Honig goldklar

  • Guten Tag,


    ich habe nur noch wenige Honigtöpfe und möchte jetzt auf wunsch meiner Kunden wieder Honig goldklar anbieten, weil die Nachfrage hier besonders groß ist. Mein Sommerhonig ist ist noch recht flüssig, aber er bildet schon einige Kristalle aus. Obwohl ich den Honig jetzt in meiner Auftaukammer bei 33 Grad 16 Std. aufgetaut habe, bleiben weiterhin diese feinen Kristalle.


    Wie lang muss ich den Honig den in so einem Austauschschrank belassen, oder wird dieser so nie ganz klar ? Benötigt er mehr Zeit ?


    Wäre das mit einem Melitherm kein Problem ?


    Für die Antworten im Voraus herzlichsten Dank.


    Grüße


    Dr. Harper

    Bioland Imkerei, Horst in Westfalen

  • Hallo Dr. Harper,


    für manche Honigsorte sind 33°C einfach zu wenig, zu mindest hab ich das so schon erlebt! Ganz sicher ist das Melitherm besser, weil durch das Seih-Tuch die gröberen Kristalle zurück gehalten werden! Aber auch mit dem Melitherm ist es mir schon passiert, daß sich bei zu niedrig eingestellter Themperatur der Honig nicht optimal aufgelöst hat! bzw. er nicht ganz so schön klar wurde!


    Sowieso ist es manchmal besser, man verflüssigt den Honig, na sagen wir mal bei 45° und 4 Stunden als bei 16 Stunden mit 33°!


    Es gibt da einen Zusammenhang von Wärmemenge bzw.Themperatur und der Zeit, die beim Honig schlußendlich den HMF Wert hoch treibt!


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo Toyotafan,


    Du hast geschrieben: Sowieso ist es manchmal besser, man verflüssigt den Honig, na sagen wir mal bei 45° und 4 Stunden als bei 16 Stunden mit 33°!
    Es gibt da einen Zusammenhang von Wärmemenge bzw.Themperatur und der Zeit, die beim Honig schlußendlich den HMF Wert hoch treibt!


    Gibt es dazu Untersuchungen? Deine Angaben erscheinen mir ziemlich logisch, aber ich wüßte gern Genaueres zum Zusammenhang zwischen Temperatur, Zeit und HMF-Wert im Honig.


    Viele Grüße,


    Vorgebirge

    (seit 2002 Carnica, Standbegattung; Löwenzahn, Obstblüte, Sommerblüte, Robinie, Linde; Zander, Zeidlermagazin (Heroldbeute), Hohenheimer Einfachbeute; Neutralgläser, eigene Etiketten; Honig, Propolis, Met, Bärenfang)

  • Hallo Vorgebirge,


    diese Untersuchungen gibt es, frag mich blos nicht wo das mal veröffentlicht wurde. Ist jedenfalls schon eine ganze Zeit her als ich das gelesen hab, war auf jedenfall in einer Bienenzeitung!


    Die Spürgins (Hersteller vom Melitherm) können dir das aber bestimmt besorgen!


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo,
    unter www.spuergin.de findet man den Bericht der Landesanstalt.
    Die Frage bleibt, ob der Honig bei einer kurzen aber starken Erhitzung eine andere "Qualität" der Beeinträchtigung erfährt. Für Waldhonig halte ich es für das schonendste Verarbeitunsverfahren. Sehr empfehlenswert ist es den Honig schnell abzukühlen, beispielsweise abzufüllen, denn der Honig bleibt nach dem Melitherm Durchlauf im Kübel noch einige Stunden 30-40 Grad warm.


    Gruß
    Simon

  • Hallo Simon,


    schon richtig, erbleibt etwas warm, vorallem dann, wenn man das Melitherm direckt auf den Abfüllkübel setzt. Der Honig kühlt weit besser ab, wenn der Behälter unter dem Melitherm einen größeren Durchmesser hat, und man zu dem das Melitherm noch etwas höher (ich hab 15 cm) platziert. Dann kühlt er schon beim heruntertropfen weit besser aus! und verliert dabei je nach dem sogar noch etwas Wasser!


    Es ist auf alle Fälle immer noch besser, als mit warmer Luft oder auch mit warmen Wasser zu erst das Lagergefäß heiß machen, um dann den Honig zu verflüssigen, der sich dann doch nicht so 100%ig auflöst. zumindest was die Zeit betrifft!


    Ich kenne keine bessere und schonendere Methode!


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo,
    Melitherm ist schon eine tolle Sache, von der Handhabung muss aber auf die Version mit dem gekröpften Thermostat geachtet werden. Sonst wirds lästig beim Befüllen.
    Der gelochte Distanzring freut die DIB Imker, manch einer lässt sich zu weiteren Tuningmassnahmen verleiten:

    Der einzig messbare Effekt des Melithermtunings ist die Abkühlung, der Honig hat im unteren Gefäß keine 30 Grad mehr. Nachteilig am Melithermverfahren könnte die vergrößerte Kontaktfläche zur Luft sein. Verunreinigungen oder Verlust an Geschmackstoffen sind schon denkbar. Naja übertreiben sollte man nicht. Ein Distanzring (oder auch zwei!), "kühlen" den Honig ausreichend.
    Hoffentlich dunstet keine Äpfelsäure ab, sonst wird aus dem guten Tannenhonig plötzlich Fichte :( 
    Gruß
    Simon

  • Hallo Toyotafan, hallo Simon,


    danke für die Info,


    Gruß,
    Vorgebirge

    (seit 2002 Carnica, Standbegattung; Löwenzahn, Obstblüte, Sommerblüte, Robinie, Linde; Zander, Zeidlermagazin (Heroldbeute), Hohenheimer Einfachbeute; Neutralgläser, eigene Etiketten; Honig, Propolis, Met, Bärenfang)

  • Bumblebee schrieb:

    Hoffentlich dunstet keine Äpfelsäure ab, sonst wird aus dem guten Tannenhonig plötzlich Fichte :(


    nu mach mal langsam!


    so schnell schießen die Preußen nun doch nicht!



    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Solange der Sortentest mit dem Finger :wink: gemacht wird, ist es eh wurscht wie viel Melitherm abdunstet, wenn überhaupt was rausgeht. Die Äpfelsäure ist wohl nicht flüchtig. Trotzdem finde ich es denkbar, dass dadurch etwas abdünsten kann, die Kontaktoberfläche ist sehr groß! Oder umgedreht, allerhand Geschmäcker können in den Honig gelangen. Tannenhonig mit Bratwurstgschmäckle :-?. Aber wer grillt schon während der Honigbearbeitung? Hm, da bleibt noch Hausstaub etc. alles mikroskopisch feststellbar, vor allem wenn sich die Katze mal wieder am Melitherm reibt.
    Gruß
    Simon

  • Bumblebee schrieb:


    Hoffentlich dunstet keine Äpfelsäure ab, sonst wird aus dem guten Tannenhonig plötzlich Fichte :( 
    Gruß
    Simon


    Hallo Simon,
    welche Rolle spielt die Apfelsäure bei der Sortenbestimmung von Tannenhonig?
    Viele Grüße, Hermann