Beiträge von hornet

    Dann bitte auch gleich fragen ob das auch für Honig gilt, der auf dem Weihnachtsmarkt einen Tag bei Minustemperaturen gestanden hat.

    Nein, bitte nicht nur auf einen Tag beschränken, meiner stand auch schon mal drei Tage in Folge bei < -10°C im Marktstandlager ;-)

    Was schreibt Ihr aktuell auf Euren "Gefriertruhenhonig"?

    Die Frage suggeriert, dass das ein übliches Verfahren sei. Das bezweifle ich aber sehr. Die allerwenigsten Imker dürften ihren Honig in der Gefriertruhe aufbewahren und ehemals gefroren gelagerter Honig kaum in nennenswerte Mengen in den Markt gelangen. Viel zu aufwändig und teuer.


    Ansonsten sehe sehe es wie WFLP .

    in physikalischem Sinne bedeutet "aufgetaut": eine gefrorene Flüssigkeit, also ein Feststoff, wird beim Auftauen flüssig. Das trifft aber hier nicht zu, weil Honig in haushaltsüblichen Gefriertruhen nicht gefriert.

    Kristallisierter Honig entspricht physikalisch dem Eis beim Wasser. Honig gefriert halt schon bei +-20°C. Da hat jeder Stoff so seine typischen Gefrierpunkte, Glas z.B. bei irgendwo über +1000°C, Quecksilber irgendwo bei -38°C. Du bestätigst das ja, indem du schreibst "Honig in ...Gefriertruhen nicht gefriert", d.h. kristallisiert.

    Auch das "imkerliche Auftauen" kann nicht gemeint sein. Das wäre kristallisierten Honig durch Erwärmung verflüssigen, was hier auch nicht zu trifft.

    Insofern wäre Verflüssigen von kristallisiertem Honig durch Wärmezufuhr genau das, was es bei Eis auch ist: Auftauen. Der imkerliche Begriff trifft es daher in meinen Augen auch physikalisch genau. Nur wenn man den Begriff "Gefroren" mit auf "unter 0° C" einengt, wäre es falsch.

    Weil nun aber das Verflüssigen von festem Honig ein fachlich typisches Verfahren ist und nicht gekennzeichnet werden muss, ist das ebenfalls schon ein Hinweis darauf, dass das Einfrieren beim Honig nicht unter die Kennzeichnungspflicht fallen sollte, weil bei Honig "das Auftauen keine negativen Auswirkungen auf die Sicherheit oder Qualität des Lebens­mittels hat". Von übermäßig starker oder langer Wärmezufuhr mal abgesehen.


    Warum die Bayerische Landesanstalt hier dennoch ein Problem sieht, sollte man dort mal nachfragen, wenn man sicher gehen will. Auch dort arbeiten nur Menschen, die Fehler machen können oder aber sie haben Gründe für ihre Meinung, die wir hier bisher nicht berücksichtigen.

    MartinSchPhD

    Wenn ich mir die braune bis dunkelbraune, teilweise colaschwarze Brühe anschaue, die beim Auflösen vieler Biozucker-Herkünfte entsteht und die offensichtlich ohne Probleme für Bienen und Imker eingefüttert werden, dann sollte der Unterschied zwischen zwei Weißzuckern EU1 und EU2 erst recht irrelevant sein.

    Fakt ist, Döner ist ein Urdeutsches Essen.


    Dass er heute überwiegend von Türken verkauft wird, zeigt nur, dass die traditionell einen wesentlich besser ausgebildeten Geschäftssinn haben - und dass das so ist, ist auch ein Fakt, da beißt die Maus keinen Faden ab. Die weitaus größere Neigung zum (Ver-)handeln ist in vielen Ländern auch für deutsche Urlauber dort unübersehbar, genau so wenig wie das Gegenteil bei unseren Landsleuten.


    Und für mich ist das etwas, wovon wir uns sehr wohl was abschauen sollten. Gerade weil bei uns Deutschen traditionell das Geldverdienen richtiggehend verpönt ist und man möglichst nicht mal darüber spricht, habe wir in der konservativen Imkerschaft genau das was wir heute haben: Lauter Typen, die ihren Honig eher verschämt unter die Leute bringen und richtiggehend ein schlechtes Gewissen haben, dafür auch noch Geld zu verlangen. Ja sogar so weit gehen, den Nachbarn, der das dennoch tut kopfschüttelnd als "dreisten Profitgeier" beschimpfen (so von einem Kollegen erzählt bekommen!).


    Und während die Dönerbudenbetreiber im Zweifel den Preis lieber an den des Nachbarn nach oben anpassen, neigt so mancher deutsche Imkern eher dazu, lieber den "unverschämten Kollegen" zu unterbieten, um ihm zu beweisen, dass er es übertreibt!


    Das sind nicht einfach so Behauptung, sondern das höre ich von Kollegen immer wieder genau so heraus, wenn das Thema Preis zur Sprache kommt. Besonders gerne auf Märkten, weil man da ständig von Kollegen angesprochen wird. Auch meine Preise waren dann schon öfter Gegenstand von Diskussionen, die ich dann aber immer rigoros abwürge, weil sowas geht gar nicht.


    Die einen haben flächendeckend Erfolg, die anderen brauchen Fäden wie diese und bleiben trotzdem weiter uneinig.


    Wer davon wer ist, kann sich jeder selber denken und genau zu diesem Zusammenhang wollte ich mit den Dönerbuden einen Gedankenstoß geben. Ganz nach dem Motto von Eggers "an den Guten sollt ihr euch orientieren".

    Große Lagerräume haben auch einen großen Nachteil. Irgendwann wird der gelagerte Honig zu alt.

    Wer den Honig nicht los bekommt, hat entweder einen zu hohen Preis für sein Marktumfeld oder ist kein guter Verkäufer. Meiner Erfahrung nach ist in den allermeisten Fällen aber nur letzteres der Fall, die Lösung ist also meistens einfach. Nämlich: Weniger Bienen halten oder sich mit einem Imker zusammentun, der sich mit dem Verkauf leichter tut.


    Zusammentun, das wäre generell eher angebracht statt gegeneinander.


    Kleiner Gedankenanstoß dazu:

    Schaut euch mal die Dönerpreise an.


    Bei uns haben die Dönerpreise seit einigen Jahren eine Spurt von 3 EUR auf 5 EUR bzw. 67% hingelegt. Immer in 50ct-Schritten. Und IMMER flächendeckend gleichzeitig...und die Kunden sind offensichtlich nicht weniger geworden. Ich schätze mal, dieses Phänomen war bei euch ganz ähnlich.


    Dönerbuden gibt es gefühlt aber mindestens so viele wie Imker, dennoch haben die das trotzdem völlig einheitlich und vor allem einig geschafft.


    Warum schaffen wir Imker das nicht?

    Was aus diesen Statistiken beim DIB nicht hervorgeht ist, ob diese Durchschnittspreise jetzt die Endkundenpreise der Imker sind, oder ob darin auch deren Wiederverkaufspreise eingegangen sind.

    Ich nehme letzteres an, das würde diese niedrigen Preis gut erklären. Trotzdem sollte sowas bei einer Statistik mit in der Erläuterung stehen.

    Nein, nicht Frau Merkel bestimmt, wieviel Billighonig im Discountermarkt verkauft wird. Das machen die Kunden, Menschen wie Du und ich, die durchaus in der Lage oder dazu befähigt wären, anstatt eben meinen Honig zu kaufen.

    Das ist Wunschdenken. Aber du kannst es ja versuchen, so Leute zu überzeugen. Wenn überhaupt, geht das nur über Jahrzehnte, aber so viel Zeit hast du ja nicht mehr, nach deinen eigenen Worten... ;-)

    Bauern versuchen genau das auch schon seit Jahrzehnten. Erfolglos. Wer Steaks für 3,99 kauft, wird niemals 30 EUR für ein gutes Steak ausgeben.

    Man muss einfach akzeptieren, dass es unterschiedliche Marktgruppen gibt und sich selbst für die entscheiden, die man bedienen will. Auf allen Hochzeiten tanzen ist mir zu anstrengend.

    Und das akzeptieren wir als Gottgegeben.

    Wieso akzeptieren? Wenn du eine Lösung hast, her damit...mir fällt keine ein, ich kenne meine Grenzen, ich wüsste nicht, wie ich konkret gegen internationale Handelsabkommen und entsprechende Nationalpolitik etwas unternehmen könnte. Mein Umfeld kann ich gestalten, das der Nation nur im Rahmen meines ~50-Millionsten Teil der Wahl- und Demonstrationsberechtigung.

    rase

    hättest du evtl. ein Foto (oder Link auf sowas), wo man diesen Flügeltyp sehen kann? Bei WET sieht man die Rührwerke nur von außen.


    Ein Rührgerät für 300 kg könnte ich nämlich schon brauchen, aber die Reinigungs- und Ausbauproblematik haben mich bisher noch davon abgehalten. Ausbauen ist tatsächlich keine Option, habe ich nämlich auch schon einmal spasseshalber gemacht, never ever ohne Kran.


    Ein Tip vom Fritz war noch, das Fass nicht nur mit 2 Eimer, sondern ganz voll mit Wasser zu machen, aber 400 Liter Wasser nur zum Reinigen ist irgendwie auch keine Option für mich....

    Hockdruckreiniger mit Doppellanze, eingestellt auf niedrige Stufe und Bodenabfluss.


    Bodenheizung auf 50°c, zwei Eimer heißes Wasser rein. Halbe Stunde warten, dann ablassen und klar nachspülen. Nix ausbauen.

    Guter Tip für das Fass, aber was ist mit den Unterseiten der Schneckenwendel? Da dürfte doch einiges an Honig zurückbleiben und ein Wasserstrahl von oben kommt da auch nicht überall hin. Da würden dann doch feuchte Honigreste übrig bleiben?!?

    Meine Kosten habe ich durchaus im Blick

    Du bist jetzt der erste, der das so zumindest in einem Nebensatz postuliert ;)

    Ach? siehe #138 die letzten 2 Absätze... ;-)

    wer das so macht wie ich dort, wird sein blaues Wunder erleben, was die Ausgaben betrifft, auch wenn er nicht kalkuliert!


    Ich verstehe nicht, warum wir uns wie Selbstverständlich beschränken auf 20% des in Deutschland verkauften Honigs. Ich dachte, wir und unser Honig wäre so gut? Was hindert uns daran, bei den 80% mitzuspielen?

    Du kannst jederzeit mitspielen, niemand hindert dich. Du musst nur bereit sein, pro Lieferung ein paar Dutzend Tonnen Honig für 1-2 EUR/kg von irgendwoher zu liefern. Überdurchschnittliche Qualität wird, wenn überhaupt, erst nach Preis und Menge ein Kritierum, weshalb "unser guter Honig" in diesem Feld kein Argument ist.

    Selbst für die allerbilligsten Billigimker sind sowohl die Menge als auch der geringe Preis ein nennenswerters Hinternis... aber wenn das für dich nicht gilt, nur zu!

    Wenn man sich regional zusammenschließen würde.

    da bin ich voll bei dir! Ich habe damit aber auch schon Erfahrung gesammelt und die sind leider ernüchternd. Aus dem gleichen Grund wie immer: Die Preise werden dort viel, viel zu niedrig angesetzt, weil die Teilnehmer glauben, man könne und dürfe nicht so viel verlangen...da kann ich noch so oft belegen, dass das nicht stimmt und der Handel sehr wohl so viel verlangt und dann einfach das für sich selbst nimmt, was die Imker sich nicht trauen zu verlangen.


    Es läuft immer auf das selbe hinaus: Die Durchschnitts-Freizieitimker in Deutschland haben zu wenig Preisbewusstsein, zu wenig Verkaufs-KnowHow und versauen mit mutlosen Preisen den Markt. Es liegt an der einseitig auf das reine Imkern ausgerichteten Ausbildung in den Vereinen, hier braucht es ein Umdenken, also genau das, was Eggers mit seinem Video erreichen will! Deswegen finde ich es auch so gut!