Honignamen

  • Hallo Imker,


    mal `ne theoretische Frage:


    Ich habe verschiedene Honig-Restbestände von Frühjahr bis Herbst, quer durch alle Sorten.
    Wenn ich die zusammenmische, darf ich das dann Jahreshonig nennen?
    (Um alle einzeln aufzuführen, ist ja wohl das Etikett zu klein...)
    Und der Wahrheitsgehalt ist ja mit der Bezeichnung gegeben.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Moin Radix,


    eigentlich mußt Du das dann Mischhonig nennen, denn Du hast es gemischt und nicht die Bienen. Jahreshonige entstehen in dem Honige des selben Jahrganges in den Anteilen ihrer Entstehung gemischt werden. Streng genommen sind das dann aber auch Mischhonige. Es gilt nur die Ausrede, daß Rapshonig eben schon vorher ausgeschleudert werden muß, weil er sonst zu Stein wird.


    In Gegenden ohne nennenswerten Raps kann man ja tatsächlich bis zum Jahrsende nur erweitern und ganz spät schleudern. Das gibt sehr interessante Honige - Spezialitäten.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Tach Henry,


    ...mir gefällt aber der Begriff "Jahreshonig". In m e i n e n Ohren klingt "Misch-Honig" ein bischen negativ, so nach vermischen - panschen - .


    Der Kunde denkt vielleicht: Aha, hab`ich`s doch schon immer geahnt, Honig mit Zucker - daher auch die Kristalle... :evil:


    Ich würde ja auch einen Erklärtext dazugeben (Glas-Rückseite).
    Es wäre auch wirklich nur der Honig e i n e s kompletten Jahrgangs drin, keine Reste von vor X Jahren.


    Wer kann mich da evtl. kompetent beraten? Lebensmittelüberwachung? Ich möchte ja auch nicht später von irgendwem angepieselt werden... :oops:

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Hardy,


    ich würde den Honig einfach als Honig bezeichnen und keine weiteren Angaben machen, wozu auch?
    Vielleicht noch eine Ortsangabe davor wie "Leipziger Honig" oder "Deutscher Honig".


    Würd ich so machen!
    Gruß
    Stefan

  • Henry schrieb:

    ... kann man ja tatsächlich bis zum Jahrsende nur erweitern und ganz spät schleudern. Das gibt sehr interessante Honige - Spezialitäten.


    Hallo Henry,


    das macht mich neugierig. Ich meine, die Behauptung, daß diese Honige Spezialitäten seien.
    In meinen ersten Jahren habe ich versucht, jede Tracht einzeln zu schleudern, um die verschiedenen Geschmacksrichtungen kennenzulernen (leider verrieten mir die Bienen nie, wo sie sammelten). Mit zunehmender Abgeklärtheit (und Faulheit) schleudere ich nur noch nach dem Raps und dann Ende August, oder wenn die Zargen partout nicht mehr reichen.
    Und da gebe ich Dir recht, diese "Jahreshonige" (ein schöner Name - ist der geschützt?) schmecken durch ihre Vielfalt der Nuancen sehr interessant.


    Grüße, Thomas

  • @ Stefan: Warum soll ich meinen Honig "Leipziger Honig" nennen... :lol:


    @ Thomas: Schutz geht nicht mehr... :cry:

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Moin Kollegen,


    also wenn hier jand sein' Honig "Leipziger Honig" nennt und garnicht von hier kommt, dann komm ich aber rum. Aber sowas von rum komm' ich da. :evil:


    thomas : Mit den Jahreshonigen, gerade denen aus den im Raps gebildeten Jungvölkern, kriegt man immer eine ganz breite Geschmacksvielfalt hin und es lohnt ja oft ohnehin nicht aus den Jungvölkern gleich nach jeder abgeblühten Blume zu schleudern. Dieser Honig entstammt nahzu immer gänzlich unbehandelten Völkern und kommt auch immer aus neuen Waben, weil ja die jungen Völker viel länger auf Expansion aus sind und deshalb sehr lange brutnestfern stapeln.


    Eine Späzialität wird es, wenn man noch später als im August schleudert und vor allem wenn man's draufschreibt. :lol:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • In dem Zusammenhang:


    Ich wollte auf meinen Weinflaschen den Namen meiner Stadt mit einbinden =
    Werbung für die Stadt, die immer soviel auf Tourismus Wert legt.


    Habe nachgefragt. Auskunft: Gegen Kohle kann ich den Namen verwenden...


    Andere Auskunft: Solange der Name nicht durch Eintrag geschützt ist, kann ich den sonstwo hinschreiben - solange sich niemand auf den Schlips getreten fühlt...


    Jetzt kann sich`s jeder aussuchen!

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Nachtrag @ Henry:


    Kommste auch rum, wenn ich ihn "Osthonig" nenne? :P 
    ... ich meine von England aus gesehen ist überall Osten... :lol:

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Ihr,


    mit der Einbindung von Ortsnamen in die Etikettierung scheint es rechtlich schwierig zu sein. Ein Bekannter hatte es gemacht und es wurde ihm explizit untersagt, bzw. gegen Gebühr (s. Radix). Der Zusatz "Honig aus Dingsda" wäre aber mögich gewesen.


    Jahreshonig - den Begriff wollte ich mir nicht schützen lassen. Ich wollte ihn gern verwenden, so er nicht geschützt ist.


    Spezialitäten - ja richtig: Man muß es nur so nennen, dann werden es schon einige glauben.


    Grüße, Thomas

  • Moin Thomas,


    Thomas Hädrich schrieb:

    Spezialitäten - ja richtig: Man muß es nur so nennen, dann werden es schon einige glauben.


    Das iss jedse aber ein Tiefschlag. :cry:


    Natürlich (und zwar im doppelten Sinne) produzieren wir Imker Spezialitäten. Und wenn wir dann noch Honig terminlich so schleudern, daß das was ganz Spezielles wird, nämlich dieser Jahreshonig, warum sollten wir's dann nicht "Spezialität" nennen? Im Honigregal steht doch auch die "Kandische Honigspezialität" Kleehonig und nur wir Imker wissen, daß das der billigste Honig Kanadas ist, weil er massenhaft geerntet werden kann. Wenn ich da meinen Honig aus dem Apothekergarten oder auch den Jahreshonig "Spezialität" nenne, dann bin ich damit sicher allemal ehrlicher, als wenn unser Fleischer seine Großhandelssülzwurst als "Spezialität des Hauses" serviert.


    Ich hab' jedenfalls mit Spezialitäten kein Problem, denn speziell meinen Honig gibt es ganz speziell ja nur bei mir.


    Auf Dein Spezielles!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Henry schrieb:

    Das iss jedse aber ein Tiefschlag. :cry:


    Aber Henry,


    das heißt doch "Diefschloch".


    Damit Du wieder aufatmen kannst: Das mit den Spezialitäten sehe bei genauerem Hinsehen ähnlich wie Du.


    Grüße, Thomas

  • Radix schrieb:

    Wenn ich die zusammenmische, darf ich das dann Jahreshonig nennen?
    (Um alle einzeln aufzuführen, ist ja wohl das Etikett zu klein...)


    Verkaufst Du Deinen Honig im DiB Glas, bekommst du mit Individuellen Namen immer Probleme :evil: 
    Ich weiß es nicht genau aber im Neutralglas kann man aber so ziemlich alle Namen verwenden, sofern sie nicht verfälschen und der Inhalt nachvollziehbar ist. Hier würde ich im Zweifel aber mal in Celle beim Bieneninstitut nachfragen.
    www.bieneninstitut.com 
    Die wissen so etwas bestimmt.


    StefanR. schrieb:


    Vielleicht noch eine Ortsangabe davor wie "Leipziger Honig" Stefan


    Moin , Moin aus Hamburg.
    Der Jahreshonig aus Leibzig ??? War das nicht " Leibziger allerlei" ? :wink:


    Viele Grüße aus Hamburg
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)