Alternative zum Drohnenrahmen ausschneiden

  • Hallo zusammen


    Ich möchte mal folgendes zur Diskussion stellen.


    Als wichtige Maßnahme zur Varoabekämpfung wird das Ausschneiden von verdeckelten Drohnenwaben immer wieder empfohlen. Als Minimum werden meistens so etwa 4 Waben genannt. Das ist eine ganze Menge Arbeit für das Volk welche für die Entwicklung des Volkes sozusagen wertlos ist. Rechnet man die Anzahl der Maden wäre das eine ganze Zarge voll mit Bienen Wenn es Arbeiterinnenbrut wäre.
    Ist es nicht sinnvoller keine Drohnenrahmen einzuhängen und als Alternative einen starken oder zwei Brutableger aus dem Volk zu nehmen. Einen so früh wie möglich und den anderen etwas später. Damit hätte man etwa dieselbe Bienenmenge entnommen wie beim Drohnenschneiden. Die Ableger können in der nachfolgenden brutfreien Phase behandelt werden.
    Das einzige was ich als Nachteil sehe ist der Spätere Zeitpunkt für die Brutentnahme und die Tatsache, dass die Bienen lieber in Drohnenzellen gehen als in Arbeiterinnenzellen
    Sind diese Nachteile so gravierend dass das Ausschneiden gerechtfertigt ist oder ist die Brutablegerbildung eine Alternative?

  • Hallo Elmar,


    Die Varroa geht besonders gern in die Drohnenbrut.
    Die Brutableger enthalten (fast) keine Milben, deshalb schneide
    ich eben intensiv die Drohnenbrut so oft es eben geht.
    Erst wenn der Drohnenbau erlischt, gehen die Milben wieder
    verstärkt in die Arbeiterbrut. Dann ist es aber für eine Ablegerbildung
    zu spät.

  • Hallo Elmar,


    meines Wissens nach geht es doch um die Varroamilbe, die sich in den Drohnenwaben sehr gut vermehrt, besser als in der Arbeiterinnenbrut. Wenn nun nur ein/zwei Brutableger (von einem! Volk )gebildet wird/werden (wo willst Du mit den ganzen Völkern hin?!), verbleiben zu viele Varroen im Altvolk, das i.d.R. immer stärker bleibt als die Ableger. Die Ableger sind zwar dann varroafrei (durch Behandlung), aber eine Reinvasion durch eben die stärkeren Altvölker bzw. durch Völker aus Nachbars Imkerei ist nicht auszuschließen. Dennoch sollte man den Bienen ja gerade das Arbeiten (Drohnenbau errichten) lassen, damit sie nicht in's Schwärmen geraten!


    Außerdem gibt es wohl noch ein Anderes zu bedenken: Wenn Du auf einmal vier (4) Brutwaben von Arbeiterinnen dem Volk entnimmst, wird das Altvolk wohl zu sehr geschröpft (zu Gunsten des Ablegers) und fällt für die Honigernte ggf. aus. - Liebig geht ganz bewußt langsam an die Ablegerbildung und nimmt max. 1-2 Brutwaben (bis Mitte Mai), um a) den Schwarmtrieb zu dämmen, b) nicht die Substanz des Gebervolkes zu schwächen und c) bis zum Winter volle 1-Zargenvölker aufzubauen. In diesem Zusammenhang schrieb er mir mal, daß andere Autoren nicht zufrieden wären, wenn die Ableger nicht schon im Juli 2-Zargenvölker wären, sie würden zu starke Ableger machen. Er selbst habe sich i.d.R. darüber geärgert, wenn er bei diesen einen zweiten Brutraum aufgesetzt hatte, die Enttäuschung war fast immer da.


    Und als Letztes - dann habe ich mein ganzes Theoriewissen "verschossen" :wink: - Wenn man davon ausgeht, daß Du nur zwei Brutwaben auf einmal herausnimmst, um Ableger zu bilden, und nach einigen Wochen wieder zwei herausnimmst, dann hat sich die Varroa ziemlich schnell vermehrt. Immerhin verdoppelt sich der Bestand ja in kürzester Zeit. Und ob Du im Herbst dem Varroa-Spiel dann noch beikommst, ist fraglich und aus Spiel wird bitterer Ernst, weil die Winterbienen zu geschwächt einwintern und Du - boah welch ein "Erfolg" bergeweise Varroen auf der Windel zählen kannst. Vermutlich kannst Du im Frühjahr dann aber Deine Bienen im Stock auch zählen und zwar an einer Hand...


    Herzlichst!
    Jan-David.

  • Hallo Zusammen,
    Liebig nimmt nur so wenige Brutwaben zur Ablegerbildung,
    weil er nicht wie hier im "rapsigen" Norddeutschland die Völker
    entschärfen muss, sondern diese noch in guter Stärke für die Waldtracht braucht.
    Hierzulande braucht es schon eines gröberen Eingriffes zur Schwarmvermeidung.
    Einige empfehlen sogar die Wegnahme einer ganzen Brutzarge.
    Damit möchte ich "den Liebig" nicht schlechtmachen.
    Aber eine örtliche Anpassung einer Betriebsweise braucht man schon.
    Wie bei allen Betriebsweisen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.