Anhänger für Bienenwanderung (für Segeberger Beute)

  • Hallo liebe ImkerINNEN,


    wer hat Erfahrungen mit guten Autoanhängern für die Bienenwanderung?
    Ich interessiere mich für Anhänger, die optimal zu den Segeberger Beuten (mit Segeberger Unversalboden ohe Flugbrett) passen, was die Raumausnutzung angeht. Soll so für 14 Völker geeignet sein.
    Danke für Eure Hinweise!


    Gruß
    Matthias aus Holstein

  • Moin Matthias,


    ich habe gerade mehrere solcher Hänger gebaut und bringe die gerade durch den TÜV. 14 Völker ist kein großes Transportproblem, aber Du mußt halt dran denken, daß Du dann auch am Ende der Tracht 14 Völker dicht an dicht hast und da mußt Du dann Honig ernten, weil mit 14*85kg Beutengewicht bist Du schon bei den 1.2t und der Hänger selbst trägt ja auch zu seiner Masse bei. Mit vollen Honigräumen wandert man nicht und so viele Völker auf engem Raum gibt ohne Bienenflucht Räuberei.


    Ich habe gerade mehrere 8-12 Beuten-Anhänger gebaut. Einachsig und bis 500kg zugelassen. Da stehen 8 Beuten in zwei 4er Reihen drauf und vier weitere werden auf- und abgeladen. Die stehen dann schon mal ein Stück weg. Man kann auch 10 Beuten drauf stellen, hat dann aber Eckvölker bei denen man beim Bearbeiten den Nachbarn immer neben dem Flugloch rumhüpft. Die Achse hält wesentlich mehr Last aus, doch weil die Hänger ungebremst sind, dürfen nur 500kg im Schein stehen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    ein Bild wäre schön. Komplett selbstgebaut oder Serienbau modifiziert? Serienbau modifiziert ist dem TÜV doch egal, oder?


    Gruß Jörg

    Konfuzius sprach:
    Worte sollen den Menschen etwas sagen - das ist alles.

  • Hallo Henry,


    ich will mir von meinem Vater im Mai nen Zweiachs-Wohnwagen gebremst umbauen lassen. Zur Zeit ist der Aufbau ca 6x2,2 m. Was denkst du darf man an Gewicht max. belasten?


    Ich dachte an einen aufbau von 5x2m. Dann kann man 2x10 Völker draufmachen und hat in der Mitte 1 meter Platz zum bearbeiten.


    gruß bienenhansi

  • Moin Jörg,


    ich habe Wohnwagen geschlachtet und darauf geachtet immer genau den selben Typ zu kriegen. Da muß man dann nicht jedes Detail mehrfach neu erfinden und kann alle Platten als Schablonen für die nächsten Hänger nutzen. Das spart unheimlich Zeit. Derzeit sind zwei komplette Untergestelle in der Verzinkerei, weil ich die ja nun auch nie mehr streichen will. Die ersten, die ich gebaut hab, hab' ich noch gestrichen. Keine schöne Arbeit bei Hohlprofilen. :roll:


    Wenn der Wohnaufbau weg ist kommen Siebdruckplatten drauf und die werden mit Schloßschrauben befestigt. Hintendran 'ne Lichtleiste und zwei Radkästen aus PVC in die Plattenausschnitte für die Räder geschraubt. Mehr isses nich und wie der ADIZ-Artikel damals auf so 750 Euro dafür gekommen ist, weiß ich nicht.


    Die Platten sind auf's Beutenmaß ausgerichtet und pro Zwischenraum kommt 1/2 - 1 cm dazu, weil (aus Erfahrung wird man klug) die Magazine sonst klemmen. 4 Segeberger nebeneinander gibt also etwa 2,03m breite. Ein schönes Maß. :wink: Eine Reihe Beuten quer zur Fahrtrichtung hinter die Achse eine (oder zwei) davor, fertisch! Schon ist ein häßlicher alter Wohnanhänger ein schöner neuer Wanderwagen, der auch klein und billig genug ist, um ohne Jeep oder Schlepper das Wandern zu wagen.


    Die verbleibende Bodenplatte vor den Fluglöchern bleibt Anflugfläche und hält das Gras weg.


    Die Beuten werden alle auf gleiche Höhe mit Leerzargen aufgefüllt und dann kommt ein Gurt rund rum. Der bleibt auch am Wanderstandort dran und hält die Deckel fest. Mitgenommene Erweiterungsräume sind so außerdem schon gleich angewärmt und angeduftet und man sieht ja wo Gaze oder Folie liegen. Nur bei meinen Scheiben erschrickt man manchmal, wenn man oben reinguckt und garkeine Bienen sieht.


    Bild muß ich mal machen - werd' ich auch. Versprochen. Spätestens, wenn ich die Dinger verkaufe, brauch ich die Bilder ja ohnehin.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Mathias,


    die besten Anhänger von der Stange für die Imkerei finde ich, sind die von Westfalia.


    Die haben Schraubenfedern und Stoßdämpfer anstelle der sonst üblichen Gummifederachsen!


    Das heißt diese Anhänger sind was den Federkompfort angeht unschlagbar! Da kannst du mit nur ein paar Kisten Mittelwänden einen schlechten Waldweg befahren ohne daß alles Kaputt ist! :lol:


    Und für die Bienen tut das dann ja auch gut!


    Nur sind die auch nicht ganz billig!


    und Achtung Westfalia hat z.T. auch billigere Gumifederachsenanhänger!


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Moin Hansi,


    bienenhansi schrieb:

    Was denkst du darf man an Gewicht max. belasten?

    Das steht entweder im Brief oder auf dem Typenschild vom Aufbau oder auf dem Typenschild der Achse oder auf dem Typenschild der Doppelachse oder Du hast Pech, weil Du datt Dingens ohne sichere Angabe nicht zugelassen kriegst. (ganz unter uns: dann besorg' Dir lieber ein Nietgerät und paar alte Typenschilder :wink: ) Doppelachsanhänger sind oft auch schwerer als für die Zugfahrzeuge zugelassen.


    bienenhansi schrieb:

    Ich dachte an einen Aufbau von 5x2m. Dann kann man 2x10 Völker draufmachen und hat in der Mitte 1 Meter Platz zum bearbeiten.

    Schön gedacht :wink: Doch wo bringst Du die Doppelachse mit den Rädern unter? Wohnwagen sind keine Hochachser.


    Doppelachsanhänger sind deshalb keine guten Bienenanhänger:
    - schlechter rangierbar. Rückwärts gegen Auflaufbremse ... Zweites Rad läuft dem ersten in der Spur immer hinterher auch wenn Du um die Ecke schieben willst ...
    - viele Teile (... was kaputt gehen kann, auch kaputt gehen wird ...)
    - zu teuer, weil als Autotransporter zu gebrauchen (guckstdu eBay) und deshalb auch ohne Bienen diebstahlgefährdet.
    - Doppelräder nehmen zuviel Platz in der Bienenfront weg.
    - der Tüver guckt genauer hin, weil höhere Nutzlasten abgetüvt werden müssen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Ok, klar, an nem Doppelachser kann doppelt soviel kaputtgehen, oder sogar mehr, und die Auflaufbremse auch.


    Henry schrieb:


    Schön gedacht :wink: Doch wo bringst Du die Doppelachse mit den Rädern unter?


    ich hatte so gedacht, 2 Rahmen machen ca. 0,5x6 meter aus Winkeleisen, einen für die rechte, einen für die linke Seite. (man hätte also kein verrücken der Böden)
    Diese werden vom Hänger aus gesehen auf ca 30cm Füße geschraubt, man wäre somit über den Rädern.
    Dadurch hat man zwei weitere Vorteile, zum einen muß man nicht so gebückt arbeiten und die Bienen würden von einer Höhe von 60cm starten und man hätte keine Probleme mit Gras.


    Finde es gut, wenn man sich über vor und Nachteile austauschen kann!


    MfG Hansi

  • Moin Bienenhansi,


    das mit dem Hochbocken wird nüschd, weil Deine 1*10 Völker sind schon 850 kg und Du wills 2*10 Völker aufsatteln. Überleg mal was eine Winkeleisenkonstruktion abhalten muß, wenn Du da dynamisch 850 kg drauf unterbringen willst und vor allem was die Winkeleisenkonstruktion dann so wiegt. Stell Dir nur eine harte Bremsung vor und 2*850 kg geben sich Mühe Deine Stahlwinkel zusammenzufalten. Ganz abgesehen vom Schwerpunkt, der nach oben wandert. Und dann rechne mal: Hängergewicht leer ca 300kg, 1.700kg 20 85kg-Völker. Da bist Du schon ohne Deine Winkeleisen bei 2t und wieviel darfst Du abgesehen von der Achslast am Zugfahrzeug anhängen? Und willst Du jedesmal fluchen, wenn Du im Gelande das scheißschwere Dingens ab und vor allem wieder ankoppelst?


    Und wenn wir von den Styroporböden ausgehen: kommt das gut, wenn die nur hinten und vorn in dem Winkeleisen sitzen und dort 30 oder 40 mm aufliegen?


    Wohin kehrst Du Deine Bienen, wenn unter Deinen Beuten erstmal nix ist? Wie laufen die dann ein?


    @Toyota: Meine kleinen Hänger haben Federn und Dämpfer und laufen ganz ruhig. Die großen haben die von Dir beschriebenen Gummiachsen, die hüpfen schon mal, wenn die leer sind. Aber findet man Einachser so bei 1,7t mit Feder-Dämpfer-Kombination?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    ich finde diese Wanderanhänger bei denen die Völker auf der Ladefläche verbleiben nicht besonders gut!


    Die Bienen auf und abladen ist dich mit Hilfsmitteln wie Sackkarre oder Beutenkarren heutzutage kein problem! oder doch?


    und dann hat man nicht immer die optimalen Wanderplätze für so was (zumindest bei uns)


    und dann wozu zwei Anhänger oder noch mehr haben wenn´s nur einer tut?


    Will man so wie bienenhansi wirklich für 20 Völkern was gescheites bauen, das dann auch noch die Gewichte bewältigt, kommt man schnell auf schwere Konstruktionen raus! dah hast du recht! gut man kann viel mit hochkantigen Blechprofilen machen die Gewicht sparen. Aber ohne Bremse würd ich überhaupt keine Anhänger an mein Fahrzeug hängen! Wohne im Schwarzwald und da ist es nicht über all platt!


    Westfalia hat einen 1300 Kg Einachs-Anhänger mit Auflaufbremse und diesen Federn! ich hab so einen mit 2,5 Meter Kasten! ein Super Ding für eben 10 meiner Dadantbeuten in der Grundfläche! Völker ohne Honig drin also mit nur einem leeren Honigraum kann ich sogar doppelt laden!


    Gut dann bin ich nahe der 980 Kg Nutzlast die dieser Hänger hat! vielleicht auch etwas drüber :wink: aber das geht der fährt damit ganz gut!


    und noch was: für einen 1300 kg Anhänger mit Bremse braucht man auch keinen super schweren Geländewagen als Zugfahrzeug!


    Zum Selbstbau gibt es von der Fa. Bergische Achsen für schwerere Anhänger (galbue ab 1200Kg) auch Drehstab gefederte Achsen mit bis zu 3000 Kg als Einachser, die auch eine sehr weiche Feder-Kennlinie haben!


    Die sind dann so "weich" wie seiner Zeit die alten VW Käfer Vorderachsen, aus denen ich meine ersten Anhänger gebastelt hatte, aber eben nur für den Tracktor!


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Henry schrieb:


    Und dann rechne mal: Hängergewicht leer ca 300kg, 1.700kg 20 85kg-Völker. Da bist Du schon ohne Deine Winkeleisen bei 2t und wieviel darfst Du abgesehen von der Achslast am Zugfahrzeug anhängen? Und willst Du jedesmal fluchen, wenn Du im Gelande das scheißschwere Dingens ab und vor allem wieder ankoppelst?


    Als Zugmaschine verewnde ich einen Traktor für den ich am Dienstag TÜV gemacht habe. Das Gewicht was ich hinter den ranmache spielt keine Rolle. (zumindest nicht bei den 2-3 Tonnen, alles darf ja 40t sein)


    Ich möchte auch nicht über 100te km wandedrn, dafür hätte ich nicht die Zeit un d es würde sich für mich nicht rentieren.


    Henry schrieb:


    Und wenn wir von den Styroporböden ausgehen: kommt das gut, wenn die nur hinten und vorn in dem Winkeleisen sitzen und dort 30 oder 40 mm aufliegen?


    Selber verwende ich Holzbeuten. Mit Kunststoff komme ich nicht so klar. Aber dafür könnte man in die Konstuktion noch Flacheisen Reinschweißen, auf die 30 kg kommt es dann auch nimmer darauf an.


    Henry schrieb:


    Wohin kehrst Du Deine Bienen, wenn unter Deinen Beuten erstmal nix ist? Wie laufen die dann ein?


    Ok, ein wahres Problem, aber wie haben die Imker dies gelöst als sie ihre Bienen in der Hinterbehandlung übereinander im Bienenhaus hatten?


    Langsam glaube ich, ich lasse nen Umbau und nehme einfach den Zweiachshänger vom Traktor. Höhe der Ladefläche ca. 1,4m. Die Seiten umklappbar. Länge innen ist 6m, also krieg ich dann sogar 24 Völker drauf, und eventuell noch ein Paar vorne oder hinten. Gewichtsprlbleme keine, da ich 6t draufmachen kann.
    Innen ist ein Dielenboden, darauf kann man Leisten schrauben gegen das verrutschen der Beuten wärend der fahrt.


    Einziges Problem bleibt beim abkehren, und naja, ich glaube ich krieg die vollen Honigzareg mit ~25kg kaum da runter. Aber gut, dafür würde sich auch ne Lösung finden.


    MfG Hansi

  • Hallo Henry,
    ich habe vor ca 15 Jahren auch mal so einen alten gebremsten Wohnwagen umgestrickt. Allerdings zu einem normalen Anhänger. Mit dem TÜV war das damals kein Problem. :D
    Der Anhänger wurde vom TÜV Prüfer allen Mitarbeitern extra vorgeführt, weil: " So eine alte Bremstechnik gibt es heute nicht mehr zu sehen!"
    Und als der Test auf dem Bremsen Prüfstand negativ war: " Ja, die haben früher schon nicht funktioniert". Nach dem die Plakette endlich dran war, konnte man mich vom Boden wischen. :wink: 
    Und da es sich um eine Achse eines Englischen Herstellers handelte, war die Ersatzteilbeschaffung , als zum Beispiel die Anhänger Kupplung ober die Brems Beläge auf waren, sehr spannend, und noch alles ohne Recherche im Internet.
    Aber was ich eigentlich sagen wollte: Irgendwann hat mir mal jemand gesagt, das der TÜV solche neu umgebauten Wohnwagen Anhänger nicht mehr abnimmt. :cry: 
    Nun ist TÜV ja nicht gleich TÜV, aber wer plant, es Henry nach zu machen,sollte sich vorher erkundigen.


    Und dir Henry viel Erfolg.
    Viele Grüße Hubert

  • Moin Hubert,


    bei mir hat ein Imker so einen kleinen Hänger bestellt. Ich war heute gerade deshalb bei der DEKRA. Einen alten Wohnanhänger hatte ich noch. Einen Brief gibt es aber nicht mehr und 'ne grüne Nummer soll der außerdem kriegen. Es muß also landwirtschaftliche Nutzung eingetragen sein. 80 km/h soll er aber trotzdem dürfen ...


    Alles kein Problem. Der ganze Spaß kost 60 Euro und jede Menge Zeit. Und man muß Kleinigkeiten nachbessern und freundlich zum freundlichen DEKRA-Mann sein. Mehr nicht.


    Morgen muß ich auf die Zulassung und ich wette es scheitert an der grünen Folie im Nummernschildladen ...

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder