Muss ich beim Rähmchenbau Ökologisch Imkern etwas beachten ?

  • Hallo ,


    bin total unerfahren in Sachen "Forum" und Kontakte über Internet. Hoffe klappt alles.
    Wir, meine Familie und ich möchten ökologisch Imkern, oder zumindest nach einigen ökologischen Richtlinien.
    Wir kommen aus NRW (Warendorf) und haben zwar schon einiges erlesen, einige Fragen blieben aber bisher noch offen. Aus dem Buch Ökologisch Imkern von Claudia Bentzien (supertoll) :D mussten wir jedoch feststellen, das die Anforderungen der einzelnen Bioverbände recht unterschiedlich sind. Da wir sehr spontan ein kleines Carnicavolk bekamen, haben wir im Eilverfahren eine Zanderbeute (Liebig) bestellt, und die mit Lappenwachs von Kreidezeit (mit Heißluftföhn aufgetragen) aus unserem Biomarkt, äußerlich behandelt. Wir mussten irgendwie schneller handeln, als wir die Bücher lesen konnten. Nach einigen Rähmchenproben haben wir uns für die modifizierten ZA-Rähmchen mit Hoffmannseiten entschieden, weil die uns als am robustesten erschienen (müssen aber noch zusammengebaut werden).
    Die Zusammensetzung vom Lappenwachs : Leinöl, Hölzöl-Standöl, rückstandsfreies Bienenwachs, bleifreie Trockenstoffe.


    Meine erste Frage: Wird der Lappenwachs von allen Bioverbänden akzeptiert ? Außerdem steht auf der Dose das man den Wachs sehr gut mit Kreidezeit Erdpigmente abtönen kann. ( Gibt tolle Töne, hab in kleiner Menge an einer Servierplatte aus Holz probiert).
    Sind diese Erdpigmente ebenfalls von allen Bioverbänden akzeptiert ?


    ( Die Verarbeitung vom Lappenwachs war jedenfalls super. Auch ohne Heißluftföhn. Außerdem sehr günstig. Für den Kilotopf habe ich 17.50 € bezahlt und habe nach wiederholtem Auftragen vielleicht ein zehntel davon verbraucht. Der kleine Topf für 4.50 € reicht auch für einige Zeit )


    Zum Rähmchenzusammenbau: Wir haben bisher keinen Leim verwendet. Ist Leim notwendig ?
    Darf man Leim Verwenden ? Welcher ist von allen Bioverbänden akzeptiert ?
    Dann: Aus welchem Material sollten die Drahtstifte oder Klammern bestehen ? Ist das egal ? Können Stahlklammern Rost abgeben ?
    Dürfen in der ökol. Imkerei Rähmchenösen verwendet werden ? Wir haben welche aus Kupfer und welche aus Messing geschenkt bekommen. Kann Kupfer Grünspan in der Beute abgeben ?


    Werden vom Demeterverband nur Dadantbeuten akzeptiert ?


    Wir möchten zunächst erst mal nur mit 2-3 Völkern anfangen und den Honig selbst verwenden ( da wir ausschließlich nur mit Honig süßen, leckerlecker !), -und jede Menge von den Bienen lernen.
    Trotzdem möchten wir von vornherein den ökologischen Bedingungen folgen. Wir 4 und unsere 50 000 Mitarbeiterinnen bedanken uns schon mal im vorraus für die hoffentlich aufkärenden Antworten.


    (Sind doch gar nicht so viele Fragen, wenn man sie auf 50 004 zählt, oder ?)
     :wink::D:oops::D

  • Hallo,


    das ist ja eine ganze Menge an Fragen auf einen Schlag...


    Zuerst: Sofern Du nur für den Eigenverbrauch (incl. Freunde, ...) arbeitest, sind die genauen Vorschriften nicht so wichtig. Trotzdem ist es sinnvoll, sich gleich von Anfang daran zu halten, wer kann wissen, wohin einen dieses Hobby führt.


    Grundsätzlich sind die Bioverbände nicht ganz so streng, wie es auf den ersten Blick scheinen mag.


    Die Farbe ist sicherlich OK. Ich hatte zwar noch keine direkte Erfahrung mit Zertifizierung & co, aber in einigen Gesprächen hat sich gezeigt, das diese hier ziemlich tolerant sind. Sofern die Farben öko sind, natürlich... Aber das ist ja in Deinem Falle gegeben.


    Leim in den Rähmchen ist sicherlich nicht zwingend notwendig, sorgt aber für einiges mehr an Stabilität. Diesbezüglich sind mir keine genauen Vorschriften bekannt, ich verwende auf jeden Fall normalen Ponal Wasserfest.
    Rähmchenösen aus Messing/Kupfer geben auch keine Probleme. Auch die Nägel sind nicht im Detail vorgeschrieben. Mit Rost gibt es keine Probleme.


    Ansonsten mal bei den Verbänden an sich nachfragen - eine Mail kostet nichts...


    Demeter akzeptiert nicht nur Dadant - nur der Brutraum darf nicht in zwei Zargen geteilt sein. Ob das nun mit Dadant, eineinhalb Zander (also 1,5x so hoch als normal), 1,5 Deutsch-Normal, oder irgendein anderes Spezialformat - egal. Wobei es sinnvoll ist, bei den wenigen genormten Größen zu bleiben - auch mit Rücksicht auf die Beuten/Mittelwand- / ...-hersteller.


    Hoffe, etwas geholfen zu haben,
    ggf kann mich ja einer der erfahrenen Ökoimker im einen oder anderen Detail korrigieren...


    Mirthran

    Wer Linksschreibfehler findet, darf sie behalten...

  • Hallo Leute, auch ich bin neu hier im Forum. Daher zuerst mal ein Hallo an alle :D


    Ich denke Du machst Dir da etwas zuviele Gedanken. Dier Ökoverbände müßen doch recht tolerant sein. Sonst könnte ich mir nicht erklären, wie ein Ökoimker Rapshonig im Sortiment hat.
    Auf meine Nachfrage wie das denn geht hab ich nur zur Antwort bekommen: Ich kann meinen Bienen nicht vorschreiben, wo sie hinfliegen... Was dann in der Wabe ist ist halt natur.... :-?


    Und ob einige Auflagen der Ökoverbände so im sinne des Erfinders sind, darüber kann man glaub ich Streiten.


    Eifelprinte

  • Hallo Monika,
    ... am einfachsten wäre es doch, wenn Du Dir die Richtlinien der diversen Öko-Verbände dort direkt besorgen würdest.
    Ansonsten kann ich meinen "Vorschreibern" nur beipflichten: da ist manches zweifelhaft, unklar und auch unrealistisch.

  • Hallo Monika,


    ich hallte meine Bienen nicht nach den Vorschriften irgendwalche Bio- oder Ökoverbände, sondern habe meine eigenen Spielregeln. :D


    Grundsätzlich wende ich keine Varroamittel wie Perizin oder Bayvarol usw. an. Die Sachen kommen mir nicht in die Beute! :wink: Aus mehreren Gründen. Gegen die Milbe gehe ich mit Baurahmen, AS und Milchsäure vor. Ausserdem werden genügend Ableger gemacht.
    Meine Wabe werden selbst gegossen, wenns geht aus Baurahmenwachs. Der Rest wird als Kerzen vermarktet.
    Als Beuten gibts die normalen Liebig Einfachbeuten. Gefüttert wird mit Zuckerwasser oder handelsüblichem Bienenfutterteig. Bis jetzt sind noch keine Bienen aus Protest gegen meine Hatungbedingungen ausgezogen! :P


    Ich versuche so wenig wie möglich an Chemie ins Bienenvolk einzubringen. Da aber auch ich nicht den Flug meiner Bienen bestimmen kann, kann ich nicht sagen ob alles was sie eintragen Öko ist. Dann Ökohonig zu verkaufen ist in meinen Augen beschi....!
    Aber fürs DIB - Glas ist mir mein Honig auch zu Schade!
    Ich vermarkte im eigenen Glas mit eigenem Etiket.
    Das ist mein für mich ganz persönlicher Kompromiss.


    Eifelprinte

  • Hallo Monika,


    über www.demeter.de kannst du dir ein PDF-Dokument mit den genauen Richtlinien für Demeter-Imker runterladen.


    Du findest das Dokument unter Landwirte - Umstellung - Demeter Richtlinien.


    Api

  • Hallo Api,


    vielen Dank, die Demeter-Richtlinien habe ich, und von Naturland und Bioland
    ebenfalls,-
    ins Detail gehen diese Richtlinien jedoch nicht. Deshalb habe ich meine Fragen direkt an Demeter gestellt, und habe promt Antworten und jede Menge Adressen zu Imkertreffen und Imkern erhalten, an die ich mich wenden kann. Ein Treffen habe ich am Wochenende besucht, dort habe ich jede Menge für mich mitnehmen können.


    Nochmals vielen Dank
     :D