Wann, wenn nicht jetzt?

  • Moin Imkers,


    immer wieder die leidige Frage: Sollich oder Sollichnich?


    Man sagt ja, daß es für gewöhnlich um Weihnachten rum so mild wird, daß man die Träufelbehandlung durchführen kann. Nun ist morgen der 20. Das ist also schon so "Um Weihnachten rum" und gegen Ende des Monats ist das auch. Doch noch ist kein richtig mildes 5°-Plus-Wetter in Sicht. Oder nur nicht in meiner. Was also sollich machen, warten wie immer und hoffen, dassas nach Weihnachten warm wird oder doch gleich bei nächster Gelegenheit träufeln?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Moin Imkers,


    die beste Temperaturprognose sagt 7°C an Heiligabend, danach wieder kühler. Denkt Ihr es wäre irgendwie abzulehnen vor'm abendlichen Kirchgang noch die Bienen zu behandeln? Also so richtig um Mittag rum. Ich weiß ja nicht, ob die das als Geschenk auffassen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Henry schrieb:

    Ich weiß ja nicht, ob die das als Geschenk auffassen.


    Moin ,Moin aus Hamburg ,
    doch wohl eher als Segen :wink: und hoffentlich nicht als letzte Ölung.


    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Hallo Leute,


    wie schon beschrieben, habe ich meinen Mädels heute ihre milde Oxalsäuregabe in Form von Verdampfen verabreicht.
    Bei 1°C und Nieselregen.
    Und wie das so ist, wenn man über 40 ist, fällt mir beim Einräumen nach getaner Arbeit siedend heiß ein, daß ich ja eine Werkzeugkiste mit hatte ... :-? 
    Und die stand ?
    Genau: An Stellplatz 1, auf der grünen Wiese, so 30 Km von hier.
    Also, ab in den Diesel und nochmal im Halbdunkel hingefahren.
    Neugierig, wie ich nunmal bin, habe ich dann nicht an mir halten können, und einige Schubladen gezogen.
    Und siehe da, bei 5 gezogenen Schubladen lagen schon jeweils um die 8 - 15 gefallene Varroen.
    Dreieinhalb Stunden nach Behandlung !
    Scheinbar war es nötig, bei der Kontrolle des natürlichen Totenfalls hatte ich teils mehr als 2 Milben/Tag gezählt.
    Ach so, die Werkzeugkiste habe ich auch wieder bekommen.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • hab ich (wie letztes Jahr auch an Heiligabend)
    die Winter/Weihnachtsbehandlung i.F. von Oxalsäure/Bienenwohl gemacht.


    Mit den Bucki-Ableger bin ich sehr zufrieden, alle wohlauf
    leider haben die Carni-Ableger wohl schon früh das Brüten eingestellt,
    so, daß jetzt im Winter die Bienenmasse zu wenig war. :(:(:(

  • Na das hört sich ja kurios an:

    Zitat

    ...leider haben die Carni-Ableger wohl schon früh das Brüten eingestellt, so, daß jetzt im Winter die Bienenmasse zu wenig war.


    Ich mach mal ein dickes Fragezeichen dahinter: ?

    Ich habe Jungvölker, die Anfang Oktober brutfrei waren, mit 10 000 Winterbienen eingewintert. Langes und umfangreiches Brüten ist kein Garant für viele Winterbienen.
    Vielleicht erzählst du uns mehr über die Erstellung deiner schwachen Jungvölker (...die jetzt nicht mehr leben?), dann gibt es mehr als Spekulationen.


    Gruß
    Simon

  • Bumblebee schrieb:


    Ich habe Jungvölker, die Anfang Oktober brutfrei waren, mit 10 000 Winterbienen eingewintert.
    Simon


    Hallo Simon,
    wie hast du die gezählt und zu welchem Zeitpunkt fand die Zählung statt?


    Hast du schon einmal ein reinrassiges Buckivolk ab September volksstärkenmäßig mit einem Carnicavolk verglichen?
    Ich würde mir wetten trauen - Nein - hast du nicht!

  • Hallo Xaver,
    ich habe keine Bienchen gezählt, dazu gibt es eine elegantere Methode.
    Ich hatte das Vergnügen, dass ein Teil meiner Völker Anfang Oktober durchgeschätzt worden ist.
    Populationsschätzung ist etwas mehr als nur besetzte Wabengassen zählen, da würde im Oktober nichts glaubhaftes rauskommen.
    Leider war kein einziges, reinrassiges F1 Buckfastvolk dabei, leider auch kein einziges Carnica F1 Volk.
    Es waren leider nur F23 Landrassentiere, nichts besonderes, einfach nur Honigbienen ohne Namensadel.
    Dafür zeigten diese aber die Leistung, die man bei der Buckfast so selbstverständlich voraussetzt.
    Vielleicht sollte ich mir mal in der kommenden Saison den Luxus eines Vergleiches leisten, da fallen mir gerade ziemlich viele Ideen dazu ein.


    Gruß
    Simon

  • Bumblebee schrieb:

    Dafür zeigten diese aber die Leistung, die man bei der Buckfast so selbstverständlich voraussetzt.
    Simon


    Hallo Simon,
    dann erklär mir mal, wie hast du das züchterisch hinbekommen, dass deine F23 so volksstark wie eine reinrassige Bucki überwintern. Da wirst du dann mit Sicherheit auch, die 10 -20 % mehr Winterfutter pro Volk einkalkulieren oder hast du Ihnen das weggezüchtet?
    Ein neugieriger F.X.

  • Ob es 10-20% mehr Winterfutter ist, kann ich nicht feststellen. Ich rezitiere keine Erfahrungen.
    Außerdem habe ich keine Vergleichsgruppe, denen ich einen Mehr- oder Minderverbrauch pauschal zuschreiben könnte.
    Meine Stockwaage funkt momentan 50-100g Verbrauch pro Tag zu.
    Die letzten Wochen waren es 250g/Woche.
    Der Großteil meiner Völker sitzt als Jungvolk auf einer Zarge mit max. 15kg und das reicht. Die Altvölker haben 20l Meliose bekommen.
    Im übrigen halte ich noch keine 23 Generation lang Bienen, selektiert hat jemand anderes.
    Das mit Buckfast und "volksstärker" stelle ich in Frage.
    Gerne würde ich das mal ausprobieren.
    Wie stark ist jetzt ein Buckfastvolk?
    Halt, ich rede nicht von einem Volk. Ein Volk=kein Volk.
    Für einen vernünftigen Vergleich braucht man mindestens 10 Völker, alles andere sind Geschichten aus dem Nähkistchen...oder eben für den Stammtisch.:wink: 
    Ich habe einige Völker im Vergleich zu 140 Völker anderer Imker.
    Die Datensammlung ist einzigartig!
    Da weiß man was man hat (oder auch nicht hat!!) und muss sich nicht lange rumreden und sich was vormachen. Ich hatte in diesem Vergleich Anfang Oktober das stärkste, brutfreie Volk (nicht modifiziert, zusammengelegt, verstärkt oder kunstgeschwärmelt). Wenn dieses zudem noch viel Honig gebracht hat und nicht schwärmen wollte....und im nächsten Jahr noch lebt. Tja was macht man mit dem Volk? Ich werde es schon 2006 herausfinden, ob die Töchter eine Spur der Mutter nachschlagen. Ich bin auf die Populationsschätzung im Frühjahr gespannt, erst dann kann ich sagen wie es ausschaut. Über die "Zucht" der Honigbiene mache ich mir keine große Illusionen... die dürfen andere verkaufen.


    Gruß
    Simon

  • Bumblebee schrieb:

    Das mit Buckfast und "volksstärker" stelle ich in Frage.
    Gerne würde ich das mal ausprobieren.
    Wie stark ist jetzt ein Buckfastvolk?


    Na dann probier es endlich mal aus! Kauf dir gute Buckis, ich kann nur hier meine Quellen zitieren, Züchter wie Reiner Schwarz, Bondegard, Aumeier, wo ich meine Königinnen bzw. Völker bezog. Auch meine Carnis sind sind von bester Abstammung. Ich hatte 12 Völker beider Rassen jahrelang im Vergleich und weiß von was ich rede.
    Ich stehe aber mit meiner Meinung nicht alleine da, denn ich kann Imkermeister W. Schundaus Thesen, der viele Jahre Buckis und Carnicas parallel führte, nur bestätigen.


    Meiner Meinung nach hat hat jede Rasse (Reinzucht), wenn ich es hier mal so sagen will, markante Eigenschaften, sodass man nach den Trachtverhältnissen, des Standortes, der persönlichen Eignung und Vorlieben, der Betriebsweise seine ideale Linie in der Imkerei finden muss.
    Ich will aber hier nicht damit behaupten, dass Bastarde CA/Buckis schlechtere Bienen seien, aber die nach den idealen Zuchtzielen gezüchtet CA unterscheidet sich eben von der, nach den Zuchtzielen der Buckfastimker idealen Buckfast.
    Ein markantes Beispiel der Unterschiede ist eben die Eigenbevorratung bei Läppertrachten. Wenn es in meiner Gegend Läppertrachten gab, konnte ich im Voraus schon sagen, dass ich bei den Carnikas immer so zwischen 2 - 5 Honigwaben aus dem Volk zur Endabschleuderung entnehmen konnte, im Gegensatz dazu fütterte ich die Buckis zu diesem Zeitpunkt schon lange. Beim Abräumen könnte man aber den Buckis einen Kunstschschwarm bis zu 2 kg entnehmen, was ich bei der Carnicas bei so einer Läppertracht nicht machen konnte.
    Dies waren aber keine Einzelerfahrungen, sondern bestätigten sich immer weider aufs Neue!
    Man geht als Imker sozusagen baden, wenn man nicht beider Rassen unterschiedlich führt, das ist eben auch die Kunst des "Herausfindens" der Unterschiede.


    Vielleicht ist es eben bei der Rassenfrage so, wie bei den Automarken, so würde ich im Sommer lieber einen Ferrari fahren und im Winter einen schweren Allrad!
    [/b]