Bienenverluste

  • Hallo,


    ich habe nach (nur) zweijähriger Erfahrung mit Bienen in diesem Winter ebenfalls feststellen müssen, dass bei drei Völkern von sechs ein Massensterben zum Totalverlust geführt hat. Bei allen drei Völkern lagen die Bienen schon vor Weihnachten in großen Haufen am Boden und auch vor dem Bienenstand - es waren sehr viele sehr kleine Bienen dabei. Wegen des kalten Wetters vor Weihnachten weiß ich allerdings nicht genau, wann das passiert ist. Beim Aufmachen stellte ich fest, dass die Bienen mehr als genug Futter hatten. Es war allerdings auch ein wenig verdeckelte Brut vorhanden. Die weiteren Völker sind bei dieser Durchsicht auch dezimiert gewesen, dass ich die Völker vereinigt habe. Nur eines ist - bei gleicher Behandlung - in Ordnung gewesen.


    Die Varroabehandlung habe ich wie auch im Vorjahr mit Ameisensäure vier Mal hintereinander ab Anfang August durchgeführt, nachdem ich abgeschleudert und dann gefüttert habe.


    Ich frage jetzt nach, was ich falsch gemacht haben könnte, bzw. wie ich der Ursache ein wenig näher kommen könnte.


    Vielen Dank für evtl. Ratschläge von


    Birgit

  • Hallo,


    da kann ich dir eine ganz einfache Antwort geben, du hättest die Bienen einschicken sollen, zu diesem Dr. Ritter. Dann hätte man dir vielleicht sagen können, was es war. Schliesslich helfen Spekulationen nicht weiter und du hättest der Imkerei ein Stück weiter geholfen.


    Erstaunlich ist auch, das die Bienen aussenvor lagen, hast du nette Nachbarn ?


    Grüsse 8)

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !

  • Interessant wäre es zu wissen, wie viele Parasiten auf den Bienen waren.
    Durch eine Probe hätte man dann mehr sagen können als nur allgemeine Vermutungen anstellen.
    Mit der Behandlung muss man auf der Hut sein! Selten entwickelt sich der Befallsgrad wie im Vorjahr und oft genug schwankt der Wirkungsgrad der Behandlung unvorhersehbar. D.h.: immer den Erfolg überprüfen (nat. Milbenfall beachten!) und sich nicht darauf verlassen, dass es "so" schonmal geklappt hat.


    Gruß
    Simon

  • Hallo zusammen,


    vielen Dank für Euer Antworten.


    Die vorgeschlagenen Untersuchungen kann ich noch machen. Da es so kalt war, sind die toten Bienen noch da. Könnt Ihr mir hierzu genaueres sagen, Adresse, usw.


    Grüße von Birgit

  • ....
    Die Varroabehandlung habe ich wie auch im Vorjahr mit Ameisensäure vier Mal hintereinander ab Anfang August durchgeführt, nachdem ich abgeschleudert und dann gefüttert habe.


    Ich frage jetzt nach, was ich falsch gemacht haben könnte, bzw. wie ich der Ursache ein wenig näher kommen könnte.


    Vielen Dank für evtl. Ratschläge von


    Birgit[/quote]
    ........................vier Mal - drei Mal zu viel..Wie hast du die Behandlung durchgeführt?
    M f.G. Ivan J.

  • Hallo Biggie,
    vermutlich Dr.Ritter oder Hohenheim.
    Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg (CUVUA)
    Fachgebiet Bienen
    Leitung: Dr. Wolfgang Ritter
    Am Moosweiher 2
    79108 Freiburg
    Tel.: (07 61) 15 02-1 41
    Fax: (07 61) 15 02-2 99


    Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim
    Leitung: Dr. P. Rosenkranz
    August von Hartmann Str. 13
    70599 Stuttgart
    Tel.: (07 11) 4 59 26 59
    Fax: (07 11) 4 59 22 33
    E-Mail: bienero@uni-hohenheim.de


    einfach mal anfragen!


    @ komischen Namen
    was den das für ne Frage ????
    Antwort : Nix ?
    Antwort: Alles ?
    Antwort: ....

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !

  • Hallo Ivan,


    bei der Ameisensäurebehandlung (60 %, 3 ml) habe ich die Schwammtuchmethode und zwar von oben angewandt. Dies im Abstand von jeweils einer Woche. So oft deshalb, weil es damals bei uns insgesamt eher naß und kühl war und mir die Ergebnisse der Gemülldiagnose zu hoch erschienen (habe mir nur leider nicht die genauen Ergebnisse notiert).


    Vielleicht war das aber tatsächlich zu viel?


    :cry:


    Grüße von Birgit

  • Hallo Birgit,
    4x Schwammtuch war nicht zu viel, die 3ml pro Anwendung bezieht sich sicher auf die Anzahl der Waben? Fraglich ist, ob bei einer Kurzzeitbehandlung (egal ob Flasche oder Schwammtuch) bei kühler Witterung genügend "Tiefenwirkung" erreicht wird und dabei die Brut behandelt wird. Auf das Wetter hast du richtig reagiert, indem die Behandlung wiederholt wurde. Beim Schwammtuch muss witterungsabhängig dosiert werden (60 oder 85%), auch die Menge ist entscheidend. Mit dem T-Verdunster, noch besser LD-Verdunster, gelingt die Behandlung einfacher, aber auch hier muss eine Kurzzeitbehandlung (1 Tag) den Bedingungen angepasst werden (Verdunsterfläche). Am besten hat eine Behandlung im August 2005 über 3 Tage gewirkt, über die Medizinflasche ist das einfach möglich zu steuern. MoT war nicht wirkungsvoll, auf der Ebene wirkt auch das AS-Schwammtuch.


    Gruß
    Simon

  • Hallo Zusammen,


    bei uns ist das gleiche Phänomen aufgetreten wie bei Birgit. Von den 16 Völkern an einem Stand sind nur noch 5 am Leben. Bei allen toten Völkern zeigt sich das gleiche Bild:
    - Genug Futter
    - Alle Bienen liegen tot gleichmäßig am Beutenboden verteilt.
    - sehr wenig verdeckelte Brut sichtbar.


    Eine Möglichkeit wäre vielleicht, daß die Bienen im Herbst recht stark erhitzten Honig eingetragen haben und jetzt daran gestorben sind. Im Herbst hatten wir nämlich einmal eine Räuberei am Wachsschmelzer (Deckel war nicht ganz geschlossen). Haltet Ihr das für möglich oder glaubt Ihr eher an Krankheiten?


    Gruß,
    Effendi

  • Hallo effendi,
    mit den Honigresten aus dem Dampfwachsschmelzer habe ich auch schon geschlampt :-?. Mag sein, dass das HMF den Bienen nicht zuträglich ist. Wie viele kg HMF-Honig war es denn? Im Umfeld meines Dampfschmelzers stehen auch Völker. Deswegen gab es dort noch keine Verluste.
    Ich würde zunächst mal nach den bekannten Biestern schauen.


    Gruß
    Simon

  • Ich würde mir als erstes die toten Bienen genau ansehen und auch versuchen, die Larven aus den verdeckelten Zellen anzusehen.
    Das "sehr viele sehr kleine Bienen" macht mich stutzig.
    Von einem Zwergenwuchs-Virus hab ich bisher nichts gehört, was aber natürlich nichts zu bedeuten hat.
    Ich habe auf einem Stand (bis jetzt) 12 von 18 Völkern wegen DWV verloren, obwohl der Milbenbefall recht gering war (nach letzter Behandlung im Oktober nur noch 1M/pW).
    Dreiviertel der toten Bienen hatten schwerstverkrüppelte Flügel und waren kleiner als die normalen, nach dem Einfüttern war davon noch nichts zu sehen... :cry::evil:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Birgit Wimmer schrieb:


    Bei allen drei Völkern lagen die Bienen schon vor Weihnachten in großen Haufen am Boden und auch vor dem Bienenstand - es waren sehr viele sehr kleine Bienen dabei.
    Birgit


    Hallo Birgit,
    dass Bienen, wenn Sie tot sind, kleiner erscheinen, ist normal. Man ist geneigt anzunehmen, es handelt sich um Zwergenwuchs!


    Birgit Wimmer schrieb:

    Die Varroabehandlung habe ich wie auch im Vorjahr mit Ameisensäure vier Mal hintereinander ab Anfang August durchgeführt, nachdem ich abgeschleudert und dann gefüttert habe.
    Ich frage jetzt nach, was ich falsch gemacht haben könnte, bzw. wie ich der Ursache ein wenig näher kommen könnte.
    Birgit


    Natürlich ist eine Ferndiagnose nicht gerade ideal, aber meistens handelt es sich um diese Jahreszeit um Völker, die Varroatose eingegangen sind.


    Ausgangspunkt ist immer eine erfolgreiche Winterbehandlung im vorigem Jahr. Drohenwabenausschneiden, zumindestens bei den "Nichtspitzenvölkern", schleunigste Behandlung nach der Abschleuderung, Ablegererstellung, Kunstschwärme, all das trägt dazu bei, um im Herbst nicht schon lauter Völker mit massiven Varroabefall zu haben.
    Die Herbstbehandlung mit AS ist immer ein Faktor, der nicht genau "auf erfolgreich" definiert werden kann, wenn auch viele Varrroen fallen, sagt dies nicht aus, dass man auch erfolgreich behandelt hat.


    Das Wetter spielt hier eine nicht gerade unerhebliche Rolle.


    Ich würde ja immer gern an die Mär von Vergiftungen oder was anders glauben, aber die eigene Erfahrung, die Beobachtungen im Imkerverein und die Untersuchungen der Bieneninstitute lassen eigentlich keinen anderen Schluss zu, als bei einer erhöhten Herbst - und Wintersterblichkeit auf Varroa zu tippen.

  • Hallo Effendi,


    die Räuberei an einem Sonnenwachsschmelzer hatte ich auch (dass ein neues und teures Gerät undicht ist hätte ich mir nicht träumen lassen...), aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das zum Völkersterben führt.


    Interessant ist aber in jedem Fall, dass Du die gleichen Symptome hattest.


    Hallo Simon,


    was ist HMF?


    Grüße von Birgit

  • Hallo Franz,


    meine Überwinterung von 2004 auf 2005 war ausgesprochen erfolgreich, alle vier Völker haben damals bestens überwintert.


    Drohnenwaben habe ich im Frühsommer 2005 reichlich ausgeschnitten, nach dem letzten Abschleudern habe ich sofort mit AS behandelt, Kunstschwärme brauchte ich nicht machen, da ich vier Schwärme hatte (das mit dem Zwischenableger hat wohl nicht funktioniert, bin leider nur ein Wochenendimker und habe wohl nicht alles richtig gemacht).


    Was mich erstaunt ist, dass ich in meinem ersten Winter völlig erfolgreich, in meinem zweiten Winter ziemlich erfolglos war ...


    Grüße von Birgit