Wie stelle ich fest ob das Volk noch am Leben ist ???

  • Hallo zusammen,


    nachdem ich immer wieder gelesen habe, dass man die Vökler im Winter in Ruhe lassen soll ( ... ist der erste Winter..) habe ich auch die Beuten nur angeschaut, aber nicht angefasst.


    Nun schreibt Blumbee in der Januar Kategorie, dass das Bienensterben offensichtlich einsetzt.


    Wie kann ich nun prüfen ob die Völker noch in Ordnung sind ?


    Bei Tagestemperaturen um den Gefrierpunkt will ich die Kiste nicht aufreissen.


    Gibt es hier eine Möglichkeit..???

  • Hallo miteinander


    Zuerst ein gutes gesundes und hoffentlich honigreiches Jahr 2006
    allen Online Imkern.


    Nun zur Frage: Nimm ein altes Stück Gartenschlauch stecke es vorsichtig
    in das Flugloch und das andere Ende halte ans Ohr. Nun solltest du die Bienen hören. (Mach das aber nur wenn du ganz neugierig bist da jede Störung um diese Zeit mehr schadet als nützt)


    Aber ein kleiner Tipp : Lass dich nicht verunsichern, wenn deine Bienen
    auch diesem "Bienensterben" zum Opfer gefallen sein sollten dann könntest du eh nichts mehr daran ändern.


    Ich warte immer gespannt aufs Frühjahr wenn die Bienen wieder die ersten Flugversuche starten und bin immer wieder froh wenn sich der Verlust in Grenzen gehalten hat.



    Grüße aus Tirol

    15 Völker , 900m Seehöhe
    nur Standbegattung, Carnica Buckfast Mellifera Mischung, Holz DNM Auszugsbeuten ,


    In jedem Geschöpf der Natur lebt das Wunderbare "Aristoteles"

  • Moin , Moin aus Hamburg,
    eigentlich solltest du das Volk in dieser Zeit wenigstens einmal geöffnet haben ,um es gegen Varoa zu behandeln.
    Du könntest auch die Beuten mit einem Stetoskop oder einfach mit einem Gummischlauch abhorchen.
    oder einfach auf etwas wärmeres Wetter warten :wink: , dann wirst Du weniger stören und schon am Flugloch sehen , was los ist.
    Außer zu der sehr wichtigen Behandlung , würde ich die Bienen aber eigentlich in Ruhe lassen. Du kannst jetzt sowieso nicht ändern.
    NICHT NERVÖS WERDEN. Wenn Du Sie gut eingewintert hast , die Varroabehandlung gewissenhaft betreibst wird das schon alles gut laufen.


    Viel Glück


    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Moin Peter,


    ich kann Dich gut verstehen und deshalb mache ich die Winterbehandlung ja auch gerne sehr spät. Da hat man dann einen Grund hineinzugucken. Ansonsten hilft nur warten bis zum Frühjahr.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Peter!


    Ich kann Dich auch gut verstehen. In meinem ersten Bienenjahr bin ich auch bis zu 3x die Woche im Winter an meinem Bienestand vorbeigestapft - zum Glück hatte mir auch mein Imkerpate sehr genau erklärt, dass die Bienen im Winter unbedingt Ruhe brauchen und ich nichts an den Beuten zu schaffen habe!!! Daran habe ich mich gehalten und so habe ich mein damals einziges Volk gut über den Winter gebracht. Ich gehe auch jetzt noch immer wieder (3. Imkerwinter) zu meinen Bienen und schaue ob noch alles in Ordnung ist (heuer hatte mir der Sturm bei einem Volk den Deckel geholt). Ich halte dann immer wieder bei dem einen oder anderen Volk ein Ohr an die Beutenwand um sie zu hören (ohne an die Wand zu klopfen). Heuer summen sie noch alle - ich hoffe das bleibt so!
    Am 24.12. habe ich die Winterbehandlung gemacht. Mein Aussenthermometer hat knappe 5 Grad angezeigt (im Schatten). Meine Bienen stehen in der Sonne also habe ich alles zusammengepackt um zu behandeln und siehe da als ich zum Stand kam flogen sie sogar. Aber bei der ersten Wolke war der Reigen schon wieder vorbei und ich konnte in Ruhe behandeln. Nach der Behandlung waren sie deutlich zu hören (ich verdampfe Oxalsäure mit einem Gasverdampfer).


    Ich wünsche Dir ein geduldiges Warten auf das Frühjahr und keine Verluste!


    Noch allen ein erfolgreiches Jahr 2006. Für Imker beginnt das neue Jahr ja eigentlich schon im August, oder :wink: ?!


    lg
    Andreas



  • Ich habe heute meine 22 Völker gegen Varroose behandelt. Dabei habe Ich die obere Zarke abgenommen. Alle Völker sind bis auf eines recht stark und voll mit Futter. Das mache Ich schon Jahre so und es schadet auch bei minustemperaturen nicht.


    Gruß
    Arno

  • Zitat

    Nun schreibt Blumbee in der Januar Kategorie, dass das Bienensterben offensichtlich einsetzt.


    :o
    Mr. Bumblebee hat das schon viel früher angemerkt nicht erst JETZT...
    Eingesetzt hat das Bienensterben schon längst, im Grunde hört es gar nicht auf. Im Bienenjahr gibt Phasen des geringen und des großen Verlustes. :wink:
    Gruß
    Simon

  • Hallo Imkerkollegen,
    auch mich juckt es total in den Fingern, und ich kann es kaum erwarten, dass die Saison wieder losgeht (so richtig erst ab dem ersten Stich). Um die Weihnachtszeit (als ich die Völker zwecks Winterbehandlung geöffnet habe) 'hatte ich sie noch alle', wenn auch ganz unterschiedlich stark. Ansonsten lasse ich die Damen schön in Ruhe und warte ab (was ganz schön schwer fällt). Ich versuche halt nach Anweisung und gängiger Empfehlung Einwinterung und Varroabehandlung durchzuführen und hoffe, dass alles gut geht. In meinem ersten Imkerjahr (noch nicht lange her, war in der Saison 2002/2003) habe ich mich auch nicht entmutigen lassen. :( Ich hatte mir 4 Kunstschwärme von einem anerkannten Imker und Züchter in der Eifel gekauft und später noch einen Ableger geschenkt bekommen. Leider habe nur 2 Völker den Winter überstanden (war ja das Jahr des großen Bienensterbens), aber einen besseren als den im Frühsommer des Folgejahres von meinen Bienen geernteten Honig habe ich nie gegessen. :P !!! Also nicht entmutigen lassen; im Zweifelfall eher das eine oder andere Volk zusätzlich überwintern (auf die Gefahr hin, im Frühjahr 'zu viele' Bienen zu haben... :wink: ).
    Es grüßt herzlich,
    Vorgebirge

    (seit 2002 Carnica, Standbegattung; Löwenzahn, Obstblüte, Sommerblüte, Robinie, Linde; Zander, Zeidlermagazin (Heroldbeute), Hohenheimer Einfachbeute; Neutralgläser, eigene Etiketten; Honig, Propolis, Met, Bärenfang)

  • Hallo zusammen,
    Danke für die Tips und die Zusprüche.


    Henry, du hast ganz recht mit der Winterbehandlung, die habe ich noch nicht hinter mir.
    Grund hierfür sind allerdings die Temperaturen, die nicht über 5 Grad Celsius gehen wollen.
    Weiterhin ist mein Imkerpate gerade bettlägerig und seine 40 Völker warten auch noch.


    Den Tip mit dem Gartenschlauch habe ich noch nicht gehört, finde ich sehr interessant. Wenn ich es nicht mehr aushalte mache ich das mal.


    Ich hoffe es geht alles glatt :-?

  • Peter Sauter schrieb:

    Grund hierfür sind allerdings die Temperaturen, die nicht über 5 Grad Celsius gehen wollen.


    Moin , Moin aus Hamburg
    eine Winterbehandlung soll eigentlich in der brutfreien Zeit stattfinden.Wenn Du auf Temperaturen deutlich über 5 C° wartest, kann es sein , das es schon wieder Brut gibt. Es sollte nicht gerade frieren aber bei Temperaturen um die 5C ° sollte im Januar einer Behandlung nichts im Wege stehen. Bei welchen Temperaturen wolltest Du mit der Behandlung anfangen ?


    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Hallo Peter,
    jetzt ist es aber an der Zeit das Du die Behandlung machst. Wie und womit willst Du sie denn durchführen? Je länger die Plagegeister in den Völkern sind, werden sie die Bienen anpiksen und jede Stichstelle ist eine Eintrittspforte für Viren u.s.w..
    Gruß Matthias Asmussen

  • Hallo,


    ich würde Dir auch empfehlen die Winterbehandlung möglichst bald zu machen, denn wenn es erstmal richtig kalt wird, dann gehen die nämlich auch in Brut!
    Vorläufig halten die Bienen die Temperatur noch weit unter 35° aber über 10°.
    Sollten die Außentemperaturen aber extrem sinken (so um -10°) werden die Bienen gezwungen richtig zu heizen. (das hört sich dann an, wie zur Trachtzeit) Das ökonomischste dabei ist aber, daß sie dann die Stocktemperatur bis auf 35° bringen. Das liegt daran, daß der Energieverbrauch beim Schlagen mit den Flügeln nur unwesentlich größer ist, gleich paar Grade mehr zu machen.
    Aber warme Luft ist ein besserer Isolator!
    (wer's nicht glaubt, probiere mal nackt und angezogen bei Kälte im Schlafsack. Nackt erwärmt sich die Isolierschicht besser und man schläf deutlich wärmer!)
    Das nutzen sie aber auch gleich um wieder die ersten Brutgeschäfte zu machen.
    Wenn schon , denn schon.
    Im Übrigen kann man die Bienen auch schon hören, wenn man das Ohr an das Magazin hält. Selbst bei geringer Aktivität der Bienen und Straßenverkersgeräuschen kann ich sie noch brummen hören (allerdings im Holzmagazin, ob das auch bei Styropoor der Fall ist weiß ich nicht).


    Gruß, Robert

  • radiolaria schrieb:

    ... ob das auch bei Styropoor der Fall ist weiß ich nicht


    Jo, isses

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Liebe Freunde,


    zu den unverrückbaren Einsichten vieler Imker scheint die Überzeugung zu gehören, dass die Bienen im Winter absolut nicht gestört werden dürfen. Das ist Quatsch. Die Winterbehandlung macht den Völkern nichts aus. Wer z.B. mit Milchsäure die Winterbehandlung macht, wird die Völker im Abstand von zwei Wochen stören müssen und dabei jeweils alle!!! Waben ziehen. Es schadet nicht! Auch die 5 Grad Grenze ist relativ wilkürlich: bei 10 Grad wird die Behandlung mit Oxalsäure bzw. Perizin kaum erfolgreich gelingen, da die Bienen schon im Kasten umherlaufen. Eine geschlossene Traube ist dafür besser geeignet.


    Ein Imkerkollege berichtete mir, daß ihm einmal durch einen schweren Sturm einige Vöker umgekippt sind und sie einige Tage offen herumlagen. Auch das haben sie gut überstanden.


    Wichtiger scheint mir der Schutz vor dauerhafter Störung (Mäuse, klappernden Beutendächer, Spechte und reibenden Ästen) zu sein, da dieses sehr häufig zu stärkerem Futterverbrauch und der Gefahr des Abkotens in der Beute führen kann.


    Aber mit der Winterbehandlung sollte wirklich nicht mehr lange gewartet werden.


    Grüße aus der Pfalz
    Christoph