute die Dachlatte einfach mal weg weil es mir jetzt zu bunt geworden ist und ich den Eindruck habe, dass die Tierchen aus irgendeinem Grund diese Dachlatte wirklich nicht mögen. Zu rauh erscheint mir sehr plausibel. Und die Bienen sollen es schließlich gut bei mir haben :wink:


    Hobeln wegen Pollen scheidet definitiv aus. Sie laufen hochbeinig herum, Rüssel am Boden und machen 2 Schritte vor und zurück, da wird nix mit oder an oder von den Beinen (ab-)gestreift. Auch andere Bienen anderer Völker machen das, aber eben nicht so, hm ich sage mal "koordiniert" und in großer Anzahl gleichzeitig. Ist wirklich lustig, wenn die oberhalb des Fluglochs da hängen und alle nach unten schauen und die vor dem Flugloch schauen alle nach innen...und alle wackeln vor und zurück, vor und zurück.


    Bezüglich Belüftung: Stimmt, das Flugloch habe ich extra klein gestellt, da schwirren immer ein paar aggressive Wespen herum die dauernd rein wollen und es ab und zu auch schaffen. Aber zu warm scheint es den Bienen eher nicht zu sein. Es wird nur am späten Vormittag etwas gefächelt, wenn die Sonne voll draufscheint. Danach ist schöner Halbschatten. Und die Kiste ist noch halbleer.


    Das Flugloch habe ich extre recht klein, da es auch recht hoch ist und das Volk die Kiste erst etwa zur Hälfte ausfüllt. Diese Kiste ist daher auf der einen Seite voll mit Waben, auf der anderen leer und groß wie eine Flugzeughalle (aus Sicht einer Biene). Es besteht aus meiner bescheidenen Anfängermeiung also ein gewisses erhöhtes Risiko für Räuberei und Eindringlinge wie Wespen, da die, wenn sie mal drin sind erst mal in die leere Hälfte gehen können und dort nicht gleich so attackiert werden wie wenn alles rappelvoll wäre. Und umgekehrt sollte das große Leervolumen eine Überhitzung auch erschweren.


    Ich hoffe ja, dass wenigstens noch etwas Waben gebaut werden, damit das Leervolumen zum Winter hin noch etwas schrumpft. Sollte aber auch so kein Problem sein laut Projektwebsite. Ist aber ein echter Nachteil der Kiste, dass der Raum bei einem kleinere Volk nicht angepasst werden kann.
    Und ja, das Ding hat auch keinen offenen Boden und kein Gitter.


    Und was das "in ein paar Tagen ist der Spuk vorbei" betrifft, das glaube ich nicht, sie tun es ja schon seit Wochen. Aber unangenehm scheint es ihnen ja auch nicht zu sein, gefährlich oder schlimm erscheint es mir auch nicht, nur eben interessant.


    Aber "behandelt" haben sie einen Teil der Dachlatte tatsächlich, ich schätze mal mit Propolis. Die Kante hat nämlich einen harzartigen Überzug, der ist aber sehr minimal und der kleine "Schmierer" steht in keinem Verhältnis zur aufgewendeten Zeit.

    Hallo,
    dies ist mein erstes Posting in diesem Forum, daher stelle ich mich doch erst mal vor, unten dann die eigentliche Frage.


    Vorstellung
    Bin totaler Anfänger, habe aber zunächst aus Interesse seit meiner Kindheit und später beruflich bedingt einen engen Bezug zur Natur und zwar wissenschaftlich wie theoretisch, aber auch zur Landnutzung. Will damit also betonen, dass ich KEIN Naturromantiker aus der Stadt bin. Warum ich das so hervorhebe? Weil ich gleich ein Wort verwenden muss, das hier im Forum offenbar sowas wie ein Reizwort zu sein scheint, nämlich Bienenkiste. So. Jetzt isses gleich schon mal raus :-D. Hat ja nicht mal weh getan.:cool:


    Also die Bienenkiste. Über meine Frau bin ich nämlich diesen Sommer zu den Bienen gekommen wie die Jungfrau zum Kinde. Nicht lange herumgeredet: Wir haben von Kollegen einen überzähligen Schwarm übernommen und diese Kollegen hatten nunmal gerade diese Bienenkiste über und meinten, das wäre doch eine tolle Gelegenheit, in unserem großen Garten ganz extensiv diese nützlichen Tierchen zu halten und nebenbei ein wenig Honig ernten zu können. Dazu noch die URL vom Projekt Bienenkiste und da war sie nun, die Kiste und der Schwarm. Letzterer noch im Karton in Kellerhaft.


    Ich war je nun etwas skeptisch, wusste ich doch von vielen Bienen- und Wespenstichen aus der Vergangenheit, dass Bienen vielleicht Süsses produzieren, aber eher keinen süßen Kuschelfaktor haben und obendrein auch noch betreut werden müssen und nicht einfach so gehalten werden können. Doch mit zunehmender Kenntnis der Website Bienenkiste und ersten praktischen Erfahrungen (Bieneneinlauf!) ist doch ziemlich schnell sowas wie Begeisterung entstanden. Zwischenzeitlich andere Lektüre, viel Realitätssinn aufgrund meines bisherigen Werdegangs, ein Imkerpate und auch erste Imkerkurse haben allerdings sehr, sehr rasch, schon inder erste Woche aufgezeigt, dass die Sache mit der Bienenkiste zwar eine tolle Sache ist, aber auch gehörige Nachteile hat.


    Um es hier erneut abzukürzen: Dank Bienenkiste und der tollen Website des Projektes sind wir zwar auf das Thema gestoßen und haben sozusagen die Initialzündung erlebt, aber die Zukunft soll dann doch anders aussehen. Mit der Fortführung der Kurse und unter Begleitung durch unseren Paten wollen wir jetzt erst mal 2-3 Jahre als Jungimker ein paar Bienenvölker halten und sehen, ob was dauerhaftes draus werden kann, wovon ich derzeit fest ausgehe. Die Bienenkiste wird nebenbei noch mit gezogen, aber alles weitere wird in herkömmlichen Magazinen gehalten. Inzwischen haben wir auch schon zwei weitere Schwärme selbst eingefangen und in Magazinen untergebracht.


    Eigentliche Frage
    So und jetzt kommen wir langsam wieder zur eigentlichen Frage. Durch unsere eigene Vergleichsmöglichkeit aber auch durch Beobachten anderer Bienenvölker fällt mir seit einigen Wochen auf, dass sich die Bienen an der Bienenkiste etwas anders verhalten. Oder dass zumindest dort ein Verhalten sichtbar wird, das sonst vielleicht versteckter stattfindet.


    Nämlich die Bienen sitzen in einer größeren Versammlung vor und rund um das Flugloch, mit den Köpfen dorthin und bewegen sich jeweils ein paar "Schritte" vor und zurück, Rüssel ausgestreckt und quasi gemeinsam im Gleichschritt. Sozusagen auf und nieder, immer wieder...:-D Sie tun dies auch gerne in Reih und Glied, also schön geordnet nebeneinander. Was wirklich erstaunt ist, dass sie das wirklich rund um die Uhr tun, auch nachts um 1:00 Uhr oder 4:00 Uhr. Tagsüber sowieso. Seit Wochen! Ok, hier in Südbayern war es die letzte Zeit eigentlich auch nachts nie kühl, sondern immer schön warm. Mal sind mehr, mal weniger Bienen zu sehen. Ich hätte ja anfangs gedacht, die putzen. Oder tragen einen Propolisteppich zur Desinfizierung der Ankommenden auf. Aber ich kann nichts sehen. Keinen Auftrag von Propolis und keinen Abtrag irgendwelcher Schmutzschichten. Das Holz am Eingangsbereich verändert sich in keiner Weise.


    Was tun die Bienen dann da eigentlich? Trotzdem "nur" putzen oder propolisieren?


    Bei anderen Völkern kann ich das in dieser Intensität und Formation aber nicht sehen.
    Das Volk erscheint in Ordnung, eine Königin ist vorhanden und es wird kräftig gebrütet, alle paar Tage sind Wolken neuer Jungbienen beim Einfliegen vor dem Flugloch zu sehen und es wird permanenent Pollen und Nektar eingetragen, auch jetzt noch, wir haben hier eine kleine Sonderlage durch ein paar Speziallandnutzungen und daher immer noch nennenswerte Trachtverhältnisse.


    Liegt es an der Konstruktion der Bienenkiste? Ist es Individualität des Volkes? Und was geht hier vor?


    Wer will, kann sich mal zwei kurze Videos von der Sache ansehen:


    Video 1 Überblick


    Video 2 Nahaufname

    Wer genau hinschaut, erkennt vielleicht auch, dass die Bienen tunlichst vermeiden, sich auf der sägerauhen Dachlatte aufzuhalten, die ich vor das Flugbrett gelegt habe, weil das Originalbrett bei starkem Flugbetrieb offenbar zu kurz ist und es zu gehäuften "Abstürzen" schwerbeladener Bienen beim Anflug kam. Seither ist das Problem behoben, die Bienen landen auch auf der Dachlatte, aber keine bleibt länger als nötig darauf sitzen. Ist manchmal wie abgeschnitten, alle Bienen gedrängt auf dem Bienenkistenholz, aber kaum eine auf der Dachlatte.
    Diese ist natürlich unbehandelt. Aber eine Erklärung habe ich nicht, das bisschen rauhes Holz kann es doch nicht sein? Wäre doch viel griffiger?


    Soweit erst mal mein Einstieg hier im Forum
    Gruß
    hornet (obwohl sie auch Bienen fressen, waren Hornissen meine Lieblingsinsekten während meiner Jugend!)