Schundau & Segeberger Beute

  • Zitat

    Wir haben seit etlichen Jahren einfach eine ganze Zarge mit 9 Drohnenrähmchen unter die beiden Brutzargen gesetzt.(...) Sie werden bis in den Spätherbst den Völkern belassen. Es wird keine Wabe im Sommer ausgeschnitten.


    Er schreibt auch, daß sie sich freiwillig auf ca. zweieinhalb Drohnenwaben beschränken...

    Zitat

    Die biologische Bekämpfung der Varroa-Milben durch ständiges Ausschneiden aller Drohnenbrut darf mit Sicherheit nicht so durchgeführt werden, wie ihre Befürworter sich das zur Zeit noch vorstellen.Unsere Bienenvölker können nur am Leben bleiben, wenn ihre alten Königinnen fristgerecht durch junge ersetzt werden. Zur Begattung der jungen Königinnen sind Drohnen unerläßlich.(...)Wir müssen also alljährlich in allen guten Völkern mindestens die ersten beiden Drohnenwaben schlüpfen lassen.


    Auflage von 1993, er war sich seit 10 Jahren der Varroaproblematik bewußt.


    Drohnen brauchen ja nun ganz bestimmte Bedingungen für völlige Reife und optimale Spermaentwicklung.
    Hat denn schon mal jemand begattete Königinnen aus drohnenleeren Gebieten untersucht, inwieweit sie ausreichend begattet wurden?
    Nicht nur die schiere Menge in der Spermatheka, sondern, mit wie vielen Drohnen hat sie sich gepaart?
    Hat schon mal jemand die Spermaqualität der frühen und späten Drohnen verglichen?
    Hat überhaupt schon mal jemand die Spermaqualität untersucht?
    Wer achtet darauf, von seinen weniger guten Völkern keine Drohnen fliegen zu lassen, sondern hängt denen Rahmen von guten Völkern zu?
    Hat sich schon mal jemand Gedanken gemacht, ob unausgereifte und zu wenige Drohnen ein Teil des Problems sein könnten?


    Ich bin auf eure Antworten gespannt.
    (und ich ziehe meinen Hut vor FRAU Schundau, die die ganze praktische Arbeit machte...)
    [/quote]

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin!


    Für alle die es noch nicht kennen:
    "So imkern wir in der Segeberger Kunststoff-Magazinbeute"
    Aus dem Kapitel: "Die Drohnenzucht", Seite 41


    ...schönes Heftchen, war meine erste Lektüre :wink:



    Wo hast du die anderen Sätze her?
    Bisher dachte ich das Schnundau nur bis zu 3 Rähmchen drinne läßt.
    Kann aber auch sein, dass ich hier was verwechsle.
    ...gimme a hint, ich wills noch mal nachlesen :wink:



    Vom Gefühl her denke ich dass sich genug Drohnen entwickeln können, auch mit Rähmchen schneiden. Es gibt ja schließlich noch jede Menge Brut an den Rändern, die ich nicht schneide. Auch gebe ich keine extra Rähmchen für Drohnen, was aber wohl mehr an der fehlenden Zucht liegt. Bei 4 Völkern lohnt sich das Züchten nicht wirklich.


    Seit ich beobachten konnte wie viele Varooen da beim Schlüpfen mit raus tiegern, bin ich nicht mehr so wirklich begeistert vom Drohnen ziehen.


    Ein Konsens könnte vielleicht so aussehen, dass man sich extra Zuchtvölker hält, die nicht auf Hoingertrag aus sind. Dann könnte man rechtzeitig behandeln und so das Gleichgewicht Varroa/Biene wieder herstellen und trotzdem eine gute Drohenquote erreichen.



    Best!
    Arnd

  • :lol: Seite41 stimmt schon mal, das erste Zitat ist auf Seite 18.
    Er überwintert mit 3 DR in der Kletterzarge (und macht das Deckelflugloch wegen der Meisen auch zu :P ).


    [quote]Es gibt ja schließlich noch jede Menge Brut an den Rändern, die ich nicht schneide. Auch gebe ich keine extra Rähmchen für Drohnen, was aber wohl mehr an der fehlenden Zucht liegt. Bei 4 Völkern lohnt sich das Züchten nicht wirklich. [/quote
    DAS ist ein Denkfehler.
    Erstens, Drohnen brauchen es kühler als die restliche Brut, im Naturbau sind die DR immer außen am Brutnest und fluglochnah.
    Zweitens, auch bei 2 Völkern würde es sich lohnen, nur vom besseren nachzuziehen, bzw. dessen Drohnen schlüpfen zu lassen.
    Drittens, durch Nixtun werden deine Bienen nicht besser, aber ggfs. die der Nachbarn schlechter, und die begatten wiederum deine Königinnen.


    Ergo: es gibt keinerlei Argument dafür, nicht auch bei geringer Völkerzahl eine Auslese zu betreiben.
    Richtig züchten geht in meinen Augen eh anders, das würde bedeuten, von mehreren zur Verfügung stehenden Königinnen große Töchtergruppen nachzuziehen und zu prüfen, bevor endgültig entschieden wird.
    Die Möglichkeiten hat ja kaum jemand.
    Aber immer nur von der besseren Hälfte weiterzuziehen, hilft auf Dauer auch schon.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Meine Fragen sind aber noch nicht beantwortet... :cry: 
    Und hier dürfen ja auch unregistrierte Gäste schreiben, also:
    wie ist eure Meinung zur Drohnenproblematik?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo allerseits,
    ich bin gerade heute bei dem "Imkerhändler meines Vertrauens" auf einen Stapel "Schundau" gestoßen.
    Da ich selber noch eine Uralt Version habe, wollte ich mal kurz reinschauen, was er aktuell zur Varroa schreibt.
    Die Geschichte mit dem Drohnen Brut schneiden habe ich so schnell nicht gefunden.
    Aber etwas anderes: Schundau empfielt in der dort ausliegenden Auflage eine einmalige !!!!! Behandlung mit Perizin als ausreichend.
    Habe ich da was übersehen, oder lag da noch ein Stapel alter Ausgaben oder ist das etwa wirklich die aktuelle Ausgabe ?
    Da sind doch die Verluste dann vorprogrammiert, gerade bei den Anfängern, die beim Beutenkauf noch schnell die Gebrauchsanweisung mit kaufen.


    Gruß Hubert

  • Nein, Hubert,


    das ist nicht so. Eine einmalige Perizinbehandlung im späten Winter kann vollkommen ausreichen, wenn zusätzlich Drohnenschnitt stattfindet und das Jahr kurz ist. Dann wird die Schadschwelle erst sehr spät im Jahr erreicht und ein großer Teil Bienen geht kerngesund in den Winter. Wenn die Völker, wie bei Schundaus der Fall, früh aus der Brut gehen und keine Spättracht haben, dann kann sich die Milbe in der zweiten Jahreshälfte auch nicht mehr so stark vermehren und dann ist wieder Winter und es gibt "Saures" bzw. eigentlich "Chemisches".


    Ist das Jahr lang, dann wird das aber eng.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Außerdem ist zu bedenken, daß alle anderen Mittel wie Bayvarol etc. damals (1993) noch keine Zulassung hatten, was er auch sehr bedauert.
    Heute würde er die Kapitel wohl auch anders schreiben... :wink:

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    Bruce Springsteen

  • Hallo allerseits,
    das der Schundau damals schon wußte was er macht, und wieso, glaub ich gerne. Auch das es heute noch so ist. (Wenn er noch lebt)
    Was mich eigentlich stört, ist, das dieses Heftchen den Anfängern so als universale Gebrauchsanweisung zur Segeberger Beute verkauft wird.
    Und gerade bei einem der wichtigsten Punkte, der Varroa Problematik, zu einfach ist.
    Denjenigen, die schon länger imkern, ist doch klar, das einmalige Behandlung nur unter bestimmten Umständen heute noch reicht.
    Aber dieses Heftchen ist doch auch dazu bestimmt, dem Erst Imker beim Beutenkauf gleich mitverkauft zu werden.
    Und wenn der dann einen (Kunst) Schwarm einlogiert, funktioniert die Sache mit der einmaligen Behandlung auch im ersten Jahr.
    Aber im zweiten Jahr ist dann Schluß mit Lustig.
    So ist wenigstens mein Eindruck: Da stehen dann die Anfänger und sagen. "Verstehe ich nicht, ich habe doch alles so gemacht wie im ersten Jahr."


    Ich kritisiere hier nicht den Schundau.
    Ich möchte mal die Überlegung anstoßen, was den Anfängern eigentlich so als Literatur verkauft wird.
    Und ob die Händler da nicht eine große Verantwortung haben?
    Gerade bei der Varroa Problematik hat sich doch in den letzten 10 Jahren so viel getan, da ist ein gutes Buch von z.B. 1990 völlig veraltet.
    Ist es da nicht grob fahrlässig, so etwas noch als aktuell zu verkaufen?



    Gruß Hubert

  • :o Hallo, HUbert,
    das ist der falsche Baum.
    Die Händler verkaufen nur, was sie noch auf Halde haben.
    Der/die richtigen Ansprechpartner wären die Verlage...
    Bloß, mit Imkerliteratur verdient man viel zuwenig, weil da die Auflagen so minimalistisch sind, und du siehst ja am Schundau oder Kiess, wie lange da 5000 Stück reichen...
    Der Herr Golz weiß schon, warum seine Schriften nur fotokopiert sind.
    Einerseits haben die Verlage die Rechte, anderseits sind sie nicht willens oder in der Lage, diese Spezial-Literatur als "book-on-demand" herauszubringen, was für alle Beteiligten wahrscheinlich am besten wäre.
    "book-on-demand" bedeutet, das Werk nur im Rechner zu speichern, und erst zu drucken, wenn es jemand kaufen will.
    Ist heutzutage kein Problem mehr.
    Und damit wäre es sogar möglich, die ganz alten Schinken wie Armbruster und Gerstung wieder allgemein verfügbar zu machen.
    Aber irgendwie geht da niemand so recht dran, und deshalb werden wir wohl noch länger mit unaktualisiertem Zeugs leben müssen.


    Aber zum Glück gibt es ja Hartmut und das Forum! :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Da sitzt z.B. jemand seit Jahren auf den Rechten an der "Züchtung der Honigbiene" von Karl Kehrle /Br. Adam, und kommt nicht in die Gänge...... :evil: 
    Und allein hier wären mindestens 50 Leute dafür....
    Ganz zu schweigen von den Armbruster/Gerstung-Interessenten.... :evil:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Guck' mal, Sabine,


    Ludwig Armbruster
    Bienenzüchtungskunde
    Versuch der Anwendung wissenschaftlicher Vererbungslehren auf die Züchtung eines Nutztieres
    Faksimile der Ausgabe von 1919 des Theodor Fisher Verlags Leipzig, Berlin
    zu bestellen bei: Ertl & Ertl GmbH Druck & Verlag, Mollardgasse 85a, A-1060 Wien, Österreich
    Preis: Euro 44,20



    Aber zu den Drohnen:
    Ich schneide nicht, weil ich es als Quälerei des Volkes empfinde. Die wollen ihre Drohnen, also laß' ich ihnen, so viele sie brauchen. Varroabedingte Verluste hatte ich bisher keine. Allerdings habe ich sommer- und winterbehandelt (bis 2004 Ameisensäure per Liebigdispenser, 2005 Apiguard, winters Oxalsäuredampf per Varrox). Johann van den Bongard schneidet als Berufsimker (aus einer ähnlichen Begründung) ebenfalls nicht, das hat mich ermutigt.


    Viele Grüße, Johannes

  • :o :lol: *freu-hüpf*
    Danke, Johannes! *blümchen-reich*


    Mit der Begründung des Nicht-Schneidens liegen wir fast auf einer Linie.
    Ich empfinde es auch noch als ungeheure Ressourcenverschwendung, die gewaltigen aufgewendeten Mengen an Futtersaft und Lebensenergie der Arbeiterinnen einfach so wegzuschmeißen.
    Da macht sich nur kaum jemand Gedanken drum, was es das Volk kostet, immer und immer wieder Drohnen bis zur Verdeckelung zu ziehen und sie dann doch nicht zu bekommen....
    Und das hat dann ein bißchen was mit Ethik zu tun.... :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • sabi(e)ne schrieb:

    Da sitzt z.B. jemand seit Jahren auf den Rechten an der "Züchtung der Honigbiene" von Karl Kehrle /Br. Adam, und kommt nicht in die Gänge...... :evil:


    Wer Interessen hat möge mir mailen!

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    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space