Der erste chemiefreie Titel...

  • Der erste chemiefreie Titel in der Varroaecke!


    Imkerinnen und Imker,


    nachdem ich mir die Varroaecke hier angesehen habe, kamen mir die Trä-nen. Vor lauter Dämpfen, Säuren und Pulvern. :-?


    Dabei hat die Biene den Varroakiller schlechthin eingebaut:


    den Schwarmtrieb!


    40.000.000 Jahre Entwicklungszeit für dieses System und wir verhüten es....oh mann. *patsch*


    Jeder Imker hundert Bienenvölker, jedes Jahr durch Schwarm vermehrt, erneuert - und die Varroa ist im Griff.


    Beispiel Südamerika. Beispiel Südafrika.


    Dort wird die Varroa nicht behandelt, und es ist durch Fr. Dr Aumeier von der Universität Bochum bestätigt, daß es NICHT an der Aggressivität und auch NICHT am Hygieneverhalten der Bienen dort liegt. Auch Gene spielen keine Rolle, da auch die Carnica in diesen Ländern zurecht kommt.


    Der Unterschied liegt in der Betriebsweise: die Bienen dürfen schwärmen, wenn sie es für richtig halten!


    Wir sollten anstatt im Gummianzug und Atemschutzmaske zu den Ständen zu krabbeln, wieder mit dem eigentlichen Wesen der Bienen arbeiten: dem Schwarm.


    Viele Grüße,


    Bernhard

  • wenn Du mir die Schwärme von den 16m hohen Kiefern neben dem Bienenstand runterholst, mach ich mit...
    Ne, mal im Ernst, ich hab auch gar nichts gegen Schwärme, aber irgendwie fallen die immer dann, wenn ich gerade mal nicht auf die "Palme" klettern will. Deshalb versuche ich, zugegeben, nicht immer erfolgreich, die Bienen zu kontrollieren, bevor es umgekehrt kommt.
    Aber na ja, für richtige Ökos steht die Welt wohl eh auf dem Kopf.
    Grüße ralf_2

  • BernhardHeuvel schrieb:

    Wir sollten anstatt im Gummianzug und Atemschutzmaske zu den Ständen zu krabbeln, wieder mit dem eigentlichen Wesen der Bienen arbeiten: dem Schwarm.
    Bernhard


    Hallo,
    wenn der Schwarm aus einem Varroa-verseuchten Volk fällt,
    nützt dir der Schwarm selbst garnichts, dann must du auch den
    behandeln oder Du kannst ihn gleich im Baum hängen lassen. :cry:

  • Moin, moin, Ralf,
    ich denke, er meint, daß ein auch noch so verseuchter Schwarm das erste Jahr meist überlebt, sprich, wenn du ein Volk jedes Jahr schwärmen läßt, müßten theoretisch deine Verluste geringer sein.
    Die Erfahrung gibt ihm insofern recht, als daß der Kollaps ja meistens wirklich erst im zweiten Winter eintritt.
    Aber das ist nun was, was ich definitiv NICHT ausprobieren werde...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Ralf Patjens schrieb:

    ...wenn der Schwarm aus einem Varroa-verseuchten Volk fällt, nützt dir der Schwarm selbst garnichts, dann musst du auch den behandeln oder Du kannst ihn gleich im Baum hängen lassen.


    Guten Morgen!


    Schön, daß sich die Leute mit Erfahrung in der Schwarmimkerei melden :lol:


    Ich darf als Fakt mal annehmen, daß aufgrund fehlender Untersuchungsmöglichkeiten bisher noch keine Erforschung bezüglich der Entwicklung der Varroen in Naturschwärmen gemacht worden sind. Daher sind bis zu diesem Punkt alle Theorien bezüglich "Varroen in Schwärmen" etc. eben nur Theorien und Mutmaßungen! Bisher ist nur bekannt, daß die Varroen eher in den Waben leben als auf den Bienen.


    Treffend bemerkte Sabi(e)ne, daß Völker nach dem Einfangen und an einem Platz halten (!) erst nach zwei Jahren an der Varroa eingehen.


    Bei dem im Moment herrschenden Druck durch die Varroa müßten die Bienen tatsächlich jedes Jahr schwärmen. Vielleicht erklärt das auch, warum die "ach so schwarmträgen" Hochzuchtbienen die Imker immer noch jedes Jahr auf Trab halten. Vielleicht ist es nicht Raumnot, vielleicht ist es nicht das Wetter - vielleicht ist das einfach der Parasitendruck.


    Sehen wir uns die Sache doch mal nüchtern an:


    Parasiten und/oder Krankheiten treten immer dann tödlich auf, wenn ...


    a.) die Tiere krank oder geschwächt sind sind (selbsterklärend, Sekundäreffekt)
    b.) wenn die Tiere in Massen auftreten (Beispiel Mixematose bei Wildkaninchen)


    Im Fall Bienen könnte das zum Beispiel sein:


    Zu a.)
    # falsches Futter. Anstatt VOLLWERTNAHRUNG wird Ersatznahrung für die härteste Jahreszeit gefüttert. Wenn wir uns nur von Tütensuppen ernähren würden, wären wir genauso schnell platt.


    # falsche Wohnung. Eine eckige Form der Bienenwohnung widerspricht der Kugelform des Bienennestes. Die Ecken der Kästen sind eine Gefahr, weil dort das Klima nicht aufrecht erhalten werden kann. Vor allem in den kalten Abschnitten des Jahres. Rähmchen verhindern Gestaltung der Wabenform durch die Bienen ("Kühlergrilleffekt").


    # weil die natürliche Parasitenabwehr verhindert wird. Sprich: das Schwärmen


    # weil die Umwelt entweder nur einseitige (Rapsblüte) oder quantitativ unzureichende Nahrung stellen kann (Bienenweide)


    # usw. usw. usw.


    Zu b.)


    # wir züchten Bienen, die stark in die Brut gehen. Was so ein Bienenvolk mittlerweile an Bienen erzeugt: der absolute Wahnsinn. Ich lese von den ersten Magazinbeuten (Warré/Christ) mit einem Gesamtvolumen von ca. 8-10 Liter. Heutige Beuten gehen von 50-100 Liter. Die Varroa lebt von der Brut, Leute! Ein Larven- und Puppenparasit! Zudem stehen an einem Bienenstand zwischen 5-10 Beuten nebeneinander => Massenauftreten.


    http://www.parasitismus.de/
    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19841/1.html


    Viele Grüße,



    Bernhard

  • Moin Imkers,


    ich war doch in Kirchhain und hab' dort viel gehört von Frau Dr. Garrido. Die war in Südamerika und Asien und hat dort die Varroa ganz ordentlich erforscht. Es stimmt nicht, daß Carnicas in Südamerika ohne Behandlung auskommen. Auch keine Lingustica und auch sonst keine europäische Biene. Das ist ein Märchen. Lediglich die afrikanisierten Bienen schaffen das, doch man weiß noch nicht genau warum. Und auch diese Völker brechen varroabedingt zusammen nur entstehen sehr viel leichter und sehr viel mehr Schwärme, die sich dort ohne wirklichen Winter auch ganz anders und daher wirtschaftlicher nutzen lassen.


    Die Cerana hat ganz andere Abwehrmechanismen, als man hier immer wieder lesen kann: hier steht immer, daß die einfach ihr Nest verläßt und auszieht und woander neu baut und das war's. Das ist aber nicht mal die halbe Wahrheit. Erforscht hat sie, daß die Cerana-Mädels ihre Drohnen nur jeweils in kurzen Zeitabschnitten aufziehen, was die Miblenfortpflanzung nur auf diese Zeitabschnitte begrenzt, und daß bei den Ceranas die Drohnen ohne jede Hilfe selbst schlüpfen müsse, obwohl deren Zellen von den Bienen sogar noch extradick zugedeckelt werden. Die Varroa legt dort nur in die Drohnenbrut Eier ab. Steigt nun die Parasitierung insgesamt an, dann kommt es zu einer Mehrfachinfektion der Drohnenbrut. Frau Dr. hat das sehr schön dargelegt, wieviel Prozent der Drohen dann wegen Schwäche nicht mehr selbst schlüpfen können und samt Milben in den Zellen eingeschlossen versterben. Bei einer Milbe waren das (aus der Erinnerung) schon nur 60% der Drohnen die schlüpften. Die 40% nahmen also schon Milben mit in den Tod. Bei 2 Milben pro Zelle war das Ergebnis drastischer. Da schaffen es gerda mal noch 30% zu schlüpfen und bei 3 Milben waren es weniger als 10%. Man kann also sagen: je mehr Milben die Brut parasitieren desto schlechter wird deren Vermehrungsrate. Und das hat jetzt mit Schwärmen mal überhaupt nix zu tun. Das ist eine Superanpassung.


    Ob Schwarm oder Kunstschwarm ist für die Varroa egal. Kunstschwarmbildung ist ein Form der Schwarmverhinderung und die praktizieren viele. Schwarmverhinderung hat also nix mit Verhinderung der natürlichen Varrobekämpfung zu tun, denn die gibt es bei unseren Bienen einfach nicht und daher kann man sie auch nicht behindern, bekämpfen oder stören.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,


    lassen wir den Bernhard mal so mindestens drei Jahre eigene Erfahrungen sammeln, und vielleicht hören wir, was Pias südamerikanische Carnis in dieser Zeit in Deutschland anstellen. Dann haben wissen wir endlich wie es geht.


    Gruß


    Manne

  • BernhardHeuvel schrieb:


    Sehen wir uns die Sache doch mal nüchtern an:


    Bernhard


    Hallo,
    wir hatten in der Heideimkerei eine klassische blühende Schwarmimkerei,
    warum ging diese wohl in den letzen Jahrzehnten zugrunde ?? :roll::roll:
    Ein kluger Mann hat mal gesagt, " Wenn du einen Traum hast, verwirkliche ihn".
    Ich wünsche viel Erfolg !

  • Henry schrieb:

    ...ich war doch in Kirchhain und hab' dort viel gehört von Frau Dr. Garrido. Die war in Südamerika und Asien und hat dort die Varroa ganz ordentlich erforscht.


    Tja, ich habe meine Informationen von Fr. Aumeier, Uni Bochum. Die hat auch an den verschiedenen Bieneninstituten in Deutschland gearbeitet und war für ein ganzes Jahr in Südamerika.


    Kann es sein, daß die Aussagen von Fr. Garrido sich nicht auf schwarmgestützte Imkerei beziehen, sondern auf schwarmverhindernde?


    Zitat

    wir hatten in der Heideimkerei eine klassische blühende Schwarmimkerei, warum ging diese wohl in den letzen Jahrzehnten zugrunde ??


    Weil die Imker auf Carnika und Magazine umgestiegen sind? Weil die Carnika die dunkle Biene platt gemacht hat? Warum eigentlich?


    Zitat

    lassen wir den Bernhard mal so mindestens drei Jahre eigene Erfahrungen sammeln


    Jaja, die erfahrenen Imker wieder. Wo eure Erfahrung uns heute hingebracht hat, sehen wir ja: in eine Sackgasse.


    Ich habe sehr viel Erfahrung, wenn es um den Anbau von Pflanzen geht. Wo andere mit Schneckenkorn kämpfen, habe ich die höchste Schneckendichte in ganz Nordrhein-Westfalen in meinem Garten. "Schädlinge". Trotzdem wird mein Salat nicht angefressen. Ich habe die meisten Wühlmäuse bei mir versammelt - und keine Blumenzwiebel wird angefressen. Ich habe gesunde Pflanzen, trotz Schad-Druck. Das habe ich in den Jahren geschafft und ich sehe Parallelen zu den Bienen. Ganz einfach.


    Zitat

    Titel: Bernhard quirlt wieder


    Ah! Henry polemisiert wieder. Was anderes hast Du nicht drauf...?
    Tja, wem Argumente fehlen...wem Phantasie fehlt....wem Umgangston nichts bedeutet - der pöbelt eben. Kein Wunder, daß sich die meisten Imker hier nicht trauen zu schreiben. Freie Meinung nicht erwünscht.
    Schade um die Erfahrungen und anderen Meinungen.


    Bernhard

  • BernhardHeuvel schrieb:

    Schade um die Erfahrungen und anderen Meinungen.


    Kopf hoch, Bernhard, das wird schon.


    Die Wissenschaftler haben aus Praxissichtsicht bisher reihenweise Luschen gezogen. Leider haben zu viele den Heilsoffensiven geglaubt und sind damit baden gegangen.
    Du hast die Chance, zu beweisen (in der Praxis) wie es gehen kann. Wenn Du Erfolg hast, wird es zur Kenntnis genommen werden. Gönnen wird es Dir aber kaum einer. Es wird dann mindestens die Farbe nicht stimmen und dass sie noch stechen kann, ist unverzeihlich und, und, und.


    Gruß


    Manne

  • Ich finde deine Ideen ja nicht abwegig, aber vieles von den Anstößen (die wie so oft revolutionär klingen) ist schon ausprobiert worden. Dazu muss man etwas nachschlagen und arbeiten. Aber noch wichtiger: ausprobieren und beobachten. Das hast du anscheinend nach wie vor nicht, oder doch?
    Dann wirst du manchmal auch feststellen, dass die Bienen nicht nach der anthromorphistischen Vorstellung des Menschen arbeiten.

    Zitat

    Eine eckige Form der Bienenwohnung widerspricht der Kugelform des Bienennestes.


    Diese Aussage kann nicht im vollen Umfang gelten, vielleicht für die Wintertraube. Wer sich die Mühe macht eine Brutnestorganisation über den Jahresverlauf genau anzuschauen, legt bald die alles filternde, rosa Ideologie-Brille ab.



    Gruß
    Simon

  • Das Bienennest an sich ist NICHT kugelförmig, sondern eher ein Zylinder.
    Siehe Bienenkörbe, siehe Tonröhren im Orient, etc.
    Das reine Brutnest kommt an was rund-ovales in 3D ran, ja.
    Aber sich geometrisch ergebende Ecken sind in der Natur gar nicht so ungewöhnlich, siehe Bienenzellen :wink: , Spinnennetze, Hülle von Insektenpuppen, etc.
    Nur ist rund oder kugelig meist der beste Weg, Arbeit und Energie zu sparen, egal worauf man das anwendet.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Bumblebee schrieb:

    Wer sich die Mühe macht eine Brutnestorganisation über den Jahresverlauf genau anzuschauen, legt bald die alles filternde, rosa Ideologie-Brille ab.


    Rechteckige Brutnester habe ich noch nicht gesehen. Die Königin läuft bei der Eiablage im Kreis, oder habe ich das falsch beobachtet? Um das Brutnest habe ich immer einen Honig- und Pollenkranz gesehen. Hmm...



    Wenn ich einen Durchschnitt durch den Bienenkasten mache, was erhalte ich dann für eine Form, wenn ich nur das Brutnest betrachte? Einen Fußball.


    Bauen Bienen im freien Bau eckig?



    Bernhard

  • Huhu Bernhard,


    hast schon recht, aber was machts. Wenn der Specht mal nen guten Tag hatte und einen schönen rechten Winkel in den Baum gehämmert hat, dann wars den Immen auch recht. Die Kiste ist doch nur der Witterungsschutz.


    Aber das ist doch schon wieder mal ganz OT, oder?

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    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space