Beiträge von hornet

    Bienen Ede

    So lange es globalen Welthandel geht, wird das so weiter gehen, die Welt wird immer mehr uni.


    Von 1000 neu eingeführten oder eingwanderten Neobiota sind nur ganz, ganz wenige, weniger als 10 nennenswert problematisch. Alle anderen fallen nicht weiter auf. Die 10 dafür um so mehr. Das sollte man bei der Bewertung von neuen Arten durchaus berücksichtigen.


    Von der Wasserhyazinthe, dem Ochsenfrosch, dem Riesenbärenklau, den Kaninchen in Australien etc. redet jeder. Von den Tausenden anderer Arten, die still und problemlos irgendwo neu dazu gekommen sind redet kaum jemand.


    Und es ist ein Unterschied, ob ich Kaninchen oder Katzen schlagartig auf einem neuen Kontinent aussetze, oder ob ich Baumarten forciere, die zwar nur in geringem Umfang, eber eben doch schon seit über 100 Jahren bei uns in Gärten, Arboreten oder Versuchsanpflanzungen wachsen, ohne Probleme zu verursachen. Restrisiken gibt's immer, das ganze Leben ist ein Risiko.

    Ich schätze den Wohlleben durchaus sehr und weiß, dass er in der Forstbranche eher unbeliebt ist. Auch ich teile keinesweges alle seine Argumente, aber grundsätzlich hat er eine sehr vernünftige Sicht der Dinge.

    Wo ich mit ihm allerdings nicht übereinstimme sind viele seiner übertrieben idealistischen und damit unrealistischen Forderungen.

    Natürlich wäre auch mir ein Urwald, in dem gar nichts gemacht wird lieber. Je mehr desto besser.

    Aber wer ehrlich ist, weiß, dass es durchaus sinnvoll ist, den Wald zu nutzen und damit auch zu bewirtschaften. Diese beiden Dinge müssen halt unter einen Hut gebracht werden.

    Auch wenn es für den Imker Vorteile hat, hat das drüsige Springkraut und Co viele negative Eigenschaften.

    Welche denn?

    Meiner Meinung nach verdrängt es kaum heimische Pflanzen, da seine Entwicklung viel später einsetzt. Bis es so hoch ist, dass es heimische Pflanzen verdunkelt, haben die sich längst fertig entwickelt.

    In der großen Fläche tut es doch niemandem wirklich weh, von wenigen ganz speziellen Stellen abgesehen.

    Außerdem habe ich seit einigen Jahren das Gefühl, dass es "dünner" wird und gebietsweise sogar wieder etwas auf dem Rückzug ist.

    Wo Waldbestände lichter werden, z.B. wegen Klimawandel, Trockenheit, Sturm, Borkenkäfer, Waldumbau, da nimmt es aber durchaus noch zu. Für einige Jahre, ehe es wieder von den Bäumen ausgedunkelt wird. Die sonstige Krautflora wächst trotzdem wie zuvor.

    Und wer wissen will wie das weitergegangen wäre: ich habe bisher drei solcher Fälle gehabt wo wir nicht mehr tätig werden konnten und die samt und sonders vor Weihnachten abgestorben sind. Die schaffen das nicht ohne schützende Höhle... mag mal irgendwann anders sein wenn der Klimawandel noch mehr wandelt aber bisher war es immer so

    danke, das finde ich sehr interessant. Ich hätte gewettet, dass sie es in Berlin schaffen könnten. Das Klima ist dort ja 9 Monate warm und vor allem trocken, im Winter zwar kalt, aber meist auch recht trocken. Und dann auch noch Innenstadtklima und hoch oben an einem Gebäude, unter dem Dachvorsprung, wo es eher wärmer ist. Ganz tief zwischen die Waben gedrängt hätte ich mir vorstellen können, dass sie die seltenen Regentage und den kalten Wind abkönnen. Wirklich warm ist es ja in normalen Kisten auch nicht.


    Wir haben auch mal so ein frei gebautes Nest abgebaut, 70cm lange Waben, mitten im Wald an einer großen Buche in 8m Höhe, auf 550m in Oberbayern, das ist schon ein anderer, vor allem feuchterer Winter, die hätten es auch nicht geschafft.

    Warum "lassen"? Ist doch eine interessante Frage, die schon viele andere hatten.


    Waldhonige sind wegen ihrer Ballaststoffe ungeeignet. Blütenhonige haben dieses Problem nicht. Selbst Rapshonig ist zur Überwinterung geeignet. Und weil Buchweizen auch nicht stärker auskristallisert als andere Blütenhonige, wüsste ich jetzt kein handfestes Argument, warum er nicht geeignet sein soll.


    Ich habe aber auch ein Gegenargument: Buchweizenhonig ist eigentlich viel zu schade als Futter.

    Einziges Problem könnten zuviel "dunkler Honig" beim Überwintern sein.

    aber doch nur, wenn einem als Imker die dunkle Farbe an sich nicht gefällt!?

    Weil Buchweizen ist trotz seiner dunklen Farbe und dem waldhonigartigen Aussehen ein klassischer Blütenhonig und damit meines Wissens zum Überwintern genau so gut geeignet wie ein sommerlicher Blütenhonig. Also eigentlich sogar ideal zum Überwintern.

    Die Langlebigkeit von Wäldern, der Rythmus von 100 oder 200 Jahren ist es, der uns also heute noch mit den Problemen vergangener Jahrhunderte beschäftigt

    Das hört sich ja so an, als würden seit 100 Jahren keine Fichten- und Kiefernmonokulturen mehr gepflanzt. Dem ist leider nicht so.

    Waldökologen wussten es schon lange besser.

    Dann hast du mich missverstanden.


    Erst keimt die Erkenntnis bei einigen Wenigen.

    Dann wächst sie bei Einigen.

    Irgendwannn haben sie Viele.

    Dann braucht es aber noch Überwindung zur Änderung.

    Dann erst setzt auch das Tun ein.

    Erst ab dann wächst etwas Neues. Langsam.

    Und schon sind die ersten 100 Jahre vorbei und wir schreiben das Jahr 1990.


    Das ist so der ungefähre Zeitpunkt, wo bei uns die Erkenntnis, dann die Überzeugung und dann die Motivation soweit angewachsen war, dass wirklich großflächig damit begonnen wurde, etwas zu ändern.


    Und genau deswegen gibt es nach wie vor viele reine Fichtenbestände im Alter von 20 Jahren und älter. Weil ja nicht alle gleichzeitig was geändert haben, sondern erst wenige, dann mehr, dann einige, aber selbst heute noch nicht alle.


    Wie gesagt, Waldwirtschaft ist naturgemäß konservativ im Sinne von konservieren alter Zustände.


    Die meisten älteren Waldbestände sind älter als 30 Jahre und stammen damit noch aus einer Zeit, in der Fichte und Kiefer Standard waren. Angelegt vielleicht vor 50 Jahren aufgrund von Plänen von vor 70 Jahren die wiederum auf einem Wissensstand von vor 100 Jahren basieren. Damals gab's halt auch noch kein schnellebiges Internet...

    Und obwohl es das nun auch schon seit 30 Jahren gibt, konnte es keinen Wald in dieser Zeit umbauen, weil man eben nicht wie der Bauer das Feld einfach mal komplett umbrechen und im nächsten Jahr ganz anders neu anbauen kann.


    Wer vom Fach ist, weiß, dass der Waldumbau in Deutschland seit gut 30 Jahren wirklich hochtourig läuft. Viel schneller geht nicht.

    Vieles läuft gut, anderes unbefriedigend. Das liegt auch an den vielen unterschiedlichen Funktionen, die der Wald für den Eigentümer, aber auch die Allgemeinheit erfüllen muss.


    Ich meine durchaus, dass auch wir Imker nicht still bleiben müssen, da gebe ich ribes schon recht. Ich meine aber, dass wir sowohl in der Landwirtschaft als auch in der Forstwirtschaft auf mehr Naturnähe allgemein und weniger auf imkerliche Bedürfnisse im Speziellen hinwirken sollten. Denn wirklich schlecht geht es den Insekten insgesamt, der Honigbiene dagegen geht es noch mit am besten, sie hat ja uns!

    Und eine allgemein vitalere Natürlichkeit unserer Kulturlandschaft würde uns sicher noch mehr nützen als nur ein paar Gläser Honig mehr.

    Llecter :


    Es freut mich, wenn du "ganz bei mir bist", allerdings bist du das nicht, wenn du die Einführung neuer Baumarten ablehnst. Dieses Thema habe ich nämlich in obigem Beitrag gar nicht angeschnitten, du kannst dich also nicht auf meine Meinung dazu beziehen.

    Und in der Tat stand und stehe ich der Einführung neuer Baumarten ganz und gar nicht ablehnend gegenüber, obwohl auch ich die damit verbundenen Rest-Risiken sehe. Die halte ich aber bei langlebigen und sich vergleichsweise langsam ausbreitenden Lebewesen wie Bäumen für recht gering, zumal wir das schon seit Jahrhunderten praktizieren. Oder glaubst du, dass z.b. der deutsche Apfel hier heimisch war?


    der Ruf, ja Schrei der Waldeigentümer nach dem Geld von uns Allen in Gestalt von öffentlichen Förderungen wegen der Trockenheit und dem Borkenkäfer und den Waldbränden etc. war und ist ja nun unüberhörbar. Die sonst auf ihre Privatinteressen so erpichten Waldeigentümer suchen Hilfe von der Allgemeinheit. Da erscheint es doch folgerichtig, wenn mit einer solchen Hilfe auch Bedingungen verknüpft werden, die im Interesse der Allgemeinheit sind.


    Grundsätzlich stimme ich darin überein, dass öffentliche Fördergelder an Bedingungen geknüpft werden müssen, die den Interessen der Allgemeinheit dienen - wer zahlt, schafft an!


    Aber du solltest bedenken, dass es in der Försterei immer um erheblich längere Zeiträume geht, als normale Leute das so gewohnt sind.


    In diesem Zusammenhang ist es vielleicht interessant zu wissen, dass z.B. die Nadelbaum-Forste ursprünglich gerade im Interesse der Allgemeinheit gefordert und gefördert worden sind! Wegen der langen Standzeiten von Bäumen und Wald und weil man deswegen immer sehr, sehr vorsichtig und langfristig agiert, hat man erst in den letzten vielleicht 30 Jahren allmählich begonnen, dies aufgrund neuer Erkenntnisse langsam zu ändern.

    Aber immerhin, weitsichtige und gebildete Waldbesitzer aller Arten sind seit 30 Jahren zunehmend dabei, die Nadelwälder umzubauen. Aus Eigeninteresse und weil es schon länger so gefördert wird.


    Man darf diese Förderung nun ruhig noch intensivieren, aber man sollte sich hüten, den Waldbesitzern heute einen Vorwurf zu machen, weil sie heute noch Wälder haben, die zwar heute plötzlich von der Allgemeinheit unerwünscht sind, aber von genau der selben Allgemeinheit noch vor einer - waldbaulich gesehen sehr kurzen - Zeit erwünscht waren!


    Die Waldbesitzer haben immer getan, was von den Förstern gefordert wurde und die haben getan, was erstens dem jeweils aktuellen Wissensstand entsprach und zweitens, was der Auftraggeber, im Falle heutiger Staatsforsten eben die Allgemeintheit wollte.


    Man kann also auch den Förstern keinen Vorwurf machen - sie wussten es nicht besser oder waren anderen, "höheren" Zwängen unterworfen!

    Die Langlebigkeit von Wäldern, der Rythmus von 100 oder 200 Jahren ist es, der uns also heute noch mit den Problemen vergangener Jahrhunderte beschäftigt. Das wird auch weiterhin so bleiben - was wir heute im Wald falsch machen, müssen Leute in 100 oder 200 Jahren ausbügeln.


    Das sollte man im Hinterkopf behalten, wenn man mit erhobenem Zeigefinger irgendwelche Forderungen stellt oder gar Vorwürfe macht. Wald ist keine Feldfrucht, wo man jedes Jahr von Null anfangen kann, wo Fehler maximal ein Jahr lang wirken.

    Wald ist konservativ im wahrsten Sinne des Wortes, da ändern sich Dinge nur über viele Jahrzehnte hinweg und man kann Änderungen auch nur über solche Zeiträume halbwegs wirksam voranbringen.


    Von heute auf morgen geht gar nix.

    ribes


    habe das alles mal überflogen, finde vieles interessant und ok, allerdins stößt mir sehr sauer die Forderung auf, "windbestäubte Arten auszuschließen". Erstens grundsätzlich und zweitens wegen der unsinnigen Begründung, sie "seien für bestäubende Insekten, also auch für Bienen wertlos".


    Grundsätzlich sind weder Forst- noch Landwirtschaft vorrangig für die Bienen da, das muss man auch als Imker durchaus mal anerkennen.

    Zu fordern, dass auf Bienen und meiner Meinung nach viel wichtiger, auf Insekten allgemein mehr Rücksicht genommen werden soll ist ok, aber viel zu einseitig. Wichtiger wäre zu fordern, dass Land- und Forstwirtschaft generell mehr Nischen und Lebensraum (also nicht nur kurzfristige Nahrung wie Nektar oder Pollen, sondern auch Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten!) lässt. für Insekten und viele andere Tiere. Dann wird ganz automatisch ein Schuh daraus, für alle Tier- und Pflanzenarten, nicht nur für Bienen!


    Aber Land- und Forstwirtschaft geradezu darauf auszurichten ist von vorneherein unrealistisch und wegen der vielen anderen, eher noch wichtigeren Funktionen eigentlich auch nicht vorrangig.


    Und zweitens, hast du schon mal was von Waldhonig gehört? Da spielen gerade Nadelbäume die wichtigste Rolle...und die willst du jetzt quasi eliminieren?

    Dass davon in der Vergangenheit durchaus etwas zu viel im Flachland wächst, ist wohl unstrittig, hat aber historische Gründe und war sogar letztlich die einzige, schnelle Rettung des Waldes in Deutschland und der Beginn moderner Waldwirtschaft.


    Auch Nadelbäume bleiben in Zukunft nicht nur wichtig, sondern wünschenswert, auch im Flachland und trotzdem sie von Natur aus hier kaum vorkommen würden. Tun Mais, Kartoffeln, Weizen usw. nämlich auch nicht. Aber sie sind extrem wichtig aus anderen Gründen.

    Es gibt halt noch mehr als nur Bienen und Imker...


    Klar, keine Monokulturen mehr, aber das ist schon lange vorbei, sowas legen heutzutage nur noch wenige unverbesserliche Privatwaldbesitzer neu an.


    A propos Imker, es ist sicherlich löblich, für mehr Trachtpflanzen zu sorgen. Wer aber nur das macht und fordert, denkt wie jeder andere Lobbyist nur an sich und seinen eigenen Gewinn.


    Von Trachtpflanzen alleine kann nämlich kaum ein Insekt alleine überleben, es braucht viel mehr zum Überleben als nur für ein paar Wochen Nahrung für die erwachsenen Tiere. Zuvor braucht es Nistmöglichkeiten und bei vielen Arten ganz andere Pflanzen für die Jungtiere, denke nur mal an Schmetterlinge. Die Raupen brauchen ganz andere Pflanzen als die erwachsenen Falter. Nur mehr Blüten bringen dann womöglich gar nichts.


    Also, bitte immer etwas Ganzheitlicher denken. Statt nur Einzelarten und im Fall von Trachtpflanzen sogar nur einzelne Entwicklungsstadien zu fördern, sollte lieber grundsätzlich eine ökologisch wertvollere Umwelt und vielfältigere Lebensräume gefordert und gefördert werden, dann ergeben sich die Vorteile für die diversen Einzelinteressen von ganz alleine.

    Ich finde einfach das Konzept "wenn der Kunde flüssigen Honig verlangt stelle ich den durch erhitzen her" irgendwie falsch...

    das darfst du natürlich gerne.


    Kruppi schrieb:

    das täuscht Frische vor, wo gar keine ist, im Gegenteil, der Honig wird absichtlich verschlechtert, um einen kleinen Marktanteil zu sichern.

    aber das ist regelrechter Blödsinn. Eigentlich jedes einzelne Wort.
    Und fachlich voll daneben obendrein. Da bin ich ganz bei rase .

    Ich empfehle einfach mal, über den hohen Berliner Tellerrand hinaus- und lieber mal bei Profis zuzuschauen.

    Aber bei einem angenommenen Flugradius von 3 km sprechen wir in meinem Fall von einer Fläche von ca. 150 km2 in einer Gegend mit sehr hoher Imkerdichte. Ich finde, dasas sind schon recht viele Nachbarimker...zuviele, um das nur als eine isolierte Einzelbeobachtung mit nur zufällig gute Nachbarn abzutun.

    Bei einem Flugradius von 3 km sprechen wir von gut 28 qkm. 150 sind etwas übertrieben ;)

    Aber nicht bei meinen derzeit fünf verschiedenen Standorten...ok, das hätte ich vielleicht explizit erwähnen sollen...

    Der DIB sieht das als Ausschlusskriterium. Wortklauberei? Wohl kaum...

    Weniger als 18% ist besser und anzustreben, da sind wir uns doch einig.


    Aber

    "Honig, der die Bezeichnung "Echter Deutscher Honig" tragen darf, muss ... den sehr viel strengeren Qualitätsrichtlinien des Deutschen Imkerbundes e.V. genügen...einen Wassergehalt von weniger als 18 % aufweisen."


    bedeutet nichts anderes, als dass solcher Honig die sehr viel strengeren Qualitätsrichtlinien des DIBs einhält. Qualitätsrichtlinien, die strenger sind als der sonst übliche und vorgeschriebene Standard.

    Das kann also schon mal gar nicht richtig schlecht sein, sondern ist mindestens ok. Mehr sollte man nicht rauslesen, aber eben auch nicht weniger und Honig mit 18% aus überzogener Angst verwerfen, weil man ihn für grenzwertig schlecht hält. Einfach weniger Sagrotan, mehr Realismus.


    Natürlich kannst du jetzt Worte klauben und sagen, 18% ist nicht weniger als 18%, sondern 1 Zehntel zuviel ... :wink: