Beiträge von Myricin

    Die Spekulationen schiessen nicht nur hier im Forum ins Kraut. Einheitlicher Tenor der Medien: Importhonig ist passe, goldene Zeiten brechen für heimische Imker an. Allerdings nur für Bioimker wie man dem hier zuvor geposteten Link entnehmen kann:


    http://www.br-online.de/bayern…ucher-ID1315283916173.xml


    Aus dem Beitrag kann man entnehmen, dass alle Nichtbioimker - ausser den bayerischen - ihre Bienen permanent mit Antibiotika behandeln. Verdammt, wer hat ihr das verraten?!? Schön war auch die Anmerkung, dass man gentechnisch veränderte Rückstände im Honig nicht herausschmeckt. Toll! Also, Kohlenmonoxid ist nicht nur geschmackslos, sondern auch farb- und geruchlos, kann also bedenkenlos verzehrt werden. Ganz toll die Dame!


    Wie dem auch sei: Ich schule mit meinen drei Ablegern also auf Bioimker um und schwelge im Reichtum. Der Ferrari ist schon bestellt...


    Einziger Wermutstropfen: Die Verbrauchertäuscherschutzministerin plant bereits den kaltgeschleuderten Dreck aus EG und nicht EG Ländern schlicht und ergreifend die vom EuGH erwähnte Zulassung zu beschaffen:


    http://www.spiegel.de/wirtscha…ice/0,1518,784765,00.html


    In einem zweiten Schritt will Aigner die EU-Kommission auffordern, ein Konzept für ein einheitliches Vorgehen zu beschließen. Die Frage ist, ob Genhonig zugelassen werden kann und wenn ja, unter welchen Bedingungen.


    Und ich Arsch hab die auch noch quasi gewählt...


    Den Ferrari bestell ich wohl besser wieder ab...



    Andreas


    Viel interesanter finde ich was mit den ganzen Imkern passiert die so ein Gen-Maisfeld in der Nähe ihrer Stände haben?
    Müssen die dann Ihren Honig untersuchen lassen oder müssen das nachher alle? Wer nimmt die Proben, wann und wo, und vor allem wer bezahlt das?
    Ich kann euch so sagen das die kleinen da wohl nicht geschützt werden, die Lobyisten der Chemiekonzerne werden das schon zu regeln wissen!


    Genau das war der Stand bislang. Aus dem Urteil des EuGH läßt sich nun ein Schadenersatzanspruch ableiten. Da geht es weniger darum, dass nun alle Imker nachweisen müssen keinen genmanipulierten Bestandteil im Honig zu haben. Das wäre ja Beweislastumkehr.


    Viel interessanter ist nun die Rechtsunsicherheit für die Agrarindustrie und die Bundesländer. Das macht so manchen Schindluder aufwändig und somit unattraktiver.
    Grundsätzlich also nichts weltbewegendes, aber eine Verbesserung der Position für Honigerzeuger.


    Andreas

    Wie sieht aber die Realität aus: Abschleudern, behandeln, füttern, behandeln, jammern ...



    Hallo Werner,

    dazu sehe ich aber eher keine Alternative, mal abgesehen vom Jammern vielleicht...


    Das der kleine Imker mit seinen i.d.R. 5-20 Völkern Selektion betreiben kann halte ich für eine recht steile These. Und selbst wenn die gut arbeitenden Züchter noch so sehr an der Varroatoleranz feilen: Eine Lösung des Problems ist doch eigentlich nicht in Sicht. Es gibt ja nichts, was man dazu einkreuzen könnte. Selbst die angepassteste Biene - die Apis Cerana - hat reichlich Probleme mit der Varroa. Diese Milbe ist halt sehr effektiv, so dass auch bei der Cerana regelmässig der Zusammenbruch der Völker droht. Die Strategie der Cerana sieht dann so aus, dass das gesamte Volk mit Sack und Pack auszieht und Milben und Brut zurücklässt. Das ist wohl kaum ein Verhalten, dass ein Imker bei seinen Völkern haben möchte. Zumindest aber können wir diese Strategie nachbilden. Daher stammt ja schließlich die Idee der Brutentnahme begleitet durch eine Behandlung der adulten Bienen mit Oxal-, oder Milchsäure, oder deren Derivaten. Dadurch wird der Auszug vom Imker nachgestellt.


    Daher bin ich mir sicher, dass wir die Bienen bezüglich der Varroatoleranz kaum verbessern können. Daran wird ja von Züchtern, Forschern und Instituten seit Jahrzehnten herumgedoktert. Einzig was bleibt ist die Verbesserung der Behandlungsmethoden, da gibt es gewiß noch reichlich Spielraum. Und da sind dann meiner Meinung nach auch wir Imker gefragt.


    Gruß,
    Andreas

    Hallo Michael,


    mir ist leider nicht ganz klar warum Du derart grantig reagierst. Aber bevor hier wieder eine Horde mobbender xxx mit ihrem xxx Bashing beginnt möchte ich nur eines klarstellen: Unabhängig von Betriebsweise, Witterung, usw. haben wir alle das gleiche Problem mit der Varroamilbe. Und ich weiß, dass es kein gutes Zeichen ist, wenn die Milben direkt nach der Behandlung derart präsent sind und fühle mich derzeit reichlich unwohl diesbezüglich und bin gelinde gesagt auch mehr als verunsichert. Daher hat mich dein Beitrag gleich angesprochen, da ich offenkundig nicht alleine bin mit dem Problem.


    Das Du aber die Gelegenheit nutzt und gleich die ideologische Keule der Befallsabschätzung auspackst war mir nicht bewußt. Mir ist das egal, ob jemand seine Bienen abtötet und auswäscht, sie pudert und siebt, die Milben akribisch zählt, oder auf der Unterlage einfach grob abschätzt - meine Vorgehensweise - ich weiß nur, dass wenn auf der Unterlage welche liegen, dass auch noch reichlich welche im Volk sind. Und da ich unterstelle, dass der Abfall mit dem Befall durchaus korreliert habe ich den recht dehnbaren Begriff "der Massen" hinterfragt. Es geschah nicht in böser Absicht, sondern sollte lediglich meiner Orientierung dienen.


    Andreas

    In welcher Größenordnung bewegt sich das denn bei Dir?


    Ich habe hier ein Volk bei dem nun - zum Ende der ApiLife Var Behandlung - etwa vier, oder fünf Milben pro Tag abfallen. Die anderen zeigen derzeit keinen Befall mehr an. Eine dritte Behandlung möchte ich daher eigentlich nicht machen. Leider ist es mir jetzt für Brutentnahme begleitet mit Bienenwohl etwas zu spät im Jahr. Das wird zum Winter hin sicher noch mal ungemütlich...

    Schieb das - zu dieser Zeit eh schon reduzierte - Brutnest wieder zusammen und pack die neuen Mittelwände mit Futter nach aussen. Deine Bienen lagern bereits ihren Wintervorrat ein und der gehört nach aussen, denn innen benötigen sie leere Waben. Das wissen deine Bienen. Jetzt sollte daher eigentlich keine große Wabenumhängerei mehr stattfinden. Laß also deine Bienen ihrem Trieb folgen und stell den Zustand wieder her wie Du ihn vorgefunden hast. Das dich der Wabenausbau enttäuscht hast könnte daran liegen, dass Du vier Waben zugleich eingehangen hast. Das war einfach zu viel. Sind ja nicht gerade klein die Dadant Brutwaben. Ich hänge wöchentlich eine zu. Die werden dann hervorragend ausgebaut.


    Gruß,
    Andreas

    Die Temperaturen sind derzeit allerdings auch wenig hilfreich für eine Varroabehandlung. Sowohl Säuren, als auch Thymolpräparate verdampfen nicht besonders gut. Ich habe selber auch einen sehr geringen Milbenabfall nach der Behandlung fürchte aber, dass das weniger an einer geringen Population liegt :(

    Nu ja, da würde ich mir jetzt keine großen Gedanken machen. In deinem Volk leben jetzt zur Spitzenzeit 40.000-50.000 Bienen. Die Königin stiftet täglich 1500-2500 Eier. Und in den Futterkränzen finden sich einige Kilo Futter. Da werden 5-20 Wespen kaum Schaden anrichten können.


    Andreas

    Ob sich grundlegende Dinge in der Imkerei geändert haben kann ich nicht sagen. Aber bei den Rechenregeln scheint es eine fundamentale Änderung gegeben zu haben. 2011 minus 2005 ist jetzt vier. Das war früher mal sechs...

    Na, den Passus habe ich dann mal flugs wieder gestrichen. Das bringe ich dann wohl besser später nochmal zur Sprache. Wenn ich den Spiessrutenlauf hier nach meiner heutigen Fettnapftrampelei überstanden habe.


    Deine Frage ist allerdings leicht zu beantworten: Mit Ameisensäure habe ich nur kurze Zeit gearbeitet. Das Aufbrausen der Völker wird wohl auch Dir nicht sonderlich gefallen. Die Methode ist aus meiner Sicht einfach überholt. War ja anfangs auch nur ein Provisorium aus der Not geboren und aus der Kenntnis des Verhaltens vermilbter Vögel. Inzwischen sind aber ein paar Jahrzehnte vergangen und es gibt einfach bessere und vor allem schonendere Verfahren. Einzig die geringen Kosten sprechen noch für Ameisensäure.


    Das mit dem Drohnenschneiden hat mich auch nicht überzeugt. Wozu dient es ein Bienenvolk aus dem biologischen Gleichgewicht zu bringen und durch diese künstliche Selektion Varroen zu bevorzugen, die sich lieber in der Arbeiterinnenbrut aufhalten? Das scheint mir noch aus der etwas veralteten Sicht zu stammen, dass Drohnen nutzlose Kostgänger seien.


    Und warum ich abschwefeln würde habe ich bereits ausgeführt.


    Andreas

    Scheints ich habe mich bereits in Ungnade gebracht. Das war gar nicht meine Absicht.


    Veräppeln möchte ich niemanden. Das war übrigens nicht Mitte Mai, sondern eher Ende Mai. Auch wenn es irgendwie albern und auch etwas peinlich ist, könnte ich Dir ein paar Fotos anbieten auf denen die Volksentwicklung ganz gut zu erkennen ist.

    Deine Hähme habe ich wohl verdient. Du ahnst nicht wie oft ich mir in den letzten Wochen die Frage "Wie war das noch?" gestellt habe. Ich denke das Du es gewiß besser machen würdest.