Honigraum nur mit Mittelwände bei starker Tracht erweitern

  • Hallo an alle,


    Ich möchte mit 2-Räumigen und starken Völker in den Raps. Ich möchte Flachzargen (2/3) als Honigraum aufsetzen.


    Da ich noch keine ausgebaute leere Honigwaben habe befürchte ich beim erweitern, komplett mit Mittelwänden das die Bruträume bei einer solch starken Tracht wie deim Raps verhonigen.



    1. Bestätigt mir jemand meine Befürchtung?


    2. Gibt es eine Methode dieses Problem zu lösen?


    3. Was könnte noch wichtig sein, zu wissen Wenn ich den Raps mit meinen Mitteln anwandere?


    Schon besten Dank für euere Antworten



    Gruß Dennis

  • Hallo Dennis,


    das man mit Mittelwänden erweitert ist eigentlich normal wenn man keine Waben hat.
    Bei guter Tracht wird auch gern und viel gebaut.
    Die Mittelwände fördern den Bautrieb und der überschüssige Nektar wird gleich zum bauen verwendet, das Ganze wirkt sich schwarmdämpfend aus, die Bienen sind beschäftigt.


    Pro Volk lasse ich min 15 Mittelwände oft auch mehr ausbauen.

  • Hallo,


    von unten erweitern.


    Das aus mehreren Gründen: z.B. Wärmehaushalt, Honighaushalt.


    Wärme steigt nach oben. Die von den Bienen produzierte Wärme steigt nach oben - dort wäre normalerweise deine LEERE Zarge. Leer, weil die Rähmchen und Mittelwände nicht gefüllt sind und nicht mit den Wänden abschliessen.


    Folgendes geschieht:


    1.) Die Brut kühlt aus (unten Brut, oben Wärme)
    2.) Die Bienen bleiben im Stock, weil sie mehr Volumen wärmen müssen - und können nicht ausfliegen. Sie verbrauchen dazu auch noch Honigvorräte, um diese Wärme zu erzeugen.
    3.) Die Rähmchen werden nur langsam ausgebaut, da die notwendige Wärme fehlt, um Wachs zu verarbeiten.


    Oben erweitern funktioniert nur bei prallen Sonnenschein auf die Beute - etwas weniger temperatur-optimale Tage werden die Bienen schwächen.


    Die halben Zargen wurden deshalb erfunden: das kleinere Volumen soll den "Kälteschock" nicht so erheblich machen, sie sollen schneller ausgebaut werden. Nachteil: man muß immer wieder neue Zargen hinzugeben = erheblicher Arbeitsaufwand.


    Deshalb von unten erweitern. So bleibt die Wärme bei der Brut (Brut oben, Wärme oben). Die Wärme, die nötig zum Wachsverarbeiten ist, wird langsam von oben nach unten abgesenkt - der Kette der ausbauenden Bienen folgend. Der untere Luftraum muß nicht mitgewärmt werden, da sich dort keine Brut befindet. Die Bienen nehmen sich den Raum, den sie benötigen und der optimal für sie ist.



    Kein Kälteschock, kein Öffnen der Beute, kein mehrmaliges Erweitern notwendig. Man kann direkt zwei ganze Zargen geben.


    Das Argument, daß der Honig dann oben in bebrütete Waben sitzt, ist abzuschwächen: der Honig wird immer zuerst unten eingelagert, bevor er nach oben über die Brut kommt. Bei der normalen Magazinbetriebsweise mit der Erweiterung von oben, wird der Honig also zuerst in die bebrüteten Waben unten eingelagert, dann kommt er nach oben. Das Einlagern in bebrüteten Waben ist auch deshalb kein Problem, weil die Bienen die Zellen vorher putzen. Sie haben auch Interesse an der Haltbarkeit des Honigs - es sind ihre Vorräte.


    Sind rabenschwarze Waben im Brutraum?! Dann mal über die Betriebsweise nachdenken....


    Viele Grüße vom Niederrhein,


    Bernhard Heuvel :D

  • Hallo Bernhard,


    diese Art der Erweiterung nicht gerade optimal, die Bienen bauen in der unteren Zarge Mittelwände sehr schlecht und zum Teil gar nicht gern aus, der untere Rand wird nicht ausgebaut.
    Mir ist in meinen ganzen Imkereizeit noch nie Brut auf diese Art verkühlt, wenn nach oben erweitert wurde.
    Man erweitert auch nur Völker die stark sind und wo in den nächsten Tagen Brut schlüpft.
    Schwächlinge erweitert man nicht.
    Ich war letzte Woche bei einen Anfänger, der hatte auch nach unten hin erweitert, die Mittelwände waren zum Teil schlecht oder gar nicht ausgebaut, des weiteren hatte er helle Waben vom letzten Jahre diese waren am unteren Rand nicht sehr gut ausgebaut.


    Ich rate keinem die Völker auf diese Art zu erweitern.


    Halbe Honigräume haben den Vorteil des geringeren Gewichtes im Gegensatz zu Ganzzargen.

  • Hallo Bernhard!


    Zitat

    Sind rabenschwarze Waben im Brutraum?! Dann mal über die Betriebsweise nachdenken....


    Könnte das gerade dann verstärkt passieren, wenn von unten erweitert wird? Wann und wie wird bei dieser Betriebsweise der Brutraum erneuert?


    Die Bienen haben die Angewohnheit Vorräte fluglochfern zu lagern, dort wo im Laufe der Jahre die alten Waben sitzen? Ist es nicht so, dass die Brut nach oben wandert und sitzt dann im Spätjahr oben? Oben wo die alten Waben sind und entfernt werden sollten?


    Naja und mit dem Heizen: Wärme steigt nach oben. Richtig. Schonmal beobachtet wie schnell ein Volk in die aufgesetzten Mittelwände brütet? Man könnte meinen, dass das Volk der Wärme nachzieht, nach oben. Einige Bienenvölker haben schon nach einem Tag die mittlere Wabe bebrütet. Mitten in einer sonst kahlen Zarge und dazu noch völlig freiwillig dreht die Königin dort ihre Runden. Ausgekühlte Brut? Nein, weiterhin steigende Expansion. Mittelwände werden in kürzester Zeit ausgebaut und zwar nicht nur zaghaft sondern in Erahnung der zukünftigen Brutwaben.


    Vielleicht klappt das aber nur mit einer entsprechend robusten und nicht verweichlichten Biene, die an nicht temperaturoptimierte Unterkünfte, wie sie in der Natur vorkommen, angepasst ist?


    Insgesamt kann man die aufsteigende Dynamik der Brutkugel ausnutzen. Durch aufsetzen von Mittelwänden wird der zweite Brutraum nicht durch Honig blockiert. Schwarmstimmung tritt während der Belagerung selten auf, sofern rechtzeitig erweitert. Die Brut wandert von alleine nach oben; es wird bis zum Oberträger gebrütet. Man kann auch von einer Zarge auf drei aufstocken. Werden in der dritten Zarge, Honigraum über Absperrgitter, ausgebaute Waben angeboten, kann man beobachten wie bei guter Tracht der Honigraum sehr schnell genutzt wird. Wird eine Zarge unterschoben, baut das Bienenvolk nicht so willig. Die Mittelwände bleiben an der Seite oft sehr lange unausgebaut, wenn dann wird oft schmutzig und durch Wachstransplantation gebaut. Unterbau, auch frischer, macht oft diesen dreckigen Eindruck.
    Der Ort der Wächterbienen und der bei schlechtem Wetter durchhängenden Sammelbienen scheint nicht unbedingt der richtige Ort für die Baubienen zu sein. Der im Volk steckende Bautrieb kommt am Besten um oder über der Brutkugel ausgeprägt zum Tragen. Was passiert mit der Stockwache, wenn gleich zweimal untersetzt wird? Stress durch Räuberbienen? Stress durch dessorientierte Bienen?


    Gruß
    Simon

  • Hallo Michael,


    Michael2 schrieb:

    Mir ist in meinen ganzen Imkereizeit noch nie Brut auf diese Art verkühlt, wenn nach oben erweitert wurde.


    Diese Aussage ist etwas gewagt, besser: alle Völker haben sich trotzdem weiterentwickelt....


    Michael2 schrieb:

    Ich war letzte Woche bei einen Anfänger, der hatte auch nach unten hin erweitert, die Mittelwände waren zum Teil schlecht oder gar nicht ausgebaut, des weiteren hatte er helle Waben vom letzten Jahre diese waren am unteren Rand nicht sehr gut ausgebaut.


    Da stellt sich mir die Frage nach dem Grund...ich glaube nicht, daß die Erweiterung nach unten mit dem schlechten Ausbau zu tun hat. Vielleicht stören die Mittelwände? Die Bienen wollen sich aufketten, um Wärme für die Wachsverarbeitung zu erzeugen -die Bienen können sich nicht aufketten, wenn da Mittelwände rumbaumeln. Grundsätzlich baut die Biene von oben nach unten. Die Wärme nimmt sie dabei mit.


    Michael2 schrieb:

    Halbe Honigräume haben den Vorteil des geringeren Gewichtes im Gegensatz zu Ganzzargen.


    Dieser Vorteil ist zwar gegeben, aber nicht ausschlaggebend für den Gebrauch von halbhohen Zargen. Schließlich sind es nicht nur Rückenleidende, die diese Zargen verwenden.


    Michael2 schrieb:

    Schwächlinge erweitert man nicht.


    Der Grund dafür ist? Etwa Gefahr der Auskühlung? :wink: Ich kann auch schwache Völker erweitern mit dem Erweitern nach unten. Denn die Wärme bleibt oben auf jeden Fall erhalten. Und wenn sich das Volk dann doch mal schnell entwickelt, brauche ich mir keine Sorgen um Schwarmkontrollen machen. Jede Kontrolle ist Wärmeverlust = Schwächung = Krankheit.



    #==========================================================


    Hallo Simon,


    Bumblebee schrieb:

    Die Bienen haben die Angewohnheit Vorräte fluglochfern zu lagern, dort wo im Laufe der Jahre die alten Waben sitzen? Ist es nicht so, dass die Brut nach oben wandert und sitzt dann im Spätjahr oben? Oben wo die alten Waben sind und entfernt werden sollten?


    Also: betrachten wir die gute imkerliche Praxis der Magazinimkerei: Im Winter wird (meistens) auf zwei Zargen überwintert. Bruträume.
    So, im Frühjahr wird die Erweiterung gemacht: Honigraum oben drauf: wo sitzen die Altwaben?! ->Unten. Die neuen Waben?! ->Oben.


    Dann die Honigernte: die neuen Waben werden abgeerntet. Die alten Waben?! Bleiben im Brutraum. Weil: da ist ja noch Brut drin. Man kann immer Randwaben erneuern, aber den kompletten Brutkern wird man nicht entfernen. Lediglich ein geschätztes Drittel der Brutwaben wird jedes Jahr erneuert.


    Jetzt betrachten wir die Erweiterung von unten. Winter. Zwei Zargen Brutraum. Im Frühjahr die Erweiterung: zwei Zargen werden darunter gestellt. Die Bienen bauen die zwei zusätzlichen Zargen im Laufe des Jahres aus. Zur Ernte werden die obersten zwei Zargen geerntet. Mit den Altwaben. Wo sind die Neuwaben? In den unteren zwei Zargen. 100% Wabenerneuerung. Wenn die Bienen nur eine weitere Zarge ausgebaut haben [schwaches Volk], dann erntet man nur die oberste Zarge, so wird 50% der alten Brutwaben ausgetauscht. Immer noch besser als ~33,3%!


    Die schwarzen Schinken kommen bei so einer Betriebsweise schlichtweg nicht vor, während es bei der Erweiterung nach oben immer wieder vorkommt.


    Bumblebee schrieb:

    Naja und mit dem Heizen: Wärme steigt nach oben. Richtig. Schonmal beobachtet wie schnell ein Volk in die aufgesetzten Mittelwände brütet? Man könnte meinen, dass das Volk der Wärme nachzieht, nach oben. Einige Bienenvölker haben schon nach einem Tag die mittlere Wabe bebrütet. Mitten in einer sonst kahlen Zarge und dazu noch völlig freiwillig dreht die Königin dort ihre Runden. Ausgekühlte Brut? Nein, weiterhin steigende Expansion. Mittelwände werden in kürzester Zeit ausgebaut und zwar nicht nur zaghaft sondern in Erahnung der zukünftigen Brutwaben.


    Exakt! Die Brut möchte oben in der Wärme sein! Ich vermute, Du verwendest kein Absperrgitter?
    Denn, wenn das Brüten im Honigraum mittels Absperrgitter verhindert wird, so werden die Bienen gezwungen, einen erheblich größeren Luftraum zu erwärmen. Damit die Wärme auch bis zur Brut reicht. Dafür ist nur ein bisschen Mathematik nötig, um zu sehen, wieviel mehr Luftraum erwärmt werden muß.


    Wenn Du kein Absperrgitter nutzt, wie erntest Du dann deinen Honig? Ich stelle mir das so vor: alte Waben unten, nach oben erweitern. Brüten im Honigraum, bis dieser gefüllt ist. Die Brut rutscht wieder nach unten. Dann Ernte der neuen Waben. Übrig bleiben die alten Waben, die aber wegen Besetzung mit Brut nicht alle ersetzt werden können.


    Da sind Krankheiten doch wohl vorprogrammiert.


    Bumblebee schrieb:

    Der im Volk steckende Bautrieb kommt am Besten um oder über der Brutkugel ausgeprägt zum Tragen

    Wann und wo hast Du denn diese Beobachtung gemacht? Also bei mir im Naturbau hängen die Bienen immer unten dran. Das ist ja auch wirtschaftlicher so: die von den Baubienen erzeugte Wärme steigt nach oben und trägt zur Erhaltung der Brutwärme bei!
    Bienen die Bauwärme über der Brut erzeugen, tragen im Gegensatz dazu nicht bei = unnütz verbrannter Honig.


    Bumblebee schrieb:

    Was passiert mit der Stockwache, wenn gleich zweimal untersetzt wird? Stress durch Räuberbienen? Stress durch dessorientierte Bienen?


    Also: der Eingang vor der Erweiterung befindet sich wo? Unten. Nach der Erweiterung wo? Unten. Vor der Erweiterung ist das Flugloch wie groß? xy cm². Nur durch das Unterstellen der Zargen wird das Flugloch nicht größer...ich verstehe die Logik deiner Frage nicht.


    Es gibt eher weniger Räuberbienen, weil die Beute zur Erweiterung nicht geöffnet werden muß! Wenn ich dahingegen die Beute aufreisse und lustig Propolisreste verteile vom Winterkitt....


    #==========================================================


    Nichts für Ungut, ich rate weiterhin zum Unterstellen der Magazine. Anstatt Mittelwände, nur Leitstreifen. Ich tacker in Wachs getunkte Wollfäden unter die Träger - da können die Bienen sich optimal dran festhalten und sich aufketten. 100% Wabenerneuerung sind ein gutes Argument in Zeiten der Bienenkrankheiten.


    Bernhard Heuvel

  • Hallo Bernhard,


    wenn ich jetzt Bilder von so Waben hätte, dann könnte ich es dir zeigen, die Waben werden schlecht ausgebaut.
    Hängen unten noch dunkle Waben bekommen die hellen wie Simon schon geschrieben hat einen braunen Überzug der nicht sehr schön aussieht.


    Du leitest das ganze von Emile Warré ab, leider kann man diese Art der Völksführung nicht auf die heutigen Beuten beziehen, die Beute von Emile Warré ist um einiges kleiner als eine normale Beute, was du machen willst geht so nicht gut, von einer Bauerneuerung ganz zu schweigen, man bekommt so keine Bauerneuerung hin.


    Die Bienen entwickeln sich immer nach oben, weil es da wärmer ist und viel Umtrieb, eine gute Entwicklung bekommt man mit dem erweitern nach unten nicht hin.


    Schau dir doch mal an wie ich meine Betriebsweise wenn man es eine sein soll betreibe.
    Ich überwintere nur auf einer Zarge, das kommt der Natur fast gleich, das Volk verkleinert sich ab Sommer langsam bis nur noch Winterbienen im Volk sind.


    Ich arbeite schon einige Jahr so, habe zu 95% starke Völker, guten Wabenbau, eine optimale Varroabehandlung, weil nur eine Zarge, kaum Schwarmtrieb, weil nach oben erweitert wird und die Bienen viel zu tun haben, kein Winterfutter im Honig.


    Was soll denn passieren wenn ich einem Volk eine Zarge nur Mittelwände auf setze, ich hänge keine Brut um noch verrücke ich das Brutnest, das ganze bleibt eine geschlossene Einheit.
    Die Bienen bleiben bei der Brut, die Mittelwände werden bei Tracht in weniger als einer Woche ausgebaut, mit Nektar voll getragen und die Königin bestiftet die noch hab ausgebauten Mittelwände, eine bessere und schnellere Erweiterung bekommt man so nicht
    hin.


    Das ganze wird aber immer ohne Gitter gemacht, ein Absperrgitter hat im Frühjahr bei mir in den Völkern nichts zu suchen, weil es die Entwicklung stört.
    Ein Gitter kommt sehr selten zum Einsatz, bei guter Tracht ist ein Gitter nur eine Sperre, die Bienen haben die Angewohnheit, Futter, Honig nach oben und hinten ab zu lagern.


    Ich gebe dir den guten Rat über denke mal deine Erweiterung, so bekommt man keine starken und gesunden Völker, alte Waben kann man so nicht aus dem Volk entfernen.
    Es ist nur mit einem Gitter möglich alte Wabe hoch zu hängen, das wollen wir aber nicht, ich auf jeden Fall nicht, dann habe ich Brutwaben im Honigraum was nicht Sinn der Sache ist.


    Überwintert man auf zwei Zargen sind die dunklen Waben immer unten, bei deine Betriebsweise ist alles dunkle oben, es sei denn du tauscht vorher die Zargen, eine Bauerneuerung ist so auch nicht immer möglich, da muss man schon im zeitigen Frühjahr die untere Zarge weg nehmen, kommt man zu spät hat man schon Pollen und zum Teil auch Brut in den Waben und die alten Schinken sind immer noch in den Völkern, da Problem habe ich zum Glück nicht.


    Wann gab es ein Frühjahr wo es so kalt war das Brut verkühlt ist, wo man vorher erweitert hat?
    Mir ist so ein Frühjahr nicht bekannt, und im Rheinland sicherlich nicht.:D

  • Bernhard Schrieb:


    Grundsätzlich baut die Biene von oben nach unten.


    kann ich so nicht stehen lassen.


    Aber das schöne an der Imkerei ist ja, daß jeder das macht, was er/sie für richtig und nötig hält...


    Nach unten erweitern birgt auch die Gefahr der Honig-Futter Mischung, nicht wahr?

  • Hallo Eden,


    Bernhard meint das die Waben von oben nach unten gebaut werden, das stimmt ja auch aber sehr schlecht in der unteren Zarge.


    5 Imker 5 Meinungen so ist.

  • :o

    Zitat

    Grundsätzlich baut die Biene von oben nach unten.


    kann ich so nicht stehen lassen.


    Im hohlen Baum fangen sie im allgemeinen an der Decke an zu bauen.....
    Ich hab zwar auch schon Kunstwerke gesehen, die von unten ins Rähmchen gebaut wurden, aber der Regelfall ist doch nun wirklich von oben nach unten.


    Eden, wie meinst du das? :o

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo,


    Michael2 schrieb:

    ...Hängen unten noch dunkle Waben bekommen die hellen wie Simon schon..., bei deine Betriebsweise ist alles dunkle oben, ...


    Michael: ich habe schon die Warré-Beuten im Einsatz :wink: Ich versuche nicht die Betriebsweise Warré's auf herkömmliche Beuten umzumünzen. Dunkle Waben gibt es bei dieser Betriebsweise nicht. Die Waben werden jedes Jahr zu 100% getauscht.


    Mit den heute üblichen Beuten kann ich mir vorstellen, daß die Erweiterung nach unten schwer ist. Aber dann muß mir auch die Frage stellen: wenn meine Beute noch nicht einmal die natürliche Baurichtung unterstützt - was für weitere Hindernisse wirft sie den Bienen in den Weg?!


    Wenn wenigstens diese Beute dem Imker Vorteile bringen würde...aber sie ist technisch aufwendig, verursacht hohe Investitionen in Form von Zeit und Geld.


    Ich habe mit Trogbeuten und Honigaufsätzen angefangen. Mit meinem Imkerpaten sah ich nach den Bienen. Mir mißfiel von Anfang an, daß ich ständig Schwarmkontrollen, bzw. Erweiterungskontrollen machen sollte. Jedes Mal Beute auf, jedes Mal Waben ziehen (Bienen rollen :evil: ), bis an das Brutnest ran. Dann: wie bekomme ich die Bienen nach oben. So ganz einfach war das nicht. (Das Absperrgitter kam damals laut Paten wieder rein...um die Königin horizontal zu "lenken"...).


    Ich bekam den Hinweis, daß ich ein, zwei Waben Brut nach oben hängen sollte. Das würde die Bienen nach oben ziehen und sie die Waben ausbauen lassen. Also Brutnest zerreißen...gefiel mir schon wieder nicht.


    Dann, Mist!, eine übersehene Honigwabe direkt am Brutnest hat die Bienen in Schwarmstimmung gebracht. Jetzt aber los, schröpfen, Ableger, usw.


    Also ehrlich: ich war nur am rotieren und Bienenkästen aufreissen. Mein Pate meinte, daß das notwendig ist. War es ja auch. Sonst gibt es kein Honig. Aber bienengerecht ist das einfach nicht.


    Wie oft seid ihr denn im Mai an den Bienen und öffnet die Beuten? Habt ihr da Erfahrungswerte?


    Eden schrieb:

    kann ich so nicht stehen lassen....Nach unten erweitern birgt auch die Gefahr der Honig-Futter Mischung, nicht wahr?


    Ok, Eden: ich nehme das grundsätzlich zurück :wink: 
    Die Gefahr von Honig-Futtermischung besteht nur, wenn man a.) mit Zucker zufüttert und b.) zuviel gefüttert hat. Da ich a. nicht mache, kann b. nicht passieren :wink:


    Bumblebee schrieb:

    Bevor ich antworte, hast Du meinen Beitrag gelesen?

    Ja gelesen habe ich ihn - das Du kein Absperrgitter nimmst, habe ich allerdings überlesen. Wie ich schon Michael geantwortet habe: ich versuche ja garnicht, mit Mittelwänden und Rähmchen zu arbeiten, daher vergleichen wir ein bisschen Äpfel mit Birnen :wink:


    Der Trick Brut hochzuhängen für die Erweiterung nach unten zu adaptieren ist natürlich erfolglos. Dafür bauen die Bienen genau dann, wenn sie den Platz brauchen. Wenn ich oben erweitere, dann zwinge ich die Bienen zu bauen, weil sie die Leere über Kopf schließen müssen (!). Sonst gibts ne kalte Haube. Aber wenn ich die Bienen zwinge etwas zu tun, was sie nicht wollen, kann das nicht gesund sein.



    Bumblebee schrieb:

    Die Brut wandert von alleine nach oben...


    Die Brut wandert im Wild- und Naturbau von oben nach unten. Das hat sie 40 Millionen Jahre getan, warum sollten wir Imker die Bienen zwingen, anders herum zu handeln?


    Allein die Einschränkung der Eingriffe auf das Notwendigste, die Einfachheit der Wahl des Zeitpunktes der Erweiterung, die nicht mehr notwendigen Schwarmkontrollen, die vollständige Wabenerneuerung - alles gute Argumente. Alle Dornen in meinem Auge sind verschwunden. Für mich besser, für die Bienen besser.


    Vielleicht einigen wir uns so: eine Erweiterung mit Mittelwänden und Rähmchen am besten oben und ohne Absperrgitter machen. Bei Naturwabenbau ohne Mittelwände und Rähmchen am besten unten erweitern.


    Bis denn,


    Bernhard

  • Hallo Bernhard,


    was so in der Imkerliteratur steht ist etwas veraltet, man kann Brut zwar hoch hängen aber da kann es passieren das diese verkühlt.
    Ich denke jeder sollte selbst mal testen was gut und nicht gut ist, immer nach Büchern gehen,
    und auf andere hören die einen was erzählen wollen aber jedes Jahr Schwärme von ihren Völkern einfangen, schlechtes Wabenwerk haben und sonst wenig an den Völkern machen.


    Wenn Bienen frühzeitig in Schwarmstimmung kommen taugt das Material nichts, keine Auslese, dann sollte man sich mal besseres Bienenmaterial besorgen.
    Denn ich habe keine Lust meine Bienen aus dem Baum zu holen, was andere da machen kann mir eigentlich egal sein.
    Schwarmfreudige Bienen bringen nicht gerade viel ein Honig, dazu noch der Ärger und die Arbeit.

  • Hallo Bernhard!

    BernhardHeuvel schrieb:

    Die Brut wandert im Wild- und Naturbau von oben nach unten. Das hat sie 40 Millionen Jahre getan, warum sollten wir Imker die Bienen zwingen, anders herum zu handeln?


    Wie reagiert denn die Biene im Naturbau auf starke Tracht? Oberhalb der Brut ist kein Platz, das Brutnest mal schnell nach unten rücken geht auch nicht - wohin mit dem Nektar und Honig? Unten anbauen und dort einlagern? Oder die ergiebige Tracht sausen lassen?
    Mit den beiden letzten Möglichkeiten wird sich ein Erwerbsimker nicht anfreunden.


    Grüße, Thomas