• Hallo zusammen,
    meine Bienen stehen in einer Holzbeute ungeschützt am Ende meines Gartens an einer neu gepflanzten Hecke, die noch keinen Schatten wirft.
    Bei den ersten warmen Tagen hatte ich das Gefühl, es ist ihnen zu warm, denn unten standen viele Fächlerinnen.
    Als die auch noch abends, wenn es schon deutlich kühler war, fächelten, wollte ich da helfen. Auf der Rückseite der Beute ist, genau gegenüber vom Einflugloch, ein Holzbrett eingeklemmt. Dieses massive Holzbrett hab ich durch eins gleicher Größe mit Gittereinsatz ersetzt (Holzrahmen mit feinmaschigem Edelstahlgitter). Erst war die Aufregung groß und die Mädels versuchten, den Stahl durchzubeissen. Dann schien es o.k.,mal saßen viel, mal weniger Bienen drauf, sie haben es aber nicht zugeklebt. Unten ging jetzt der Wind durch und es wurde nur noch an sehr warmen Tagen gefächelt. Mit einer eingeklemmten Schrägfolie habe ich direkten Durchzug vermieden.
    Mein Imkerpate konnte mit meiner vermeintlichen "Verbesserung " wenig anfangen, sowas hatte er noch nie gesehen. Er meinte, das würde ich besser wieder rückgängig machen. Hab ich gestern getan und wieder das Holzbrett reingemacht. Gestern abend hab ich noch mal geguckt, so gegen 9 Uhr. Keine Sonne, gänsehautkühl und unten standen die Bienen in 2 Reihen am Flugloch und fächelten, was das Zeug hielt, Flugzeit schon längst vorbei, nur ein paar Nachzüglerinnen kamen noch rein.
    Ich bin versucht, wieder das Gitter reinzuhängen. (Wüßte auch nicht, wozu es sonst da sein sollte?). Was meint ihr?
    Viele Grüße
    Elke

    LG
    Elke


    Bienen seit April 06, Carnica in Heroldbeute auf DNM , Gartenbienen

  • Hallo Elke,


    haben Deine Bienen in der Nähe kein Wasser?
    Ist Deine Beute dunkel angestrichen?


    Ich denke, daß die Bienen das Gitter zukitten werden.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Elke,


    Bienen brauchen wie alle anderen Insekten und höhere Lebewesen Sauerstoff. Also gibt es im Bienenvolk immer ein ganzes Batallion an Arbeiterinnen die den Stock durchlüften (ganz egal ob "Kalt- oder Warmbau"). Auch wenn du einen offenen Gitterboden hast. Dann siehst du die Mädels sogar auf dem Gitter sitzen und fächeln.


    Ich vermute bei dir herrscht zur Zeit Tracht. Dann kommt ja jede Menge Nektar herein. Dieser muss nun auf einen niedrigeren Wassergehalt gebracht werden. Das geschieht durch einen recht aufwändigen mechanischen Prozess der Arbeiterinnen. Das überschüssige Wasser ist als Dampf in der Stockluft enthalten und wird dann einfach nach draußen gefächelt. UND DAS NATÜRLICH AUCH IN DER NACHT. Da kann sich ja eine größere Mannschaft dieser Aufgabe widmen.


    Wegen der Aufstellung würde ich mir weniger Sorgen machen. Was würden denn dann die Imkers in Südeuropa tun? Pralle Sonne, Wüstenklima?! Man sollte nicht immer vom Homo sapiens auf Apis mellifera schließen.

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo Elke,


    wie Radix schon schrieb: Beute weiß anstreichen, für Wasser in der Nähe sorgen. Zusätzlich würde ich noch für Schatten sorgen. Solange der natürliche Bewuchs das noch nicht hergibt, kannst Du ja eine Binsen-/ Rohrmatte aufstellen, die dann Schatten spendet.


    Nichts ist allerdings besser, als der Schatten eines Baumes, einer Hecke. Unter einem Baum herrscht niemals totale Trockenheit, er lässt Sonne durch, spendet aber den richtigen Schatten dazu. Er lässt den Regen nicht so auf die Beute trommeln - eher tropfen.


    Mit vier Pfosten und ein paar Querlatten aus Haselnuß und einer Rohrmatte lässt sich schnell für Schatten sorgen. Kann sogar hübsch aussehen.


    Ich nehme auch oft Topinambur als Schattenspender, weil diese Pflanze gleichzeitig auch Bienenweide ist. Für dieses Jahr dürfte das aber zu spät sein. Wer Topinambur haben möchte (auch abseits der Schattenfrage), kann welchen von mir haben. :D


    Viele Grüße,


    Bernhard Heuvel

  • Hallo Gartenfreak,


    bevor Du zum Bandschleifer greifst und deine Beuten umlackierst:
    Ich bin absolut der gleichen Meinung wie Reiner.
    Wenn die Mädels Abends um 9 Uhr fächeln, tun sie das nicht wegen der Hitze, sondern weil sie Nektar eindicken wollen.
    Das Gitterchen an deinem Boden kannst Du ruhig belassen. Wenn sie das Gitter als nützlich erachten, werden sie es auch nicht zukitten, Radix.
    Nur wenn es stört, wird es verbaut werden.
    Die Hitze macht den Bienen weniger zu schaffen, als wir Menschen glauben.
    Warum sonst sind gerade in südlichen und tropischen Ländern die ergiebigsten Imkereien angesiedelt?

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo zusammen,
    vielen Dank für die vielen Antworten! :D Wieder was gelernt! Die Beuten haben eine "helle" Holzfarbe, waren vorher in einem Bienenhaus, ich hab sie nur geölt. Ca. 30m von den Bienen ist ein Teich, wo sie sich auch fleissig Wasser holen.
    Die Bienen haben mittags Sonne von rechts, links stehen aber große Feldahorne, Traubenkirschen und junge Sträucher und sorgen für etwas Luftfeuchte.
    Um die Beuten herum stehen ein paar alte Birnen und junge Wildbirnen von ca 3 -4m Höhe. Die waren bis letzten Herbst unter einer riesigen Liguster/Brombeerwildnis verborgen und sind jetzt fast kahl bis auf die Spitzen, kriegen aber langsam wieder Blätter, sogar aus dem Stamm. Im Laufe der Zeit werden die wohl Schatten spenden.
    Dank eurer Antworten mach ich mir jetzt keine Sorgen mehr.
    Bisher haben sich die Bienen ja auch gut entwickelt. :wink: 
    Viele Grüße
    Elke

    LG
    Elke


    Bienen seit April 06, Carnica in Heroldbeute auf DNM , Gartenbienen