Ausverkauf der Marke "Echter Dt. Honig" und Imkerb

  • Hallo Leute,


    da wir gerade beim Thema sind ....
    Wir verkaufen NICHT im Imkerbund-Glas, und eigentlich könnte es mir ja egal sein, aber hier ist mir die Hutschnur geplatzt:


    http://cgi.ebay.de/Bienen-Honi…22407QQrdZ1QQcmdZViewItem


    Dieser Herr Steffens ist der Vorsitzende des Imkervereins in Mayen!
    DIB-Etikett und Goldprämierung zum absoluten Schleuderpreis.
    Das ist doch schon Geschäftsschädigung.


    Mit viel zu hohem Blutdruck,


    Hedy

  • Ja Hedy,


    das war schon immer meine Ansicht: Der Hauptfeind des echten Deutschen Honigs im DIB-Glas ist der DIB-Imker. Wer wird bei dem Preis für prämierte Ware Qualität der höchsten Stufe vermuten?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Hedy,


    in der Eifel ist ein schlechter Markt für Honig. Die meisten der Menschen arbeiten in den Städten hier am Rhein und decken auch hier ihren Lebensmittelbedarf. Die Eifel war noch nie wohlhabend. Dort geht es den Bienen gut, aber den Imkern nicht. Vielleicht kann jemand Honig aus der Eifel mit in sein Sortiment aufnehmen. Es ist ein sehr guter Honig den Herr Steffens macht auch. Bei Ebay habe ich schon Angebote von Imkern aus dem Osten im DIB Glas über 1,69 Euro gesehen. Die Konsumenten kennen leider den Qualitätsunterschied zwischen Honig vom Imker und Imkerhonig aus den Geschäften nicht mehr.


    Grüße vom Rhein,


    Annerose

  • Liebe Annerose,


    Eifel hin oder her, EBAY ist eine deutschlandweite Plattform. Wenn Herr Steffens seinen Honig im Glas vor Ort nicht quit wird, sollte er sich vielleicht gar nicht erst die Mühe des Abfüllens machen und ihn im Hobbock verscherbeln, dann ruiniert er wenigstens nicht den anderen DIB-Lizenznehmern den Preis. :evil::evil:


    Wo ist denn noch der Unterschied zur Lidl-Billigmarke und einem Honig im DIB-Glas? Die Verpackung vom Lidl-Glas ist ansprechender! :P


    Stinksauer,


    Hedy

  • Hallo Hedy,


    das Betrachten des Honig Angebots bei Ebay erweckt den Eindruck, das Honig vom Imker Massenware ist. In diese Ecke sind die Imker nicht geraten da sie billig verkaufen. Es bleibt wohl nur noch der Gully oder die Bienen abzuschaffen. Den Unterschied zwischen Minderhonig im Laden und Qualitätshonig beim Imker erkennt ohnehin kein Kunde. Daran arbeite ich, aber es wird letztendlich nur Mithilfe der Imker aus anderen EU Ländern, deren Preise genauso darunter leiden etwas werden.


    Hoffnungsvoll


    Annerose

  • Hallo!


    zuerst mal:

    Zitat

    Den Unterschied zwischen Minderhonig im Laden und Qualitätshonig beim Imker erkennt ohnehin kein Kunde.


    Also ich hab' die gegenteilige Erfahrung gemacht. Wer einmal bei mir Honig gekauft hat, ist dafür nicht mehr in den Supermarkt gegangen. Ich bin immer wieder erstaunt, welche Wege die Leute auf sich nehmen, um bei mir "echten Honig" zu kaufen; dabei haben sie den Supermarkt direkt um die Ecke.
    Den Spruch "bei uns kriegt man halt nicht mehr für den Honig" lass ich nicht gelten. Und prämierten Honig für solch einen Preis zu verschleudern ...
    Selbst die ungarischen Imker, von denen ich einen Steinwurf entfernt bin, bekommen für ihren unprämierten im Gurkenglas fast mehr.


    Stefan

  • Moin Annerose,


    das Problem ist nur und einzig und allein der geringe Preis des Angebotes. Nur deshalb entsteht die Vergleichbarkeit. Irgendwann wird jemand den Glaspreis, das Etikett und den Preis des Deckels im Kopfe abziehen und meinen er kauft dann Aldi-Honig ins DIB-Glas umgefüllt. Das kommt aber nur daher, daß er den Unterschied nicht nachfragt, weil der Preis die Angebote zu vergleichbar macht. Außerdem ist das Angebot mit 4,90 Porto ohne genaue Aussage zum Porto ohnehin ein Abschreckangebot. Kein normaler mitdenkender Mensch bietet auf ein Produkt, das vielleicht zusätzlich mit zig Euro Porto belastet ist. Versandhandel läuft auch irgendwie dem regionalen Prinzip zuwider. Mit dem Preis kann man den Honig ja nun wirklich nicht als regionale Spezialität bezeichnen. Und dank der dämlichen Portopolitik bleibt der Honig dann auch unbeboten und schließlich unverkauft. Die eBay-Gemeinde hat also gelernt, dasser nichtmal das Anfangsgebot wert ist. Na Danke!


    Hohe Preise machen Kunden neugierig, niedrige schrecken ab. Gute Verkäufer verkaufen Produkte keine Rabatte. Wer nichts verkauft büßt auch nichts ein.


    Unsereiner würde doch auch irgendwie mißtrauisch, böte man ihm eine Schleuder nagelneu und prämiert für 199 Euro an.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Mitstreiter,


    wer Lidl, ALDI und Co im Preiskampf unterbieten will, muß damit rechnen, auf die Schnauze zu fallen. :evil: 
    Mir macht das Angebot bei eBay keine Angst, meine Kunden zahlen einen deutlich höheren Preis; und seit dem dieser so ist, kommen andere Kunden, nämlich die, die mir als Erzeuger lieb und teuer sind:
    Leute mit einem Bewußtsein für Qualität, die auch die eine oder andere Mark mehr ausgeben.
    Leute, die mich fragen können (und dies auch tun), wo mein Honig herkommt, die mir in die Schleuder und notfalls in die Völker schauen.
    Allerdings kann sich der DIB mit seiner Inflation an Medaillen so langsam den Abtritt tapezieren.
    Es ist doch nur noch lächerlich, wenn in einem LV zur Honigprämierung 20 Honiglose eingereicht werden, von denen dann 17 mit "Gold" prämiert werden.
    So geschehen 2005.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Mitimker/innen,


    wenn ich das richtig sehe ist zum Thema Honigpreis hier im Forum schon sehr viel geschrieben worden. Aber ich habe das Bedürfnis, auch noch meinen Senf dazu zu geben :D Ich imkere erst seit ein paar Jahren, habe mich aber von Anfang an dafür entschieden, im Neutralglas mit selbst gestalteten (aber professionell gedruckten) Etiketten zu vermarkten. Der Erfolg gibt mir Recht (Identifikation mit dem Produkt und der Region, Imker aus dem Ort bzw. der Nachbarschaft usw.). Wer über den Preis am Markt bestehen will hat meiner Meinung nach schon verloren. Besonders kritisch wird es, wenn der gleiche Honig aus einem Gebiet mit DIB-Etikett z.T. zu drastisch unterschiedlichen Preisen verkauft wird. Wie will ich denn einem Kunden erklären, dass mein Honig mit DIB-Etikett nicht 2 EUR kosten wie beim Imkerkollegen im selben Ort, der auch mit DIB-Etikett verkauft, sondern das Doppelte oder mehr? :evil: Das wird kein Kunde verstehen.


    Ich möchte noch eine Lanze für den Eifelhonig brechen. Ich selbst wohne nicht in der Eifel, sondern fast am Rhein. Meine ersten Bienen habe ich vor 4 Jahren in Form von Kunstschwärmen von einem Erwerbsimker in der Eifel gekauft. Sein Honig war mit das Beste, was ich an Honig je gegessen habe. Liegt vermutlich an den vielseitigen Wiesen auf Kalkstein. So einen Honig zu verschleudern ist fast ein Skandal. :evil:


    Es grüßt Euch alle,
    Vorgebirge

    (seit 2002 Carnica, Standbegattung; Löwenzahn, Obstblüte, Sommerblüte, Robinie, Linde; Zander, Zeidlermagazin (Heroldbeute), Hohenheimer Einfachbeute; Neutralgläser, eigene Etiketten; Honig, Propolis, Met, Bärenfang)

  • Hallo miteinander,


    wir kritisieren letztendlich die Symptome und ändern nichts an der Krankheit. Wenn wir mit Honig der gleichen Qualitätsstufe konkurrieren würden, dann wäre es ein fairer Wettbewerb. So aber werden unsere Preise an denen in den Geschäften gemessen und die Imker müssen sich noch dumme Sprüche anhören. Ich wäre für einen ordentlichen Zoll auf Importe, der zur Förderung der Imker in der EU benutzt würde. Die Wertschöpfung würde volkswirtschaftlich ein Vielfaches bringen. Ganz nebenbei hätte es noch positive Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen und die Vielfalt von Flora und Fauna.


    gazdin , man muß erst die Leute auf den Geschmack bringen und dafür braucht man Kontakte zu Kunden. Ich arbeite in einem Laden und rede täglich mit jungen Müttern, die noch nie Honig vom Imker gegessen haben. Ihren Kindern zuliebe empfehle ich immer einen Imker aus der Umgebung. Anfangs mußte ich suchen um überhaupt einen zu finden.
    @ Henry, ich bin auch immer wieder erstaunt was die Leute für Porto ausgeben. Es gibt aber auch Kunden aus der Nähe die selbst abholen und gleich sehen wo man mehr kaufen kann.
    @ Vorgebirge Du hast Recht, Eifelhonig ist wirklich köstlich. Ich glaube wenn die Kunden erst mal den probiert haben, werden sie noch mehr davon haben wollen. Vielleicht ist die Methode doch nicht so falsch und unter Werbekosten zu verbuchen.



    Grüße an alle,


    Annerose

  • Hallo zusammen
    Hallo Annerose


    Einen anständigen Preis kannst du fast überall erreichen. Hier in Völklingen verkauft ein Imker seinen Honig für 2,50 Euro das Glas, und das auf dem Weihnachtsmarkt! Nur solange in den Vereinen oder unter Kollegen keiner abgemahnt wird wegen seiner Preispolitik, wird es immer so weitergehen. :evil: Jede Großfirma (z.B. Bierbrauerei) leistet sich eine Billigsorte, und das scheint in den Vereinen auch der Fall zu sein.
    Ich bin in 2 Vereinen, und jedesmal war es jeweils der größte Honigproduzent, der seinen Honig verschleudert.
    Wir anderen Imker haben alle!!! Honigpreise ab 4,00 - 7,50 Euro das Glas, und verkaufen auch unseren Überschuss. Nur "Wir" kennen aber den Unterschied zwischen Angebot und Nachfrage. Und gerade das macht den guten Imker aus (in meinen Augen), der seine Völkerzahl der Nachfrage anpassen und halten kann.
    Na ja, hier bei uns haben sie ja nun die Ausrede, dass der Me.... aus der Eifel ja eh die Preise in den Keller gefahren hat. Nur lass "Ich" diese Aussage nicht zählen. Anstatt hier Ausreden oder Erklärungen für diese Billiganbieter zu schreiben, solltest du diese mal ansprechen oder anschreiben. :wink:

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • Hallo miteinander,
    hallo Guido,


    das ist es doch. Um überhaupt noch den Honig loszuwerden verkaufen viele Imker unter Arbeitswert. Dem sollte entgegengewirkt werden das befürworte ich auch. Man sollte nicht jeden einzelnen Imker vorführen und bloßstellen. Die Importeure haben eine starke Lobby die sogar in der Lage ist die EU Gesetzgebung zu beeinflussen. Wir Imker brauchen um dagegenzuhalten und den Markt fair zu gestalten auch eine Lobby. Es sollten wenigstens fürs Erste moderne Testverfahren unabhängiger Instituten für Importhonig eingesetzt werden.
    http://cdl.niedersachsen.de/blob/images/C1532976_L20.pdf Das wurde bisher erfolgreich verhindert. Die inländische Honigerzeugung geht immer mehr zurück und trotzdem fallen die Preise im Großhandel. Das ergibt für mich keinen Sinn, es sei denn es wird Importhonig "veredelt". Ich habe schon mehrere Billiganbieter bei Ebay angeschrieben aber keine Antwort erhalten. Den geringsten Preis hatte ein Imker aus dem Osten mit 1,69 Euro für ein DIB Glas.


    Ein gemeinsames Schreiben der Imker an die Verbraucherministerien der Länder und des Bundes wäre mein Vorschlag. Immer weniger Bienen werden auch in der Landwirtschaft finanziellen Schaden hinterlassen. Unseren Wirtschaftsminister in Rheinland-Pfalz hatte ich schon angeschrieben. Man ist dort stolz darauf, das die Anzahl der Imker im Land nur um 0,6 % zurückging. Man sieht keinen Handlungsbedarf die Imker bei der LSV zu entlasten und verweist für Hilfe an das Bieneninstitut in Mayen. Auch das Problem mit dem "veredelten Importhonig" wird abgestritten. Es geht also den Imkern so gut in Rheinland-Pfalz, das den Honig verschleudern müssen um überhaupt ein paar Euro in die Kasse zu bekommen. Deshalb verteidige ich Einzelne die auch nur Opfer sind. Die Schuld hat für mich die Politik. Herrn Steffens werde ich nach dem Grund für seine Preise fragen, aber in einem persönlichen Gespräch.


    Grüße,


    Annerose

  • Hallo, hab ja immer gesagt das die Vermarktung im DIB Glas von denen die dies von jedem verlangen,am ehesten untergraben wird. Stöbere seit einigen Jahren in e-bay und hab schon von DIB-Etiketten Restbeständen bis wie hier angebotenem Honig für Wiederverkäufer alles gesehen. Da stellt sich die Frage ob die von Etikettenpflicht, Chargennummer, Produkthaftung, etc. überhaupt schon mal was gehört haben. Wie soll ich Honig von jemand verkaufen den ich nicht kenne? Hat der die Hygienegesetze eingehalten,was ist drin im Glas oder Hobbock, stimmen die Gewichtsangaben mit dem was im Glas ist überein? Das machen sich manche Leute schon verdammt einfach. War letzte Woche mal wieder auf einem Hygienelehrgang der Landwirschaftskammer, die Leute dort sagten mir, das die Imker sowieso schon etwas länger beobachtet würden und wir nur Glück hätten das die Personaldecke bei den Ämtern so dünn ist und somit die Kontrollen nicht durchgeführt werden können, wie sie eigentlich gemacht werden sollten. Na dann viel Mut diesen Leuten und viel Glück,aber bedenkt irgentwann kriegen sie alle. Ich weis nicht warum der DIB da nicht mehr kontrolliert, wobei die ja eigentlich ihr Geld auch so kriegen. Ich vermarkte im Jahr ca. 300 - 400 Gläser Honig und natürlich im Neutralglas mit eigenem Etikett.

  • Hallo Helmut,


    auch ich bin ein Verfechter des Neutralglases mit eigenem Etikett (siehe oben). Honigkauf beim Imker, den man kennt, ist eben eine Vertrauenssache (und keinesfalls in erster Linie eine Preisfrage!). Allerdings funktioniert das nur, solange ich an Kunden verkaufe, die noch irgendeinen Bezug zu dem von mir verkauften Honig (z.B. regionale Herkunft) haben. Bei einem Groß- bzw. Erwerbsimker muss man sich schon etwas anderes audenken, um nicht in der Masse unterzugehen. Da könnte so etwas wie ein DIB-Etikett gute Dienste leisten, nur gerät meines Erachtens diese Marke zunehmend ins Zwielicht (aus Gründen, die hier schon genannt worden sind).


    Grüße,


    Vorgebirge

    (seit 2002 Carnica, Standbegattung; Löwenzahn, Obstblüte, Sommerblüte, Robinie, Linde; Zander, Zeidlermagazin (Heroldbeute), Hohenheimer Einfachbeute; Neutralgläser, eigene Etiketten; Honig, Propolis, Met, Bärenfang)