Beiträge von hornet

    Nur mal so als Frage, was veranlasst soviele "Jungimker" ihr geballtes Fachwissen innerhalb der ersten Monate/Jahre an andere predigen zu wollen?

    Diese Frage hat auch mich duchzuckt, als ich die Überschrift gelesen hatte...schon wieder einer...was treibt ausgerechnet die Anfänger bloß dazu an? Was soll das helfen? Ja, wenn Profiimker aus dem Nähkästchen plaudern, das wären interessante Infos, die hätten wirklich was zu sagen. Aber wen interessiert, was ein anderer Anfänger für einen Stolperweg hinlegt? Selbstdarstellerischen Unterhaltungswert hat das bestenfalls, aber angesichts der schon bestehenden Masse ähnlicher Sites und youtubes kann auch das inzwischen nur langweilen.


    Völlig unverständlich ist mir auch diese "will noch mehr Leute für die Imkerei begeistern"-Haltung. Noch kaum selbst voll eingestiegen, das Ufer gerade erst verlassen und ohne Ahnung, wo as nächste Ufer sein wird, will man noch mehr Leute da mit reinreißen...?!?

    Kennt ihr Bäcker, Metzger, Elektriker etc. die neben dem Aufbau ihres Betriebes noch Zeit und Energie darauf verwenden, um ausgerechnet weitere Ihresgleichen in der Nähe anzulocken? Glaubt ihr ernsthaft, dass es mit noch mehr Imkern leichter wird, den Honig zu verkaufen?


    Schreibt doch lieber Dinge, die Leute dazu bringen, sich umweltfreundlicher zu verhalten und Imkereiprodukte mehr zu schätzen! Bäcker machen sowas mit ihren Produkten...

    Schimmel ist Blödsinn in deinem Fall. Das ist feiner Schaum und der ist völlig normal für einen Honig, der über ein feines Sieb bzw. durch das Melitherm ging un danach nicht lange genug geklärt wurde.

    Mentholartiger Geschmack - kenne ich so direkt zwar nicht, aber Sommerhonige haben teilweise sehr intensive Geschmacksnuancen, die auch in diese Richtung gehen können (Linde, aber eher minzig und diverse Kräuter). Wenn du wirlich +-16,5% hast, ist das ein super Honig, der gar nicht gären, geschweige denn schimmeln kann. Theoretisch können die Bienen natürlich irgendwoher aufgelöste Hustenbonbons gesammelt haben, aber wie wahrscheinlich ist das....

    jonas

    Warum machst du nicht einfach endlich mal selbst ein längeres Video, wie man es ganz genau richtig macht inklusive die verwendete Lüfterstärke, Wachstemperatur etc.? Als Hersteller macht man schließlich keine Fehler und muss nicht dauernd auf obscure fremde Quellen mit Fehlern verweisen. Einem ungeschnittenen Video in Normaltempo von dir würde ich jedenfalls viel eher trauen als einem kurzen, glücklichen Ausschnitt wo alles gerade klappt. Kannst ja eine analoge Uhr oder eine Fernsehsendung sowie ein Thermometer mit ins Bild stellen ;-)


    In dem verlinkten Video sieht man jedenfalls:

    -es ist offenbar eisig kalt im Raum, der Mann arbeitet mit Winterbkleidung.

    -er verwendet Druckluft, die vermutlich ebenfalls sehr kalt ist, schon durch die Ausdehung.


    Dass man mit Kompressor und sehr kalter Umgebung deutlich schneller arbeiten kann, hat nie jemand bestritten.


    Die Gießanleitung ist noch sehr ähnlich wie die, die ich verwende, jedoch musste man in meiner damaligen Anleitung den Deckel noch länger festdrücken und auch zwischendurch noch etwas warten zur Abkühlung, sofern man wie ich keine Druckluft verwendet. Ich mache auch alles genau so wie in meiner damaligen Anleitung und fast genau so wie in der neuen Anleitung, bis auf die Druckluft.


    Die in meiner (alten!) Anleitung angegebenen Wartezeiten haben sich (bei MIR) in der Praxis als sogar noch etwas zu kurz herausgestellt - die MW gelingen mir zu 100%, wenn ich etwas länger warte. Habe ich es eiliger, reißt gerne mal eine und dann ist der Zeitvorteil mehr als hin. Unter dem Strich ist ein möglichst ausfallarmes Arbeiten schneller als ein schnelleres Arbeiten mit Ausschuss-Zwangsunterbrechungen zwischendurch.


    Wenn ich mich anstrenge, schaffe auch ich immer mal wieder "einen Lauf" mit einigen MW hintereinander, wo es hochgerechnet auf 30 oder 35 MW pro Stunde hinauslaufen würde. Doch leider, leider funkt dann immer wieder die Praxis dazwischen und dann reißt mal eine MW und schon ist man stückzahlmäßig wieder weit abgeschlagen. Ein Video sollte daher ruhig auch mal länger laufen.


    Du glaubst zwar immer, dass ich dir Böses will, aber dem ist einfach nicht so, ich bin nur an fachlichem Austausch interessiert,.


    Fazit daher wie von Anbeginn unserer Differenzen: Die Form ist gut, tut was sie soll, aber ICH bekomme bei Normalraumtemperaturen (~20-25°C je nach Jahreszeit), ohne Kompressor/Druckluft aber ansonsten genau wie in der Anleitung beschrieben nur zwischen 20 und maximal 30 (im Winter und immer nur kurzfristig) MW hin. Langfristig in Summe kommen dann eben nur die lahmen 20-25/h raus.


    Sollte ein Video von dir mal irgendwas offenbaren, was ich - ohne es zu wissen - bisher falsch gemacht habe und ich plötzlich auch deutlich höhere Stückzahlen schaffen, dann werde ich das ganz sicher auch hier vermelden und öffentlich mir die Schuld zuweisen, damit habe ich keine Probleme, wie gesagt, mich interessieren nur die Verbesserung der Arbeit, die harten Fakten, keine Animositäten. Bis dahin möge eben jeder selber glauben oder ausprobieren, was er möchte.

    olle flachzarge


    Ihr Name mit Regionalbezug ist sehr dicht an meinem, auf facebook und Instagram (wo ich nicht vertreten sein möchte) tauchen Imker mit genau meinem Regionalnamen auf, in einem Krankenhaus wird unetikettierter Honig verkauft, mit einem Werbeplakat, auf dem mein Honig mit meinem Etikett (und meinem Biosiegel) zu sehen ist..

    das verstehe ich nicht ganz. Was bedeutet das? Was ist ein Regionalname?


    Wenn dein Honig "Flachzargenhonig aus Lüneburg" heißt und jemand sich jetzt "Müllerhonig aus Lüneburg" nennt?


    Markenrecht ist das eine, Urheberrecht das andere.

    Markenrecht ist schwierig und teuer und da muss einiges stimmen und vorab gecheckt werden, damit man es so schützen kann.


    Aber Urheberrecht, das hat man von Anfang an automatisch. Wer ein Bild oder einen Text erstellt, hat darauf automatisch und sofort das Urheberrecht. Das kann niemand so einfach kopieren bzw. dagegen kann man dann sofort vorgehen. Je eigenständiger und unüblicher Motive und Inhalte sind, desto leichter. Beispiel: Wer ein Herzumriss zeichnet hat da drauf zwar das Urheberrecht, kann aber wahrhaft schlecht nachweisen, dass eine abgekupferte Herzformzeichnung von der eigenen Herzform abkopiert wurde - Urheberecht also praktisch nicht durchsetzbar. Bei einem Foto oder einem komplizierten Logo dagegen schaut es schon anders aus.


    Im Falle des kopierten Werbeplakats würde ich dir auf jeden Fall empfehlen, das abzustellen. Biosiegel kopieren setzt noch eines drauf, vor allem, wenn der andere gar kein Bioimker wäre. Melduing an den Verband zur Prüfung wäre das Mindeste, was du tun solltest.


    Und unetikettierten Honig verkaufen ist per se illegal und wettbewerbswidrig, schon alleine dagegen würde ich sofort vorgehen, im Sinne aller Imker. Einfach Meldung - so Kollegen braucht wirklich niemand und solchen Honig schon gleich gar nicht.


    Auch wenn du momentan keinen finanziellen Schaden haben solltest (richtiger: nur noch keinen bemerkt hast), so schwächen dich solche unfairen bis illegalen Praktiken auf jeden Fall langfristig. Sowas solltest du nicht dulden.

    irgendwie habe ich damals im Januar die Antwort von olle flachzarge nicht mehr mitgekriegt, doch zum Glück hat jemand den Faden wieder hochgeholt!


    Ich sehe schon, ihr seid da noch eine ganze Liga über mir, was die "Großtechnik" angeht ;-)

    Trotzdem sind da eine Menge Infos, die auch für geringer technisierte Imkereien wie meine sehr wertvoll sind.

    Vielen Dank!

    Honey Bee für dich vielleicht zu spät, aber generell:


    Wo Bienen stehen, sind IMMER Krabbler unterwegs, meistens viel mehr als sogar die meisten Imker meinen. Aber, die laufen praktisch immer vom Flugloch nach vorne weg. Es kann also schon viel bringen, die Fluglöcher auf weniger kritische Bereiche auszurichten. Sicherlich 99% der Krabbler können so von kritischen Bereichen fern gehalten werden.

    Fluglöcher auf ein Nachbargrundstück auszurichten ist also doppelt ungeschickt!

    Berggeist

    meinst du mich? Ich habe eben genau Null Interesse daran, dass andere meine Verkaufsmengen/Verpackungs-Kaufmengen einsehen können! Und die anderer interessieren mich umgekehrt auch nicht.


    Wenn diese Zahlen aber nirgends einsehbar sind, frage ich mich halt, wie da von wem was eigentlich kontrolliert und abgeglichen werden soll!?? Wie soll überhaupt ein Verdachtsfall entstehen können, wenn man nur sehen kann "Imker XY hat sich registriert" und irgendwo irgendwelche Mengen lizensiert?


    Bisher werden ja ganz offensichtlich noch nicht mal Imker als Verdachtsfall behandelt, die sich noch nicht registrieren haben lassen, obwohl sie müssten. Denn die paar Imker, die derzeit registriert sind, passen überhaupt nicht zu der Anzahl der Imker, die die entsprechenden Größenordnungen überschreiten und/oder größere Mengen ohne Pfandrücknahme absetzen. Schon bei mir im Landkreis nicht und bundesweit sieht es sicher ähnlich aus.


    Wer z.B. bei zwei Einzelhändlern jeweils Honig mit 100kg Verpackung verkauft und insgesamt nur 100kg statt 200kg lizensieren lässt - wie soll das auffallen, wenn noch nicht mal kontrolliert zu werden scheint, ob "Systempflichtige Imker" registriert sind?

    Sieht der Einzelhändler überhaupt, wie viel der Lieferant lizensiert hat?

    Kann denn überhaupt irgendwer bei nicht Buchführungspflichtigen Imkern die lizensierte Menge abgleichen mit der Zahl der verkauften Gläser?


    Wenn dann auch noch große Unschärfen möglich sind (z.B. "habe halt so viel Rücklauf und brauche daher nicht mehr"), ist es noch schwerer, hier irgendwas zu kontrollieren. Und wie in #893 beschrieben, haben die allermeisten Imker keine Aufzeichnungspflichten, wie will man da also irgendwas nachweisen?


    Ich gewinne gerade den Eindruck, dass wieder mal die Braven die Dummen sein werden und das alles nur unendlich teuer, umständlich und ineffizient ist...

    sir-tobi87

    Der DIB interessiert niemanden außer die Imker darin.


    Wohl aber muss man anerkennen, dass das DIB-Glas einen enormen Bekanntheits- und mit dem grünen Etikett vor allem hohen Wiedererkennungsgrad hat und für "Deutschen Honig" steht. Um dessen Image geht es mir, das vom DIB ist mir egal.


    Für Kunden, die bereit sind, für guten regionalen Honig mehr Geld als beim Discounter üblich zu bezahlen, haben Discounter und dort verkaufte Produkte in der Regel ein eher schlechtes Image.


    Steht ein Honig, der bisher für gutes Geld als "hochwertig und regional" gekauft wurde jetzt plötzlich für wenig Geld bei einem solchen Discounter, besteht die Gefahr, dass für diesen Kundenkreis das Image des Discounters auf den Honig "mit dem bekannten grünen Etikett" abfärbt.


    Und letztlich sogar auf alle anderen Imkerhonige, da sich durch solche Aktionen alles verwischt, eine gewisse Beliebigkeit und Austauschbarkeit entsteht. Das alles ist langfristig nicht förderlich für die Wertigkeit und die erzielbaren Preise bei einem Produkt. Denn warum sollte jemand einen Honig für teuer Geld kaufen, der genau so (grünes, bekanntes DIB-Etikett!) beim Dicounter spottbillig zu haben ist?

    Für den Kunden ist das der selbe Honig! Denn wie du schon selbst schreibst, der Kunde kennt weder den DIB noch irgendwelche Qualitätsanforderungen, der kennt nur das bekannte Etikett und da ist für den Kunden drin was immer drin ist.


    Auch der aufgedruckte Einzelimker interessiert die meisten nicht, diese Unterschiede werden gar nicht erkannt, das weiß ich aus Erfahrung von einer anderen Marke, wo auch mehrere Imker unter einem Dachetikett anbieten. 9 von 10 befragte Kunden wussten gar nicht, dass da verschiedene Imker am Werk waren, obwohl diese fett auf dem mitsamt unterschiedlichen Namen und Adressen auf dem Etikett standen. Für die war das halt immer nur der Honig <Honigmarke>.

    Neben greifbaren, zählbaren Werten gibt es auch ideelle Werte. Und die können langfristig sehr viel teuerer werden als die ursprünglich eingesparten oder wie von dir heruntergespielten zählbaren Werte. Z.B. das Image. Am Imageverlust sind schon viele Unternehmen auch zählbar pleite gegangen.

    Und wie wird jetzt die Menge kontrolliert? Soweit ich weiß, muss kein Imker unterhalb der Berufsimkerebene nachweisen/belegen, was er tatsächlich an Material gekauft und an Produkten verkauft hat. Das ist beim Finanzamt bezüglich eines Gewerbes schon ganz anders!


    Angenommen, so ein Imker will jetzt Verpackungsmaterial lizensieren lassen, weil z.B. Einzelhandelskunden das verlangen und er den einfachen Weg gehen will und Diskussionen vermeiden.


    Da macht es doch Sinn, nur die Menge anzugeben, die in Summe an diese Einzelhändlerkunden geht, nicht aber die Gesamtmenge. Weil maximal die tatsächlich verkaufte Menge über den Einzelhandel könnte wegen deren Dokumentations- und Steuerpflichten - wenn überhaupt - irgendwann mal über Querverbindungen aufsummiert und kontrolliert werden. Es lebe der Überwachungsstaat 4.0 ;-(

    Jetzt mal dazwischengefragt: Wie wird das alles eigentlich kontrolliert?

    Einmal, ob jemand überhaupt lizensiert ist und dann, ob die lizensierte Menge zur Realität passt?


    Nach nunmehr gut 2 Jahren wo das System läuft, stellt sich für mich nach einer kurzen Recherche heraus: Von mehreren Hundert Imkern im Umkreis sind gerade mal genau zwei öffentlich sichtbar lizensiert. Das war schon vor über 1 Jahr genau so. Ich weiß aber, dass ein Vielfaches davon Imkereien mit wesentlich mehr als 30 Völker sind. Und die allermeisten von denen verkaufen auch definitiv an den Einzelhandel.


    Sollten die alle tatsächlich das Glück haben, nur Einzelhandelskunden zu haben, die sie nicht zur Lizensierung auffordern? Dann habe ich mir wohl die falschen Kunden ausgesucht...

    Oder funktioniert das nur, weil Imker so denken wie ich und Denunziantentum an Kollegen für sie nicht in Frage kommt?