Schwarmimkerei

  • Hallo,
    ich stöbere jetzt seit fast einem Jahr in eurem Forum herum u. finde es klasse. Viele Beiträge fand ich nützlich u. einige zum Schmunzeln.
    Da ich in keinem Imkerverein Mitglied werden möchte ( bei einem Vereinsschnupperabend hörte ich zum Abschied den Satz: Das nächste Mal bringen Sie aber Ihren Mann mit! :o ) habe ich mich nun entschlossen Sabi(e)nes Rat zu befolgen und euch mit meinen Anfängerfragen zu löchern. :D .


    Hier nun meine ersten Fragen. Ich möchte mehr über die Schwarmimkerei erfahren. Gibt es Bücher über dieses Thema? Wird sie nur in der Heide praktiziert, oder gibt es noch andere Imker, die mit Schwärmen arbeiten?


    Wäre für jedes Info dankbar


    Gruß
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Hallo Sonnenblume,
    mit Schwärmen habe ich es nicht (mehr). Ich lasse sie ziehen, auf eine Leiter steige ich wegen einem abgeschwärmten Volk nicht mehr. Wenn es die Tracht hergeben würde, wäre es was anderes.
    Aber mit einem Schwarm ist bei mir auch der Honig weg, die Qualität auch. Wo ist denn Oberhessen? Liegt vielleicht neben Nordhessen, dort habe ich schon größere Mengen Frühtrachthonig geerntet, ohne Schwarmstimmung :wink:


    Gruß
    Simon

  • helianthus schrieb:

    Da ich in keinem Imkerverein Mitglied werden möchte ( bei einem Vereinsschnupperabend hörte ich zum Abschied den Satz: Das nächste Mal bringen Sie aber Ihren Mann mit! :o )


    Moin , Moin aus Hamburg
    über denn Spruch würde ich mir keine Gedanken machen. Ich kenne die Situation zwar nicht , muß aber nicht unbeding als ein Frauenverachtender Spruch gesehen werden. Bei mir haben Sie gesagt , das ich doch beim nächsten mal meine Frau mitbringen soll :wink: 
    Imker sind eben gesellige Menschen :wink: 
    Ich würde mir auf alle Fälle( falls möglich) mindestens noch einen zweiten Verein ansehen. Ich bin kein Vereinsmeier, würde aber behaupten, das Du durch eine Vereinsmitgliedschaft eigentlich keine Nachteile hast. Ich würde es mindestens noch einmal probieren.


    Bezüglich Schwarmimkerei machst Du Dir in der Nachbarschaft nicht unbedingt Freunde. Der Zeitaufwand ist auch sehr groß. Füher hat man in der Schwarmzeit immer Opa zum aufpassen vor die Körbe gesetzt. Der hat dann Alarm gegeben wenn es losging. Solange Du es bei Deinen 4 Völkern läßt , dürfe es aber nicht allzuviel Probleme geben.


    Viele Grüße aus dem 5 C° warmen ,regnerischen und Stürmischen Hamburg wünscht


    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Moin Regina,


    Schwarmimkerei mit 4 Völkern wird nüschd (... frach ma Dein' Mann! :wink: ) Nee wirklich. Bei 4 Körben wartest Du tagelang, wochenlang, monatelang vor den Völkern ohne daß da was abgeht. Du bekommst dann Moos in den Augen und schlägst Wurzeln und dennoch gehen keine Schwärme ab. (außer nach Murphy, Du gehst kurz mal was essen) Bei 40 oder 100 Körben wär das was And'res. Und selbst da kommen noch Schwärme aus, weil Du grad nicht hinguckst und manchmal sitz Du dennoch stundenlang an.


    Und Schwärme einfach fallen zu lassen und zufällig zu entdecken und dann einzufangen ist jetzt nicht wirklich sinnvoll. Wie leicht fliegen die dann auf und davon oder setzen sich weit oben an und wie lustig finden das dann die Nachbarn. Dein Honig ist dann eh fort und Du mußt auch noch hoffen, daß das Restvolk eine ordentliche Königin hinkriegt. Sowas ist genauso Ausrede für mangelnde Schwarmverhinderung, wie Antiautoritäre Erziehung die Ausrede für Kapitulation vor den eigen Kindern ist. Versuche schwarmfrei zu imkern und freu Dich falls Du dennoch Schwärme hast, denn das ist die Natur, die Dir zeigt was 'ne Harke ist. :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Drohne Daniel schrieb:
    helianthus schrieb:

    Da ich in keinem Imkerverein Mitglied werden möchte ( bei einem Vereinsschnupperabend hörte ich zum Abschied den Satz: Das nächste Mal bringen Sie aber Ihren Mann mit! :o )


    Ich würde mir auf alle Fälle( falls möglich) mindestens noch einen zweiten Verein ansehen. Ich bin kein Vereinsmeier, würde aber behaupten, das Du durch eine Vereinsmitgliedschaft eigentlich keine Nachteile hast. Ich würde es mindestens noch einmal probieren.


    Würde Dir auch empfehlen einen zweiten Verein aufzusuchen.
    Bei dem ersten Verein in dem ich war, handelte es sich um einen Rentnerabend, bei dem über vieles aber nicht über Bienen gesprochen wurde.
    Mein jetziger Verein ist das volle Gegenteil, bei jeder Monatssitzung ist ein Referent eingeladen oder eine praktische Vorführung.
    Du siehst ein zweiter Versuch lohnt sich, als Mitglied in einem Verein bist Du auch versichert.


    Gruß
    imkersamson

    41 Jahre alt, 1/1 Langstroth kompatibel mit offenem Gitterboden,Oxal- und Ameisensäurebehandlung

  • Hallo ,
    vielen Dank für eure Antworten. Aber ihr habt meine Frage noch nicht richtig beantwortet. Wie funktioniert die Schwarmimkerei genau?


    @ Simon : Oberhessen liegt zwischen Nord- u. Mittelhessen. Bist du in die Kirschblüte nach Witzenhausen gewandert?


    @ Henry : leider hat mein Mann noch weniger Ahnung von Bienen als ich. Ich nehme ihn eigentlich immer nur mit auf den Stand, damit er die Stiche abbekommt u. nicht ich. :wink::D
    Natürlich werde ich dieses Jahr so imkern, wie ich es in den Lehrgängen u. von meinem Imkerpaten gelernt habe, sprich Schwarmverhinderung. Trotzdem interessiere ich mich sehr für Schwärme. Ich durfte mir letztes Jahr von einem ortsansässigen Imker 4 Schwärme fangen, u. es hat Spaß gemacht zu beobachten wie toll sie sich entwickelt haben.


    @ imkersamson: was den Imkerverein angeht, ich wohne hier in der Pampa, da ist die Auswahl der Vereine nicht so doll....besonders diejenigen, die noch aktiv was machen, sind dünn gesät. Was die Versicherung betrifft, sind meine Bienen bei uns im landwirtschaftlichen Betrieb mitversichert.


    Viele Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Moin Regina,


    ein Schwarm, zumal ein natürlicher, ist das beste und natürlichste, was man als Imker so beobachten kann. Er entwickelt sich rasch und in aller Regel recht linear und gleichmäßig, ist weitgehend frei von Krankheit und hat als Nachschwarm denn auch oft 'ne gut gezogene also auch legestarke Königin. Aber ein Schwarm hinterläßt immer auch ein abgeschwärmtes Volk. Und wenn Du nicht nur den Schwarm siehst, der jetzt Dir gehört, sondern auch das abgeschwärmte Volk, das Du vielleicht aufgefüttert und durch den Winter gebracht hast und nimmst noch das Verlustrisiko von Schwarm und Volk in die gedankliche Rechnung mit auf, dann sieht das schon nicht mehr so idyllisch aus.


    Schwarmbienenhaltung und Stabilbau gehören zusammen, weil der Stabilbauimker wegen des fehlenden nämlich ausgeschnittenen Baues ja immer baustarke Schwärme braucht, wenn er Völker vermehren oder auch nur umsiedeln will. Sonst blieben die Körbe wabenleer. Sinn der Schwarmbienenhaltung ist es also, möglichst früh auf ganz natürliche Weise den Völkerbestand massiv zu vergrößern und aus den überwinterten wenigen Völkern viele Schwärme zu ernten. Diese vielen Schwärme entwickeln sich das Jahr über bis sie sich in der Spätracht üblicherweise der Heide die neu gebauten Brutnester zuhonigen. Dann wird vor dem Winter aussortiert und ausgeklopft. Von den vielen Körben bleiben nur wenige mit Bienen besetzt und werden mit Zuckerwasser aufgefüttert. Der Rest wird ausgeschwefelt, damit die vorhandene Brut nicht fault und während der kommenden Wochen ausgeschnitten. Die ausgetrommelten Bienen werden vor oder in andere Völker geworfen und verstärken so die Überwinterungskörbe.


    Je früher die Völker schwärmen, desto höher die Chance, daß abgeschwärmtes Volk und Schwarm jeweils noch einmal schwärmen und je mehr Schwärme desto mehr honiggefüllte Körbe nach der Spättracht gibt es.


    Die Schwarmimkerei mit ihrer Spättrachtausnutzung ist so speziell, daß man früher aus Frühtrachtgebieten gleich nach der Frühtracht ganze Bienenvölker in die Heide zu Heideimkern gefahren hat und die abgetrommelten abgeernteten Bienen dann im Herbst zur Verstärkung der Stände zurückbekam. (Früher ging das noch lohnend per Bahn. :cry: )

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Moin Henry,


    vielen Dank für die gute Erklärung. Jetzt habe ich wieder etwas dazugelernt.


    Kann ich bei dir noch Etiketten ordern oder muss ich bei ebay gucken?


    Viele Grüße aus dem verschneiten Hessenland


    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • schwarmvorwegnahme...


    Ob ich der Schwarm jetzt ausm Baum oder aus die Beute hole, ist mir egal...
    Und dass die ehemalige Korb/heideimkerei nicht mehr zeitgemäss und sinnvoll ist, ist mir auch klar.


    Bleibt aber die Frage: wie wurde heute eine zeitgemässe Swarmimkerei aussehen. Wenn notwendigerweise auch mit Schwarmvorwegnahme, künstliche Köningennenzucht, Belegstellenfart, und, und. Alles toll.
    Wie wurde das bloss aussehen?


    Vielleicht haben da besonderes die biologisch-dynamische, öko- und alternativo's gedanken?


    Wurde mich freuen,


    Gruss, Elmar

  • Moin Elmar,


    Elmar Mook schrieb:

    Ob ich der Schwarm jetzt ausm Baum oder aus die Beute hole, ist mir egal...


    Ein natürlicher Schwarm ist in vieler Hinsicht einem gekehrten oder abgeklopften überlegen. Das werden auch die jungen Imker hier sicher bestätigen. Schwarmvorwegnahme ist eine Art der Schwarmverhinderung.
    Schwärme ernten ist Bienengeigel und eine Art Imkerfest. Und einen echten Schwarm bauen zu sehen ist eine Wonne.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Tag,


    ich meinte nicht, dass eine vorweggenommene Schwarm gleich wie eine Naturschwarm ist.
    Ich meinte, dass man auch mit Schwarmvorwegnahme eine art Schwarmimkerei betreiben konnte, dass es also für die methode egal ist.
    Wenn ich nicht schröpfe bis es Schwarmzellen gibt und ,wenn dann, gleich 1,5 kg Bienen aus das Schwarmvolk in eine Kiste fege, kommen mir die gleiche Vor- und Nachteile entgegen wie einer 'echter' Schwarmimker. (ausser das klettern in Baüme natürlich :lol: )


    Frage also, wie wurde eine zeitgemässe Imkereimethode mit diese Voraussetzungen aussehen?


    auf kreative gedanken freut sich,


    Elmar

  • Hallo Elmar,


    die Idee finde ich nicht schlecht. Du machst dann so eine Art von Kunstschwarm-Betriebsweise, oder? :D 
    Aber wo bekommst du die Königin her, wartest du bis verdeckelte Schwarmzellen da sind, suchst dann die alte Chefin raus und setzt sie zu deinen 1,5 kg abgekehrten Bienen in eine neue Beute??


    Gruß
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Oh je, da hab ich mich wohl verschrieben :oops: aber ich habe dich doch richtig verstanden....du wartest bis kurz vor der Verdeckelung u. bildest dann einen Kunstschwarm mit der alten Königin?


    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)