Kennt jemand den neuen Varroavirus?

  • Hallo,


    mein Imkerpate rief mich an und sagte, das es ein neues Virus gäbe (würde mit der Varroa zusammenhängen) und das die Bienen deshalb on mass sterben würden.


    Der Imkerpate hat mit einem anderen Imker gesprochen und der hat es ihm erzählt. Der hätte sogar mit dem Bieneninstitut in Bayreuth (50 km von hier) gesprochen und man könne nichts dagegen machen, es wäre halt wie die Vogelgrippe, ein Virus der nicht aufzuhalten ist. Der Bekannte hat daraufhin reingeschaut, weil er nichts gehört hat und hat von 30 Völkern 20 verloren.


    Ich selbst, habe dann bei meinem Imkernachbarn angerufen und den mal gefragt (der ist Profi): Er hat auch nichts gwußt davon, aber !!! er hat sich gewundert, das er alle 22 Völker verloren hat! Das ist doch der Hammer oder? Ich hab bei uns noch nicht nachgeschaut, aber ich rechne mal mit dem schlimmsten.


    Hat jemand von Euch schon von dem neuen Virus gehört und kann uns dazu was sagen?


    Bis bald und Danke!
    Liebe Grüße Elke

  • Wir hatten letzten Samstag unsere Jahreshauptversammlung (Landesverband Burgenland / Österreich). Da kam das auch kurz zur Sprache.
    Im Südburgenland gab es in einem Ort Ausfälle von 80%. Was genau die Ursache ist, weiß man noch nicht. Proben aus den toten Völkern werden noch untersucht.
    In diesem Zusammenhang wurde uns auch mitgeteilt, dass sich ein wahrer Gürtel mit extremen Ausfällen vom Südburgenland über die Steiermark und Kärnten bis nach Südtirol zieht. Das is' wahrlich heftig. Aber wie gesagt, die genaue Ursache ist noch nicht eruiert. Die abgestorbenen Völker werden zur Zeit noch untersucht.


    lg, Stefan

  • Danke, das Du mir geantwortet hast. Das ist doch schon mal was. Wäre lieb von Dir, wenn Du mir dann kurz Bescheid geben könntest, an was die Bienen gestorben sind. Ist ja echt mysteriös....


    Ein anderer Imkerbekannter (40 Völker) hat auf einen Schlag 35 Völker verloren!!!!


    Sind Deine Bienen auch betroffen oder hast Du sie nicht in der betroffenen Region stehen?


    Schönen Abend noch, LG

  • Ich bin ein Stück weit von dem Gebiet entfernt . Gott sei Dank bin ich nicht davon betroffen und bleibe hoffentlich auch weiterhin verschont. Sollte was an die Öffentlichkeit dringen, werde ich es hier posten. Bei der Versammlung hielten sich alle sehr bedeckt. Keiner wollte wirklich Informationen rausrücken - naja, wär' ja zu dem Zeitpunkt ohnehin nur alles Spekulation gewesen.


    Bisher hatte ich diesen Winter noch keine Ausfälle. Aber wenn das Wetter nicht bald besser wird, seh ich schlecht für meine Bienen. :evil: Ich habe nach Erfahrung und Verbrauch der letzten Jahre eingefüttert; das wird heuer wohl knapp. Wenn's so bleibt - und für das Wochende sind schon wieder/immer noch Temperaturen um den Gefrierpunkt angesagt, seh ich bald schwarz. Ich steh daneben und muss tatenlos zusehen, wie ... *ich will's gar nicht denken*.


    lg, Stefan

  • Hi, Stefan,
    ich zitier mich mal selbst:

    Zitat

    Und flüssig füttern geht dann am besten mit Ziplock-Beuteln und angewärmter Zucker/Honiglösung.
    Beutel halb füllen, Luft rausdrücken, verschließen.
    Direkt über den Bienensitz legen und jede Menge Löcher reinpieksen.
    Bißchen drücken, daß etwas runterläuft und die Mädels es schneller finden.
    Deckel drauf (evt. Innendeckel rauslassen, wegen Platz) und fertig.
    Eine Messerspitze Vitamin C und eine Prise Salz helfen sehr


    Funktioniert immer.Egal, wann. Wenn du es angewärmt (beim Einlegen 36°C) reinkriegst, sind sie auch ziemlich schnell dran.[/quote]

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • wuz schrieb:

    Ursache nach ersten Untersuchungen: Varroa in Verbindung mit anderen Faktoren (Virenbefall).


    Hallo Peter,


    der Hinweis ist interessant. Ich staune nur, dass noch niemand vorher darauf aufmerksam machte; die Info steht schon länger dort.


    Ohne dem abschließenden Untersuchungsergebnis vorgreifen zu wollen, das sicherlich auch ähnlich enden kann und damit nicht einmal falsch wäre, wären die vielleicht wichtigeren Fragen gar nicht angesprochen.
    Wie lange gibt es die VM auf dem Fleck, wie lange die Viren und warum ausgerechnet jetzt die Katastrophe? An dieser Stelle beginnt nach meiner Auffassung der Wissenschaftswert der Problematik. Bis zu dieser Stelle arbeiten die Laboranten.


    Bitte komme jetzt keiner mit dem deutschen Monitoring. Es ist wirklich ein typisch deutsches. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es viele Imker überlebt.


    Freundliche Grüße


    Manne

  • Ja Stefan, traurig ist das schon. Nur viel machen können wir nicht.


    Also ich war heute mal am Bienenhaus und einige viele Bienen lagen tot vorm Flugloch (innen). Da das Flugloch sehr klein gehalten wurde, wegen Mäuse, sieht man nicht sooo viel durch aber immerhin.


    Dann habe ich von innen, die Matten weggetan und durchs Fenster geschaut (Hartmannkasten). Also Futter war/ist genug eingelagert und alles sehr sehr ruhig. Ich entdeckte eine Biene an einer Wabenzelle (als wolle sie gerade Futter holen) die sich aber nicht mehr bewegte.


    Dann schaute ich beim nächsten Volk. Auch nichts zu erkennen, außer eine Art getüte wie ein rufen von innen. Erst freute ich mich, das ich was gehört habe, aber irgendwie klang es anders. Neja, ich hab dann die Matten wieder vorgetan und zugemacht. Ich schau dann mal, wenn es wärmer wird, aber auch ich kann mit dem schlimmsten rechnen. Bevor ich was falsch mache, habe ich alles erstmal so gelassen. Da muss dann mein Bekannter ran.


    Von 5 Völkern, habe ich bei 4 kein Lebenszeichen gehört. OK; ist auch das erste Jahr das ich aktiv bin und ich da noch keine Erfahrung habe, aber trotzdem. Von der Scheibe aus, konnte man sehen, das die Bienen auch bei den anderen Völkern tot vorm Flugloch liegen (innen).


    Bis bald, LG ELke

  • Hallo Bienenkönigin,


    tote Bienen von innen vor dem Flugloch heißen noch nicht, dass ein Volk tot ist. Das ist vielmehr ganz normal um diese Jahreszeit. Wenn Du Kaltbau (Waben senkrecht zum Flugloch) hast, dann kannst Du ruhig einmal mit einer Taschenlampe durch die Scheibe leuchten um zu sehen, ob die Bienen noch leben. Wenn Du das nicht jede Woche tust schadet das auch nicht.

    Gruß Thomas (Hatte mal vier Jahre lang Bienen. Dann aufgrund einer Bienengiftallergie aufgehört.)

  • Hallo Thomas,


    ja, das dachte ich zuerst auch. Aber können das so viele sein?


    Ich habe Kaltbau und habe mal reingeleuchtet. Keine Biene zu sehen, aber der Boden voll unbeweglicher Bienen. Schätze tot. Durch das reinleuchten sah ich auch, das genügend Futter eingelagert ist.


    Auf einer Wabe sah ich, das eine Biene gerade aus einer Zelle krabbeln wollte (rückwärts) und es anscheinend nicht mehr geschafft hat. Daraufhin überlegte ich ob es am Futtermangel lag und dann hab ich eben gesehen das so viel eingelagert ist.


    Der Imkernachbar der 22 Völker verloren hat, meinte heute zu meiner Mutter, das die Bienen sehr viel verdeckelte Brut bereits haben müssen. Bei uns ist nichts! Und natürlich mein Imkerpate nicht zu erreichen.


    Aber vielleicht kennst Du Dich aus? Ich habe ja das Bienenhaus meines Opas übernommen mit 20 qm Fläche und noch erhöht. So hoch, das mein Imkerpate bei den oberen Kästen mit Leiter dran musste und das Flugloch verengen. Jetzt sehe ich in dem größten Volk, das sich an der Fensterscheibe von innen, ein Mäusenest gebildet hat und ein ungewöhnliches "rufen" - siehe oben - gehört habe. Soll ich eingreifen und die Maus suchen, oder leben die durch das eindringen der Maus gar nicht mehr und der Rufton kam von der Maus? Da ich nicht schwindelfrei bin, kann ich auch nicht so weit hochklettern und nachschauen. Aber warscheinlich eh zu spät oder?
    2 Völker stehen weiter unten und da kann man sich direkt vors Flugloch stellen.


    Die anderen Völker haben nicht einmal auf die Taschenlampe reagiert. Was meinst Du dazu? Wie gesagt, bin noch etwas Laie und deshalb für alles dankbar.


    LG ELke

  • Hallo Bienenkönigin
    Wenn du testen willst ob ein Volk noch lebt ohne die Beute zu öffnen, kannst du so vorgehen. Lege dein Ohr an die Beute und klopfe kräftig an, so wie an einer Tür. Wenn sie leben hörst du ein Summen, das ansteigt und wieder nachläßt. Es sollte aber schon leise sein im Bienenhaus.
    Viele Grüße
    vom Wespenkönig 8)

    Selber denken ist durch nichts zu ersetzen.

  • Hi, also ich habe am Mittwoch mal gegen die Scheibe geklopft (aber gaanz leicht immer wieder). Und da kam kein summen, kein brummen, alles ganz ganz still. Nur die Sonne hat geschienen und im Wald war es auch absolut ruhig.


    Von daher denke ich, kann ich mit dem schlimmsten rechnen, oder? Was meinst Du denn mit der ganzen Vorgeschichte dazu?


    Liebe Grüße
    Elke

  • Hallo Bienenkönigin

    Zitat

    mein Imkerpate rief mich an und sagte, das es ein neues Virus gäbe (würde mit der Varroa zusammenhängen) und das die Bienen deshalb on mass sterben würden.


    Das ist meiner Meinung nach daneben. Vermutlich meint er Nosema ceranae. Schau mal im Forum unter Sonstige Krankheiten oder google.


    Zitat

    Also ich war heute mal am Bienenhaus und einige viele Bienen lagen tot vorm Flugloch (innen).


    Wie Thomas schon sagte muss das nicht schlimm sein.


    Zitat

    Auf einer Wabe sah ich, das eine Biene gerade aus einer Zelle krabbeln wollte (rückwärts) und es anscheinend nicht mehr geschafft hat.


    Das könnte schon auf verhungern hinweisen. An kalten Tagen können Bienenvölker verhungern weil sie nicht mehr auf eine Futterwabe wechseln können!



    Zitat

    Jetzt sehe ich in dem größten Volk, das sich an der Fensterscheibe von innen, ein Mäusenest gebildet hat


    Das ist schlecht. Die beunruhigen das Volk und fressen das Futter aus den Waben. Versuche die so schnell wie möglich zu entfernen und mache ein enges Gitter vors Flugloch, damit die nicht mehr reinkommen.


    Lass dich micht frustrieren und bleib dran, an der Imkerei.
    Gruß
    Wolfgang

    Selber denken ist durch nichts zu ersetzen.