Beiträge von Avignon

    Die Erwerbsimker, die nicht vor sich hin träumen und auf eine Lösung und Beseitigung der VV durch den Saat warten, nehmen und müssen die Sache selber in die Hand nehmen. Die Ecolo-Bobo-Erwerbsimker sitzen halt weinend am Bienenstand vor leere Beuten, weil sie evtl. Skrupel vor kollaterale Schäden bei der VV-Bekämpfung hatten. Es haben so einige meiner Bekannte (Erwerbs- als auch Hobbyimker) ihre Bienenstände von der VV gesäubert. Es ist aber ein ständiger Kampf, der bereits in 2-3 Wochen mit dem Einfangen der Fondatrices beginnt. Schaut Euch mal die Gegebenheiten in den Cévennes an. Tausende von ha Wald, in denen niemand vordingen kann. Es ist eine der wichtigen Regionen unserer Edelkastanie. Es ist eine hier im Süden sehr wichtige Haupttracht, denn der Mindestertrag liegt um die 25 kg/Volk. Inzwischen klickt es auch bei immer zahlreicheren Imkern, dass zwar Einzelaktionen für den Einzelnen eine vorübergehende Lösung darstellen, doch gemeinsam organisierte breitere Aktion mehr Wirkung erzielen. Also organisiert man sich, und dafür sind auch die verschiedenen Meetings unserer Organisationen gut.


    Die VV ist hier leider nur in die Kategorie 2 der Nuisibles (Schädlinge) aufgenommen worden. Für diese Kategorie werden nicht die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt.


    Und nein, die einheimische Hornisse steht unter keinem Artenschutz. Jeder darf sie wie auch die Wespen bekämpfen, so wie es ihm gefällt. Dies ist nichts anderes als eine Realitätsschilderung. Und macht dafür nicht die Imker verantwortlich.

    Diese umweltverträgliche Lösung ist bisher nach all den Jahren nicht befunden worden und steht auch nicht in Sicht. Was jeden von uns dann noch übrig bleibt, muss jeder selber entscheiden und für sich verantworten. Ein Hobbyimker wird den Verlust seiner Völker sicherlich existenziell überstehen, ein Erwerbsimker jedoch nicht.


    Bisher haben sich so einige Institute der Sache VV angenommen, jedoch niemand bietet eine Lösung an. Das ist die Realität. Der Rest ist nur Ecolo-Bobo-Gerede.

    Oh, Eisvogel, das kann man gar nicht mit 2 Worten ausdrücken. Das bedarf einer umfangreicheren Erklärung. Jedenfalls ist es kein Begriff, der nur auf einen Hobbyimker zutreffen kann, es gibt auch Ecolo-Bobos unter den Erwerbsimkern. Wir haben da gerade so ein Unikum in unserem Forum.


    Ich werde mir mal die Mühe machen und versuchen, es zu erklären. Für heute Abend würde ich damit jedoch meine Neuronen überfordern.


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    Buckfast Imker ist schon nahe dran, wobei für uns noch einige Aspekte hinzukommen.


    Als Beispiel. wir haben ein ziemlich besuchtes franz Forum, da prädigt der Admin das ganze Jahr über, wie man doch bienenschonend, umfeldfreundlich usw. gegen die Milbe behandelt. Und dann muss er auf einmal zugeben, dass ihm wâhrend des Winters all seine Völker verreckt sind. Hoch anrechnen muss man ihm aber, dass er das wenigstens zugab.

    Avignon
    Aussagen wie :"Ob dabei all die einheimischen Hornissen und sämtliche Wespen drauf gehen, wird uns da allen egal sein." sind eines Imkers nicht würdig.
    Sowas haut ja nicht mal ein Landwirt raus der mit der Spritze durchs Land fährt, obwohl manch einer handelt so.


    Schade man merkt gleich wie so ein "Troll" das Forumsleben lahmlegt, hier haben z.Zt wohl wenige Lust etwas beizutragen, ich kanns verstehen.
    Fox in the beehouse?
    Gruß David


    Hättest Du aufgepasst, so hättest Du doch mitbekommen, dass hier auch viele VV Wespen- und Hornissenfallen aufgestellt werden. Also wer kauft die denn und stellt die auf? Meinst Du, unsere Distributor haben all diese Fallen nur als Dekoration im Laden/Katalog? Von daher könnte hier niemand nachvollziehen, dass man Bedenken hätte, die VV schon im Frühjahr massiv mit den Zucker-Ködern an den Kragen zu gehen.


    Wer soll denn auch noch viel dazu beitragen. Unser Salsero lässt seine Vorstellungskraft der Spuren- bzw. Nestsuche freien Lauf, ohne je eine VV auf seinen Bienenstand gesehen zu haben. ANdere meinen, dass es den VV in Deutschland erst gar nicht gefallen könnte. Wenn's nach dem Wetter geht, kann ich's sogar verstehen, aber sie passen sich auch solchen klimatischen Bedingungen an.


    Im Grunde ist ja auch alles soweit über die VV gesagt. Jetzt sollten wir einfach so lange warten, bis die ersten von Euch ihn mit offenen Armen in der guten Ecolo-Bobo-Laune auf dem Bienenstand begrüssen dürfen.

    Man hatte mich mehrmals darauf angesprochen, mal unser Bienenjahr zu erklären. Somit möchte ich dem gerne nachkommen.


    Ich selber habe all meine Bienenstände südlich von Avignon bis Cavaillon zwischen 35 - 60 m ü. Meeresspiegel. In einem normalen Winter gehen nur ein Teil der Bienen für knappe 2 Wochen aus der Brut. Es ist auch sehr selten, dass wir für mehr als 3-4 in Folge kein Flugwetter haben. Ein variiertes Pollenangebot gibt es also selbst den Winter hindurch.


    Da unsere Bienen also auch den Winter hindurch fliegen und Brut aufziehen, so haben wir auch keine typische Winterbiene, die 3, 4 Monate oder älter werden muss. Die Brutpause stellt sich in der Regel so ab dem 15 Dezember ein, wenn halt die Tage am kürzesten sind. Ab Anfang Januar setz verhalten die Brut wieder ein und nimmt in der 2. Januarhälfte erst richtig zu.


    Persönlich wandere ich nicht in die Obstbäume mit einer Ausnahme einer Kirschenplantage mit mehr als 6.000 Bäumen. Natürlich kann ich meine Bienen nicht daran hindern einige hundert Meter zu fliegen, um in die Obstplantagen meiner Nachbarn von den blühenden Obstbäumen zu profitieren. Da wir aber viel naturbelassene und weder gedüngte noch gespritze Heuwiesen haben, ist das Löwenzahnangebot bereits Ende Februar so gross, so dass die Obstbäume gar nicht so interessant sind.


    Ende Januar beginne ich, die als Drohnenvölker bestimmten Völker zu stimulieren. Es wird also schon zu diesem Zeitpunkt an einem sonnigen Tag das Brutnest gerichtet und die erste Drohnenwabe eingehangen. Die Stimulierung sieht so aus, dass ich dem Volk jeden 2. Tag 300 ml eines 2 : 3 mit einer Temperatur von ca. 35°C verabreiche.


    Mitte Februar werden die Völker mit in die Reizfütterung mit einbezogen, die für die Rosmarintracht Anfang April vorgesehen sind. Der Rosmarinhonig sowie der Thymianhonig läuft unter dem Label IGP (Indication Géographique Protégée). Unsere Rosmarintracht befindet sich am Fusse des Berges Sainte Victoire nach Aix-en-Provence.


    Hier ein paar Fotos der Garrigue, in dem die Rosmarinstauden die Höhe eines Menschen erreichen.





    Was man hier in diesem Bild an Pflanzen auf den Felsen sieht, ist wild wachsender Rosmarin. Im Hintergrund sieht man den Sainte Victoire, der eher eine Art Plateau als ein wirklicher Berg mit einer Spitze ist.


    Meistens gehören diese Garrigue der ONF (Office national des forêts), so eine Art Staatsförsterei. Das Einrichten eines Bienenstandes erfordert eine offizielle Genehmigung. Wir befinden uns dort auf ca. 300 - 400 m Höhenlage. Für mich sind es ca. 100 km südlich von Avignon, zum Glück alles per Autobahn, also 1 Std. Fahrt.

    Ich glaube, Salsero, bevor Du hier all Deine unrealistischen Lösungen aufführst, solltest Du Dich doch mal ein wenig mehr dokumentieren, was hier seit Jahren abläuft. Hier haben auch Leute mit allem möglichen auf die Nester geschossen.


    Das Problem ist ganz einfach, es wird nicht das nötige Geld zur Verfügung gestellt, um eine selektive Vernichtungsmethode zu finden. Daher sind die Imker auf sich alleine gestellt, und jemand, der von seinen Bienen lebt, wird nicht mit ansehen, wie auch noch die VV den Bienen zu schaffen macht. Ob dabei all die einheimischen Hornissen und sämtliche Wespen mit drauf gehen, wird da uns allen egal sein. Das mag so manchem nicht gefallen, aber ich glaube nicht, dass dies eine grosse Rolle spielt.

    Zitat

    Anstatt so viele Hornissen fangen zu müssen, reicht es oft ein paar zu fangen und sie zu zwingen eine weiße Fahne als Kapitulationszeichen zu tragen. So erniedrigt fliegt sie gerade aus zu ihrem Volk zurück und verraten dabei ihr Volk. Dies ist eine alternative Methode für Imker, die nicht gut sehen können und Schwierigkeiten haben, die Hornissen weit zu verfolgen.
    Dabei geht's am besten zu zweit. Einer sitzt mit Keschernetz, Klopapier und Nähfaden am Stand und der andere verfolgt, wie oben erklärt, die heimkehrende Hornissen bis zu ihren Nest.
    Am Stand werden einige Hornissen mit dem Kescher gefangen und mit einer dünnen Lage eines Stückchen Klopapier versehen. Z.B wenn der Faden um die Taille der Hornisse die weiße Klopapierfahne trägt.
    Der andere kann nun die fliegenden Hornissen mit den Fahnen gut sehen und mit den Augen weit verfolgen, bis er das Nest findet.


    So kann man die störenden Nester in der Umgebung zerstören mit weniger Kollateralschäden. Ich denke, in dieser Richtung sollen wir mehr investieren.


    Lieber Salsero, Du solltest Dich mal kund tun, wo die VV gerne ihre Nester baut. Und wer will das Nest denn dann mechanisch zerstören? Du mit Deinem Bienenschleier? Wenn die VV abseits des Nestes sehr friedlich ist, dieses ändert sich sofort, wenn sie ihr Nest bedroht sehen. Man geht davon aus, dass die VV einen Radius von 1,5 km abdecken. Da möchte ich mal den sehen, der da diese Distanz durch den Wald, Dickicht usw einer VV laufend hinter sich bringt. Meinst Du wirklich, dass wir hier in Frankreich keine Träumer haben, die sämtliche Soft-Lösungen ausprobierten? Und wie Buckfast Imker so schön sagt, und selbst wenn man dann vor dem 15 m hohen Baum steht mit dem Nest in der Baumspitze, was dann? Dann krackselt man da einfach wie ein Affe nach oben?


    Da Du also nichts gegen sie unternehmen möchtest und ihnen die schwachen Völker ins Maul werfen möchtest, so gehe ich davon aus, dass Du in dem Fall direkt Deine Kö-Zucht aufgibst. Denn etwas schwächeres als einen Begattungskasten kann es ja kaum noch geben. Wenn man Euch so fort, sind die Franzosen seit 8 Jahren alle zusammen zu blöd, um eine effiziente Bekämpfungsmethode gefunden zu haben.


    Darauf zu hoffen, dass er sich wegen des rauheren Klimas nicht in D etablieren wird, ist nur Wunschdenken. Es gibt genug Regionen im Norden von Frankreich, wo das Klima auch nicht besser ist und trotzdem hat er sich dort eingenistet. Er ist bereits in Belgien und es war mir bisher nicht bekannt, dass die Belgier von einem Mittelmeer-Klima profitieren.


    Wenn hier wirklich jemand glaubt, dass ein franz. Erwerbsimker sich bei der Bekämpfung der VV Sorgen um Wespen oder einheimische Hornissen macht, dann ist auch das Wunschdenken. Hier werden sogar Wespenfallen aufgestellt.


    Bei unserem grössten Imkereiartikelvertrieb gibt es all dieses im Angebot:



    http://www.icko-apiculture.com…7136e95/e/c/ec211_1_1.jpg


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    Von unseren Imkerorganisationen und -vereine werden sogar kostenlos verschiedene Fallen zur Verfügung gestellt, um vor allem zu versuchen, so früh wie möglich so viele Fondatrices (junge VV-Königinnen auf der Suche nach Futter, bevor sie das kleine primäre Nest bauen) zu fangen wie nur möglich. Da dies mit einem Zucker-Köder geschieht, ist es logisch, dass dabei auch reichlich an Wespen und der einheimischen Hornisse mit gefangen werden.

    Da ich die Art bisher nicht "persönlich" kenne, mich aber gern aus unterschiedlichen Quellen informiere bin ich hier mal fündig geworden.
    Jedenfalls in dem Bericht find ich nichts das den Einsatz der hier propagandierten Mittel im Ansatz rechtfertigen würde.
    LG
    Andreas


    Hast Du Dir mal genau den Artikel durchgelesen? Wenn ja, dann informiere mich mal, wo etwas über die VV abgehandelt wird. Dieser sehr umfangreiche Bericht (Dokumentation) betrifft die einheimischen Hornissen.

    Die VV ist viel kleiner als der Crabro, unsere einheimische Hornisse.


    Also was das Einschleppen der VV betrifft, so sagt man, sie sei 2004 oder 2005 in einem Container von Töpferware (Tonkrug) eingeschleppt worden. Also wenn man sich nicht einmal über das Jahr sicher ist, dann frage ich mich, woher man weiss, dass es ein Tonkrug war. Man geht davon, dass es auch nur eine einzige "Fondatrice" war, also eine einzige junge begattete Königin. M.a.W. alles, was sich da vermehrt hat, ist Inzucht hoch 99!

    Kleiner Hinweis, damals war der Carla Bruni Spassvogel an der Regierung. Man achte auf die Bemerkungen in Klammern ("Die Fraktion der Sozialisten klaschte lauten Applaus etc.). Die damals laut geklatscht haben, sitzen jedoch jetzt seit 2 Jahren an den Hebeln und haben auch nicht mehr auf die Reihe bringen wollen.


    Von daher, es werden keine ausreichenden Mittel zur Verfügung gestellt und wir Imker sind uns alleine überlassen, was die Bekämpfung und teilweise Vernichtung der VV angeht.

    Bravo, Andreas!



    Achte einmal auf die Passage, wo die Imker der Regierung nicht nur ihre Untätigkeit vorwerfen sondern auch den Hinweis der Verantwortlich, dass sie über Frankreich eingeschleppt wurde uns sich unaufhaltsam über ganz Europa verbreiten wird.


    Nun ja, weiss nicht, wer damals die Milbe einschleppt, mag irgendwelchen vielleicht bekannt sein, und dass die Italiener uns mit dem AT beglücken werden, ist nun auch kein Geheimnis mehr.