Beiträge von hornet

    Die Kosten laufen davon und der Erlös verharrt.

    nd wir trauen uns kaum, dem aktuell allgegenwärtigen Trend zu folgen

    Nur so zur Info für die, die es womöglich noch nicht bemerkt haben. Allein der Preis für Neugläser ist bei mir und ganz sicher auch bei euch seit meinem letzten Kauf vor 1 Jahr um sage und schreibe 20% angestiegen! Bei den Edelstahlprodukten traue ich mich noch gar nicht hinzuschauen....beim Sprit geht das Wegschauen leider nicht, bei Strom und Gas dafür um so leichter, da man nur 1x im Jahr die Rechnung kriegt...ändert aber nix daran, dass am Jahresende bei gleichen Einnahmen deutlich weniger in der Kasse ist.


    Vor allem, wenn man keinen Job mit bequemen automatischen Lohneerhöhungen oder Gewerkschaften hat, die einem jedes Jahr mehr Geld in den Hintern nachblasen, ohne dass man deswegen irgendwie mehr leisten müsste.

    Das folgende zum Thema Goldrute (man kann aber auch Sprinkraut einsetzen) zeigt die Symptomatik deutlich auf:


    Im aktuellen Bienenjournal Seite 19 sieht man es schon wieder:


    Da steht in der Bildunterschrift sinngemäß "Kanadische Goldrute stark auf Kosten der heimischen Pflanzen ausgebreitet, daher zählt sie zu den problematischen Pflanzen".


    Allerdings steht nur eine Zeile weiter, dass die Goldrute seit 1664 in Europa bekannt ist.


    Aha. Da ist eine Pflanze also seit sage und schreibe 357 Jahren im Lande und hat sich angeblich stark auf Kosten der heimischen Flora ausgebreitet, gilt als invasiv uns schädlich.


    Echt jetzt, schaut euch um. Nur wer aufpasst und danch sucht, bekommt tatsächlich auf bestimmten gestörten Flächen (früher so genanntes "Ödland") größere Flächen Goldrute zu Gesicht. Bei mir wächst es zB. im Münchner Raum in den Isarauen, besetzt dort durchaus immer wieder mal größere Flächen. Hauptgrund ist aber nicht die Invasivität des Krautes, sondern die Tatsache, dass die Isarauen dank menschlicher Flussregulierung nicht mehr regelmäßig überflutet werden, was übrigens den allergrößten Teil der natürlichen Auwaldflora vernichtet hat.


    Aber selbst das ist seit mindesten 30 Jahren unverändert (so lange kenne ich die Gegend dort). Da tut sich nix in Sachen Goldrutenausbreitung, sie wächst da, wo sie schon jahrzehnte lang wächst. 30 Jahre sicher nix invasiv, nix dominant im Sinne von überall im Lande drängt es sich ins Blickfeld.


    Es kommt hie und da mal vor, wesentlich seltener als Brennesseln und da wo es wächst, wächst tatsächlich nix anderes, also genau wie unter Brennesselflächen, oder Brombeeren oder....


    Und wenn eine Pflanze 357 Jahre Zeit hatte sich "stark und invasiv auszubreiten", dann erwarte ich, dass sie nach so langer Zeit flächendeckend dominant auftritt, man ähnlich wie beim Mais hinschauen kann, wo man will und hat die Pflanze im Blickfeld.


    Vergleicht selbst mit der Lebenswirklichkeit...

    Beim Thema Springkraut das allerselbe.

    Es ist definitiv nicht mal ansatzweise irgendein ökologisches oder wirtschaftliches Problem zu sehen.


    Und schaut mal hin, das Springkraut war heuer nach 3 sehr schwachen Jahren wieder mal sehr vital und daher gut sichtbar, weil das Wetter gepasst hat. Zur Zeit ist es bei uns aber schon wieder verschwunden, es gab eine Woche mit leichten Frösten, es stehen nur noch die kahlen Stängel.

    Und darunter stehen genau die gleichen Pflanzen, die vor der Blüte auch da standen - nix wurde verdrängt. Die Landschaft zeigte sich halt 2 Monate lang hie und da in kräftigem Rosa und die Bienen haben sich bei mir selbst überfüttert mit gutem Nektar und niemand musste einfüttern, das war's.


    Es ist einfach lächerlich, entweder sind solche Sätze wie der im Bienenjournal gedankenloses Nachplappern, Wichtigtuterei oder hier versuchen merkwürdige Interessengruppen eine merkwürdige, unbekannte Zielsetzung mit solchen permanent gestreuten Aussagen zu erreichen. Für mich hat das was von Manipulation der öffentlichen Meinung.


    Als ernsthaft problematische invasive Art fallen mir adhoc gerade die Kaninchen in Australien ein. Es gibt noch einige Beispiele weltweit, die echte Probleminvasoren waren und sind.

    Aber ein Organismus, der hunderte (!!!) von Jahren eingebürgert ist, nicht weiter auffällig ist für 99,99% der Menschen und sich während 30 Jahren nicht wirklich nennenswert ausgebreitet hat kann nicht "gefährlich" und "bekämpfungswürdig" genannt werden.


    Das ist wie wenn man Leute im Einwanderungsland Deutschland als Migranten und Ausländer bezeichnet, deren Vorfahren im 16 Jahrhundert von irgendwoher in die heute Fläche Deutschlands gelangt sind...

    Ich hab dann all meinen Mut zusammen genommen (...) Da war ich aber schön gekniffen und alles blieb wie es war.

    du willst uns also sagen, es sei ein Fehler, für sich und seine Interessen einzutreten, weil das Risiko besteht, dass man einen Fehlschlag erleidet?


    Das wäre dann die typische Haltung des bequemen Angetellten, der zwar hintenrum immer jammert über zu wenig Geld, den bösen Chef, die blöden Kollegen und den scheiß Job, aber dann doch immer nur tut was man ihm sagt und bloß nicht auffallen will und das bis zur Rente.


    Kann man so machen. Hat Vor- und Nachteile.

    Genau wie Unternehmer. Hat auch Vor- und Nachteile.


    Muss man selbst entscheiden, was für ein Typ man ist. Als Imker kann man bequem für sich hinwursteln, Bienen anschauen und Vermarktung als lästige Pflicht vernachlässigen. Bei den Bienen fühlt man sich dann wohl, beim Blick ins Lager dagegen jammert man und ist alles, nur nicht befriedigt (Analogie zum Angestellten oben). Unter dem Strich kommt dann ein mehr oder weniger gutes oder schlechtes Mittel an Befriedigung heraus.


    Man kann aber auch gewinnbringend (monetär und auch zur Befriedigung) vermarkten, so dass auch die Vermarktung Freude bereitet und man Schönes tut und auch noch doppelt dafür belohnt wird. Unter dem Strich wird garantiert ein sehr hohes Maß an Freunde und Befriedigung herauskommen. Dazu ist halt ein gewisses unternehmerisches Denken und Handeln notwendig.


    Dazu gehört, dass wer was wagt, meistens gewinnt, aber gelegentlich natürlich auch Fehlschläge einstecken muss. Aus denen kann man aber in der Regel Erfahrungsgewinn ziehen und langfristig noch mehr gewinnen.

    2 Schritte vor, 1 zurück und man kommt vorwärts. Bleibt man stehen, dann bleibt man auf jeden Fall da, wo man schon ist.

    Wer hier für hohe Preise eintritt, hat angeblich keine Schwierigkeiten die Erntemenge zu hohen Preisen abzusetzen. Da kann es doch egal sein, wenn andere Imker einen anderen Markt bedienen.

    Berggeist

    Jein.

    Erstens tue ich mich natürlich leichter, wenn alle hohe Preise haben. Zweitens könnte ich dann evtl. noch etwas höhere Preise erzielen ;-) .

    Und drittens würden hohe Preise schlichtweg das Image der Imkereiprodukte deutlich aufwerten - für uns alle. Was wiederum langfristig für uns alle ein Mehr bedeuten würde. Mir ist diese Motivation sogar am wichtigsten. Das Image des Honigs ist teilweise durch (importierten) Billighonig miserabel und eigentlich sollten wir alle daran arbeiten, es zu verbessern.


    Das gelingt mit am besten durch den Preis und das auch, wenn es vielen nach wie vor nicht gefallen will, aber so ist die Welt halt, so ticken die meisten Menschen.


    In Vereinen/Verbänden wird dagegen immer nur versucht, das Image oft durch dröge Flyer und bunte Bildchen in diversen Artikelchen aufzubauen. Da wird dann die immer gleiche, langweilige Geschichten von der fleissigen Biene erzählt, die leider gerade stirbt und dass der Mensch dann auch stirbt 4 Jahre danach und dass das alles zeigt, wie wichtig und toll die Bienen und der heimische Honig sind und dass man doch den Honig kaufen möge, weil die Biene dafür doch Xmal um die Welt geflogen sei...


    Sorry, damit holt man niemand mehr hinter dem Ofen hervor. Und man erreicht nur die Leute, die aktiv nach Informationen zur Biene suchen.

    Kaufen sollen den Honig aber viel mehr Leute und denen kann man keine langeweiligen, rührseligen Geschichten erzählen.


    Denen muss der Honig schmecken, er muss vielleicht sogar "was hermachen" und vor allem, sie müssen das Gefühl haben, ein wertiges, heimisches, regionales, gesundes...usw. Produkt vor sich zu haben. Alle diese Wünsche steigern den Preis, das weiß der Kunde intuitiv. Stimmt der Preis dazu nicht, ist er also zu billig, ist das Image schon angeknackst, der Kunde misstrauisch.


    Wir alle profitieren davon, wenn das Image des Honigs besser ist. Daher sollten wir alle ein großes Interesse daran habe, es zu heben. Der angemessen, eher höhere Preis ist meiner Meinung nach mit der allerwichtigste Regler dabei. Deswegen setze zumindest ich mich so dafür ein. Denkt an Oberklasseautos, Appleprodukte (und tausend andere ähnliche Beispiele)...hier stimmen Preis und Image und deswegen verkaufen sich die Dinger wie geschnitten Brot.

    Die Frage ist dann einzig, ob die Kunden, die man zunächst verschreckt hat, wiederkommen.

    wenn man gute Qualität zu fairen Konditionen anbietet. Die sind auch nicht doof. (...) Ich könnte sicherlich mehr bekommen, würde ich im Hipsterglas und auf jeden neuen Zug aufspringen.

    Ich kann dich rase beruhigen: Weder habe ich irgendein "Hipsterglas" (da fallen mir dagegen gleich welche ein, die das erfolgreich praktizieren und auch hier im Forum gut bekannt sein dürften), noch habe ich auffällig herausragende "Spitzenpreise". Ich glaube sogar umgekehrt, dass ich am Markt "auffällig unauffällig" bin... ;-)


    Nochmal: Sich ganz oben orientieren aus Selbstschutz heißt nicht, "oben herausragen". Heißt nicht 110% der bisherigen Preise, sondern vielleicht 90% der anderen Preise unter sich lassen. Dann gibt es immer noch 10%, die über einem fliegen. Somit schwimme ich ganz oben mit einigen anderen mit und es gibt trotzdem noch eine ganz erkleckliche Zahl Imker, die erheblich mehr verlangen als ich. Sogar welche, die gar nicht BIO sind.


    Ich meine halt, ein gutes, regional unabhängiges Maß für diese "oberen 10%" sind die Spitzenpreise in den gehobenen Supermärkten für vergleichbare heimische Honige. Wer sich da mittendrin drin positioniert, schwimmt oben mit, ohne zu übertreiben und profitiert von der Erfahrung der Einzelhandelsprofis, die wissen, was geht und was nicht.


    Deswegen kann auch keine Rede davon sein, dass meine Honigpreise irgendwelche Kunden erschrecken.


    Neulich habe ich z.B. einen gesehen, der hatte ca. 15 Sorten im 250 und 500g Glas und hat für alle kleinen Gläser einheitlich 8 EUR und für die großen 12 EUR verlangt, über alle Sorten gleich. Z.B. auch für Raps-, Sommer und Waldhonig! Besonders schön und sauber abgefüllt war der Honig auch nicht, bei den flüssigen Sorten war überall deutlich Schaum vom Abfüllen zu sehen.

    Und ich kann euch versichern, der hat zügig verkauft, weit außerhalb von München neben einem Töpfermarkt auf einem großen Parkplatz. Der verkauft ganzjährig so.


    Der Clou war, der Honig war gar nicht aus Deutschland, sondern ausnahmslos aus Rumänien. Der Imker wohnte aber hier und hat ganz offen kommunziert, dass er den Honig dort von anderen Imker aufkauft und nur abfüllt. Quasi ein privater Abfülbetrieb, getarnt als "regionaler Imker". Ich schätze mal 2 EUR pro Kilo im Einkauf, 32 bzw. 24 EUR im Verkauf...

    DAS nenne ich mal Gewinnspanne...ich gestehe, ich habe den Kerl bewundert ob seiner Konsequenz. Er hat erkannt: Das Geld ist einfach da, auch auf dem Land, auch wenn es niemand glaubt.


    Ich frage mich halt, warum sowas hiesige Imker nicht dazu anregt, wenigstens mal grob das eigene Preisniveau zu überdenken, von sofort Nachmachen will ich dabei gar nicht reden, das mache noch nicht mal ich, weil der Sprung dazu halt einfach zu groß wäre, das kann wenn, dann nur allmählich geschehen.


    Aber wenn von Zufallskunden ohne mit der Wimper zu zucken größere Mengen Honig zu solchen Preisen gekauft werden, kann man doch beim besten Willen nicht glauben, dass ein eigener Honigpreis von 5 oder 6 EUR pro Glas "angemessen" sein kann...


    Ich kann und will auch niemanden überreden, aber anregen und Hilfestellung geben wil ich schon. Weil auch ich habe mal angefangen und dabei den Fehler gemacht, mich an den Nachbarimkern zu orientieren und nur ein wenig (50ct) draufzuschlagen.

    Immerhin das, aber ich habe dann schnell bemerkt, dass auch das viel zu wenig ist und der Honig einfach trotzdem zu schnell "verdunstet" und die Kunden trotzdem mehr werden. Das ist trotz erheblicher Teuerung seither übrigens immer noch so. Heuer, wo es bei uns nur etwa 50% der sonstigen Ernte gab, bin ich ganz schön in Bedrouille geraten, die Sicherheitsvorräte sind praktisch weg. Noch so ein Jahr wäre fatal...nicht auszudenken, wenn ich zuvor den Honig für 6 EUR verschenkt und dadurch noch schneller fast ausverkauft gewesen wäre.


    Mein Wunsch ist, dass anderen diesen Fehler nicht selber wiederholen müssen. Meine Erfahrung ist, wenn man die richtigen Kunden anspricht, ist die Angst vor Kundenverlust durch faire Preise unbegründet.

    Wer natürlich von Anfang an immer nur mit dem (billigen) Preis operiert und Kunden gewonnen hat, muss seine Kunden wohl erst mal komplett austauschen, um das zu korrigieren, das mag wohl wahr sein. Aber anfangen sollte man, dazu rate ich halt. Angst ist nie ein guter Berater, auch nicht die Angst vor Kundenverlust wegen höherer Preise.


    Einfach mal machen, Lösungen probieren, damit kommt man auf jeden Fall weiter als mit dem ängstlich Suchen nach Gründen, warum lieber nicht...


    Macht was draus oder auch nicht. Das Forum soll Imkern helfen, sich selbst zu helfen, meine paar cent habe ich jedenfalls mal wieder dazu beigetragen.

    Ich hoffe, das ist dir nur so rausgerutscht, und du hast nicht ernsthaft den Unterschied zwischen einem Stundenverrechnungssatz und dem Stundenlohn oder dem Betriebsgewinn pro Arbeitsstunde nicht verstanden =O .

    bin zwar tatsächlich kein Betriebwirtschaftler, aber das ist mir trotzdem klar. Das soll natürlich nur plakativ aufzeigen, dass man mit seinem Einkommen als Durchschnittsimker unter GARANTIE im Schnitt beim Einkommen schlechter oder bestenfalls ähnlich gut da steht als ein Durchschnittshandwerker und daher auch beim Versuch möglichst hohe Honigpreise zu erzielen, immer noch weit entfernt von einer Raupe Nimmersatt oder einem vermeintlich "gierigen" Menschen gesehen werden sollte.


    Mich stört massiv, wenn das Streben nach wenigstens etwas fairerer Entlohnung aus den eigenen Reihen quasi als kapitalistische Heuschrecken-Aktion und Ellenbogenmanier hingestellt wird. Ich halte es vielmehr für ein Strampeln, damit man nicht zwischen den großen Fischen untergeht und das dumme, ausgebeutete Opfer bleibt.


    Es muss ja nicht jeder strampeln, man kann sich auch hängen lassen. Aber wenn jemand strampelt und versucht die Situation wenigstens für sich zu verbessern, sollte man aus den eigenen Reihen, wenn schon nicht unterstützt, so doch wenigstens nicht angegriffen werden.


    Was das "Maximum, nur weil alle das machen" betrifft, das rase oben erwähnt, da muss ich sagen, ich sehe mich als kleinen Fisch im Haifischbecken des Marktes. Nicht ich bestimme die Preise, auch nicht meine eigenen, sondern der Markt - sonst würde ich noch viel mehr für den Honig verlangen können und z.B. meine Arbeitszeit voll mitbezahlen lassen, wie es "alle anderen" ja eigentlich auch machen.

    Das geht aber nicht und genau deswegen wird man ja mit der Imkerei in der Regel nicht reich, da gäbe es deutlich lukrativere Beschäftigungen. Hat rase selbst gesagt ;-)


    Auch muss ich umgekehrt tagtäglich die hohen und steigenden Preise anderer Produkte zahlen, es wäre in meinen Augen schlichtweg dumm, hier durch Selbstverzicht aus merkwürdig konstruierten Gründen nicht nachzuziehen.


    Fair ist in meinen Augen, wenn man ein gutes, nachgefragtes Produkt herstellt und dafür einen angemessenen Preis erzielt, der einem selbst ein gutes Einkommen ermöglicht, genau wie es alle anderen Produzenten, Angestellte und Beamte für ihre Arbeit auch anstreben. Dazu hat der aktuelle Honigpreis in meinen Augen aber noch gut Luft nach oben. Das zu ändern, ist der Versuch "mitzuhalten, um nicht untergebuttert zu werden". Nicht mehr und nicht weniger.


    Das ist im Bereich Imkerei aber nur sehr schwer der Fall, weil der Honigpreis einfach zu niedrig ist und die Bestäubung in unserem Land nicht honoriert wird. Wäre es nicht so, gäbe es ja auch deutlich mehr Erwerbsimker und selbst von denen sind ja viele Idealisten und Selbstausbeuter. Das sollte ja eigentlich Konsens sein und wird nach meinem Verständnis auch so von den Berufsvertretern kommunziert. Sich als Freizeit- und Nebenerwerbsimker an dieser Erkenntnis zu orientieren und entsprechend dagegen zu handeln, kann in meinen Augen nicht sooo falsch sein.

    und nur die invasiven sind problematisch. Und dazu zählt nun mal das Springkraut

    Nicht jeder, der joggt anstatt zu spazieren ist gleich ein Marathonläufer. Das Wort "invasiv" allein beschreibt noch nicht, ob Handlungsbedarf besteht oder nicht.

    Zu Beginn einer Invasion machen Abwehrmaßnahmen oft noch Sinn.


    Aber das Springkraut ist schon seit Jahrzehnten flächendeckend vorhanden, die "Invasion" ist also sowieso schon beendet, es ändert sich nichts mehr Wesentliches und wenn man ehrlich ist, so richtig viel Schlimmes ist auch nicht passiert. Wie übrigens in den allermeisten dieser hochgejubelten "die Aliens werden uns alle vernichten"-Fällen.

    Ich finde ein gutes Mittelmaß ist es einfach.

    Wieso Mittelmaß? Es verbietet dir doch niemanden, den Honig an die, denen "du in die Augen schauen" musst zu einem anderen Preis abzugeben als anderen "anonymen" Kunden? Bei mir hat sogar jeder Kunde seinen individuellen Preis, das ist Verhandlungssache. Es gibt Kunden, denen wächst das Geld zu den Ohren raus, die können dann gut andere Kunden querfinanzieren, die ich sonst nicht hätte, weil es ihnen sonst vielleicht zu teuer wäre. Hier muss nur der Schnitt über alle Kunden stimmen und schon passt es.


    Beim nochmal Durchlesen ärgert mich dann doch noch etwas, nämlich die wiederholten Sticheleien von rase, von wegen "Raupe Nimmersatt" und "Gier".


    Dabei hinkt seine Argumention doch gewaltig.

    Einerseits schreibt er

    Ich will gut davon leben können, aber wenn ich unbedingt reich werden wollte, würde ich vermutlich was anderes machen

    und gibt damit ja zu, dass man in der Imkerei unterdurchschnittlich verdient, selbst als Profiimker, erst recht dann also als Nebenerwerbs- oder Freizeitimker.


    Kommt nun einer wie ich, der seine Einnahmen aus der Imkerei wenigstens etwas mehr in Richtung "normaler Durchschnitt" heben möchte, gilt er als "Raupe Nimmersatt" und "gierig".


    Der Typ, der mein Klo richtet und 50 EUR die Stunde verlangt ist also der kernige, ehrliche Handwerker, aber ich als Imker, der höchstwahrscheinlich nicht mal auf die Hälfte davon kommt und alles versucht, um wenigstens etwas in Richtung faire Entlohnung zu robben, bin eine Raupe Nimmersatt?!? Handwerk Imkerei minderwertig, alle anderen hochwertig oder wie?


    Ich komme jedenfalls nicht auf Gehälter von 50, 60 oder 80K und mehr im Jahr, weder im Job noch in der Imkerei und ich wette, auch rase kommt da nicht hin.


    Aber hier im Forum wie auch überall in unserem Land wimmelt es nur von Leuten, die solche Gehälter ohne mit der Wimper zu zucken einstecken, obwohl ganz bestimmt einige darunter sind, die nur in den Sessel furzen und das Geld nie und nimmer wert sind, aber der Markt gibt es halt her.


    Trotzdem würde ich die nicht als "Raupe Nimmersatt" bezeichnen, um so mehr, als das genau die Gruppe ist, von der wir deutschen Imker leben, denn nur die kaufen in nennenswerter Menge Honig zu fairen Preisen. Alle anderen kaufen beim Discounter oder beim alten Otto um die Ecke für Dreifuffzich das Glas. und werden das auch weiterhin tun.


    Mich stört es bloß, wenn anstatt einer vernünftigen Kalkulation oder eines fairen Preises die Raupe Nimmersatt übernimmt

    dich stört, dass ich mir Arbeit erspare, die nicht notwendig ist, weil der Markt zwar klar mehr als die Kosten hergibt, aber grundsätzlich nach oben stark begrenzt ist und ich dann wenigstens erfoglreich versuche, wenigstens noch das beste vom Schlechten zu erreichen? Sparst du dir keine Arbeit, wenn es geht?


    Und hört bitte mit der Sozialheuchelei auf, indem ihr immer versucht, euch als Imker durch Mitleidspreise einen sozialen Anstrich zu verpassen, damit sich auch die "arme Oma" den Honig leisten kann. Wenn ihr sozial wirklich helfen wollt, macht ein Ehrenamt im Sozialen Bereich, spendet, geht zur Tafel, geht in Pflegeberufe oder ähnliches, dann erreicht ihr wirklich was.


    Aber Honig ist das Letzte, was Leute brauchen, die sich kein Glas für 7 EUR leisten können und hoffen, dass am Monatsende noch genug Geld übrig ist für Essen. So Leute habe dringendere Probleme als ein Luxusprodukt wie Honig zu kaufen. Wenn, dann schenkt diesen Nachbarn halt ab und zu ein Glas und verlangt aber woanders weiterhin faire und dem Handwerk Imkerei angemessene, also nicht schlechtere Preise als für andere Handwerke.

    Niemand sagt doch, dass ihr jedem den selben Preis abverlangen müsst, womit wir wieder am Beginn des Postings sind.

    Ich kann es mir leisten, einen Teil der Kunden zu verlieren, wenn ich einen Preisaufschlag mache,

    (...)

    Insofern liegt der Hase beim Überzeugen der Kollegen/innen im Pfeffer, statt bei der Kostenkalkulation.

    Das ist ein Denkfehler.

    Ihr denkt einfach zu sehr an den Billig-willich-0815-Kunden. Bei denen mag das so kommen. So Leute verfahren auch 1 EUR Umweg mit dem Auto, um 20 ct zu sparen. Aber die haben auch noch nie euren Honig gekauft. Die könnt ihr also auch nicht verlieren.


    Wer sich vorher mit seinem Honigpreis eher oben als unten orientiert hat, hat Kunden, die nicht wegen dem Preis bei ihm sind. Das sind Kunden, die auch sonst viele hochpreisige Konsumgüter kaufen, obwohl es objektiv betrachtet jede Menge billigere und genau so gute Alternativen gibt. Einfach, weil sie es können und noch wichtiger: weil sie es WOLLEN!

    Und die machen nur wegen Euch garantiert keine Extrawurst und verhalten sich plötzlich ganz anders, nur um euch eins auszuwischen.


    Nein, den billigen Honig gab es schon vorher und trotzdem sind diese Leute zu Euch gekommen und wollten EUREN Honig, aus Gründen.

    Die Gründe dafür sind vor und nach eurer Preiserhöhung die selben, warum sollten diese Kunden ihre Kaufentscheidung also ändern?


    Ein Porschekäufer steigt auch nicht auf Dacia um, nur weil der Porsche heuer 5.000 EUR mehr kostet.

    Ganz bestimmt nicht.

    Gier galt mal als unsexy.

    Komisch. Wenn es um's eigene Gehalt als Angestellter geht, ist es immer zu niedrig, kann gar nicht hoch genug sein und der böse Arbeitgeber ist ein elender Ausbeuter.


    Aber wenn man umgekehrt unternehmerisch versucht, den maximalen Gewinn zu erzielen, gilt man als gierig, Gewinnmerzielungsabsicht ist grundsätzlich böse und es wird kein Unterschied gemacht zwischen Unternehmen, die das durch Ausbeutung, Rücksichtslosigkeit bis hin zum Betrug erzielen und solchen, die einfach die reale Marktsituation nutzen OHNE irgendjemand zu schädigen - denn der meiste Honig ist ja viel, viel billiger und niemand muss, aber jeder kann wie er will!

    Fast alle, die etwas anbieten, was Imker und Menschen so brauchen, haben da wenig Hemmungen, das Maximum auszureizen. Der brave Imker murrt und zahlt und meint, er rettet die Welt...nur er...

    Ich finde, diese ganzen Kalkulationsansätze sind zwar ganz unterhaltsam und lehrrreich, um festzustellen, wie hoch die Kosten der Imkerei tatsächlich sind. Vor allem sind sie auch nützlich, um zu zeigen, dass die Kosten viel, viel höher sind als die allermeisten Leute zunächst annehmen.


    Aber rein um den eigenen Honigpreis festzulegen, sind sie eigentlich nicht notwendig. Denn im Bereich Honig sind wir in der günstigen Situation, dass zumindest bei "regionalem Honig vom Imker" ein starker Verkäufermarkt besteht. D.h. man kann einen sehr viel höheren Preis festsetzen, als er zur reinen Kostendeckung mindestens notwendig wäre.


    Man muss dazu noch nicht einmal die wahren eigenen Kosten kennen! Man kann sich stattdessen einfach immer an den teuersten 10-20% der heimischen Honige orientieren, die man in den "höherwertigen" Supermärkten (als Abgrenzung zu den Discountern) in seiner Region vorfindet. In meiner Gegend sind das regelmäßig 8-9 EUR/500g Glas, seit heuer wird vereinzelt auch schon darüber gehandelt. Ich wette, es werden in Deutschland nirgendwo weniger als 7 - 7,5 EUR sein, seit heuer mit steigender Tendenz (Inflation ist derzeit in aller Munde...).


    Dann bekommt man den Honig zu diesem oder sogar einem noch etwas höheren Preis locker an Endkunden los, denn die Supermärkte beweisen ja eindrücklich, dass in der jeweiligen Region größere Mengen Honig zu diesem Preis weggehen! Denn Honige, die nicht gut gehen, würden dort ansonsten konsequent aus dem Sortiment fliegen.


    Und meiner Erfahrung nach kaufen zwar manche der Leute nur deshalb im Supermarkt, weil sie zu faul sind, woanders zu suchen. Die erreicht man aber sowieso nicht als Direktkäufer. Aber sehr viele Leute kaufen oft nur deshalb in diesen Supermärkten, weil sie gar keinen Imker direkt kennen oder nicht wissen, wo man dessen Honig sonst noch bekommen könnte.


    Wüssten sie das, sind viele dieser Kunden freudig bereit, direkt beim Imker sogar noch etwas mehr zu bezahlen und freuen sich dann darüber, so sogar einen besonders authentischen Honig "direkt vom Imker" bekommen zu haben. Probiert es aus! Ihr müsst nicht alle diese Kunden für euch gewinnen, nur soviele, dass ihr euren Honig zu einem fairen Preis losbekommt.


    Nur größere Imker stoßen dann natürlich an Grenzen, allein wegen der Menge, aber die verkaufen sowieso immer mehr Anteil an Wiederverkäufer, nicht an Endkunden und haben daher sowieso eine ganz andere Kalkulation.


    Aber Kleinimker könnten in meinen Augen alle so verfahren wie oben beschrieben. Natürlich muss man sich dazu auch ein wenig umtun und auf Kundensuche gehen bzw. sich zeigen. Einfach daheim warten und hoffen, dass zufällig wer vorbekommt wird selten reichen, schon gleich gar nicht wenn man abgelegen wohnt.


    Mit weniger Völkern kann man auch glücklich imkern und das eventuell bestehende Absatzproblem verkleinern.

    Alternativ könnte man sich mit marktaffineren oder günstiger wohnenden Imkern zusammentun und denen den Honig anbieten. Win-Win-Win (man selbst, der Kollege und die Kunden dieses Kollegen, die tollen Honig aus dem XY-Wald bekommen können, den es im Supermarkt nicht gibt...


    Nur so als Anregung.

    Mindestens kostendeckende Preise sind jedenfalls absolut nicht notwendig, es geht viel, viel mehr auch ohne mühsame Kalkulation.

    Was abzuwarten wäre!

    Richtig. Abwarten heißt, nicht ausreißen und bekämpfen, sondern eben genau das: Abwarten und Natur mal machen lassen. Eigentlich hat sie das ja schon getan. Seit über 100 Jahren ist rund um das Springkraut alles in Ordnung und letztlich nix schlimmes passiert. Und es ist eher wieder etwas zurückgegangen.


    Also, Abwarten statt Aktionismus.


    Wer bei dieser Ausgangssituation trotzdem zu Aktionismus bläst, verfolgt sicher irgendwelche ganz anderen, eigenen Interessen oder kennt die tatsächliche Situation gar nicht.

    Das könnt ihr total vergessen, dass die Gläser irgendeines Herstellers oder einer Charge ohne Abweichung sind. Es sind meist +-2g, gelegentlich aber auch bis zu 15g. Letzteres ist dann aber schon ein Hinweis auf andere Charge und/oder anderen Hersteller/Herstellungszeitpunkt.


    Aber selbst innerhalb der selben Charge des selben Herstellers, also Gläser, die in der Fabrik hintereinander auf das Abkühlband gestellt wurden, haben diese üblichen Abweichungen. Es liegt einfach an der groben Massentechnik der Glashütte, die für den Preis und den gedachten Verwendungszweck natürlich nur genau genug, aber nicht maximal genau arbeiten kann und soll.


    Es ist dabei völlig egal, ob DIB, Weck oder andere Hersteller.

    Es sind eben nur billige Konservengläser, keine Messbecher für Labore oder ähnliches. Und es ist ja auch egal, wozu gibt es teuere Abfüllmaschinen, die den Inhalt genau abmessen?


    Und es sind ja trotzdem enorme Abweichungen beim Gewicht des Inhalts möglich und erlaubt, was nebenbei wiederum die Frage aufwirft, warum so viel Bohei um geeichte Wagen gemacht wird, aber das ist ein anderes Thema...


    Ich habe jetzt jedenfalls viele 10.000 Gläser abgefüllt in den letzten Jahren, verschiedene Hersteller, Glastypen, alle per Hand, alle einzeln beim Abfüllen auf der Waage (0,1g genau) stehen gehabt und es gab durchgehend die oben genannten Abweichungen, von Gläsern der selben Paletten. Ein paar Gläser wiegen gerne das selbe, dann kommen wieder welche die abweichen, mal nach oben, dann nach unten.


    Das Nachprüfen der Füllmenge kann also nur über Durchschnittsbildung einer größeren Anzahl abgeschätzt oder durch tatsächliches Wiegen und anschließendes Ausleeren und Nachmessen einzelner Gläser überprüft werden.

    Soweit ich das erinnere ist das etwa nach 50 Jahren der Fall.

    Na dann...das Springkraut ist sogar schon weit über 100 Jahre im Land. Die aktuellen Kampagnen dagegen nerven ungemein, da wird wieder eine Sau durch's Dorf getrieben ohne Sinn und Verstand, nur weil irgendwer diese Welle losgetreten hat.


    Es sollten mal Imker mit Medienkontakten aufstehen, um da dagegen aufzuklären. Es gäbe wirklich wichtigere Umweltthemen als ein seit über 100 Jahren bewiesenermaßen harmloses, seit jahrzehnten nicht mehr wirklich zunehmendes Kraut zu verteufeln. Die Energie dieser Leute könnte man sinnvoller einsetzen.