Beiträge von hornet

    Es entsteht etwas Schaum, jedoch in einem Ausmaß wie meine Kunden ich ich selbst zufrieden sind.

    ok, danke für die Bilder! Für meinen Anspruch wäre das zwar deutlich zu viel Schaum, aber es ist in der Tat auch nicht so wild, wie ich es erwartet hätte und von einigen Honigsorten auch tatsächlich kenne.

    Auch wäre mir das Risiko zu groß, weil ich ja vorher nicht immer wissen kann, wie sich der jeweilige Honig tatsächlih verhält, Honig ist ja sehr variabel und zumindest bei mir gibt es jedes Jahr mehrere Sommerhonigvarianten.

    hornet : Danke. Das bedeutet, dass zum Verflüssigen keine höheren Temperaturen verwendet werden sollten, wenn der Honig anschließend nicht gekühlt wird. Das Argument mit der kurzzeitigen Erwärmung durch den Melitherm oder die Spitzsiebheizung gilt dann nämlich nicht mehr.

    Gruß Ralph

    Doch, das gilt noch. Denn wenn man das Melitherm z.B. mit 65°C betreibt, wird die Heizschlange selbst durchaus noch deutlich wärmer wegen der Trägheit des Systems und der Art, wie das Gerät schaltet. Der Honig jedoch erreicht diese Temperatur nicht, weil er tropft nach unten ab und sammelt sich. Zwar ist er dort natürlich auch warm, aber eben nicht 65°C, sondern in einem Temperaturbereich, den er ohne Schaden eine ganze Weile aushalten kann - siehe oben.


    Selbstverständlich ist eine möglichst schnelle Abkühlung danach immer besser.


    Aber ganz ehrlich: Ich persönlich frage mich immer, warum um Marmelade kein solcher Tanz veranstaltet wird. Die soll schmecken und gut aussehen, mehr nicht. Dass die vorher totgekocht wurde, interessiert niemanden.


    Bei aller Liebe zum Honig, aber auch er ist kein Wunderessen, sondern eben eine Süßigkeit und ein Brotaufstrich, mit vergleichsweise kleinem Gesundheitsvorteil.

    Für die Masse ist Honig doch nur eine Alternative zur Marmelade oder Schokoaufstrich. Viele verwenden ihn sogar nur zum Kochen oder in den heißen Tee - da waren alle unsere Bemühungen vorher umsonst.

    Und für den worst case gibt es ja noch die Grenzwerte, aber die sind aus gutem Grunde so hoch, dass die mit dem Melitherm wohl kaum erreicht werden können.


    Und bevor das alles falsch verstanden wird:

    Ich empfehle dringend, diesen Tanz trotzdem mitzumachen und Honig immer nur so schonend wie möglich zu erwärmen oder ganz darauf zu verzichten, ich tue das selbst auch. Aber vor allem aus Imagegründen, weil die Erwartungen an Honig nunmal so sind und der Wurm dem Fisch, nicht dem Angler schmecken muss.

    Aber ich verstehe es halt nur nicht, warum da mit so unterschiedlichem Maß gemessen wird.

    Ich verflüssige im Melitherm...

    Aus dem Melitherm fließt der verflüssigte Honig in den Abfüllkübel, von dem ich noch während des Verflüssigens direkt in Gläser abfülle.

    Und da hast du keine - je nach Sorte - unterschiedlich dicke Schaumschicht auf der Honigoberfläche im Glas?

    Honig direkt aus dem Melitherm + Seihtuch o.ä. enthält doch anfangs unzählige feine Bläschen, die durch Umfüllen in einen weiteren Behälter nochmals kräftig nach unten durchgemischt werden. Die müssten doch alle im Glas wieder aufsteigen und bei den meisten Sorten oben einen wahrhaft hässlichen Anblick bieten?

    Wird der Honig bei anderen Verflüssigungsverfahren nach dem Durchlaufen aktiv gekühlt, und wenn ja, wie funktioniert das?

    "Normale", d.h. "kleine" Freizeitimker werden wohl in der Regel keine aktive höher technisierte Kühlung verwenden, also die weitaus größte Mehrheit der Imker. Höchstens, dass mal einer das Gefäß mit einem Lüfter anbläst.


    Doch auch hier gibt es Unterschiede: Man kann einen warmen oder kalten Raum haben. Man kann den Auffangbehälter kühl anblasen, man kann Behälter aus Kunststoff (isolieren, bleiben deutlich länger warm) oder solche aus Metall verwenden.

    Wer mal die Temperatur misst, wird überrascht sein, wie warm der Honig unter einem Melitherm dann doch wird und wie lange er das bleibt und welche Unterschiede die Art des Gefäßes, aber auch das Volumen des Honigs machen.


    Aktive Kühlung, die über das Anblasen hinaus geht, ist deutlich aufwändiger und teuerer, kann ja jedes Jahr auf Imkermessen bewundert werden. Doppelwandige Gefäße mit angschlossenem Kühlaggregat. Alternativ Kühlzellen, in denen der Honig nach dem Verflüssigen eingestellt wird.

    das täte mich auch mal interessieren.

    Ich behaupte, so lange man Honig nicht so stark erhitzt, dass er karamelisiert, ist das Erhitzen hinterher weder sichtbar noch schmeckbar, von wenigen geübten Someliers o.ä. vielleicht mal abgesehen.


    Auch das Kristallisationsverhalten ändert sich nicht, der Honig wird ganz normal auch wieder irgendwann fest werden, selbst wenn immer wieder behauptet wird, man könne die Erhitzung daran erkennen, dass der Honig danach flüssig bleibe.


    Höchstens erfolgt die Kristallisation etwas langsamer, weil beim Erhitzen viele natürliche Kondensationskeime wegen der geringen Viskosität von warmem Honig leichter aufschwimmen konnten und oben vielleicht abgeschäumt wurden.

    Wie wahrscheinlich jeder von uns hatte ich auch schon einmal Honig im Wärmeschrank vergessen. Einen auffällig hohen HMF-Wert hatte er trotzdem nicht. Sowas würde ich sicherheitshalber untersuchen lassen.

    Jörg K.

    klar, ich denke sogar, dass es schon ab 38°C enger wird, wo man also aufpassen muss, wie lange man den Honig damit warm hält. Wobei man bei 38°C sicher noch von Tagen reden kann, bei 50°C würde ich maximal von ganz wenigen Stunden reden und bei 60-70°C wäre mir eine Stunde schon sehr kritisch zu lange.

    Jedoch muss man auch wissen, dass die Honige je nach Sorte unterschiedlich empfindlich auf Wärme reagieren. Dass bei deinem vergessenen Honig nix war, glaube ich sofort, aber das muss nicht für jede Sorte gelten.

    Soweit ich weiß, sind Honigtauhonige wesentlich unempfindlicher als Blütenhonige.


    Wobei man auch wissen muss, dass man eine HMF-Schädigung nicht schmeckt, jedenfalls der Laie nicht. Und giftig ist es für Menschen in diesem Umfang auch nicht. Wer also den Honig nicht fett als naturbelassen, enzymreich und gesund, sondern einfach nur als Genussmittel verkauft, braucht sich wohl keine Gedanken machen. Backwaren aller Art enthalten schließlich ebenfalls viel Zucker, der noch viel stärker und länger erwärmt wird.

    Natürlich sind wir uns einig, dass der Honig hier ein anderes Image hat und haben sollte und es daher niemand darauf anlegen sollte, den Honig so zu behandeln.


    Mir persönlich ist es wichtig, den Honig so wenig und kurz wie möglich zu erwärmen und das auch noch weiter zu reduzieren. Aber eine Religion mache ich auch nicht draus, es muss auch betriebstechnisch praktikabel und wirtschaftlich sein. Melezitose braucht nunmal richtig Temperatur, sonst kann man sie gleich wegwerfen oder nur richtig grob verkaufen. Ist aber als Honigtauhonig zum Glück unempfindlicher.

    Ralph, 50 Grad beim Auftauen sind doch (mehr als) 10 Grad zuviel?

    nein, denn eine Wärmeschädigung des Honigs ist eine Funktion von Temperatur UND Dauer der Temperatureinwirkung.

    Kurz sehr warm ist oft weniger schädlich als lang weniger warm. Deswegen funktioniert ja auch Melitherm und deshalb sind viele mit 40°C/48Stunde Wärmeschrank-aufgetaute Honige nennenswert geschädigt, ein 65°C-melithermisierter Honig dagegen praktisch gar nicht.


    Und es gibt diverse Dokumente, ich glaube aus Celle, die belegen, dass man mit 40°C bis 50°C noch relativ lange arbeiten kann, ohne größere Schäden (wir reden jetzt von wenigen Stunden). Darüber wird die Zeit, in der man den Honig noch schadlos bearbeiten kann aber SEHR schnell kürzer.

    Ihr seht echt Kristalle im Honig, den ihr mit dem Melitherm verflüssigt habt?

    Wie soll das gehen?

    Richtig eingestellt (also nicht zu kühl, nur um vermeintlich den Honig zu schonen) ist der Honig im Auffangbehälter doch durchaus eine ganze Weile so warm, dass alle eventuell durch das Seihtuch geflutschten Kristallreste auch nachträglich noch schmelzen?

    Es ist meiner Meinung nach kein Wunder, dass man nur selten Milben auf Drohnen sieht.


    Wie oft seht ihr Milben auf Bienen? Sehr selten!


    Vergleicht mal die Zahl: mehrere Zehntausend Arbeiterinnen gegenüber nur wenigen Hundert bis höchstens ganz wenigen Tausend Drohnen.

    Da ist die Chance doch viel höher, dass wenn ihr schon mal eine Milbe auf einer Biene seht, dass es eine Arbeiterin ist.


    Außerdem schaut ihr vermutlich eher zu Tageszeiten in die Völker, wenn die Drohnen überwiegend unterwegs sind.

    Und normalerweise ist auf Drohnenwaben nicht so viel zu sehen, die anderen Waben dagegen schaut ihr sicherlich aus verschiedenen Gründen genauer an.


    Sicherlich gibt es noch mehr Gründe, warum man Milben auf Drohnen seltener wahrnimmt.


    Und wenn ich mich recht erinnere, versuchen die Milben aktiv auf Ammenbienen überzugehen, damit sie passend bald wieder in neue Brutzellen absteigen können - also auf Arbeiterinnen.

    dafür gibt es aber seit Jahr und Tag die Restentmilbung im Dezember.

    Diese lehnt Bernhard aber ab, weil er behauptet, dass diese die Wintertraube auflöst.

    (konnte ich übrigens, wie auch andere seiner Thesen, nicht bestätigen, auch nicht mit Temperaturfühler im BN).

    Also diesen speziellen Punkt kann ich explizit bestätigen. Wiederholt nachvollzogen durch eine Stockwaage mit Temperaturfühler im Bereich der Traube sowie durch das Abhören entsprechender Geräusche im Innern.


    Schon das Öffnen des Deckels bewirkt beginnende Unruhe und Temperaturanstieg, Dieser setzt sich ab einer gewissen Schwelle auch dann fort, wenn man den Deckel wieder schließt und nichts weiter macht. Sobald man träufelt, wird die Unruhe noch stärker, die Bienen wollen sich gegen die Nässe wehren, merken dass was los ist.


    Im Gegensatz zu Bernhard bin ich aber der Meinung, dass sich die Traube nach etwa einem Tag wieder ganz normal in Winterruhe begibt. Zumindest die Temperaturkurven der Stockwaage legen das nahe und natürlich, dass es am nächsten Tag wieder ganz still ist.


    Generell wirkt die Unruhe genau so wie die ganz normalen Phasen, in denen sich die Traube auch ohne äußeren Anlass alle paar Tage vorübergehend auflöst, um sich neu zu sortieren, siehe Tautz und Seeley.


    Es kann natürlich schon sein, dass es beim Verhalten der Traube im Winter bei Störungen große Unterschiede zwischen dem milden, ozeanischen Niederrhein und dem kalten, kontinentalen Oberbayern gibt.

    Ich träufele z.b. immer bei leichten Minustemperaturen - am Niederrhein kann es passieren, dass es die im Winter mal überhaupt nicht gibt oder zumindest nicht während der Behandlungszeit.

    Ein entsprechendes Video gibt es auch von Alfranseder für seine Pressen .

    Bei meiner Blauton steht der Rand vorne jedoch über wie es jonas auch in der Bauanleitung rät, sodass ich dort schön ansetzen kann. Zudem braucht man kein Trennmittel. Mit einem feinen Wassersprüher kann man jedoch mit Wasser pur sprühen und die Form vor dem Eingießen nochmal zusätzlich durch Verdunstung kühlen, ebenso durch außen Einspühen des Deckels nach dem Schließen

    genau, ich habe ja die gleiche Form wie du, auch ähnliches Tempo, allerdings schon OHNE Kompressor. Dass jetzt solche Formen überall mit Kompressor gezeigt werden, war damals noch nicht so, als ich meine Form gekauft habe.


    Hätte ich vorher gewusst, dass man nur mit Kompressor annehmbare Zeiten erreichen kann, hätte ich vielleicht sogar ganz auf so ein MW-Gerät verzichtet.


    Aber wenn ich das Video ansehe - auch ich kannte bisher nur ein anderes, viel älteres von dem Mann - dann arbeitet der sehr schön schnell. Danke Amape , das gibt mir einen sehr guten Eindruck davon, was der Kompressor bringen kann.


    Vermutlich könnte der Mann im Video noch deutlich schneller arbeiten, wenn er den Zuschnitt der MW erst am Ende des Tages machen würde. Ich z.B. schneide die MW erst zu, wenn ich sie einlöte, also wenn ich weiß, wofür ich sie benötige (bei mir z.B. Brutwabe oder Honigraumwabe).


    Dass die MW ziemlich dick aussehen, kann im Video täuschen. Könnte aber auch die Folge dessen sein, dass der Mann wirklich extrem viel Wachs in die Form gießt, sicherlich hat er auch dafür Gründe.


    Ich halte jetzt also mal vorläufig fest: Es scheint weiterhin zu gelten, dass man ohne Kompressor mit luftgekühlten MW-Gießformen im längeren Schnitt nur ca. 25 MW/Stunde erreichen kann. Mehr geht nur ganz kurzfristig und dann meist zu Lasten der Qualität. Für mich ist das nach wie vor sehr ernüchternd.

    Die perfekte Wachstemperatur zu den aktuellen Bedingungen zu finden, ist tatsächlich der erste Schritt...

    ...Wichtig ist daher auch, dass die Wachstemperatur im Topf während des Gießens gleich gehalten werden kann.


    Der Kompressor mit Düse ....

    ...kühlt die Luft die Form, weil die Luftströmung Wärme abtransportiert.


    Hallo Amape ,

    das mit der Wachstemperatur ist klar und ich habe ja auch schon wie oben erwähnt alle Temperaturen durchprobiert zwischen 70 und 100°C. Und bei meinen rund 20kg Wachs, die im Schnitt in meinem doppelwandigen Klärbehälter bei mir drin sind, ist sogar von einer eher überdurchschnittlich gut gleichmäßig gehaltenen Temperatur auszugehen im Vergleich zu den sonst hier so genannten Gefäßen und meist kleineren Wachsmengen.


    Bleibt nur noch der Kompressor. Wenn ich das richtig verstehe, gibt man da einen kurzen Luftstoß von der Seite unter die MW zum ablösen - da kann man doch nicht von einem nennenswerten Kühleffekt sprechen? Zumal man den Kompressor doch auch erst benutzen kann, wenn die MW schon eine gewisse Stabilität erreicht hat, der größte Teil der Zeit pro MW schon verbraucht ist?


    Die Gebläse meiner Form blasen jedenfalls auch schon permenent über die MW, sobald ich den Deckel öffne, natürlich nicht so wie ein Kompressor.


    Du machst also wirklich gute 60 MW/h Dadant mit deiner luftgekühten Gießform? Über eine längere Zeit im Schnitt inklusive aller Nebenarbeiten und kleiner Ausschuss-MW zwischendurch?

    Da wäre jetzt ein kleines, ungeschnittenes Video in Echtzeit wirklich erhellend!