Bienensterben 2005/2006 schon im Gange?

  • Liebe Imkerkollegen und -kolleginnen,
    erste Horrormeldungen erreichten mich heuer per Telefon - die ersten Stände sind wie leergefegt (über 50% Verlust), leere Beuten mit einer handvoll toter Bienen und offenbar schwere Verdauungsprobleme sind die Symptome (stark gefüllte Kotblase, Abkoten in der Beute). Alles versierte, langjährig und gewerblich arbeitende Imker mit Varroabekämpfungskonzept.


    Bin gleich mal zu meinen Bienen gelaufen...aber noch summen sie gemütlich in der Wintertraube, die Immen.


    Aber vielleicht kann der eine oder andere schon abschätzen wie es bei ihm ausschaut - erste Hinweise auf ein erneutes Bienensterben oder eben nicht "statistisch signifikant" ?
    Richtig spannend wird es natürlich erst wenn das Monitoring greift und das ganze bundesweit auf echte Datengrundlage gestellt wird...aber so ein Spotlights aus den einzelnen Regionen fände ich schon spannend...


    Nur so aus Neugierde gefragt
    von
    Melanie

  • ...nach dem "Bienensterben" Typus A kommt nun demnächst der Fall B.
    Bienensterben 2005 hatten wir ja schon....
    Über das Bienensterben entscheidet mal wieder der Standort über Gedeih (4% Verlust) und Verderb (30% Verlust). Dazwischen liegen oft nur wenige Kilometer.


    Gruß
    Simon

  • Heute bekam ich einen Anruf von der örtlichen Presse. Der Reporter wollte mit mir eine Reportage über das Bienensterben 2007 machen. Er las in einer anderen Heimatzeitung einen Bericht, wo ein Imker an die Presse trat und große Verluste befürchtet, da die Bienen schon große Brutflächen haben und bei einer einsetzenden Kälteperiode alle erfrieren würden.
    Ich habe ihm erklärt, dass er von mir keine Mithilfe erwarten könne, da meines Erachtens sich alles im grünen Bereich bewegt, erklärte ihm ausführlich, dass das Brutgeschäft nicht mit dem milden Winter konform geht, sondern mit der inneren Uhr der Bienen, die praktisch die fortschreitende Tageslichtzunahmen erkennen können und nach diesem Rytmus ihre Brutnester ausweiten.
    Man muss nicht unbedingt wie manche Kollegen mit Gewalt in die Presse nur um Aufmerksamkeit zu erheischen.

  • Moin,


    die Bienen sterben da wo sie immer sterben. Die Verlustimker klagen. Ein Imker mit 100% Verlust 2006 hat auch jetzt schon wieder alle eingebüßt. Aber er kann nichts dafür - er macht alles richtig.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hymenoptera schrieb:

    Alles versierte, langjährig und gewerblich arbeitende Imker mit Varroabekämpfungskonzept.


    Henry, was würdest du sagen, wenn dein Profi-Kumpel auf einmal vor leeren Beuten stünde? :wink: 
    Der statistische deutsche Durchschnittsimker hat nun mal nur 8-10 Völker, da sind hohe Prozentzahlen schnell zusammen.
    Aber bei dem, was Melanie da schreibt, werde ich schon nachdenklich, zumal ich auch grad von einen 50% Fall bis jetzt, aber mit Ü300 Völkern hier nebenan hörte.
    Kein Anfänger, kein Hobbyist, eher Über-Behandler, aber jetzt nach 10 Jahren hat's ihn erwischt.
    Und letztes Jahr noch ganz große Klappe und über 200 Völker vertickert im April.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Bis jetzt haben bei uns alle Völker überlebt.
    Besonders eindrucksvoll war der erste Reinigungsflug an einem sonnigen 13. Januar (das erlebt man auch nicht jedes Jahr...)
    Auch von den Vereinskolegen (wir sind im südlichen Rheingau) habe ich keine Katastrophenmeldungen erhalten.
    Allerdings haben wir auch so einen "Spezialisten" der fast jedes Jahr alle Völker verliert obwohl er ja "alles richtig gemacht hat"...


    Viele Grüße aus dem Rheingau


    Andreas

  • Hallo Sabi(e)ne


    50 % sind bei der Völkerzahl hart. Existenzbedrohend!


    Die Diagnose wird sich wohl bei Viren einpendeln! Oder man beschließt auf eine Reinfektion mit Varroa zu tippen.


    Ich befürchte dass nach den neuzugelassenen PSM für Raps die Ausfälle der Völker im nächsten Winter noch katastrophaler werden.
    Jede zusätzliche Belastung verschärft die Problematik.


    Zitat

    Richtig spannend wird es natürlich erst wenn das Monitoring greift und das ganze bundesweit auf echte Datengrundlage gestellt wird...

    ...Hallo Melanie, dann glaub ich eher an den Weihnachtsmann.


    Grüße Musikus

  • Manfred Gerber schrieb:

    Ich befürchte dass nach den neuzugelassenen PSM für Raps die Ausfälle der Völker im nächsten Winter noch katastrophaler werden.


    Hallo Manfred,


    dass die Ausfälle auf Grund der Neuzulassung im nächsten Winter
    zunehmen, das glaube ich nicht. Die Händler wurden ausdrücklich
    belehrt. Was soll da im Winter passieren?


    Gruß
    Manne

  • Moin Sabiene,


    sabi(e)ne schrieb:

    Henry, was würdest du sagen, wenn dein Profi-Kumpel auf einmal vor leeren Beuten stünde? :wink:


    So war das schon. Das kommt vor. Es erwischt ganze Wagen. Aber, und das ist der ganz entscheidende Unterschied, es wird hinterher nach Ursachen gesucht oder es handelte sich oft um Bienen, deren Ableben fast schon erwartet wurde. (25ha Phaceliablüte bis in den letzten November direkt vor den Bienen) Verluste bei intensiver Betriebsweise mit späten Spättrachten und Wanderungen in unsichere aber im Honig teure Trachten fordern eben Verluste. Da muß man nicht jammern. Das muß man da einplanen.


    Und mit einer Betriebsweise die etwas weniger intensiv ist, aber den Bienenumsatz duch Wanderung fördert, hab' ich sehr gute Überwinterungserfolge. Und natürlich mit Perizin.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Manne schrieb:

    ist das das erste Mal, dass Du zu erkennen gibst, mehr als eine Verlustursache zu akzeptieren?


    Moin Manne,


    das ist das erste Mal, daß Du zu erkennen gibst, daß bei Dir angekommen ist, daß ich mehr als eine Verlustursache akzeptiere.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,


    wenn ich die Überschrift lese kommt mir nur ein Gedanke, es sind immer die selben Leute die Verluste haben.


    Das es viele mit der Behandlung nicht genau nehmen, hört man oft genug, und solche Imker, wenn diese Gruppe als Imker bezeichnen darf wird es leider immer geben.


    Das wichtigstes in der Imkerei ist die Varroabehandlung, an ihr hängt das überleben der Völker ab, wer das nicht begreif sollte sich ein anders Hobby suchen, man sollte nicht vergessen das wir mit Tieren arbeiten die unsere Fürsorge brauchen und ohne unsere Unterstützung nicht überleben können.


    Normale Winterverluste wird es immer geben, größere Verluste haben meist immer was mit der Varroa zu tun.


    Man sollte auch nicht vergessen das Völker die einen hohen Befall haben sehr anfällig gegen äußerliche Einflüsse sind, die Völker gehen nicht nur an der Varroa selbst zu Grunde, sondern an Bekleiderkrankungen, und durch Schwächung durch die Varroa selbst.


    Eine Biene die von einer Varroa schon befallen war kann durch die Schwächung den Winter nicht mehr überleben.


    Man bekommt so einiges mit, das die Behandlung unzureichend durchgeführt wurde.

  • Hallo


    auch ich habe nicht schlecht gestaunt das alle meine Völker auf meinem Stand weg waren.
    Die Beuten waren leer nichts mehr an Bienen da.
    eine Erklärung dafür konnte mir auch keiner aus unserem Verein geben
    die Völker die ich im Vereinshaus habe geht es bisher ganz gut.
    Behandelt haben wir, drei imker in unmittelbahren nähe so 100 meter auseinander, unsere Bienen gleichzeitig. das war so abgesprochen.
    Ob das auch so war??
    Ich habe die Bienen vorherigen Winter alle durchgebracht keine Verluste
    habe mich auch riesig darüber gefreut.
    Aber diesesmal ein totaler Rückschlag. :( 
    Und ich bin der meinung das ich mir den Schuh selber anziehen darf !

    von den damen gepisakter Anfänger-Imker