Honigmet verschimmelt

  • hi


    ich befürchte, dass mein met, den ich letzten mittwoch angesetzt habe, schimmelt. auf jedenfall schwimmt ein unterteller großer, weißer teppich auf dem met :(


    nun weiß ich nicht, wo ran es gelegen hat. habe alles gemacht, wie es im rezept steht. vielleicht weiß einer von euch, was ich evtl falsch gemacht haben könnte ?! habe evtl schon einen verdacht, bin aber nicht sicher.



    zur herstellung:


    habe ~20 liter wasser im kochstar (einkocher) erhitzt und dann 8 Kg sommerblütenhonig dazugegeben.


    das wasser zum kochen gebracht und eine o,7 Liter flasche apfelsaft hinzugebeben.
    der apfelsaft wurde im herbst von einer mosterei frisch gepresst und damit war auch alles in ordnung. es ist also kein aldi-saft oder ähnliches.


    das ganze hat insgesamt 1,5h gekocht


    dann hab ich es abkühlen lassen. leider bin ich den gleichen tag nicht mehr dazu gekommen den met abzufüllen.
    habe deshalb den nächsten tag den neu gekauften ballon mit kaltem wasser ausgewaschen. war das evtl schon ein fehler ? war der ballon evtl noch dreckig ? wollte nicht mit spüli waschen, weil ich angst hatte, das ich das zeug nimmer rausbekomme.


    hab dann mit hilfe eines bechers und eines trichters den met aus dem einkocher in den ballon gefüllt.
    nun habe ich 14 nährsalztabletten in wenig wasser kleingestampft und dem met zugemengt.


    warum das ganze aber schief gegangen ist, liegt aber vielleicht an der hefe. ich habe portweinhefe genommen und sie in den ballon geschüttet. nur, war sie 1. im februar abgelaufen und auf der verpackung stand, wenn abgelaufen, muss sie 4-5 tage vorher vermehrt werden. habe ich natürlich nicht gemacht :(
    außerdem war die hefe seit ende dezember im keller, es war zwar kalt dort, aber ob immer die temperatur von 6°C (glaub ich) unterschritten wurde, damit die hefe nicht verdirbt, weiß ich leider nicht.


    habe die hefe trotzdem benutzt weil ich dachte, wenn sie nicht mehr gut ist und der gährprozess nach paar tagen nicht angefangen hat, dann kipp ich eben neue hefe rein.
    da der behälter bei meinem vater auf der arbeit steht (klimatisierter raum, konstant bei 24°C) konnt ich erst heute nachschauen und es waren keine bläschen zu sehen (keine gährung), sondern nur der - vermutliche - schimmel :(


    lag es nun an der hefe ? am zu wenig ausgewaschenen ballon ? das ich den met erst einen tag später abgefüllt habe ? oder lag es an/am was weiß ich ?????


    hoffe, kann mir einer helfen. hake das ganze jetzt erstmal unter lehrgeeld ab ;)


    MFG


    Christian

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"

  • Hallo Christian,


    ich bin zwar auch erst ein Anfänger in Sachen Med keltern. Aber ich würde dir raten den Med nicht zu verwenden, falls es sich wirklich um Schimmel handelt.
    Vmtl. sind mehrere Faktoren der Grund für den Schimmel.
    1. überlagerte Hefe
    2. unsaubere Gefässe
    3. Keine Säure, (dafür nimmt man den Apfelsaft, möglichst naturtrüb)
    kann auch von den bayr. Brüdern sein!


    Eine gute Infoquelle findest du hier!
    http://www.foren.de/system/user_Fruchtweinkeller.html
    http://www.fruchtweinkeller.de/Wine/default.htm


    Grüße Steffen

    Mit freundlichen Grüßen


    Steffen Winde

  • Hallo Christian,


    da ist bei Deinem Metansatz einiges schiefgelaufen.
    Warum hast Du den Honig gekocht? Honig darf nicht über 40 Grad erhitzt werden. Es gehen die wertvollen Bestandteile verloren und die Aromastoffe hast Du auch ausgetrieben.


    Gute Hinweise findest Du im Forum 'Fruchtweinkeller', Link siehe oben.


    Rezepte und wichtige Hinweise zur Metbereitung findest Du auch auf folgender Seite: http://www.honigweinkeller.de/ .


    Gruß
    Billy the Mountain

    Zweifle nicht - an dem - der dir sagt - er hat Angst -
    aber hab Angst - vor dem - der dir sagt - er kennt keinen Zweifel (Erich Fried)

  • Billy the Mountain schrieb:


    Warum hast Du den Honig gekocht? Honig darf nicht über 40 Grad erhitzt werden. Es gehen die wertvollen Bestandteile verloren und die Aromastoffe hast Du auch ausgetrieben.


    .....


    das dann die wertvollen bestandteile verloren gehen ist mir auch klar. aber mal ehrlich, du trinkst den met doch nicht, weil er gesund macht ;)
    eher im gegenteil, durch den alkhol schadet er ja mehr als alles andere.


    ganz anders sieht das beim honig aus, den isst man ja auch jeden tag in der regel. da bringt das schon was, wenn die bestandteile erhalten bleiben.


    gekocht habe ich aber, da es so im rezept stand und ich das rezept von einem imkerkollegen habe, der so schon seit jahren seinen met herstellt und nie probleme hatte und er ihn auch sehr schmackhaft findet.
    aus dem rezept geht auch hervor, dass man nicht unbedingt kochen muss. aber durch das kochen würden die natürlichen hefezellen abgetötet, die sonst evtl den künstlich zugesetzten probleme bereiten könnten.


    Steffen Winde schrieb:


    ....
    3. Keine Säure, (dafür nimmt man den Apfelsaft, möglichst naturtrüb)
    kann auch von den bayr. Brüdern sein!


    da dran kann es auch nicht liegen, habe ja o,7 liter naturtrüben appelsaft von der mosterei hinzugegeben.
    evtl werde ich nächstes mal 2 Kg äpfel mitkochen. das steht im rezept als alternative. da kann ich dann sicher sein, das von der seite her aus nichts schief gehen kann



    aber werde mich trotzdem mal im weinkeller auf neue rezeptsuche begeben. jedenfalls werde ich mich davon nicht unterkriegen lassen ;)


    hab noch ca. 100 kg sommerblüte, die ich dafür verwenden kann *g*


    mfg


    Christian

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"

  • Hallo Christian,


    ich mache auch schon lange Wein und habe vor längerer Zeit auch mal Met gemacht.
    Lies erst mal nach, und dann mach einen kleinen Ansatz (10L) zum Üben.
    Dein Honig verdirbt ja nicht.
    Honig würde ich auf keinen Fall kochen, auch nicht den Apfelsaft.
    Die Hefe, die Du zusetzt, drängt evtl. vorhandene "falsche" Hefen zurück.
    Gib einen Teelöffel Weizenmehl in den Ansatz, Du brauchst (nur bei Met) ein paar Trübstoffe. Hefe auch niemals in den heißen Ansatz geben.
    Rechne mit einer langen Gärzeit.


    Wenn Du den Met auf Flaschen ziehst und er ist noch nicht völlig ausgegoren, bekommst Du Sekt.
    Eisgekühlt ist der wahnsinnig lecker. Aber, so eine Flaschengärung in einer normalen Weinflasche ist kreuzgefählich. Die kann explodieren.
    Nach einem Monat auf der Flasche mal kurz den Drehverschluß (den würde ich empfehlen) ablüften um zu kontrollieren, ob`s in Richtung Sekt geht...


    Hier hast Du mal ein Rezept, das erprobt ist:


    5,5 L Wasser auf max. 50°C erwärmen.
    3,5kg Honig einrühren, bis alles aufgelöst ist.
    1,5L Apfelsaft zugeben.
    ABKÜHLEN LASSEN auf max. 28°C.
    Jetzt erst Hefe (Port oder Sherry), 30g 80%ige Milchsäure, 4 Tabl. Hefenährsalz und 10g Weizenmehl (erst in einer Tasse mit etwas Wasser aufrühren) und dann in den Ansatz geben.


    Das Ganze in einen Gärbehälter von 15 - 20 Liter einfüllen und mit Gärröhrchen verschließen.


    Bei 18 - 22°C 2 - 4 Monate gären lassen. Ab und zu mal leicht schwenken.
    Dann von der Hefe in einen 10L-Behälter umfüllen und zum Klären etwa 1 Monat kühl und dunkel stellen.
    Dann mit 1g Kaliumpyrosulfit "schwefeln" und auf Flaschen ziehen.
    Ca. 1/2 Jahr haltbar.


    Wenn Du ihn "in Verkehr bringen" willst (dazu gehört auch verschenken!), mußt Du eine ganze Menge von Vorschriften erfüllen. :evil:


    ...und wenn Du es garnicht abwarten kannst - den Ansatz kannst Du jederzeit probieren! :P

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo
    Du mußt die Hefe vorgären so hat es bei mir immer geklappt. Große Flasche ca 1,5 Liter dann halbvollgemacht mit dem Apfelsaft und die Hefe rein und oben den Verschluß wegelassen nur mit Tempo oder Watte verschließen weil es kommt mitunter zur heftiger Gärung. Wenn die Gärung einsetzt das siehst du schon alles voller Schaum, dann die Flasche in den Ballon kippen und Gärverschluß oben drauf. Es setzt wenn alles richtig ist eine heftige Gärung in den ersten Tagen ein.


    ulps Jörg

  • Nds|Christian schrieb:

    da dran kann es auch nicht liegen, habe ja o,7 liter naturtrüben appelsaft von der mosterei hinzugegeben.
    evtl werde ich nächstes mal 2 Kg äpfel mitkochen. das steht im rezept als alternative. da kann ich dann sicher sein, das von der seite her aus nichts schief gehen kann


    ob Säuremangel zu Schimmelbildung führt kann ich nicht sagen, aber 0,7l Apfelsaft gibt jedenfalls nicht genug Säure für Deine Metmenge. Es sollten 5 - 7g pro Liter Metansatz sein. Da Apfelsäure nicht gärstabil ist wird während der Gärung die Apfelsäure auch noch abgebaut.
    Schau Dir die Seite Honigweinkeller an und versuch es nochmal.
    Ein Zitat von obiger Seite:
    'Es ist nicht einfach, einen guten Honigwein zu machen. Die Herstellung von Fruchtweinen ist in der Regel einfacher!'
    Lass Dich nicht entmutigen, denn es lohnt sich Aufwand für einen guten Met. :D


    Gruß
    Billy the Mountain

    Zweifle nicht - an dem - der dir sagt - er hat Angst -
    aber hab Angst - vor dem - der dir sagt - er kennt keinen Zweifel (Erich Fried)

  • Hallo,


    ich gebe Zitronensäure zu.
    Koche den Honig mit dem Wasser auch, allerdings nur kurz.
    Dadurch werden Fehlgährungen (Essig :evil: ) vermieden. Auch im Rezept von Bruder Adam wird der Honig gekocht.


    Gruß
    Imkersamson

    41 Jahre alt, 1/1 Langstroth kompatibel mit offenem Gitterboden,Oxal- und Ameisensäurebehandlung

  • ... Honig kurz gekocht.


    Hallo Imkersamson,


    kurz ist auch zu lang... :cry: - schade um den guten Honig!


    Hefe mit Vermehrung im Apfelsaft schützt ausreichend vor Fehlgärung.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • hat schonmal wer das "basisrezept" vom weinkeller ausprobiert ? schmeckt der met ? gabs irgendwelche unerwarteten komplikationen ?


    werde beim zweiten versuch wohl mich danach richten.

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"


  • Denke da wie Christian:

    Nds|Christian schrieb:

    das dann die wertvollen bestandteile verloren gehen ist mir auch klar. aber mal ehrlich, du trinkst den met doch nicht, weil er gesund macht ;)
    eher im gegenteil, durch den alkhol schadet er ja mehr als alles andere.


    ganz anders sieht das beim honig aus, den isst man ja auch jeden tag in der regel. da bringt das schon was, wenn die bestandteile erhalten bleiben.


    Wie verändert sich der Honig durch das Gären? Schade um den Honig wenn es eine Fehlgärung gibt.


    Gruß
    imkersamson

    41 Jahre alt, 1/1 Langstroth kompatibel mit offenem Gitterboden,Oxal- und Ameisensäurebehandlung

  • Hallo


    Wenn sich Schimmel im Ansatz bildet ist die Ursache ganz einfach: Die Hefe hatte den Kampf gegen den Schimmel verloren und er hat die Oberhand gewonnen, ganz einfach.
    Schimmelsporen hat man immer welche im Ansatz, ob man jetzt alles desinfiziert oder garnichts saubermacht. Es kommt aber immer darauf an wieviele Sporen drin sind, und ob man ihnen die Chance gibt sich zu vermehren. Ist die Hefe zu schwach oder wacht zu spät aus ihrem Hungerschlaf auf ist es eben zu spät.


    Es gibt zwei Maßnahmen dagegen:
    1) Peinliche Sauberkeit. Alles, wirklich ALLES was mit dem Ansatz irgendwie in Berührung kommt (Ballons, Messbecher, Löffel, ALLES) mit heißem Wasser säubern. Bewährt haben sich auch spezielle Desinfektionsmittel für diese Zwecke (blos nicht Sagrotan oder sowas). Damit wird die Anzahl der Fremdpilzsporen im Ansatz minimiert.
    2) Frische und starke Hefe verwenden. Der Fehler hier war wohl wirklich dass du keinen Hefestarter gemacht hast, wenn die Hefe bereits abgelaufen war.


    Schütt den Ansatz weg, er ist nicht mehr zu retten. Nimms als Lektion, das nächste mal klappts bestimmt :-)


    Einige Anmerkungen die aber eher nichts mit dem Fehlschlag zu tun haben:
    1) Den Ansatz wirklich nicht kochen. Warum das machen? Was hast du davon?
    2) 14 Tabletten mit Hefenährsalz für 20 Liter Wasser + 8kg Honig ist viel zu viel (jedenfalls wenn es die Größe der Tabletten war die ich kenne)! Überprüfe dein Rezept, schau auch mal in andere rein was da drinsteht. Lies auch die Anmerkungen auf der Nährsalzpackung, da steht drauf wieviel du pro Liter ansatz brauchst.


    Die Tipps meiner Vorschreiber mit www.fruchtweinkeller.de kann ich nur empfehlen, dort findest du wirklich geballtes Wissen.


    Gruß & besseres Gelingen das nächste Mal
    Carsten


  • Wenn Du ihn "in Verkehr bringen" willst (dazu gehört auch verschenken!), mußt Du eine ganze Menge von Vorschriften erfüllen. :evil: 


     
    Hallo Radix,
     
    hast du da welche Richtlinien/Verordnung b.z.w. ein Link/pdf
     
    wäre dir für jede Info dankbar.
     
    Mit freundlichen Grüßen
    Webimker

    Et kütt, wie et kütt und Et hätt noch immer jot jejange