Mal ne ganz andere Art und Weise der Schwarmverhinderung

  • Hallo Imkerfreunde!


    Mir kam da was in den Sinn und wollte mal eure Meinung darüber hören.


    Und zwar könnte man doch ein Königin Apsperrgitter unter den Brutraum oder am Eingang befestigen. Wenn das Volk jetzt Schwärmen will kann die Königin nicht raus und das Teilvolk bleibt im Kasten!


    Einige Nachteile Bedenken und Fragen habe ich auch schon vielleicht könnt Ihr ja drauf Antworten und weitere Vor und Nachteile aufzählen und diese Begründen.


    1. Zieht das Volk mit der Königin aus oder die Königin mit dem Volk?


    2. Die Drohnen kommen auch nicht raus und die Toten können nicht raus getragen werden! Wird es durch die lebenden Drohnen zu eng während der Schwarmzeit?


    3.Was machen die beiden (oder 3...) Königinnen stechen sie sich gegenseitig ab?


    4.Der Sammeleifer lässt nach kommt das Volk überhaupt mal wieder zur Ruhe und geht seiner Arbeit nach?


    5.Honigeinbussen Garantiert finde ich aber nicht so Tragisch


    Vorteil keine Schwarmkontrolle


    Was haltet Ihr davon ?



    Ach ja bevor mich gleich alle hier anfahren das ist nur ne überlegung gewesen! Ich hab schon einige hitzige debatten bei euch gelesen!



    Ps: Wollte mich noch vorstellen Ich heiße Martin komme aus dem Raum Hannover ( Niedersachsen) Habe vor 2,5 Jahren 25 Buckfastvölker von meinem Vater übernommen der leider verstorben ist.
    10 davon habe ich gleich verkauft für nen Schleuderpreis von 70€ aber 25 waren einfach zuviel! Wollte eigentlich mehr verkaufen aber bei dem Preis wollte ich nicht. Die wollten mich sogar noch runterhandeln! :-? 
    Bei Fragen fragt mich.


    Liebe Grüsse


    Martin

  • Hallo!


    Diese Idee der Schwarmverhinderung gibt es schon lange. Irgendwo hab' ich mal eine Studie dazu gelesen *wo war das bloß?*. Das Ergebnis war: Viele der Völker, die so am Schwärmen gehindert werden, weiseln noch spät im Herbst um und gehen zugrunde, weil die Königin nur noch ungenügeng begattet wird.
    Aber vielleicht gibt es ja jemand hier im Forum, der praktische Erfahrung damit hat.


    lg, Stefan

  • Hallo Martin,
    ich kannte mal eine Imker, der hat das mit dem Absperrgitter gemacht, wenn er mal in Urlaub wollte.
    Neben den von Dir genannten Nachteilen (Drohnen können nicht raus, das entfernen toter Bienen wird stark erschwert) ist das doch eine ziemliche Behinderung für die Bienen, die den Flugbienen Zeit und Energie kosten wird. Zudem denke ich, dass auch Pollen am Absperrgitter hängen bleiben kann.
    Die Vorteile der Methode, dass die Königi nicht abhauen kann, hat man auch, wenn man die Flügel beschneidet.


    Gruß Andreas

  • :o Naja, mit Bienenpflege hat das dann aber nichts zu tun...
    Das ist ungefähr so, als wenn du einer Frau, die gerade in den Wehen liegt, die Beine zusammenbindest, damit das Kind nicht rauskann.....


    Du kannst doch mit Schröpfen & Ablegerbildung früh genug vorbeugen, und wenn du deine Völkerzahl nicht erhöhen willst, entweder verkaufen oder wiedervereinigen.
    ich seh da jetzt gerade das wirkliche Problem nicht. :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Andreas,


    wir sind uns eigentlich einig nur das mit dem Flügel beschneiden ist so ne sache weil der Schwarm kommt trotzdem. Entweder die Königen fällt vor dem Flugloch ins Gras und stirbt und das Volk zieht mit der oder einer neuen Königin aus. Oder sie bleibt drinne und das Volk zieht mit einer anderen Königin aus.


    Hallo Sabine


    Das mit der Bienenpflege ist so eine Sache wo fängt das an und wo hört das auf? Weil das mit dem Schröpfen, Ablegerbildung und Flügelstutzen sind keine Pflegemaßnahmen das sind Maßnahmen um die bienen so zu leiten wie wir das haben wollen.
    Pflegemaßnahmen hingegen denke ich sind eher die Hilfe gegen Krankheiten, saubere Beuten, frisches Wabenmaterial.
    Außerdem noch wenn ein Volk Weisellos wird und solche sachen.


    Und um bei deinem Beispiel zu bleiben kann man das Schröpfen auch so sehen. Ich will nicht das das Kind geboren wird also mach ich ein Kaiserschnitt. :D


    Über die Schwarmverhinderung denke ich drüber nach weil ich eigentlich Wochenendimker bin. Aber auch nicht jedes Wochenende zeit habe nach den Bienen zu gucken manchmal hab ich die ganze Woche zeit und manchmal nicht! Ich habe auch ein kleines Problem mit den Nachbarn wenn doch mal einer auszieht.


    Außerdem ist das ein Gedanke wo ich mich frage, warum machen das die Berufsimker nicht so, die eigentlich keine zeit haben.


    Ich sitze manchmal da und gucke zu wie die kleinen Majas fleissig sind das ist echt schön anzugucken. Ich möchte eigentlich auch wenig stören und sie leben lassen wie sie wollen bis auf den Honigraum zur Ernte. :D


    Naja genug abgeschweift wer hat da noch erfahrungen oder weiß was die Bienen in solch einem Zustand machen?

  • Martin (Buckfast Imker) schrieb:


    Was haltet Ihr davon ?


    Nix!


    Martin (Buckfast Imker) schrieb:


    Ach ja bevor mich gleich alle hier anfahren das ist nur ne überlegung gewesen!


    Na eben!


    Reiner (Buckfast Imker)

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo Martin,
    Herr Bremer hat diese Möglichkeit auch ausprobiert.
    Hier seine Erfahrungen:
    http://www.peter-adams.de/teilc4.htm#loch


    Viele Grüße
    Peter

    Vernunft verwirrt Dogmatiker! (Prof. Dr. H. Lesch)
    ----------------------------------
    Start 2004 mit Eifel-Carnika; 5 Völker in Lagerbeuten nach Bremer und Golz; fast Öko-Betriebsweise.

  • Moin Peter,


    der Herr Bremer propagiert da etwas, was den Wert der Beute verdeutlichen soll. Ich halte das aber für ganz dicken Unsinn.


    martin : Wenn die alte nicht raus kann, das Volk aber mehrere unterschiedlich alte Schwarmzellen hat, dann is da nix mit Harmonie. Die tausende Drohnen, die die schwarmvorbereitende Völker haben, kommen in der Betrachtung (der Beute) gar nicht vor. Und daß Jungköniginnen (gerade miese) gittergängig sind auch nicht. Außerdem befindet sich so ein Volk in einem undefinierten Zustand. Keiner weiß, wann die erste Nach-Königin schlüpfen wird. Man weiß nicht mal wann die alte ausziehen wollte. Die Regel lautet ja "am ersten Tag mit schönem Wetter nach der ersten verdeckelten Zelle" Es kann also durchaus mehrere verdeckelte Zellen geben und die werden vom Volk nicht mehr ausgefressen. Irgendwann muß man die Junge aber auch mal fliegen lassen zur Begattung. Sinnvollerweise wenige Tage nach ihrem Schlupf. Aber wann war der und welche Königin ist den nun die Neue? Und wenn es noch 'ne Zelle gibt warum sollte dann der Schwarm sich nicht beim Begattungsflug verpissen? Oder wenn Stifte da sind ist dann alles in Ordnung oder stiftet nun eine Nachkönigin Buckelbrut, weil sie nicht raus konnte als sie brünstig war? Alles Murks!


    Nein, die Gittermethoden funktionieren nicht. Die verhindern bestenfalls den Zuflug. Laßt den Schwarm lieber ziehen und macht einem andern Imker und Euch selbst damit eine Freude oder schlagt ihn nach drei Tagen am selben Orte auf MW wieder ein und setzt ihm sein eigenes Volk auf Zeitung obenauf.


    Auch der Flügelschnitt ist nur eine Notlösung, denn oft verpennt man den dann nicht stattfindenden Auszug und der Singer geht später ab. Da hat man dann einen fetten Singer im Baum dessen Königin womöglich nix wird. Nein da ernte ich schon lieber Altköniginnen und habe definierte Zustände. Und ich weiß auch wo die dann herkommen, den die alten haben Nummern. :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Martin (Buckfast Imker) schrieb:

    ... könnte man doch ein Königin Apsperrgitter unter den Brutraum oder am Eingang befestigen ...


    Hallo Martin,


    wie Du an den bisherigen Antworten gemerkt hast, ist das mit dem Absperrgitter unter dem Brutraum oder am Flugloch keine gute Idee.


    Es kommt eben auf die richtige Beute an ;)


    Bei der Bremer-WLB (Kunesa) entfallen einige der bekannten Nachteile, zB:
    - die Sammlerinnen werden nicht behindert, im Gegenteil!
    - die eingesperrten Drohnen verstopfen das große Absperrgitter nicht.
    - nach Wiederherstellung der "Normalität" können die inzwischen in den Honigraum eingeflogenen Drohnen diesen jetzt durch die Glasröhrchen-Drohnenflucht im Fluglochschieber verlassen.


    Seit meinem Umstieg auf die WLB vor 10 Jahren habe ich dieses Verfahren einmal mit Erfolg durchgeführt, allerdings begrenzt auf 2 Tage, da ich bei Bremers Punkt 2. (Nach 14 Tagen ... ) die übrigen Nachteile befürchtete (zB. Drohnen zu lange eingesperrt; Schwarmtrieb mit seinen Folgen bleibt erhalten).


    Deshalb empfehle ich meinen WLB-Kollegen dieses Verfahren nur als Notmaßnahme bei Zeitmangel,
    denn die Königin und die Drohnen kann man wohl für 1 bis 2 Tage bedenkenlos zurück halten.


    Einfacher und sicherer - aber mit der gleichen Wirkung - ist das Flügelstutzen,
    diesmal für jede Beute geeignet ;)


    Zitat

    ... das mit dem Flügel beschneiden ist so ne sache weil der Schwarm kommt trotzdem.
    Entweder die Königen fällt vor dem Flugloch ins Gras und stirbt und das Volk zieht mit der ... Königin aus ...

    ... ja, aber die "wertvolle Bienenmasse" samt ihrem Honigblasen-Inhalt ist nicht verloren (wertvoll besonders bei geringer Völkerzahl!), denn der weisellose Schwarm kehrt zurück.


    Zitat

    ... Oder sie bleibt drinne und das Volk zieht mit einer anderen Königin aus ...

    ... nein, denn die Königin weiß nichts von ihrem gestutzten Flügel und geht raus.


    Zitat

    ... und das Volk zieht mit ... einer neuen Königin aus ...

    ... richtig, u.U. schon nach etwa einer Woche kommt der Singerschwarm (eigentl. Singervorschwarm), dessen Jungfer ihren Auszug am Vorabend durch "Singen" ankündigt.


    Um mich nicht zu wiederholen, ausführlicher hier im Archiv:


    http://imkerforum.de/viewtopic.php?p=6919#6919

    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder


    ____________________


    Der Bienenstaat gleicht einem Zauberbrunnen;
    je mehr man daraus schöpft, desto reicher fließt er (K.v.Frisch)


    Es irrt der Mensch, solang er strebt (J.W.v.G.)

  • Hallo,


    danke euch für diese Argumente. Hat mir sehr weiter geholfen.
    Nur Reiner Schwarz könnte seine Komentare ein bisschen ausweiten.
    Einfach nur sagen alles mist und sch.. bringt mir nichts und hilft mir auch nicht weiter. Denn ich möchte auch wissen, WARUM nicht.


    Dem Rest danke ich aber für die Kommentare und wünsche eine gute Tracht und viel Bienengesundheit.



    Lg


    Martin

  • Martin (Buckfast Imker) schrieb:

    Hallo,
    Nur Reiner Schwarz könnte seine Komentare ein bisschen ausweiten.
    Einfach nur sagen alles mist und sch.. bringt mir nichts und hilft mir auch nicht weiter. Denn ich möchte auch wissen, WARUM nicht.


    Martin


    Hallo Martin,


    also ich finde, die Antwort von Rainer ist noch etwas zu lang ausgefallen, besser wäre auf solche Fragen garnicht zu antworten.:D :D:D:D:D:D


    Grüsse 8)

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !

  • Moin Martin,


    also Reiner Schwarz ihm seine Antwort sagt doch alles aus. Sogar viel präziser als meine und exakt auf den Punkt gebracht. Vielleicht hatte er keine Zeit das "nix" zu "gar nix" oder "überhaupt gar nix" zu ergänzen oder er wollte es sprachlich geschickt nicht so hart ausdrücken. :wink:


    Er hätte aber wohl auch: Unsinn, Blödsinn, Quatsch usw. nehmen können. Stimmt alles, denn die Gitteridee ist so alt wie das Gitter selbst und die Erkentnis, dassas dafür nicht taugt nur unwesentlich jünger. Steht schon beim Gerstung und beim Adam und beim Liebig und beim Pfefferle und beim Henry hier im Forum :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder