Varroakontrolle - jetzt noch behandeln?

  • Liebe Imkers,
    habe jetzt mal nachgeprüft und bei 7 Tagen mit Varroaschieber sind 8 Milben gefallen - trotz einer einmaligen Milchsäurebehandlung (leider nur einmal gesprüht; danach kam die große Kältewelle) und den üblichen AS-Behandlungen im Vorfeld sind es also noch über 1 Milbe pro Tag.


    Was meint ihr - kann und sollte ich eine milde-temperierte Witterung ausnutzen um noch mal mit Milchsäure dranzugehen? Denke, sie brüten noch nicht...müßte ich natürlich dann checken...


    Danke für die Ideen dazu!


    Mel

  • Hallo Mel,


    Zitat

    Denke, sie brüten noch nicht..


    ...doch, sie brüten schon! Etwa seit Mitte Januar, allerdings sollte die Ausdehnung des Brutnestes noch sehr begrenzt sein ,weil die Temperaturen bisher sehr bienenfreundlich kalt sind.
    Trotzdem würde ich, sollte es wirklich in den nächsten Tagen wärmer werden, baldmöglichst gegen die Varroen behandeln. Soviel verdeckelte Brut sollte noch nicht in den Völkern sein, die Masse der Milben wird noch auf den Bienen sitzen.


    Ich habe einen Stand erst vor einer Woche mit Oxalsäure behandelt (verdampft)(bei +2°C Außentemperaturen und Schneeregen). Bisher sind zwischen 5-60 Milben pro Volk gefallen. Man sieht, die Winterbehandlung tut not.


    Gerold

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Zitat

    Soviel
    verdeckelte Brut sollte noch nicht in den Völkern sein, die Masse der
    Milben wird noch auf den Bienen sitzen.


    Meinst du nicht, daß die Masse der Varroen sich in den wenigen verdeckelten Zellen drängelt? Die erste Gelegenheit zur Fortpflanzung nutzend?


    Gibt es darüber Untersuchungen?*neugier*

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine,


    Zitat

    Meinst du nicht, daß die Masse der Varroen sich in den wenigen verdeckelten Zellen drängelt? Die erste Gelegenheit zur Fortpflanzung nutzend?


    Gibt es darüber Untersuchungen?



    ..ich zumindest kenne keine diesbezüglichen Untersuchungen. :(
    Daß die mesiten Varroen noch auf den Bienen sein sollten, habe ich bar jedes Wissens aus dem Bauch heraus so vermutet.... :wink: 
    Aber ich denke, jede Varroa, die wir jetzt noch killen, ist weniger Milbendruck im Sommer.........


    Gerold

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo Imker,


    ich habe hier mal einen Auszug eines Bienenwissenschaftlers zur Winterbehandlung, sinngemäß: OS-behandlungen sollten bis zum 31.12 abgeschlossen sein, da ein Großteil der Völker ab diesem Zeitpunkt wieder mit dem Brutgeschäft beginnt. Eine OS-behandlung im nicht brutfreiem Zustand ist daher uneffektiv, da sich 90% der Milben in der Brut befinden.
    Passt zwar mehr zur Spätherbstbehandlung, aber warum sollte es im Frühjahr anders sein?


    Grüsse 8)

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !

  • Hallo Mitstreiter,
    insbesondere @ Sabine,


    [/quote]Meinst du nicht, daß die Masse der Varroen sich in den wenigen verdeckelten Zellen drängelt? Die erste Gelegenheit zur Fortpflanzung nutzend?


    Gibt es darüber Untersuchungen?[quote/]


    Die gibt es tatsächlich.
    Ich weiß zwar nicht mehr von wem genau, das müßte ich einfach mal eruieren.
    Allerdings kam dabei raus, daß tatsächlich nur ein ganz kleiner Teil der Varroen in die allererste Brut geht, die anderen warten geduldig auf den Frühling.
    Es wäre ja zu schön, man bräuchte dann im Januar nur eine einzige Brutwabe aus dem Volk entnehmen und das Varroaproblem wäre für die ganze Saison behoben! :wink:

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo liebe Imkerfreunde,


    ich habe auch jetzt den Milbenfall überprüft und festgestellt, dass ich über dem kritischen Grenzwert liege. Ich denke, dass eine Behandlung nötig ist. Jedoch bin ich unsicher, ob ich
    1.) mit Oxalsäure oder Milchsäure behandeln soll
    und
    2.) ob ich hinterher auch wirklich keine Rückstände im Honig behalte.


    Ich möchte das Volk jetzt eigentlich nicht auseinanderreißen - also fällt vermutlich die MS-Behandlung weg. Daher vielleicht mit Oxalsäure beträufeln ??? :-? Wenn die meisten Varroen noch auf den Bienen sitzen, müßte das doch gehen. (Klar, dass die Behandlung jetzt nicht mehr so effektiv ist, wie im Dezember. Aber schenken kann ich mir das Ganze doch nicht, oder?)


    Vielen Dank für Eure Hilfe!


    Gruß,


    Frank.

    Ich halte Bienen seit 2005; hauptsächlich in Segeberger Beuten; Momentan 14 Carnica-Völker; Varroabehandlung: mit Ameisensäure im Apimedea Verdunster und Oxalsäure

  • zu 1)
    Würde auch die Träufelmethode vorziehen (selber mache ich seit Jahren nichts anderes im Dezember mit guten Erfahrungen), halte es für problematisch jetzt das Volk auseinander zu reissen.


    zu2)
    Kann mir nicht vorstellen, dass die bis Ende Mai Rückstände von der Oxalsäure verbleiben. Muss mal schauen, ob ich irgenwas dazu finde wie schnell sich die Oxalsäure abbaut.


    Gruß
    imkersamson

    41 Jahre alt, 1/1 Langstroth kompatibel mit offenem Gitterboden,Oxal- und Ameisensäurebehandlung

  • jumanji schrieb:

    ich habe auch jetzt den Milbenfall überprüft und festgestellt, dass ich über dem kritischen Grenzwert liege. Ich denke, dass eine Behandlung nötig ist. Aber schenken kann ich mir das Ganze doch nicht, oder?)
    Frank.


    Moin , Moin aus Hamburg,
    nicht ganz uninteressant ist auch die Art und vor allem auch die Anzahl Deiner bisher unternommenen Behandlungen und wie hoch Deine Grenzwertüberschreitung wirklich ist.
    Man kann ein Volk auch " totbehandeln " wenn Du bisher wirkungslos aber schon mehrfach behandelt hast , würde ich mich für eine Frühjahresbehandlung durch konsequenten Drohnenausschnitt und Ablegerbildung (den dann behandeln) entscheiden. Jede Form eines Eingriffes stellt für das Volk IMMER auch eine Belastung da. Ganz Milbenfrei geht sowieso nicht.


    Viele Grüße


    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • ich lese hier häufig. behandeln mit OS bis 31.12. o.ä.
    Meine frage: Haben eure Bienen einen Kalender in der Kiste oder verhalten die sich doch eher nach dem Biorhythmus und passen sich in ihrem Verhalten dem klima an? Beginnen die pünktlich zum 1.1. mit dem Brutgeschäft oder gibt es da doch andere biologisch-klimatische Regularien?

  • AC schrieb:

    ich lese hier häufig. behandeln mit OS bis 31.12. o.ä.
    Beginnen die pünktlich zum 1.1. mit dem Brutgeschäft oder gibt es da doch andere biologisch-klimatische Regularien?


    Moin , Moin aus Hamburg,
    Datum ist rein formal zu sehen. Bei einer letzten Behandlung zum Jahresende verbleibt dem Bienenvolk ausreichend Zeit eventuelle Rückstände vor dem nächsten größeren Trachteintrag abzubauen. Außerdem ist um diesen Zeitraum mit einer relativ großen Brutfreiheit zu rechen. Es kommt nicht auf den Tag genau an und den Bienen ist das wohl auch ziemlich egal :wink: aber man sollte schon die bekannten
    biologisch-klimatische Regularien im Auge behalten um den optimalen Zeitpunkt zu finden.
    Viele Grüße


    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Zitat

    Meine frage: Haben eure Bienen einen Kalender in der Kiste oder verhalten die sich doch eher nach dem Biorhythmus und passen sich in ihrem Verhalten dem klima an? Beginnen die pünktlich zum 1.1. mit dem Brutgeschäft oder gibt es da doch andere biologisch-klimatische Regularien?


    ja, haben sie! :wink: 
    Das Brutgeschäft wird in allererster Linie durch den Stand der Sonne beeinflußt und erst in zweiter Linie durch die Temperatur (wir reden jetzt vom Winter, im Sommer kommt noch Trachtangebot hinzu!)
    Etwa Mitte Januar beginnt das Brutgeschäft in Mitteleuropa. Die Größe des Brutnestes ist von der Außentemperatur abhängig, nicht der Brutbeginn.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • G. Wustmann schrieb:

    Das Brutgeschäft wird in allererster Linie durch den Stand der Sonne beeinflußt ...


    Das stelle ich mir so vor:
    Regelmäßig gegen Mittag kommt eine Bienen des Hofstaates vor das Flugloch, mißt den Sonnenstand und erstattet darauf Ihrer Hoheit den Bericht einschließlich einer Empfehlung hinsichtlich des Legegeschäftes. :D


    Grüße, Thomas