Nie wieder drahten!

  • Hallo zusammen,


    mal ein Tip, der auf eigenem Anfänger-Mist gewachsen ist:


    Ich bin`s leid, immer wieder neu zu drahten, nachzuspannen, durch Draht ausschneiden zu müssen und und und ...


    Es geht viel einfacher:


    Ich verwende Kunststoffrähmchen "Kuntsch-hoch".
    Das Verfahren geht aber auch mit Holz.
    Ich bohre die Rähmchen jeweils rechts und links auf (nur die innere Kunststoffseite) in 1/3 und 2/3 Höhe. (Bei Holz nicht ganz durchbohren.)
    Zum Bohren habe ich mir eine Schablone gemacht und bohre mit einem Dremel.


    Dann schiebe ich 2 Messingröhrchen rein, die ich vorher in Wachs getaucht habe. Dazu den Rahmen ein wenig auseinanderbiegen.
    Durch Zurückfedern des Rahmens halten sie ganz fest.
    Sie sitzen übrigens nicht ganz mittig, da die Mittelwand genau in der Mitte ist, also 2mm verschoben.


    Nun lege ich die Mittelwand auf eine Holzplatte, die genauso groß wie die Mittelwand ist. Darauf lege ich das Rähmchen so, daß die Röhrchen nun auf der Mittelwand liegen und diese dadurch genau in der Mitte des Rähmchens ist.


    Jetzt gieße ich Wachs entlang der Röhrchen und zusätzlich oben und unten an Mittelwand und Rähmchen.
    Fertig.


    Klingt aufwendig, ist es bei Serienanfertigung aber nicht.


    Vorteil: Diese Röhrchen bleiben immer drin, statt Draht.
    Waben einfach mit einem Messer ausschneiden - das geht ruck-zuck.
    Ich habe ein altes Kittmesser dazu als Klinge angeschliffen.
    Die Spitze habe ich abgeschnitten und eine Rundung eingefeilt.
    Damit fahre ich noch kurz über die Röhrchen und schiebe das Wachs ab.


    An der Röhrchenstelle ist der Wabenbau etwas ungleichmäßig.
    Die Bienen stört`s nicht, und mir isses Wurscht...


    Zum Angießen mit Wachs habe ich einen Metallwinkel an einem Ende so angespitzt, daß ich, wenn ich ein gerolltes MW-Stück in den Winkel lege, mit einem kleinen Ronson-Gasbrenner das Wachs zum schmelzen bringe und gut dosiert angießen kann.


    So, ich hoffe, daß ihr in Zukunft mehr Zeit für Besseres habt... :P


    Gruß Hardy

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Moin Radix,


    ist Drahten wirklich so schlimm für Dich? :o


    Ich bestelle nun schon seit einiger Zeit neue Rähmchen fertig gebaut, geöst und gedrahtet. Ich drahte also nur noch, wenn ein sehr schönes Rähmchen seinen Draht einbüßt oder bei den MiniPlus, wo's keine gedrahteteteten Rähmchen zu kaufen gibt.


    Seit es die Drahtspanner mit den Zahnrädern gibt ist auch das Spannen kein wirkliches Problem mehr. Pro Stunde 5 bis 6 Zargen spannen und einlöten ist zu schaffen ohne, dassas Streß wird. Und wenn paar Rähmchen noch komplett nachzudrahten sind, dann schaff ich halt weniger. :roll: Das iss auch nich' schlimm. Das ist Bienengeigel. :wink:


    Und so'n Draht, wenn er sanft gespannt und mit einer MW versehen ist stabilisiert ein Rähmchen doch ungemein, weil er es unter Spannung hält. Woher kommt die Verwindungssteifheit bei festen Röhrchen?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,


    spanne meine Rähmchen mit einer speziellen Zange nach. Diese drückt ein Zickzack-Muster in den Draht, geht völlig problemlos und einfach, es reissen auch keine Drähte. :D 
    Zum Drahten verwende ich einen "Drahtfix", seitdem ich diesen verwende ist das Drahten und einlöten für mich kein Problem mehr und geht recht zügig. :D


    Gruß
    imkersamson

    41 Jahre alt, 1/1 Langstroth kompatibel mit offenem Gitterboden,Oxal- und Ameisensäurebehandlung

  • Hallo Drahtzieher,
    auch ich muss das machen. Den Draht mit Wellenmuster zu verkürzen ist nicht ganz mit meinen Nerven kompatibel. Es funkt bei mir nur bedingt, ist Wachs am Draht klappt die Sache nicht. Meistens ist er aber so ausgeleiert, dass ich ihn nochmal mit der Zange zurren muss.
    Egal wie gespannt wird, ab der 20. Zarge wirds nervtötend.
    Gab es da mal die Idee mit Fahrradspeichen? Ich könnte mir vorstellen, dass es mit zwei Speichen und modifiziert Zander für eine sichere MW Befestigung ausreichen müsste. Speichen gibt es auch in Edelstahl, wäre dann kein Wachsproblem. Wenn es dann noch eine elegante Befestigung der Speichen am Rähmchen geben würde, könnten diese immer wieder verwendet werden.


    Gruß
    Simon

  • Bumblebee schrieb:

    Den Draht mit Wellenmuster zu verkürzen ist nicht ganz mit meinen Nerven kompatibel. Es funkt bei mir nur bedingt, ist Wachs am Draht klappt die Sache nicht.


    Hallo Simon,


    nehme an Du meinst diesen Drahtspanner mit den zwei Zahnrädchen, diesen hatte ich auch, war mit meinen Nerven ebenfalls nicht kompatibel. :evil: 
    Verwende die Drahtspannerzange, hier gibt es kein Abrutschen und Reissen des Drahtes, es arbeitet sich nervenschonend. :D


    Gruß
    imkersamson


    Drahtspannerzange, guckst Du hier:
    http://www.bienenweber.sagehost.de/ct_PR03300.htm


    Drahtfix guckst Du hier:
    http://www.honig-muengersdorff…/katalogmuengersdorff.pdf

    41 Jahre alt, 1/1 Langstroth kompatibel mit offenem Gitterboden,Oxal- und Ameisensäurebehandlung

  • Tach Henry,


    nee, drahten ist nicht "schlimm". Ich find`s nur lästig.
    Die Kunststoffrähmchen halten "ewig" - also für alle Zeiten nur 1x die Röhrchen rein.
    Nie wieder nachspannenn...
    Auch beim Ausschneiden kein Draht im Weg...
    Kunststoffrähmchen sind an sich (ich wollte per-see oder so schreiben. Wie schreibt man daß...? :oops: ) schon sehr steif. Die Röhrchen geben zusätzliche Festigkeit.


    @ Simon: Speichen hatte ich auch "im Auge". Die sind zwar sehr Stramm, wenn sie im Rad gespannt sind, lose aber zu biegsam.
    Deshalb Röhrchen. :P


    Gruß Hardy

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Radix,
    die Speiche könnte man auch etwas unter Zug bringen, auf einer Seite ist sie gekröpft, auf der anderen gibt es ein Gewinde. Das verkompliziert die Sache aber wieder, zumal der "Nippel" gerne die Neigung hat zu klemmen und auch nicht aus Edelstahl ist. Ein Vorteil hätte die Sache aber trotzdem, man könnte die Rähmchen schön zentrieren. :wink:


    Gruß
    Simon

  • Hallo Simon,


    drahte meine Rähmchen quer, vier mal.
    Pro Draht kneife ich normal einmal (also insgesamt vier mal für ein Rähmchen), bei ausgeleiertem Drähten rechts und links.


    Ist der Draht extrem ausgeleiert und das Rähmchen noch gut, dann mach einen Wabofix rein (einer reicht für ein Rähmchen).


    Gruß
    Imkersamson


    Wabofix guckst Du hier:
    http://www.wabofix.de/montage.htm

    41 Jahre alt, 1/1 Langstroth kompatibel mit offenem Gitterboden,Oxal- und Ameisensäurebehandlung

  • Hi !
    Zum Drahtspannen nehme ich einfach einen spitz angeschliffenen Nagel,schiebe diesen aussen am Rähmchen unter den Dreaht durch und forme eine kleine Öse.Diese wird dann 1 Mal verdrillt und angedrückt und fertig ist der Lack.
    Irgendwelche Nachteile sind mir nicht bekannt ...

    Grüssle aus dem Nordschwarzwald


    Lagerfeuer1971

  • Hi,


    ich will natürlich niemanden von seiner Drahterei abhalten... :P


    Aber ich probier immer mal gern was Neues aus, und wenn`s dann (für mich)
    praktischer ist, mach ich`s halt so.
    Und ich teile es auch gern mit - jeder kann sich`s dann aussuchen.


    Tolles Forum hier. Es ist wenigstens was los. Auch der Umgangston gefällt mir! :D


    Ich grüße alle. Hardy

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.