Flugradius abhängig vom Gelände?

  • Hallo zusammen,


    der Flugradius der Bienen wird meistens mit ca. 5-6km angegeben. Ich frage mich, ob der Radius bedingt durch das Gelände stärker eingeschränkt wird. Meine Bienen stehen z.B. in einem Tal, dass umsäumt wird von Hügeln mit kleineren Waldstücken. Um z.B. an ein Rapsfeld zu gelangen (ca. 1-2 km Luftlinie) müssten die Bienen über Hügel und Bäume hinwegfliegen. Wie hochen fliegen denn die Mädels? Und finden sie auch solche Trachquellen, die verteckt liegen weil z.B. ein Wald davor ist?


    Viele Grüße
    Uli

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie.

  • Brumser schrieb:

    Hallo zusammen,


    der Flugradius der Bienen wird meistens mit ca. 5-6km angegeben. Ich frage mich, ob der Radius bedingt durch das Gelände stärker eingeschränkt wird. Meine Bienen stehen z.B. in einem Tal, dass umsäumt wird von Hügeln mit kleineren Waldstücken. Um z.B. an ein Rapsfeld zu gelangen (ca. 1-2 km Luftlinie) müssten die Bienen über Hügel und Bäume hinwegfliegen. Wie hochen fliegen denn die Mädels? Und finden sie auch solche Trachquellen, die verteckt liegen weil z.B. ein Wald davor ist?


    Viele Grüße
    Uli


    Hallo Ulli,


    :o wer schreibt denn os was ? :o


    Drohnen fliegen soweit, aber die Arbeiterinnen nicht. Flugradius i.A. zwei km, höchster Wirkungsgrad des Volkes bis 600 m. Ausserdem kaufen die Mädels bei Media-Markt ein, "sind doch nicht blöd"! Die finden alles was brauchbar ist! Ein 1-2- km entfernt leigendes Rapsfeld wird mit Sicherheit angeflogen wenn nicht zwischendurch etwas attraktiveres ist. Nur wird der Ertrag nicht so hoch sein, denn Treibstoff brauchen die Mädels ja auch. Deshalb wandert man ja auch, wie Henry schon sagte, mittenrein.

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo,
    auch wenn das Thema schon etwas älter ist, möchte ich doch noch eine Frage anschließen. Eigendlich habe ich auch eher immer von einem Flugradius von 5 km gelesen, aber nicht im Zusammenhang mit Drohnen sondern Bienen auch wenn der Wirkungsgrad abnimmt.
    Aber scheinbar fliegen meine Bienen nicht mal 2 km bis zu den honigenden Linden!
    Kann das daran liegen, daß die davor also in direkter Standnähe stehenden Linden leipziguntypisch trocken stehen, und daher nicht honigen?
    Wandern kann ich leider nicht, dafür fehlt das Fahrzeug.
    Grüße
    Thomas

  • Hallo,
    um nicht auf Flugbienen im Ableger verzichten zu müssen und nicht räubern zu lassen, kutschiere ich frische Ableger von einem Bienenstandort zum anderen, und das sind 1,5km mitten durch das Städchen. Alle fliegen sich neu ein und bis jetzt ist noch keine zurückgeflogen (denke ich zumindest).
    Der Kommentar von Fläming ist interessant. Werde ich Ende Juni mal ausprobieren.
    Imkern ist echt ein geiles Hobby!


    Schönen Gruß


    Victor

  • Hallo Thomas,
    ich wollte mit meinem Beitrag sagen, dass meine Bienen nicht mal 1,5 km weit fliegen um zu sammeln. Sonst hätten sie sich nicht neu eingeflogen sondern wären zum Muttervolk zurückgekehrt, vermute ich mal eben.
    Übrigens, die Topographie hier ist eher langweilig, keine Berge und keine riesigen Bäume. Das Städchen hat aber viel Tracht in Vorgärten zum Beispiel.


    Gruß
    Victor

  • Hallo Thomas,
    ich wollte mit meinem Beitrag sagen, dass meine Bienen nicht mal 1,5 km weit fliegen um zu sammeln. Sonst hätten sie sich nicht neu eingeflogen sondern wären zum Muttervolk zurückgekehrt, vermute ich mal eben.
    Übrigens, die Topographie hier ist eher langweilig, keine Berge und keine riesigen Bäume. Das Städchen hat aber viel Tracht in Vorgärten zum Beispiel.


    Gruß
    Victor


    Ich denke das ist falsch! Die Bienen fliegen sich auch bei Verstellen über kurze Distanz neu ein, wenn sie merken, dass sie transportiert wurden. Wenn vor dem Flugloch plötzlich ein Baum steht, die Sonne in einer anderen Richtung aufgeht oder die Bienen unmittelbar nach dem Durchgeschüttel des Transports wieder ausfliegen können, geht das auch über kurze Distanz.

  • Hallo Wulle,
    ich habe nicht viel eigene Erfahrung, aber das was Du sagst passt gut in das diskutierte Thema "Verstellen auf kurze Distanz". Ich denke Sabi(e)ne hat was dazu geschrieben. Mein Pate musste letztes Jahr seinen Ableger zweimal mehrere Hundert Meter wegstellen, weil die Bienen direkt nach Ablegerbildung stark geräubert wurden. Das sind doch die flugfähigen Bienen vom Muttervolk die abgehauen und mit Verstärkung wiedergekommen sind, oder? Sind senkrecht raus und ab nach Hause. Der Ableger wurde beim Transport geschüttelt (auf wenn kurz), Standort sieht anders aus, also Du tötest gerade mein Erlerntes :-( 
    Gruß
    Victor

  • Hallo Viktor,
     
    bei dem geschilderten Vorgang bewahrheitet sich wieder einmal der im Buch "Einfach Imkern" gedruckte Satz "Der Räuberei geht zumeist eine Eselei des Imkers voraus".
     
    Ableger dürfen auch wegen der Räubereigefahr nicht auf dem Stand verbleiben. Wenige hundert Meter können aber nach meinem eigenen Erleben durchaus ausreichen um auch die Flugbienen in einem ausgeräuberten Ableger wieder zu beruhigen.
    Mein Nachbar hat vor zwei jahren einmal einen Ableger nur über ca 200 m Luftlinie verstellt. Das Resultat war eine wilde Räuberei, ähnlich wie bei deinem Paten.
    Darauf hat er den Ableger in den Hausgarten, ebenfalls nur ca. 300 m vom Stand entfernt verstellt. Dort stand der Ableger dann unter dem seitlichen Dachüberstand des Gartenhäuschens, wenige cm vor dem Flugloch die Gitterstäbe eines Geländers. Die Bienen haben sich brav neu eingeflogen, die Räuberei war beendet.


  • ...
    Ableger dürfen auch wegen der Räubereigefahr nicht auf dem Stand verbleiben.


     
    Hm, kann ich so nicht bestätigen. Der einzige Ableger, der mir jemals am selben Standort ausgeraubt wurde, war ein sehr spät gemachter, den ich blöderweise auch noch in trachtarmer Zeit flüssig gefüttert habe. Meine Ableger stehen z.T. direkt neben den anderen Völkern, mit stark eingeengtem Flugloch- klappt wunderbar.


    Gruß,
    zonia

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • Hm, kann ich so nicht bestätigen. Der einzige Ableger, der mir jemals am selben Standort ausgeraubt wurde, war ein sehr spät gemachter, den ich blöderweise auch noch in trachtarmer Zeit flüssig gefüttert habe. Meine Ableger stehen z.T. direkt neben den anderen Völkern, mit stark eingeengtem Flugloch- klappt wunderbar.
     
    Gruß,
    zonia


     
    Die trachtarme Zeit ist der Knackpunkt. Bei guter Tracht hat man keine Räuberei zu befürchten. Bei Futterknappheit führen auch kleine Fehler schnell zu einer gnadenlosen kaum noch zu beherrschenden Räuberei. Ableger am Standort sind unabhängig von der Trachtsituation immer schwierig, weil Flugbienen immer zurückfliegen und deshalb immer sofort gefüttert werden muss und die Ableger deutlich stärker gebildet werden müssen.


  • Ableger am Standort sind unabhängig von der Trachtsituation immer schwierig, weil Flugbienen immer zurückfliegen und deshalb immer sofort gefüttert werden muss und die Ableger deutlich stärker gebildet werden müssen.


     
    Das Anwenden des von Sabine beschriebenen Prinzips 'Umsetzen auf kurze Distanz' verhindert den Verlust der Flugbienen.
    Ich finde immer wieder, daß das eine geniale Entdeckung ist- so simpel und wirksam!

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von zonia () aus folgendem Grund: RS

  • Aus konkretem Anlass habe ich mich auch mit dem Thema "Flugradius" beschäftigt.
    Ich möchte einen weiteren Standort, 2100m von einem anderen entfernt und ca 70Höhenmeter tiefer.
    Speziell geht es mir darum, gerade wenn ich Ableger aber auch Wirtschaftsvölker verstelle, dass die Flugbienen nicht zurückfliegen.
    Gibt es Wissenschaftliche Arbeiten zu diesem Thema?
    Würden eher die Bienen von oben runterfliegen, oder die von unten hochfliegen?


    Ich hätte gerne keine Spekulationen oder Vermutungen, sondern Fakten.


    MfG Hans Rosen