Der Beutenboden - Auf was sollte man achten?

  • Hallo Imkers,


    einige Fragen zur Planung von Magazinbeuten - Böden:
    - Sind einige eingefräste Schlitze in den Beutenbrettern eine Alternative zu Gitterböden?
    - Welcher Zwischenraum ist wg. Varroa - Gitter/wanne einzuhalten?
    - Vor- u. Nachteile von Hohen Unterböden?
    - Fütterung von unten ?
    - Sonstige Gestaltungsempfehlungen


    tnx im voraus bernie

    Imkeranfänger, Start April 2006,
    Standort: Kongo Bavaria * 4 Völker auf Eigenbau Dadant mod. * Brutraumzargen bestehen sich aus 2 einzelne, verschraubte Halbzargen * Zargeneckverbindung
    --> "Verdeckt Nut - Feder" verschraubt und genagelt* Wandstärke: 22mm Fichte

  • Hallo Bernie,


    gestatte mir einige Fragen. Warum möchtest du als Anfänger Böden selber bauen und gleich wieder anders als Jahre lang erprobte Modelle? Sind ca. 15 EUR zu viel für einen fertigen Boden?


    Antworten:
    1. Nein
    2. Give us details
    3. Gibt es
    4. Warum, wenns von oben so schön gut geht mit Futterzarge, Eimer etc.? Ansosnten ja, bei Trachtlücken mit Teig oder kand. Honig
    5. Streichs inarer Farb' o die da gfoit und gscheit her hebt, sonst grausts di boid amoi

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Reiner Schwarz schrieb:

    5. Streichs inarer Farb' o die da gfoit und gscheit her hebt, sonst grausts di boid amoi


    Oh Gott, jeds isse widder frei, de Mundard un das alles nur wech'n een, der de Böd'n widder selber baun will, wos die doch gans billich och ze kofen gibbd, völlich ferdich. Gibbs denn nüschde wichdscheres als de Farm von'n Böd'n. Und bidde, bidde lasd uns deen Dialeggd widder weg dun. Wörschlich das glingd immer so unheflich un mer wees nich genau ob mer nu alles verschdandn had oder ähmd nich. Und dann wird mer gans unsicher und das in dene unsichere Zeidn.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Bernie,
    das größte Argument für einen hohen Unterboden ist die Wanderung. Willst Du wandern und dabei auf Oberbelüftung verzichten, haben die Bienen einen Trommelraum und verbrausen nicht. Arbeitest Du mit Lüftungsgitter o.ä. von oben, oder willst keine längeren Wanderungen machen, reicht ein einfacher Flacher Boden mit Varroaschieber aus. Meiner Meinung nach, lohnen sich hohe Böden nicht, nur um von unten zu Füttern. Aber das ist Ansichtssache.


    Gruß M. Brandt

  • Moin Imkers,


    Martin Brandt schrieb:

    ... das größte Argument für einen hohen Unterboden ist die Wanderung.


    und schlechtes Wetter im Sommer und Kälte von unten im Winter und Platz für Totenfall und eingedrungene Schadnager und die Standardisierung und Hochwasser und Trommelraum auch für Zwischenbodenmethode ...


    Welche Argumente gibt es für Flachböden?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hy Henry,

    Zitat

    Welche Argumente gibt es für Flachböden?


    Bei Standardausführung:
    .... Einfachheit , Gewicht, bei Desinfektion keine schwer zugängliche Ecken, geringer Volumen bei Wanderung und Lagerung, keine Bausperen etc. und kein Unterbau, für Bienen prima zum selber- sauberhalten, für Imker leicht zu wenden- fertig
    Wirtschaftlich betrachtet vor allem Preiswert und zum selbermachen sehr geeignet!
    Gesundheitsanalyse durch einlegen der Windel


    Eigentlich typisch Ami!


    Bei Gitterbodenausführung:
    ... noch leichterer Gewicht, Schnelldurchsicht mit einem Spiegel von unten ohne Völkerstörung, günstig zur Behandlung von Unten und ohne die Beute zu öffnen da näher am Bienensitz, für andere manipulationen leicht anzupassen etc...

  • Hallo Henry,
    war das nun ein Plädyer für den hohen Boden oder dagegen? Werd daraus nicht schlau. Die Kälte im Winter sollen meine völker ruhig spüren und Feuchtigkeit schnell loswerden können. Wieviel Totenfall hast Du eigentlich?? :o Wenn Du soviel hast, daß ein Flacher boden nicht ausreicht, sind Deine Bienen wohlmöglich tot? Und was haben Schadnager in meinen Beuten überhaupt verloren?? Hört sich so an als würdest Du Ihnen gerne noch genug Platz zum Gemütlichmachen anbieten wollen-was für ein Argument ist das? Die sollten von vorneherein draußenbleiben. Wenn Du Standartisierung sprichst, schätze ich mal Du meinst international. Da spielt der flache Unterboden die größere Rolle wegen seine Einfachheit, was meiner Meinung nach sein größter Vorteil ist. Was meinst Du mit Hochwasser? Stehen Deine Bienen in eine Flußaue und den Bienen das Wasser bis zum Hals :roll: ? Zwischenbodenmethode (wer´s braucht), machst Du das mit hohen Böden? Wie gesagt, ich werd daraus nicht schlau. Für mich spielt nur das Wandern eine Rolle bei der Wahl der Böden. Beide haben Vor und Nachteile. Wenn jemand einen weiß mit nur Vorteilen, bitte bei mir melden :wink: .
    Gruß M. Brandt

  • Nada will ich mal: Und ich sehe da als hohen Boden immer meine hohen Böden vom Holtermann mit schägem Gitter inside und Windel bzw. Schienen dafür outside.


    Martin Brandt schrieb:

    ... ein Plädyer für den hohen Boden oder dagegen?

    Dafür!

    Zitat

    Die Kälte im Winter sollen meine völker ruhig spüren

    und zwar möglichst noch im Innern der Beute und nicht erst nachdem sie schon raus sind.

    Zitat

    Feuchtigkeit schnell loswerden können.

    Das behindert eine hoher Boden sicher sicht.

    Zitat

    Wieviel Totenfall hast Du eigentlich?? :o Wenn Du soviel hast, daß ein Flacher boden nicht ausreicht, sind Deine Bienen wohlmöglich tot?

    Ich habe bereits mehrfach hohe Böden gehabt die bis zum Flugloch und darüber komplett voller toter Bienen waren. Davor, also außerhalb der Beute quälten sich auch noch welche und selbst im hohen Boden konnten die lebenden nur ein winziges Flugloch leichenfrei und durchgängig halten. Vergiftung ist eben grausam. Bei flachen Böden kommt dann schnell das Verbrausen dazu.

    Zitat

    Und was haben Schadnager in meinen Beuten überhaupt verloren??

    Nichts, und dennoch passiert es immer wieder, daß sie eindringen, dann ist es besser, sie haben Platz, weil dann das Volk darüber überlebt und ein Großteil der Waben ebenfalls, obwohl unten eine Maus mitüberwintert.

    Zitat

    Standardisierung

    Ich habe nur eine Sorte Böden, weil ich nicht weiß, mit welchen Völkern ich wann wohin wandere oder ob überhaupt.

    Zitat

    Was meinst Du mit Hochwasser?

    Je höher die Bienen stehen, desto mehr Platz ist unten.

    Zitat

    Stehen Deine Bienen in eine Flußaue

    Je nach Wetter kann man das Muldental so nennen.

    Zitat

    Zwischenbodenmethode

    Die gesamten Flugbienen müssen sich dabei in der HR-Zarge auf dem Boden sammeln, auch wenn es ein knüppeldickes Volk ist. Passen die Bienen nicht allesamt in die Zarge lagern sie vor und bilden Bärte. Diese werden leicht so groß, daß sie das nur eine Zarge höher gelegene Flugloch wieder erreichen und dann wandern sie dort ein. Das passiert auch wenn oben das Flugloch zuwenig Luftaustausch zuläßt und die Bienen von oben so stark vorlagern.

    Zitat

    Wenn jemand einen weiß mit nur Vorteilen, bitte bei mir melden :wink:

    Ich kann jedenfalls keine Nachteile an meinen Böden finden.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Jungs,


    hoher oder flacher Boden, das ist mehr eine Glaubensfrage als wirtschaftliche Notwendigkeit.
    Es gibt für alle Vor- und Nachteile. (Wobei ich persönlich hohe Böden benutze, aus Wandergründen. :wink: )
    Hohe Böden zum Zwecke des Fütterns benützen zu wollen, finde ich hygienisch bedenklich bis unhaltbar !
    Und die Schieblade zur Varroakontrolle kann auch "darunter" befestigt sein.
    Ist allemal geschickter, als mit irgendwelchen verschließbaren Türchen oder Fensterchen zu arbeiten. Die sind nach dem 2. Winter eh nicht mehr passgenau.
    Was mir persönlich wichtiger ist:
    Die Böden müssen alle gleich, also kompatibel sein!
    Dies klingt wie eine Binsenweisheit, aber wenn ich manchmal bei Kollegen mithelfe, dann ist nix mit schnell mal Böden tauschen, da passt nichts aufeinander. :evil: 
    Da rollen sich mir die Zehennägel.
    Dass die Dinger möglichst einfach und robust sein sollen, erwähne ich nicht erst noch.
    PS:
    Ich finde rostfreie Lochbleche als Bodengitter die beste aller Lösungen, die sind stabil, robust, können abgeflammt werden und vertragen schon einmal einen Knuff.
    Und wenn man den Boden zweiteilt, kann man sogar eine Leiste einarbeiten, unter die ein Gabelstapler oder eine Sackkarre passen.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Henry,
    ich kann jede Menge Nachteile an meine Böden finden, aber eben auch Vorteile. Aber das mit dem Hochwasser hab ich echt noch nicht gepeilt, vielleicht meinst Du ja die aufsteigende Feuchtigkeit am Boden? Wenn die Bienen nicht erhöht stehen, hat der hohe Boden da sicherlich Vorteile.
    Gruß M. Brandt

  • Nee, Martin,


    ich meinte tatsächlich echtes Hochwasser, was hier fast jedes Jahr mehrfach ansteht, wenn der Muldenpegel höher ist, als die kleinen Bäche, die's Schmelz- und Regenwasser wegführen. Damit das Muldenwasser nicht in die hineindrückt, werden die Schieber dann geschlossen und die Flächen ringsum saufen ganz langsam von den Hügeln her ab. Wir haben dann hier große flache Pfützen, die manchmal auch wieder überfrieren und flache Oberflächenbäche. Mit "groß" meine ich Flächen vom 50m Durchmesser und mehr. Leicht steht das Wasser dann mehrere Tage und Wochen auch unterm Schnee. Und manchmal drückt die Mulde doch durch und dann wird die ganze Gegend zur Pfütze. Vollgesaugt wie ein Schwamm, drüber Frost und dann wieder Regen und Tauwetter.


    Da zählt dann eben jeder Zentimeter. 9.5 - 11.5 ist bei mir das Flugloch.


    Einer bei uns im Verein hat Hochwassermarken an den Beuten. Der hat sie allerdings im Bienenhaus.


    Doch denke ich, daß der Hochwasserschutzgedanke bei der Bodenauswahl nun nicht der mit der allerhöchsten Priorität ist. Er wird halt gerne mitgenommen. :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder