Welches Rührwerk?

  • Hallo erstmal
    Ich wollte an dieser Stelle nur mal fragen ob jemand Erfahrung mit dem Honigrührer "Rührmeister" von der Firma Holtermann Bestellnr.5710 hat. Welches Rührwerk ist gut und günstig?

    Wie sagte neulich die Chefin? "nu aber raus Mädels:
    Time ist Honey

  • Hallo Immerich,


    mit dem Rührmeister der Fa. Holtermann habe ich keine Erfahrung. Ich benutze statt dessen ein in jedem Baumarkt erhältliches Rührgerät (sieht ähnlich aus wie eine Bohrmaschine, läuft aber langsamer und läßt sich in der Drehgeschwindigkeit stufenlos verstellen). Man kann die Maschine auch (dafür ist sie ursprünglich gedacht) zum Anrühren von Farbe, Fliesenkleber u.dgl. benutzen. Die Maschine kosten ca. 130-150 Euro. Zum Rühren benutze ich einen Rührstab mit zwei geflügelten Tellern (knapp 40 Euro), der im Imkereibedarf (u.a. Fa. Holtermann) erhältlich ist. Bisher bin ich damit gut zufrieden.


    Viele Grüße,


    Vorgebirge

    (seit 2002 Carnica, Standbegattung; Löwenzahn, Obstblüte, Sommerblüte, Robinie, Linde; Zander, Zeidlermagazin (Heroldbeute), Hohenheimer Einfachbeute; Neutralgläser, eigene Etiketten; Honig, Propolis, Met, Bärenfang)

  • Hallo Vorgebirge
    Danke für deinen Tip.Das Gerät was du beschreibst ist wirklich gut, aber mein Problem ist etwas anderer Natur. Ich habe 2 Schultergelenke die ich leider nicht mehr so stark belasten darf.Deshalb suche ich ein Rührgerät, wo auch das halten der Maschine übernommen wird. Wenn ich nach der Ernte mehrere Hobboks habe, dauert das rühren doch relativ lange. Da ich noch in Lohn und Brot bei meinem Arbeitgeber stehe, muss die Honigverarbeitung in der Freizeit stattfinden. Ich hatte leihweise das Rührgerät welches auf meiner Internetseite zu sehen ist. Dieses wird nicht mehr hergestellt und ist eigentlich auch unten zu raumgreifend für meinen Honigverarbeitungsraum. So treffen eigentlich mehrere Probleme zusammen, die aber alle lösbar sind.
    Viele Grüsse von der Leine

    Wie sagte neulich die Chefin? "nu aber raus Mädels:
    Time ist Honey

  • Als Kleinimker möchte ich mir auch eine kostengünstiges Rührgerät zulegen.
    Was haltet ihr vom Mörtelmischer von Einhell? er hat 1050 Watt, ist stufenlos verstellbar von 0 bis 55 U/minute.
    Dazu dann noch einen doppelflügeligen Rührstab.
    Reicht für ca 3x 40 kg Hobbocks zu rühren?
    Vielen dank für eure Antwort
    Detlef :o

  • Moin Detlef,


    Der ist nicht stufenlos verstellbar, der hat einen typischen Bohrmaschinenschalter und die typische Phasenschnittelektronik. Wenn der langsam läuft fängt der an zu kochen und vor allem zu stinken. Und wenn der Honig etwas steifer wird, dann dreht der Doppelflügel im Loch und der Honig am Rand wird nicht mehr bewegt. Die ganzen tollen Rührer sind ohne Zeitschaltuhr und Stativ Müll und machen vor allem Arbeit.


    Ich kann nur für die Vollflügel sprechen. Also nur leicht verdrehte Flachstähle an Boden und Rand des Kübels, die sehr langsam aber kraftvoll gedreht werden. Einmal pro Stunde reicht. Das macht cremigen und nicht nur aufgerührten Honig.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,
    ich habe so ein "Baustellenrührer" von Westfalia.
    Da habe ich mir so ein Doppelrührerteil mit 2 gegenläufigen Wellen drangefriemelt (Imkerhandel).
    Das geht ganz gut, ohne viel Kraftaufwand.
    Irgendwann mache ich noch eine Halterung dazu an die Wand.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Das was ihr hier beschreibt, kann man höchstens zum Honigmischen verwenden, aber nicht um einen Honig cremig zu rühren.
    Ein Honigrührgerät braucht ganz niedrige Geschwindigkeiten (50 - 100 U/min).
    Der Honig soll ja nur durchgerührt und nicht schaumig geschlagen werden.
    Ausserdem wird der Honig in 24 Stunden höchtens 2 mal 5 minuten gerührt.
    Man braucht dazu ein Gerät mit einem stark untersetzten Getriebe. Der Behälter muss mindestens eine Bodenheizung oder noch besser ein beheizbarer Doppelwand - Wasserbadbehälter sein.
    Sonst wird das ganze zu fest und du kannst das ganze mit dem Stemmeisen rauskratzen.
    Alles andere ist rausgeschmissenes Geld und kann man nur zum Honigmischen, Bienenfutter oder eben Farbrühren verwenden.
    mfg.
    happybee

  • happybee schrieb:

    Der Behälter muss mindestens eine Bodenheizung oder noch besser ein beheizbarer Doppelwand - Wasserbadbehälter sein.
    Sonst wird das ganze zu fest und du kannst das ganze mit dem Stemmeisen rauskratzen.


    Wieso das? Abgefüllt bzw. das Rühren beendet wird doch, bevor der Honig steif ist.


    Grüße, Thomas

  • Hallo happybee,


    da muß ich Dir aber kräftig widersprechen.
    Mein Honig ist herrlich cremig... :P

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • hi,


    ich habe auch nochmal ein paar fragen zum honigrühren. da wir mit selbstgebauten materialien arbeiten (auch die rührer sind selbst gebaut), würde ich gerne eure meinungen darüber einholen, ob das alles so optimal ist, wie wir uns das vorstellen.


    1. welchen rührer sollte man denn nehmen ? wir ernten raps- und sommerblütenhonig. heute habe ich gehört, dass man für raps eher eine spirale, wie die hier:



    nehmen sollte und für sommerblüte eher solch einen rührer:



    haben bisher einen dreikanntstab benutzt. der rapshonig wurde damit auch einigermaßen, aber beim sommerblütenhonig haben sich einige beschwert, dass beim beschmieren des knäckebrots selbiges in tausend stücke zerbrochen sei, weil der honig zu hart sei :oops:


    2. welche geschwindigkeit ist denn nun die richtige ? bei dem hört man 30 U/min beim anderen, dass die flügel - wie beim zweiten bild - mit höchstens einem meter pro minute gedreht werden sollte. das wäre bei unseren tellern aber ~ 50 U/min. also umso größer die flügel, umso langsamer die umdrehungen und umgekehrt ?! unsere honigrührer laufen derzeit mit 30 U/min.



    hier sind nochmal zwei fotos vom neuen honigrührer, hat mein vater übern winter gebaut. damit kann man vier pötte auf einmal rühren:


    von unten:


    und von oben das getriebe:

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"

  • Hallo Christian,


    tolle Anlage, mein Kompliment.


    Ich habe nur solche Spiralen, und zwar 2 gegenläufig im Rühwerk.
    Dadurch verläuft der Rührer nicht im Hobbok.
    Drehzahl nach "Gefühl". Da kann ich leider nix zu sagen.
    Ich rühre 1x/Tag, 4 - 6 Tage lang - bis der Perlmuttglanz auftritt.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Ich finde es ist ein massiv gebautes Rührwerk.


    Nur, ob dieses Gerät und deine Honiglagerräume auch den lebensmittelpolizeilichen Hygienevorschriften entsprechen ist fraglich???


    Wir erzeugen und verkaufen LEBENSMITTEL!!!!!


    mfg.
    happybee

  • Hallo Bienenfreunde!
    Da ich ursprünglich aus der Gastronomie komme, kann ich sagen, dass diese Geräte bei einer Überprüfung durchfallen werden! Alle Geräteteile die direkt mit dem Honi in Kontakt kommen müssen glatt, ohne Ritzen, aus Edelstahl oder Kunststoff und leicht zu reinigen sein. Madenschrauben am Propeller sind da schon mal ungeeignet - besser anschweißen!
    Das Bohrgerät selbst sollte in einer dichten Edelstahlkiste (Kühlrippen nicht vergessen) untergebracht werden, damit Honigspritzer leicht abgewischt werden können, bzw. Metallteile und Schmierstoffe nicht in den Honig gelangen können. Besonders beim Bohrfutter ist auf entsprechendes zu achten. Am besten eine Tellerdichtung - einfach zu erstellen, verhindert zuverlässig Kontamination!
    Die Wände sollten zumindest gefließt sein, ob raumhoch oder nur 2 Meter kann ich nicht sagen. Der Fußboden kann Beton bleiben, muss aber versiegelt werden. Wasseranschluss und Papierhandtücher sind Vorschrift!
    Übrigens ist es unerheblich ob mit dem Honig Gewinn gemacht, oder zum Selbstkostenpreis abgegeben wird - Der Hersteller haftet für alle Schäden. Nach dem neuen Verbraucherschutzgesetz hat der Hersteller zu Beweisen dass sein Produkt nicht den Schaden verursacht hat!! Wenn zumindest alle Hygienevorschriften nachweislich eingehalten wurden (Reinigungsbuch führen) ist man da schon auf der sicheren Seite, wenn plötzlich der Nachbar nach dem Honibrötchen über Bauchschmerzen klagt!
    Wenn es mehr als 6 Brötchen waren, war es zwar dann auch der Honig, aber nicht Produktmangel... :wink: 
    Gruß
    Kalle

    Ich bin im Forum um zu lernen und zu fragen, nicht um alles zu Wissen!