Beiträge von Salsero

    Hallo zusammen,


    ich versuche mal zu erklären, wie ich die Aufgabe des Schiedes bis jetzt verstanden habe :)
    Das Schied ist nicht nur zum "Honighochpressen", es hat eine größere steuernde Funktion:
    1) Eine Dadantwabe hat ca 8900 Brutzellen==> Bei 2000 Eier pro Tag reichen 5 DD-Waben (bei 2500 Eier pro Tag 6 DD-Waben). D.h. 7 DD-Waben sollten für die Brut und für die benötigte Menge an Pollen/Honig ausreichend sein!
    2) Bei zu viel Waben in Brutraum wird viel Pollen eingetragen und DAS führt zum Schwärmen (Platzmangel gibts hier nicht!). Im Frühling verwenden die Bienen frische Pollen! Bei EXTREM anhaltendem Schlechtwetter können die Bienen immer noch den alten Pollen hinterm Schied holen. Keine Sorge um Pollenmangel im Frühjahr. So wenn man die Pollenbretter entfernt hat und viel Platz im BR gelassen hat, dann wird wieder viel Pollen eingetragen und man hat die Pollenbretter nicht entfernt, sondern ersetzt!
    3) Der Baurahmen (Drohnenwabe) kommt IMMER direkt vor dem Schied, das führt dazu, dass die Waben davor immer bebrütet werden und NICHT mit Pollen gefüllt werden. Pollenüberschuss fördert die Schwarmstimmung.


    Die Pollenmenge in BR ist wichtig, hier ein paar Zahlen nach TH. D. Seeley im Beers Buch:
    1 kg Pollen braucht 2500 Zellen. Vorrat für 8 Tagen ca 3 kg = 80% einer DD-Wabe.
    Viel Pollen im Stock==> Pollenflug länger mit geringer eingetragener Menge (Pollenvorrat gibt keinen Hinweis auf die Langlebigkeit der Bienen)
    Wenig Pollen im Stock==>Pollenflug kürzer mit größerer eingetragener Menge
    es geht noch weiter mit Rechnungen und Zahlen, aber ich will nicht alles abtippen... :)


    Zum Warmpacken der Völker im Frühjahr:
    Ein starkes Volk wird das vielleicht nicht brauchen, es geht mehr um schwache Völker. Ein erfahrener Imker hier meinte, dass man zwischen "Hochmaß" (1,5 DN) und "Breitmaß" (DD) unterscheiden soll. Bei 1.5 DN ist die Wärmeglocke oben und nicht direkt am Gitterboden, Bei DD ist das offene Gitterboden direkt am Brutnest, was die Einlage einer Dämmplatte aufm Gitter rechtfertigt.


    LG Salsero

    salam adnan :)


    wie Drobi schon meinte, brauchen die Völker ab jetzt viel Wärme. Bei mir mache ich es nach Beer wie folgendes:
    1)Alle unbesetzte Wabenkommen hinter dem Schied einhängen, so bleiben maximal 7 Waben im Brutnest, zu dieser kalten Zeit, sollst du die Brutwaben nicht bewegen, einfach alle Waben raus ziehen, die bienenleer sind, und sie hinter das Schied einhängen, die restlichen Waben werden "nur" zusammen gerückt.
    2) Die Warroawindel wird eingeschoben und über das Bodengitter wird eine Dämmplatte unter das Brutnest eingelegt, die ca. 90% des Gitterfläche überdeckt
    3) Über der Brutzarge wird eine Dämmplatte (Weichfaserplatte)
    So kann man die Bienen beim Start helfen, Futter können sie problemlos hinter dem Schied holen.
    LG Salsero

    Das ist alles Brühe! :lol:


    Brühe ist lecker :)
    Das kennst du ja bestimmt, dass Anfänger so kompliziert denken, aber das sollen sie ja ausleben, damit sie später das einfache Imkern zu schätzen wissen ;)

    Zitat

    ja wo willst Du denn dann am Ende hin mit den Bienen?


    Na davon reich werden, was sonst!
    Im Mai 10 geplante Kö + Sauwetter+ viele Anfängerfehler <= 6 kö für die 6 Ableger (die Rennpferde fürs nächste Jahr)
    Ende Juni 10 kö + schlechte Begattungsquote + noch mehr Anfängerfehler <= 6 Kö für andere 6 Ableger, mit denen die Altvölker nach der komplette Brutentnahme später umgeweiselt werden
    ==> doppelte Zahl überwintern, um im nächsten Jahr vom Ablegerverkauf reich zu werden, ähhh ich meine die Winterverluste ausgleichen oder zu vereinigen.
    LG Salsero

    Hallo Ralph,


    so wie du es machst, hatte ich es auch vor, bevor ich Idee von Doppelvolk gelesen habe.
    Ich sehe die Vorteile des Doppelvolkes dadurch, dass ich andere Völker in Ruhe lassen kann, ich mag die Völker so wenig wie möglich stören. Eben bei lediglich 5 Völkern habe ich keine große Auswahl, außer von allen Völkern eine BW zu entnehmen, wenn ich ein Volk zum Pflegevolk aufpumpen will. So müssen die Völker egal wie stark oder schwach sie im Frühling sind, BW für das Pflegevolk und Ableger abgeben, genau diese BW-Abgabe kann mir das Doppelvolk übernehmen. Ich habe nicht viel Erfahrungen und fürchte, dass ich das Volk, was ich Zum Pflegevolk aufpäpple, mit den vielen Eingriffen durcheinander bringe, bzw. mit Milben und Krankheiten in den BW von allen anderen Völkern extra belaste, daher sehe ich das Doppelvolk als Superidee für meine Betriebsweise in der 12er Dadantbeute. Ich will keine Extra Ablegerkasten haben, alle Ableger werden in geteilten 12er Dadantzargen untergebracht. Und weil ich kleine Ableger sowieso zu zweit in einer 12er Beute auf jeweils 6 Waben überwintern will, bietet sich das Doppelvolk-Methode als gute Idee an. Die zweite Kö im Doppelvolk ist gleichzeitig eine Reservekö, wo ich mir die extra Zargen dafür sparen kann. Solche Überwinterung von zwei Ablegern in einer Kiste klappt bei kleineren Beuten nicht so gut wie bei 12er Dadant, da sind die 6 Dadantwaben (mehr als 10 DNM Waben) schon mehr als ausreichend für einen Ableger.
    Lg Salsera

    Hallo Henry,


    sorry wenn ich die Begriffe zwischen Begattungsableger und Brutableger verwechsele. Ich habe nur um die 6 Völker, deshalb lohnt es sich meiner Meinung nach keine extra Kö-Vermehrung mit Begattungsablegern. Also ich möchte einfach zweimal im Jahr jeweils um die 10 Kö ziehen und genauso viele Ableger bilden, dafür bilde ich normalerweise ein Sammelbrutableger und muss von jedem Wirtschaftsvolk mindestens eine BW entnehmen (also alle Wirtschaftsvölker schröpfen). Auch wenn ich das Pflegevolk aufpumpen will, brache ich BW von anderen Völkern. Das will ich mit dem Doppelvolk vermeiden, weil erstens alle eventuellen Krankheiten von den Völkern in diesem Sammelbrutableger sich versammeln und später sich bei den Ablegern verbreiten, und zweitens ich die Wirtschaftsvölker vorm Trachtende nicht unnötig stören muss.
    Ich kann mir auch vorstellen, dass ich den HR dieses Doppelvolkes als Starter (HR mit abgekehrten Pflegebienen zur Seite stellen) und Finisher verwenden kann. Oder einfach die Schwarmzellen jeweils mit einigen BW entnehmen und damit Ableger bilden.
    Beste Grüße aus Magdeburg, Salsero

    Hallo zusammen,


    Danke Henry für deine ausführliche Antwort mit den guten Tipps.

    Zitat

    Nein, das geht nicht. Du mußt mindestens alle 10 Tage unten bei den Königinnen Platz zum Legen schaffen und Du darfts oben nicht zu viele Bienen schlüpfen lassen, sonst bauen sie Dir erst den Boden mit Drohnenwildbau zu und werden umgehend schwarmtriebig, weshalb Du dann bestiftete Weiselnäpfe nach oben umhängst was zu mittelschweren Katastrophen führt. Es legen zwei Königinnen da, im Raum den sonst eine zu füllen vermag. Du mußt also zwingen den Überschuß einer Königin entnehmen. Oder Du treibst gleich Zweiköniginnebetriebsweise und baust Türme von Babel. Dann kannst Du aber kaum noch umhängen ...


    In meinen 12er Dadantbeuten sollten der Kö normalerweise im Sommer sowieso nur 6 Dadantwaben zur Verfügung stehen. D.h. die andere Hälfte ist frei, so sollten die kö eigentlich unter keinen Platzmangel leiden. Ich kann aber immer BW brauchen und damit Ableger bilden oder schwächere Völker verstärken.
    Als Anfänger werde ich es wahrscheinlich schwer einschätzen können, wie stark/schwach ich das Doppelvolk am besten halten soll, aber ich probiere es einfach aus und davon kann man nur lernen. Schon alleine, dass ich für die Ablegerbildung im frühen Jahr die anderen Völker nicht mehr stören müssen, ist das Ganze ein Versuch wert :)


    @ Thomas.
    Kann sein dass du hier das Trennschied bei den Dadantbeuten verwechselst. Beim normalen Trennschied können die Bienen UND die Kö tatsächlich von allen Seiten herum laufen, aber hier soll eigentlich ein bienendichtes Schied den BR in zwei Hälften teilen, so habe ich es mindestens verstanden. Nur über das obere ASG können normale Bienen die Abteilung wechseln aber niemales die zwei Königinnen.
    LG Salsero

    Hallo zusammen,

    ...möchte bitte ich Dich nun noch, Deine folgende Beschreibung möglichst noch mal genauer zu erklären oder vielleicht reicht auch ein Verweis auf die Stelle, wo Du, wie Du schriebst, das Ganze schon mal beschrieben hast:


    Insbesondere habe ich Fragen zu dem geteilten Brutraum. Bedeutet das, die BR-Zarge ist durch ein Schied geteilt, darüber befindet sich aber ein ungeteilter "Alterungsraum" also gemeinsam für beide BR-Halben ?


    mich interessiert das auch sehr. Was für ein Gitter kommt über den geteilten BR? ein normales Absperrgitter oder ein Wandergitter? Ich konnte nur das von dir finden: http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=9866&highlight=doppelvolk
    Ich wollte auch ein Volk mit Brutwaben aufpumpen, aber bis jetzt wollte ich dafür von allen anderen Völkern eine Brutwabe klauen. Das finde ich nicht gut, da ich alle Völker störe und alle eventuelle Krankheiten verteile. Ich habe vor 6-Waben-Dadantableger in einer geteilten 12er Beute zu überwintern, so habe ich im Frühjahr sowieso ein Doppelvolk, muss nur noch wissen wie ich es weiter führe. Mir reicht es, wenn mir das Doppelvolk zwei- oder dreimal im Jahr die Brutwaben zum Verstärkung des Pflegevolkes spendiert.
    Geht das so, wie ich es mir vorstelle?
    1) Im Frühling zwei Honigzargen über ein ASG über das Doppelvolk legen
    2) Brutwaben übers ASG hängen und wenn verdeckelt zur Ablegerbildung oder Verstärkung des Pflegevolks entnehmen


    Beste Grüße Salsero

    Hallo und danke für die Antwort.


    auch ich kann bei mysql und php helfen, ich schreibe gerade meine Diplomarbeit und habe eigentlich nicht viel Zeit, aber kleine (Programmier)-Aufgaben oder der Bau einer Datenbank kann ich gerne machen.


    Beste Grüße, Salsero

    Hallo zusammen,


    dieses Thema hat mich zu Registrierung in diesem Forum eingeladen :). sehr interessantes Projekt, vielen Dank Michael!
    Ab welcher (Höchst)Temperatur kann man von einer Brutfreiheit ausgehen? Kann man von deiner Grafik z.B. lesen, dass die Bienen von 07.11. bis 17.12. brutfrei waren und auch ab dem 24.01.?
    Mich würde überraschen, wenn die Bienen bei anhaltender Minus-Temperaturen weiter brüten.


    Beste Grüße,
    Salsero