• Hallo allerseits,
    Ich bin auf eine Amerikanische Seite über Puderzucker Behandlung gegen Varroa gestoßen.
    Dieses Thema wird in den USA des öfteren disskutiert. Es gibt da verschiedene Methoden den Zucker unter die Bienen zu bringen. Dies ist die einfachste, die ich bisher gesehen habe:


    Auf der Seite (http://countryrubes.com/pages/4/index.htm) wird unten in einigen Bildern gezeigt, wie der Imker im Frühjahr mit Puderzucker behandelt.
    An einem trockenen Tag Ca. 2 Tassen Puderzuckerl schön Fein auf die oberste Zarge sieben. Dann alles von den Rähmchen Oberträgern ebenfalls in die Waben Gassen fegen.
    Nach einer Stunde den ersten Puderzucker und die ersten toten Milben vom Kontrollbrett unter dem offenen Boden entfernen. Kontrollbrett wieder einfetten und wieder einlegen. Das ganze im Abstand von einer Woche wiederholen.
    Der Imker betont die Notwendigkeit des offenen Bodens, und der zügigen Säuberung wegen der Ameisen und der Tatsache, das die Milben sonst wieder zurück ins Volk gelangen könnten. Die meisten Milben seien jedoch tot. Bei einem sehr befallenen Volk würden bei der ersten Behandlung 1000 Milben fallen.


    In einem anderen Beitrag gibt er an, das er nur mit dieser Behandlung als Winter Behandlung und dem Schneiden der Drohnenbrut den Totenfall der Milbe im Winter auf unter 2 pro Tag gedrückt habe.
    Das erscheint mir zwar noch sehr hoch für eine sichere Überwinterung, aber immerhin.
    Viele Grüße Hubert

  • Hallo Hubert,


    danke für den hochinteressanten Link. Ich habe mir die Beschreibung des Verfahrens durchgelesen und hätte nicht wenig Lust, das im Frühjahr einmal auszuprobieren. Allerdings sollte man vorher wohl prüfen, wie hoch der Varroabefall in etwa ist. Der Autor beschreibt, dass die meisten Milben bei dieser Methode durch Dehydrierung sterben (was mir logisch erscheint). Ich frage mich allerdings, ob unsere Bienen da nicht auch ähnlich leiden, wenn auch in geringerem Maße. Außer Schneiden von Drohnenbrut habe wir ja im Frühjahr bisher keine sinnvolle Methode der Varroabekämpfung (oder sehe ich das falsch?).


    Viele Grüße,


    Vorgebirge

    (seit 2002 Carnica, Standbegattung; Löwenzahn, Obstblüte, Sommerblüte, Robinie, Linde; Zander, Zeidlermagazin (Heroldbeute), Hohenheimer Einfachbeute; Neutralgläser, eigene Etiketten; Honig, Propolis, Met, Bärenfang)

  • ........und man kann zwischen zwei Trachten (nach einer Ernte) rückstansfrei behandeln. :wink:


    Einen Versuch ist die Sache in jedem Fall wert.


    Viele Grüße aus dem wiederkalten Norden (1 C°)


    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • OS verdampfen oder vernebeln kannst du jederzeit!
    Träufeln ist irgendwie zu unbekömmlich für die Mädels, egal, ob mit oder ohne Zucker dabei.


    Die Puderzuckermethode hatte ich vor 3 Jahren schon mal angesprochen, als ich sie beim beewrangler gesehen hatte, aber ich konnte mir nicht erklären, wie es funktionieren sollte.
    Es soll übrigens am allerbesten funktionieren, wenn man den Puderzucker in eine quetschbare Plastikflasche füllt, mit Löchern im Deckel und einem Nylonstrumpf als Sieb davor, und sozusagen mit Druck jede einzelne Wabe einstäubt.
    Aufwendig, aber rückstandsfrei und bienenschonend.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Glas,


    es geht ja auch nicht um Völkerverluste, sondern um "Varroaverluste".
    Wenn bei der Zugabe von Zucker zu einem Bienenvolk Bienenverluste zu beklagen wären, würden wohl viele Imker hellhörig werden.


    Zur eventuellen Wirkung von Puderzucker: Da die Bienen damit bestäubt sind, werden sie sich gegenseitig reinigen (natürlich nur, um an der Zucker zu kommen, nicht der sozialen "Fellpflege" willen). Dabei könnten ungewollt die Varroen mit beseitigt werden. Der Hinweise auf viele lebende Varroen könnte darauf hinweisen.


    Grüße, Thomas

  • Hallo Zusammen,
    die Anregung des Putztriebes scheint mir das Wichtigste dabei zu sein.
    Damit erreicht man sicherlich einen Großteil der Varroen ausserhalb der Brutzellen.
    Deshalb erscheint es mir sinnvoll, spätestens nach einen Brutdurchgang
    (21 Tage) dieses zu wiederholen.
    Das stellt zumindest in einem Gebiet, wo wie hier
    "Läppertracht mit Überschußmöglichkeit" vorherrscht, ein Problem dar.
    Die Gefahr, das es zu einer Verfälschung kommt, ist ja nicht ausschließbar.
    Ansonsten heisse ich alles gut, was ohne Chemie oder Gefahr von Rückständen der Varroa Einhalt gebietet.
    Gibt es dazu vielleicht Erfahrungen mit Kunstschwärmen?
    Das wäre eine Anwendung, die mir "in den Kram"passen würde.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Liebe Imkerinnen und Imker


    Die Beiträge finde ich alle sehr gut. Interessant ist, wenn man die Antworten vom Mo Aug 01, 2005 7:56 pm. Mit Puderzucker gegen die Varroa mit denen hier vergleicht.


    Mit Imkergruss


    Edmond

    Schritt für Schritt hinterlasse ich Spuren, sie verwehen wieder so wichtig sind sie nicht. Aufgeschnappt in der Sahara.

  • Lothar schrieb:


    Die Gefahr, das es zu einer Verfälschung kommt, ist ja nicht ausschließbar.
    Lothar


    Hallo Lothar,
    ich glaube nicht, daß die geringe Menge Zucker sich besonders verfälschend auf den Honigertrag auswirkt. Es soll ja nur "bepudert" werden. Ein Teil wird davon ja sicher auch noch von den Bienen "vernascht". :wink:

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Moin Kollegen,


    die Puderzuckermethode geistert doch jetzt schon seit 5 bis 6 Jahren durch die Imkergemeinde.
    Und wird immer dann wieder neu aufgewärmt, wenn mal gerade wieder draußen nix los ist ...
    Hätte sie durchschlagende, nachvollziehbare, fundierte Ergebnisse gebracht, würden wir doch heute nicht mehr über Varroa diskutieren, oder?
    Es ist doch immer wieder faszinierend zu beobachten, daß gerade die Imker, die sich als "Neulinge" bezeichnen, auf alle möglichen und unmöglichen Hausmittelchen anspringen.
    Bis wir durch Zuchtbemühungen die varroatolerente Biene erreicht haben, laßt uns doch erst einmal bei den schon vorhandenen Mitteln bleiben.
    Diese richtig und konsequent anzuwenden ist doch komliziert genug, für manche von uns schon zu kompliziert ...

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Michael,


    im Prinzip stimme ich Dir ja zu, dass wir Imker uns an bewährte Methoden und Verfahren der Varroakontrolle halten sollen. Entscheidend ist eben die (Spät)Sommerbehandlung, damit die Bienen mit möglichst wenig Varroen in den Winter gehen.
    Allerdings hatte ich beim Lesen der eingangs von Hubert genannten Homepage nicht den Eindruck, dass es sich beim Puderzucker um ein 'Hausmittelchen' handelt. Ansonsten würde ich Lothar zustimmen, dass Alternativen zur chemischen Behandlung (und natürlich sind die von uns verwendeten organischen Säuren Ameisen-, Milch- und Oxalsäure Chemikalien) ausprobiert werden sollten.


    Viele Grüße,


    Vorgebirge

    (seit 2002 Carnica, Standbegattung; Löwenzahn, Obstblüte, Sommerblüte, Robinie, Linde; Zander, Zeidlermagazin (Heroldbeute), Hohenheimer Einfachbeute; Neutralgläser, eigene Etiketten; Honig, Propolis, Met, Bärenfang)

  • Michael schrieb:

    Moin Kollegen,


    die Puderzuckermethode geistert doch jetzt schon seit 5 bis 6 Jahren durch die Imkergemeinde.
    Und wird immer dann wieder neu aufgewärmt, wenn mal gerade wieder draußen nix los ist ...
    Hätte sie durchschlagende, nachvollziehbare, fundierte Ergebnisse gebracht, würden wir doch heute nicht mehr über Varroa diskutieren, oder?...


    Sehe ich anders 8) 
    Gehört haben alle , nur wer hat es probiert? Ich glaube die Anlaufzeit dauert recht lange. Außerdem ist da immer noch der Glaube an die Chemie. Der Mensch tickt eben ein wenig anders 8) 
    Erst wir alles mögliche an komplizierten und teuren Sachen ausprobiert. Bleibt die Wirkung aus , dann nimmt man das naheliegende (natürliche).
    Davon lebt die Industrie :wink: 
    Solange man keinen Schaden damit anrichtet , warum nicht ausprobieren?


    Wenn es funktioniert , ist das natürlich schlimm für alle Hersteller von irgendwelchen Mittelchen und Betriebsmitteln.Da kannst Du schon mal von ausgehen , das die nicht gerade PRO z.B Puderzucker sind.


    Was soll´s : Versuch macht klug. :wink:


    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)