Komisches Volk

  • Tja, ich hab mal wieder ne Frage: unseren Völkern geht es bislang ganz gut, nur eines macht mir Sorgen - es wurde relativ stark eingewintert, und auch sonst war nichts anders als bei den anderen. Dieses Volk hatte jedoch einen - im Vergleich zu den 9 anderen - extrem hohen Totenfall, der Gitterboden war völlig mit Bienen bedeckt. Als dann die anderen alle flogen und dort tat sich nichts, hatten wir das Volk eigentlich schon abgeschrieben. Beim Entfernen der unteren Zarge stellte mein Freund jedoch fest, dass es noch in der Wintertraube liegt und trotz des hohen Totenfalls kein "Schwächling" ist. So weit, so gut. Seitdem beobachten wir, dass aus dem Volk ständig Bienen gekrabbelt kommen, die gar nicht versuchen, rumzufliegen, sondern auf der Palette in kleinen Häufchen sitzen bleiben und spätestens nachts dann verklammen. Vor der Palette liegt schon ein schwarzer Streifen mit lauter toten Bienchen :( 
    Außerdem habe ich den Eindruck, dass sie nicht "ruhig" sind - während die anderen schön gleichmäßig schnurren, klingt das Volk eher, wie wenn man an einem Hühnerstall lauscht (blöde Beschreibung, ich kanns nicht richtig erklären) - sie haben ziemlich sicher KEINE Vogelgrippe! :P 
    Nun ist mir schon klar, dass meine Handlungsmöglichkeiten im Moment sehr begrenzt sind, aber ich würde schon gern wissen, was da los ist... Ach ja, irgendwie beschädigt oder verstümmelt sahen die toten Bienen nicht aus, auch gibt es keine auffälligen Kotspuren o.ä.
    Wer hat ne Idee?

  • Hallo Soni,


    Ferndiagnosen sind immer schwer!


    das komische Geräusch könnte man auf Weisellosigkeit führen!


    muß aber auch nicht sein!


    ist vielleicht ne Maus in deiner Beute?


    das es erhöhten Totenfall in unterschiedlichern Form gibt ist zum Teil normal!


    Auch das immer mal wieder Bienen den Stock verlassen!


    Schwer hier guten Rat zu geben


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Danke für die Antwort, toyotafan,
    ich hab gleich mal nachgesehen, den Mäuseschutz abgenommen, konnte aber nichts mausiges entdecken. Vermutlich wäre uns so ein Tier ja auch aufgefallen, als wir die untere Zarge wegnahmen, und seitdem ist der Mäuseschutz dran... Das ist es also eher nicht... :-? 
    Dass es mal Völker mit höherem Totenfall gibt, stimmt sicher, aber das finde ich recht extrem. Wenn man vor dem Kasten sitzt, kommt etwa alle 30-50 sec eine Biene raus, die sich von der Palette in den Schnee stürzt - ohne den Versuch zu fliegen, ohne abzukoten, richtige kleine depressive Selbstmörder :oops: 
    Soll ich mal aufmachen und nachsehen, ob Brut da ist? Wir haben hier gerade Tauwetter, und evtl. könnte ich im Notfall vom Vereinszüchter ne Königin bekommen...oder kann man die jetzt sowieso nicht zusetzen?
    Ach Mensch, immer muss man sich Sorgen machen um die Damen... :-? 
    Grüßle
    Soni

  • Soni schrieb:


    Soll ich mal aufmachen und nachsehen, ob Brut da ist? Wir haben hier gerade Tauwetter, und evtl. könnte ich im Notfall vom Vereinszüchter ne Königin bekommen



    nö, nicht nachschauen! Es ist noch zu kalt (hier etwa 0°C und es schneit!). Also warten, bis es wärmer ist und die Bienen richtig fliegen! Jetzt kommt es auf eine oder 2 Wochen Verzögerung nicht an.
    Die neue Königin kannst du immer noch später zusetzen. Aber bei der Kälte die Bienen massiv stören, indem man Waben zieht, zieht massive Verluste an Bienen nach sich. Bei den Temperaturen verklammen sie, wenn sie die Wintertraube verlassen.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo Kollegen,


    hier mal eine unübliche Frage:


    Muss unbedingt jedes Volk erhalten werden? Gewöhnlich verschwendet der Imker für ein solches Volk viel Aufmerksamkeit. Ist es das wert?


    Gruß


    Manne

  • Wirklich ungewöhnlich , diese Frage. :-? 
    Ich denke , das muß jeder für sich beurteilen. :roll: 
    Mir ist um jedes Volk gelegen. Es sind meine Mädels.
    Wer mehr Völker hat, wird auch weniger bei einem Verlust weinen.
    Es kommt aber immer irgendwann der Moment für Entscheidungen , wo man rational handeln sollte.Nur wann das ist, muß jeder selbst wissen.
    Beispiel:
    Ich habe letzte Jahr im Herbst 4 Hühnerküken aus dem Ei gepuhl , die es ohne meine Hilfe nicht geschafft hätten. Mit warmen Wasser und im Ofen habe ich sie wieder hinbekommen. Eigentlich natürliche Auslese und sollte man nicht machen.
    Habe sie alle groß bekommen. 3 davon Hähne. Leider kann ich nur einen Hahn zur Zeit halten. Jetzt werde ich sie schlachten und essen. Ich mache das nicht gerne :cry: aber : Das ist der Lauf der Dinge.
    Hätte ich Sie nicht retten sollen ?
    Darf ich sie nicht schlachten , weil ich sie gerettet habe ?
    Soll ich Sie verschenken , damit jemand anderes sie schlachtet ?
    Soll ich jemanden zum Schlachten bestellen,und sie nur essen ?
    Muß jedes gerettete Huhn eines natürlichen todes sterben ?


    Richtig ist die Entscheidung die Du vor Dir selbst vertreten kannst und triff nur Entscheidungen mit deren Konsequenzen zu fertig wirst.
    Die Entscheidung , andere entscheiden zu lassen ist für mich unberechenbarer. Eventuelle negative Konsequenzen sind härter zu tragen. Das ist zum Beispiel nicht mein Ding.


    Freiheit ist , eigene Entscheidungen zu treffen :wink:


    In diesem Sinne


    Daniel



    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Nabend zusammen!
    Schliesse mich Daniel da an, ich würde ehrlich gesagt mächtig am Rad drehen, wenn an einem meiner 2 Völker (Ich weiss, 2 Völker :lol::lol::lol::wink: ) was wäre und man würd mir sagen ich soll nachdenken, ob es die Mühe wert ist... Klar das man ab einem gewissen Punkt entscheiden muss, ob das, was an tut, für die Katz` is oder obs sich für einen selber noch lohnt.
    Ich züchte u.A. auch noch Hühner und bin bei denen auch ein Aus-dem-Ei-Puhler und auch bei meinen Kanarien tu ich mich sehr schwer, die, wenn sie krank sind, kaputtzumachen, aber da muss man auch abwägen, b man fü 50-60 euro seine Tiere mit Chemie zumüllt und die trotzdem ne Zeit später sterben oder ob mans schnell selber macht.
    Um zu den Bienen zurückzukommen... :wink: Ich habe also zu meinen Bienen ein fast persönliches Verhältnis und mir is das auch wichtig, mir is aberauch klar, dass jeder da einen anderen Bezug zu hat, zu den Tieren. Mir tuts nur um jede Biene leid, die wg meiner Dummheit kaputtgeht (Quetschen o.ä.).
    Was mich an dem Ganzen hier nur irritiert, ist die Tatsache, dass die Bienen ja scheinbar aus der Beute rennen und dann in den Schnee "hüpfen", ohne zu fliegen.?! Wieso sollten die Bienen so ein Verhalten zeigen, weil sie weisellos sind??? Würde mich echt interessieren, wie ihr drauf kommt :o . Ich als absolut blutiger Anfänger würd mal spontan auf ne Krankheit (Viren?!) tippen?!
    Bin gespannt was ihr meint...


    Schöne Grüsse aus dem frostigen, leicht verschneiten Erkelenz


    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Hallo Soni,


    steht die Beute nach Süden gerichtet und fliegen die Bienen aus wenn die Sonne hinein scheint? Es hilft dann das Abschatten des Flugbrettes. Oder ist das Futter am Gären? Dann bringt vielleicht Zufüttern Abhilfe. Der hohe Totenfall kann durch Zuwanderung geschwächter Winterbienen aus zusammengebrochenen Völkern kommen, da Du schreibst das sie bei der Einwinterung sehr stark waren. Das Problem mit extrem hohen Totenfall incl. Massen an eingeschleppten Milben haben meine Völker seit kurzem gut überstanden. Die Zuwanderung hat eine Menge sinnlos verbrauchtes Futter gekostet und meine kräftigen Bienen mitbelastet.


    Grüße,


    Annerose

  • Hallo Annerose, die Beute ist mehr nach Osten ausgerichtet und bekommt nicht besonders viel Sonne ans Flugloch - vor allem nicht zur Zeit, es schneit seit 2 Tagen ununterbrochen... :-? Es kommt auch sonst bei den anderen Völkern kaum ne Biene auf die Idee, rauszuschauen, nur meine kleinen "Selbstmörder" stürzen sich unbeirrt in den Schnee... Futter haben alle 10 Völker das gleiche, und zusammengebrochene Völker gab es bei mir nicht, soweit ich weiß auch nicht in der näheren Umgebung...
    Tja, also???

  • Guten Morgen,
    wahrscheinlich ist dein Volk an der Tracheenmilbe (Acarapis woodi) erkrankt?


    Ich drücke dir auf jeden fall die Daumen das nach ein bis zwei Wochen der ersehnte Frühling kommt (Hoffentlich) und du dann mal schauen kannst was da los ist.


    Viele Grüße
    Markus

  • Soni schrieb:

    Seitdem beobachten wir, dass aus dem Volk ständig Bienen gekrabbelt kommen, die gar nicht versuchen, rumzufliegen, Wer hat ne Idee?


    Hallo Soni,


    wie Markus schon geschrieben hat, würde ich auch auf die Tracheenmilbe tippen. Die Krankheit ist auch als Acariose bekannt.
    Allerdings beschränkt sich meine Diagnosekompetenz auf theoretisches Wissen aus der einschlägigen Literatur - ich kann das weder aus weder aus Erfahrung noch sonstwie näher belegen. Es ist nur eine Vermutung.


    Laut Lampeitl sind bei Acariose auch "abstehende, leicht ausreißbare Flügel" feststellbar.


    Falls Acariose das Problem ist, kann sich das Volk im Frühjahr u.U. noch selbst heilen, vor allem durch starken Bienenumsatz. Es gibt aber auch eine Therapie (mit Rauch). Der Ausbruch der Krankheit wird durch nicht optimale Standorte (zu feucht-kühl) begünstigt.


    Ich hoffe, das hilft Dir weiter. Ich drück die Daumen, daß es noch mal gutgeht!


    Beste Grüße,
    Zendor


    P.S.: It's not a trick - it's a Soni! :lol: