Beiträge von hornet

    Erstens: dem Kunden kommunzieren, dass du wegen hoher Nachfrage und Zufriedenheit der Kunden unerwartet schnell ausverkauft bist.

    Zweitens: Preise deutlich erhöhen

    Drittens: Auf andere Imker verweisen oder etwas zukaufen oder einfach auf die nächste Ernte warten.

    Leute, sonst kann euch doch der Honig auch nicht naturnah genug sein als Abgrenzung zu Langnese & Co, am besten nur gepresst mit allem drin, was die Wabe so bietet!


    Aber bei Kerzen soll dann wieder der Industriestandard gelten? Das Anlaufen ist doch ein echtes Qualitätsmerkmal und macht den eigentlichen Charme von Bienenwachskerzen doch erst aus - schließlich können nur echte Bienenwachskerzen so anlaufen!

    Im Gegenteil, neue, noch nicht angelaufene Kerzen sehen doch kaum anders aus als Mineralöl-Kerzen im Supermarkt. Gute Kunden wissen das und achten darauf, weshalb ich solche und solche am Stand habe - weil der Kunde soll kaufen und es gibt ja tatsächlich solche, die ein kerniges Handwerksprodukt haben wollen, aber bitte trotzdem in der Industrieoptik...


    Verkauft wird vor allem nach Gewicht mit einem Zuschlag für den unterschiedlichen Aufwand. Preise zwischen 40 und 90 EUR/kg werden anstandslos bezahlt -auch oder gerade bei angelaufenen Kerzen! Wobei die mit Abstand billigsten Kerzen am unteren Rand dieser Spanne eigentlich nur die einfachen Teelichter sind.

    Ich sehe nur die "feuchten" Abdrücke auf der Pappe auf welcher meine Silikonformen gelagert werden als Weichmacher an und will meine Kerzen soweit es die Prozedur zulässt frei davon halten.

    ich denke, diese Flecken sind keine Ausdünstung des Silikons, sondern Wachs, das durch die Form allmählich hindurchdiffundiert ist. Silikon ist nicht wachsdicht! Gilt auch für Fett beim Backen in solchen Formen.

    Im Eimer würde ich nur verkaufen, was wirklich aus irgenwelchen Gründen "über" ist und "weg muss". Weil man z.b. keinen Lagerplatz mehr hat und wegen Krankheit nichts verkaufen konnte, oder eben einfach kein Verkaufstalent hat, das hat schließlich wirklich nicht jeder. Oder natürlich, wenn man in seiner Gegend zuviel Konkurrenz hat und den Honig einfach nicht los wird, soll ja vorkommen wie man hier hört. Oder weil man sich einfach aus Gründen die Vermarktung sparen und den Honig schnell weiter bringen will. Ja, es soll sogar Leute geben, die imkern gar nicht für den Honig, sondern nur, weil sie mit den Bienen spielen wollen...! :eek:


    Das alles scheint bei dir ja nicht der Fall zu sein, also gibt es keinen Grund, was zurückzuhalten oder gar im Eimer zu verkaufen - im Gegenteil.


    Das Glas verdient das Geld, der Eimer macht nur das Lager schnell leer!


    Wie gesagt, Lagerbestand ist schön und anzustreben, aber nur ganz schwer erreichbar, da in der Regel alles verkauft ist, wenn die neue Ernte kommt. Honig aus Deutschland ist ein Mangelprodukt. Hat sich nur leider noch nicht bei allen Imkern rumgesprochen.

    Ich verstehe die Frage nicht.


    Du kennst ja den Spruch: eine Ernte im Lager, eine auf der Bank und die aktuelle im Verkauf.


    Der Honig eines Jahres wird natürlich zu 100% verkauft, bei mir nur im Glas. Dewegen ist das mit "eine Ernte im Lager" extrem schwierig und klappt eigentlich nur äußerst selten, wenn es mal eine wirklich außergewöhnlich starke Ernte gibt.


    Was jemand verschenkt, kann bei dir doch ganz anders sein. Eigenverbrauch ist irrelevant, da wohl kaum mehr als wenige Kilogramm pro Nase.

    Ich dachte 21 Tage ab Frost?

    genau, jedoch sollte es schon kälter als nur gerade 0 °C oder knapp darunter sein, damit das auch wirklich gut funktioniert. Und mehr als nur ein oder zwei Frostnächte am Stück wären auch besser.


    In Südbayern hatten wir zwar schon kurz nach Mitte September 2-3 Tage mit leichtem Frost, aber das war zu früh, zu wenig kalt, da würde ich nicht drauf setzen, dass das gewirkt hat.


    Der Oktober blieb ungewöhnlicherweise völlig frostfrei. Erst seit Anfang November gab es wiederholt eine ganze Reihe Frosttage, nach meinem Geschmack aber immer noch zu wenig kalt, als dass die Bienen es wirklich gespürt und die Brut (deswegen) eingestellt hätten, zumal es tagsüber fast an jedem Tag weiterhin Flugwetter und späte (Zwischenfrucht)-Trachten gab - der Klimawandel lässt grüßen, es ist auch heuer weiterhin außergewöhnlich mild. Ich würde im Augenblick noch nicht darauf setzen, dass der bisherige Frost bei uns im Süden schon für Brutfreiheit drei Wochen später gesorgt hätte.


    Dennoch kann man bei uns ganz im Süden beruhigt sein, in der Regel wird es jedes Jahr rechtzeitig vor Silvester mal ein paar Tage hintereinander -5°C und kälter und dann kann man die drei Wochen anzählen.


    Wenn man dann auch noch in der Woche von Weihnachten oder 2-3 Wochen danach landet, war Brutfreiheit bei gesunden Völkern bisher eigentlich immer garantiert. Frost ist schließlich nur ein Faktor, die Tageslichtlänge der wichtigere, sofern es in der fraglichen Zeit von Weihnachten bis Mitte Januar nicht außergewöhnlich mild wird.


    Es sieht derzeit auch so aus, als kämen rechtzeitig Ende November, Anfang Dezember ein paar stärkere Frosttage und so wird es wie die letzten 10 Jahre auch laufen: Am 24.12. +- wenige Tage kann wieder fast sicher brutfrei behandelt (geträufelt) werden. Da braucht es nur noch einen kalten Hochnebeltag und -2°C und der perfekte Behandlungszeitpunkt ist gefunden.

    BienenJakob

    du hast jetzt 120 Völker und technisch am Limit und willst aber schon nächstes Jahr verdoppeln? Mit Verlaub, aber da erscheinen mir einige deiner Fragen und Pläne noch überraschend nahe an "Vorüberlegungen", weniger nahe an "konkret", wie ich es erwartet hätte, wenn du bereits in weniger als 6 Monaten in dieser Größe weiter machen willst. Der schon jetzt offensichlich für den Plan nicht ausreichende Platz wäre in meinen Augen das erste, was ich lösen würde.


    Und noch zu den Subventionen:

    Wer als Staat zulässt, dass Billighonig aus China und Osteuropa hier den Markt ganz ohne Zollschranken überschwemmen darf, muss wenigstens an anderer Stelle etwas ausgleichen, von daher finde ich die Subventionen für Imker gut. Lieber wäre es mir aber, wir könnten uns mit fairen Preisen und ohne unfaire Weltmarktkonkurrenz ganz ohne Subvention selbst über Wasser halten.


    Der Flickenteppich innerhalb Deutschlands ist tatsächlich extrem unfair und unschön. Aber man muss schon so ehrlich sein: Den Flickenteppich gibt's ja nicht nur bei der Imkerei, weshalb sich das unter dem Strich für den Einzelnen oft ausgleicht. Wenn ich nur daran denke, was sich Berlin an Subventionen leistet, die wir in Bayern bezahlen müssen...!

    Es gibt bestimmt was anderes, wo in NRW gefördert wird, in Bayern dafür nicht. Ein wenig persönliches Glück oder Pech bei der Verteilung gehört dabei dazu, aber wer von uns unter dem Strich aller Subventionen wirklich "glücklicher" oder "unglücklicher" fährt, kann garantiert nicht nur an der Imkereiförderung festgemacht werden.


    Und immerhin sind wir Bayern die direkten Nachbarn von Österreich, nicht NRW, also können rase zumindest diese 45% von BienenJakob fast egal sein.


    Übrigens: DIe Honigpreise in Österreich sind wesentlich höher als bei uns, trotz der Subventionen, das sollte man sich bei der Gelegenheit dann auch mal vor Augen halten, es ist halt nicht alles so schwarz-weiß zu erklären.


    Grundsätzlich sorgen solche hohen Förderungen natürlich schon dafür, dass die Imkereibedarfshersteller für alle entsprechend teuer werden.

    Nur mal so als Anekdote. Hier geht es ja u.a. auch darum, ob man als Imker eine eigene geeichte Waage vorhalten muss.


    Ein Kollege hat mir neulich erzählt, wie er meint, das umgehen zu können:


    Er kauft sich alle 2 Jahre eine einfache Küchenwaage für kleines Geld und, die alte gibt er weg. Die seien ja auch geeicht, also hätte er immer eine geeichte Waage im Haus. Auch bessere solcher Waagen mit kleiner Teilung (z.B. 0,1g) kosten neu immer noch wesentlich weniger als die Eichgebühr samt Zeitaufwand dafür...

    vosp wobei ich das Biosiegel auf gar keinen Fall als Feigenblatt ansehe, sondern ganz neutral als ein für - einige - Imker nützliches Werkzeug, um das biologische Handeln auch offiziell anzuzeigen und zu belegen. Wer konkrete Gründe hat, um das zu wollen (z.B. Kunden an der Hand hat, die das verlangen), legt das Geld dafür nicht anstelle, sondern bewusst "on top" auf das ökologische Engangement. Alle anderen ohne konkrete Gründe oder bereits vorhandene Biokunden können darauf aber natürlich getrost verzichten.


    Und "nur weil bio, deshalb mehr Gewinn" kann man sich auch abschminken. Die imkerliche Biozertifizierung ist nur eine alternative - sehr enge - Vermarktungsnische, aber garantiert kein finanzieller Heiliger Gral.

    Ganz Klasse Aufnahmen!

    Erinnert mich an den guten alten Heinz Sielmann - die älteren von uns werden ihn noch kennen. Seine für die damalige Zeit außergewöhnlich großartige TV-Reihe "Expedition ins Tierreich" hat einen Großteil meiner Jugendzeit geprägt.

    Eine komplette Folge hat er auch mal dem Werden und Vergehen eines Hornissennestes in extra entwickelten Hornissen-Nistkästen gewidmet, von Null zu 1m Höhe bis zum Ende. Neben ähnlich großartigen Aufnahmen war diese Folge natürlich auch mit entsprechenden Fachinformationen in seiner charakteristischen, sympathischen Stimme hinterlegt.


    Leider gab's damals noch kein WWW und entsprechend kann man diese tolle Folge nirgendwo mehr anschauen, wenn sie nicht irgendwann mal wieder im TV wiederholt werden wird.

    Irgendwie macht man das ja auch für die Bienen. Ich kann mich nicht über Landwirte beklagen, die ihre Felder spritzen und unseren Bienen schaden und dann den billigsten konventionellen Rübenzucker bestellen. Nur, wenn sich was am Konsum ändert, wird sich auch was auf den Feldern ändern.

    Du verstehst möglicherweise den Zweck der Zertifizierung nicht und unterliegst dem Missverständnis, dass ein biozertifizierter Imker ein "besserer, weil umweltschonenderer" Imker ist, was einfach nicht stimmt.


    Es kann sein, ja, aber an der Zertfizierung liegt es dann garantiert nicht!


    Das ist nämlich ein rein bürokratischer, standardisierter Prozess, dessen einziger Zweck ist, dass Kunden sicherer sein und erkennen können, dass hier jemand gewisse definierte Standards einhält. Das kann aber JEDER Imker tun, ja, es kann sogar JEDER Imker noch weit mehr tun, auch ohne jede Zertfizierung!


    Wer also so wie du "nur" verantwortungsbewusst und umweltschonend imkern will, jedoch keine Kunden hat, die darüber einen offiziellen Nachweis haben wollen, braucht alles, nur keine Biozertifizierung! Der kann sich den ganzen bürokratischen Rotz und die damit verbundenen (bürokratischen!) Kosten sparen und trotzdem einfach nur für sich biologisch imkern. Eventuell höhere Kosten durch dein umweltschonenderes Imkern hast du natürlich trotzdem.


    Aber den Bienen, denen bringt ein reines Siegel überhaupt keinen Mehrwert, denen bringt nur dein Handeln etwas, egal ob mit oder ohne Siegel.

    Deswegen sollte bio mit einer Premiumstrategie einhergehen.

    da stimmt ich mit dir überein.

    Ich sehe übrigens bisher wenig Anlass für Preiserhöhungen. Außer dem Glaspreis hat sich bisher nichts Relevantes geändert.

    Hier natürlich überhaupt nicht. Erstens hat sich der Glaspreis massiv erhöht und wird kaum wieder sinken, aber eben nicht nur dieser. Und die höheren Kosten kommen bei guter Vorratshaltung an Material vielleicht nicht gleich, aber in Zukunft auch auf dich zu. Es ist dann aber geschickt, den Preis nicht erst dann zu erhöhen, wenn gleichzeitig gegenwärtig eine besonders gute Gelegenheit besteht, die Preise im Rückenwind der allgemeinen Preiserhöhungen "unauffällig" mit zu erhöhen. Jetzt schon etwas mehr einnahmen um so einen Puffer für später aufzubauen, ist weder verwerflich noch dumm.


    Zweitens sind die eigenen Kosten nur EIN Maßstab, nämlich der Mindestmaßstab, den man braucht, um überhaupt wenigstens kostendeckend arbeiten zu können.


    Drittens hat man im Leben ja nicht nur die Kosten und Einnahmen der reinen Imkerei, sondern auch Ausgaben abseits davon. Daher muss man auch seine Einnahmen, egal woher, mindestens soweit erhöhen, wenn man nicht schlechter da stehen will als zuvor.


    Du zahlst jetzt allgemein aber schon mindestens 10% mehr, für Lebensmittel sogar eher 20% und für Heizung und Sprit ein Vielfaches davon. Warum sollte man dann nicht versuchen, ALLE seine Einnahmen so schnell wie möglich diesen gestiegenen Kosten anzupassen, wenn man nicht gerade auf einem Lottogewinn sitzt und sowieso alles nur aus Langeweile macht? Höhere Einnahmen oder Sparen sind für mich austauschbare, gleichwertige Alternativen, um mit seinem Geld zurecht zu kommen. Je nachdem, was gerade einfacher ist, macht man davon dann halt mal mehr, mal weniger.


    Als Imker kannst du wenigstens sofort selbst was tun, ein Angstellter ist dagegen in der Regel darauf angewiesen, dass irgendeine Gewerksschaft irgendwann später mal ausreichend viel für ihn herausholt. Ein Angestelltengehalt wird daher wohl nicht so schnell und nicht unbedingt ausreichend hoch mitsteigen wie die gegenwärtige Inflation.

    Da kann die Imkereinkunft also schon sehr helfen, diesen Nachteil auszugleichen und es wäre in meinen Augen sehr ungeschickt, darauf zu verzichten, zumal es so einfach wie derzeit wohl selten gehen wird.

    Ich bearbeite alle mit den Rollen. Durch die Wellung ist er viel besser in der Mittelwand eingebettet. Außerdem längt er sich beim heiß machen. Die Wendelung sorgt dafür, dass er trotz dem nicht durchhängt.


    Bei gebrauchten Rähmchen gehe ich einmal mit dem Edelstahlkratzbällchen über die kalten Drähte drüber, dann sind sie absolut blank.

    so mache ich es auch und aus den gleichen Gründen. Bei gebrauchten Rähmchen vorher mit einer groben Bürste drüber. Trotzdem sammelt sich halt Wachsschmodder an den Rollen an - aber dann reicht es auch, alle Dutzend Rähmchen mal etwas aus den Rollen rauskratzen und weiter geht's.


    Aber bitte, was ist ein Edelstahlkratzbällchen?

    Hier muss ich Leberkas leider voll recht geben-

    Zwar bin auch ich bio und für mich lohnt es sich sogar sehr. ABER das nur, weil ich gleich ziemlich am Anfang mehrere sehr gute Kunden von mir überzeugen konnte. Diese bestanden aber auf bio, waren aber auch bereit mich schon in der Umstellungsphase "zu nehmen". Deshalb hatte ich damals sofort die Umstellung in Angriff genommen.


    Fazit: Wer Kunden an der Hand hat, die bio wollen und voraussichtlich länger überleben können und voraussichtlich auch nicht gleich zu einem anderen Imker wechseln werden, für den kann sich bio lohnen. Das Restrisiko, dass ein Kunde auch mal aus verschiedenen Gründen abspringt, bleibt jedoch und neue bio-Kunden finden ist nicht immer einfach.


    Also einfach so auf Verdacht bio machen und hoffen, dass man schon bio-Kunden finden wird, rate ich wirklich niemanden, das wird in die Hose gehen, denn Kosten und Aufwand sowie lästige Einschränkungen sind nicht zu verachten.


    Biokunden sind nach wie vor eher eine Minderheit, man schränkt sich also gleich mal bei den sowieso schon knappen Kunden ein. Denn ein konventioneller Kunde wird nicht bereit sein, einen bio-Aufschlag zu bezahlen, ohne den es sich aber niemals lohnt.


    Und weil gerade wieder die bösen Geister umgehen und Nebelkerzen verteilen wollen, auch noch ein Wort zum aktuellen Absatz:


    Dass der Umsatz seit Beginn der Preissteigerung einbrechen würde bei bio-Produkten, höre ich auch ab und zu bei meinen Kunden. Sie betonen aber explizit und ausnahmslos, dass ausgerechnet der Honig hier zusammen mit wenigen anderen Produkten nicht nur nicht betroffen sei, sondern im Gegenteil der Absatz sogar steigt, trotz der auch beim Honig stark gestiegenen Preise. Ich hätte das nicht erwartet und habe auch keine Erklärung dafür, aber der Beweis liegt mir in entsprechenden Bestellungen seit Monaten vor und ich werde mich nicht beschweren.


    Dazu passt die Nachfrage direkt bei mir an der Haustür und bei Märkten.