Dampfwachsschmelzer mit Holzbetrieb

  • Ich suche einen Dampfwachsschmelzer, den ich mit Holz befeuern kann. Mich würde interessieren, wie damit eure Erfahrungen sind und wo man so etwas (preisgünstig) erhält.
    Danke

  • Guten Tag, Beemichael,


    ein ausgedienter Dampfentsafter tut für kleinere Mengen (Drohnenbrut, 1-2 Waben) hervorragende Dienste auf einem Holzfeuerherd (Gummischlauch entfernen! Schale unterstellen! Aufpassen!)


    Wenn Du an eine größere Veranstaltung denkst: Habe bei großem Aufkommen von Altwaben gute Erfahrungen mit einem verzinkten Faß (200L) gemacht. Etwa zur Hälfte mit Regenwasser füllen, Feuer schüren und Faß zudecken, warten bis das Wasser kocht, dann so viele Waben tauchen, bis der Trester anfängt zu stören, dann Wasser-Trester-Wachs Gemisch heiß durchsieben (Preßtuch aus der Obstsaftproduktion beispielsweise) und durchpressen. Am Ende ist es eigentlich am besten, alles durchzusieben und das heiße Faß vom Feuer zu nehmen. Je nach dem, ob noch Wachs an den Rähmchen hängt kannst Du es entweder wiederholen oder in sie heißer Lauge waschen (Holzasche genügt).


    Ich hoffe, das ist nicht zu schematisch. Wenn noch Fragen bestehen gehe ich gern ins Detail. Ein teurer Milchfaß oder dergleichen aus Edelstahl ist sicherlich besser, aber eigentlich zu schade dafür, aber ich denke das ist individuell und hängt vom Wachsaufkommen ab.


    Gruß,


    Eden

  • Danke für den Hinweis. Ich denke in der Tat an "eine größere Veranstaltung."


    Deshalb würde ich auch ganz gern mal die holzbefeuerte Dampfwachsschmelzer-Variante ausprobieren. Hat dazu jemand von euch Erfahrungen/Bezugsquellen/Hinweise? Danke.

  • Hallo Michl!
    Schon fündig geworden? Wenn nein, ich hab so ein Teil auf einem Foto gesehen - wenn ich nicht täusche im Imkerfreund Jan 10 - Thema irgendwas mit Energieverbrauch und Umweltschutz. Da steht bestimmt ein Autor dabei, der vielleicht mehr weiss.
    Werd bei Gelegenheit nochmal nachschaun ...

  • Hallo,
     
    Jan-Dirk Bunsen heisst der gute Mann und ist sogar erreichbar:
    http://www.imkerei-bunsen.de/
    Und Bild 9 unter Photos->Imkereitechnik zeigt den Dampferzeuger.
     
    Gruß Molle

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Hallo


    Mit einem Schnellhochtopf läst sich ein guter Dampferzeuger bauen.
    Einen Zufluss für Wasser mit Kugelventil und ein Kugelventil für Dampf und es sollte machbar sein ein z.B. 200l Fass unter Heißdampf zusetzen, wenn es isoliert ist auch ohne allzu viel Kondensat.
    Befeuern würde ich das mit einer Billig Gulaschkanone wie man sie im Netz für 30-50€ bekommt.


    Mit freundlichen Grüßen
    Thorsten


    Ps. Ist nur so eine Idee als noch nicht Imker, ich baue halt gerne selber.

  • Ahoi,
    warum eigentlich ÜBERHAUPT Wachs einschmelzen und neue MWs machen?
    Die Bienis kommen hervorragend mit Naturbau klar - oder laßt ihr alle euer Wachs auf Schadstoffe analysieren?:cool:
    Das war letztlich für mich der Grund, zum Naturbau zu wechseln - noch NIE Perizin benutzt, und trotzdem welches im Nachweis, ebenso Fluvalinat.
    Nicht große Mengen, aber es war definitiv drin.
    Außerdem störte mich die Arbeit mit dem Drahten und Einlöten gewaltig - beides ist jetzt ganz locker entfallen.
    Drähte sind jetzt 1mm Edelstahlschweißdrähte zum Stecken und Umbiegen, und ne Wachslinie am OT anzubringen geht irgendwie auch deutlich schneller als MWs einzulöten.
    Nebeneffekt des nicht-mehr-einschmelzens: eine im Sommer florierende Wachsmottenzucht (ab 30° werden die erst richtig aktiv), und durch das Verfüttern von Brutwaben (leer!) an meine Hunde auch noch deutliche Vitalitätserhöhungen - muß am Propolisgehalt liegen, die sind sowas von fit geworden...:lol:


    Also, warum diese Nummer mit dem Einschmelzen und den MWs?
    Die Bienen kommen sehr gut ohne sowas klar, und seit drei Jahren denke ich, sogar besser, weil nicht mehr durch Altlasten im Wachs beeinträchtigt.
    Wie oft wurde das Wachs aus den käuflichen MWs schon recycelt? 1x, 10x, 100x, 1000x?
    Und wie oft da sehr hoch erhitzt - IST das überhaupt noch etwas, was Ähnlichkeit mit dem originalen Produkt der Bienen hat?
    Ein gekochtes Hühnerei ist chemisch auch noch identisch mit einem rohen, aber aus dem gekochten schlüpft kein Küken mehr....:cool:


    Ja, ich weiß, ich bin mal wieder jenseits der Mehrheit, aber muß man denn immer alles so machen, wie man es die letzten 100 Jahre gemacht hat?
    Wem macht denn drahten und MWs einlöten so richtig Spaß?:cool:
    (ich kenn keinen, die schieben das ALLE nebst Rähmchen nageln auf die Gattin oder Kinder ab...:lol:)
    Denkt doch mal *out-of-the-box*:Biene:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • ....Ist nur so eine Idee als noch nicht Imker, ich baue halt gerne selber.


     
    Ja, das trifft auch auf mich zu :daumen: ... klar, die Zeit darf man nicht rechnen, wenns basteln / reparieren Spass macht. Das Risiko, dass es am Ende nix wird und man es trotzdem fertig kaufen muss sollte aber schon berücksichtigt und abgewägt werden. An oberster Stelle steht auch die Sicherheit, denn Wachs ist bekanntlich brennbar und Dampf heiss und ein Kessel kann gut Druck aufbauen :wink:
     
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    ...warum eigentlich ÜBERHAUPT Wachs einschmelzen .....


     
    Nicht jeder hat Hunde, die Wachs fressen :wink: oder hab ich da was falsch verstanden ?!
     
    Ein guter Grund wäre zum Beispiel die Herstellung von Kerzen. Sei es für den Eigenbedarf, als Zugabe beim Honigverkauf oder als weitere kleine Einnahmequelle.
     
    Oder wenn man absolutes Biowachs hat: für die Pharmaindustrie, frag mal den Drohn, der kennt sich damit aus :daumen: 
     
    Und ich vermute mal, ein ausgedampftes Rähmchen wird gleich desinfiziert (Nematose 60°?!) und lässt sich bestimmt leichter reinigen als ein ausgeschnittenes.
     
    Spricht alles nicht gegen Naturbau und wenn Du und deine Bienen damit gut klarkommen find ich das supi :daumen: .. jede Arbeitserleichterung ist doch willkommen.
     
    Soweit ich weiss kann auch eine richtige "Bautraube" nur im Naturbau richtig funktionieren - der natürliche Bautrieb wird also ermöglicht / unterstützt.
     
    Und wenn man / frau ab und zu alte Gewohnheiten hinterfragt und für sich bessere Lösungen findet dient das dem (persönlichen) Fortschritt.
     
    Danke für Dein gedankenanstoss :u_idea_bulb02:

  • Hallo Bienenfreunde!
     
    Ich habe da auch meine eigene Art um Waben einzuschmelzen.
     
    Ich habe einen ehemaligen Milchtank umgebaut. Dazu habe ich den doppelten Boden und die untere Isolierung entfernt. Diesen Milchtank kann ich auf einen behelfsmäßigen Ofen aufsetzen. Der Rauchabzug dieses Ofens ist beim Heizungskessel angeschlossen. Der behelfsmäßige Ofen wird mit Holz beheizt. Die Abwärme wird im Heizungskessel weiter verwertet.
     
    In den Milchtank gebe ich gut 10 cm hoch Wasser. Weiters kann ein Gitterboden eingehängt werden. Die Waben werden eingestellt und wenn das Wasser kocht, sind die Waben in wenigen Minuten geschmolzen. Nach einigen Durchgängen wird der Gitterboden herausgehoben und vom Trester befreit. Nach Abschluss der Schmelzarbeiten wird stelle ich ein Niroblech mit Haken ein und lasse alles auskühlen. Nach 2 bis 3 Tagen ist das oben auf schwimmende Wachs so ausgehärtet, dass es am Haken herausgehoben werden kann.
     
    MfG
    Honigmaul

  • Hallo Miteinander:
    Mein Tipp:
    Waschkessel, so wie früher!
    Mit Regenwasser füllen, aufheizen (Mit Holz, damit sind wir beim Thema),
    die Rähmchen durchs heiße Wasser ziehen, hin und wieder den Wachs aus dem Wasser abziehen.
    Wachsreste lassen sich in einem Stoffbeutel auskochen.
    Meine Eltern haben noch so ein Exemplar betriebsbereit.
    Von einigen Dingen darf man sich nicht trennen...
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.