Temperatur bei Bekämpfung mit AS

  • Hallo,


    ich habe mal eine generelle Frage zur Varoabekämpfung mit AS. Letztens wurde bei uns uns in der Imkerversammlung gesagt, das man mit AS behandeln sollte, wenn es drausen unter nicht so heiß ist, also unter 25°. Ich habe mich den ganzen Herbst auch daran gehalten.
    Aber die Bienen haben doch im Stock eh immer eine gleichbleibende Temperatur. Wieso ist dann die Außentemperatur entscheident?


    mfg


    Richie

  • Hallo Zusammen,
    Vielleicht als Ergänzung dazu:
    Beim "Bienenmonoturing" wird als Grund für schlechtes Abschneiden bei der Varroa-Behandlung auch hohe Luftfeuchtigkeit angegeben.
    Behandeln die ihre Völker etwa ausserhalb der Beute?
    Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind in der Beute doch annähernd gleich.
    Haben die betreuenden Wissenschaftler noch nichts vom Stockklima gehört?
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Das Bienenvolk ist keine abgeschlossene Klimakammer, es nimmt beständig Luft von Außen auf und gibt auch ab. Die Außenfaktoren gleicht das Bienenvolk durch Regulation aus. Entsprechend wird das Bienenvolk mal mehr, mal weniger belüftet oder bewässert, geheizt, getrocknet oder gekühlt oder was auch immer. Im Brutbereich oder Bienensitz ist die Regulation feiner und konstanter als im brutfernen Bereich. Den Effekt dürfte doch jeder Imker kennen: am Holz der Rähmchen und am eingelagerten Honig ist das gut sichtbar und fühlbar. Warum habe ich bei feuchter Witterung vermehrt Kondenswasser an der Folie, in den Außenwaben und an der Kastenwand? Vielleicht sollte man Stockklima etwas differenzierter betrachten? Ich habe mehrfach die Beobachtung gemacht, dass durch feuchte Witterung die AS Wasser ziehen kann. Dadurch sinkt der Dampfdruck und entsprechend der Wirkungsgrad. Auch vermute ich, dass bei feuchter Witterung das Volk die Temperatur leichter regulieren kann und die AS-Luft weniger zirkuliert; einige Völker haben die Verdunstung der AS regelrecht blockiert. Warum verdunstet die AS bei trockener Witterung erheblich schneller? Das Stockklima müsste das doch verhindern? Vielleicht gibt es Imker die dazu mal ihre Völker in den französischen Mistral stellen? Das gibt dann einen bleibenden Lerneffekt in Sachen Stockklima!
    Gruß
    Simon

  • Ach Bernie,
    habe ja vergessen, am Tag der Behandlung hatte mein Nachbar Zahnschmerzen. Das ist der Hauptgrund, wenn eine AS-Behandlung nicht den gewünschten Erfolg bringt.
    simon :
    Ist denn die AS bei der Behandlung so lange an der freien Luft, das ein nennenswerter Einfluss darauf besteht?
    Beim letzten Mal ging das bei mir relativ schnell:
    Verdunster öffnen, As bis zur Markierung einfüllen, AS-Flasche wieder zu,
    Am Verdunster die Öffnungen einstellen, dann den Verdunster in den hohen Boden unters Volk schieben. Fertig.
    Maximal zwei Minuten.
    Das soll solch einen Einfluss haben?
    Wenn ja, dann doch sehr gering.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Zitat


    Verdunster öffnen, As bis zur Markierung einfüllen, AS-Flasche wieder zu,
    Am Verdunster die Öffnungen einstellen, dann den Verdunster in den hohen Boden unters Volk schieben. Fertig.
    Maximal zwei Minuten.
    Das soll solch einen Einfluss haben?


    Lothar, war das jetzt Ironie oder hälst du die Kollegen für etwas verdooft?
    Ich dachte du stellst die Flaschen IN das Bienenvolk, dann würdest du erkennen, dass bei einer Langzeitbehandlung die AS getränkten Dochtflächen Feuchtigkeit ziehen können. Aber nun stellst du den Verdunster UNTER das Volk, na das is mal wieder was Neues.
    Der Tellerverdunster ist anfällig gegenüber Feuchtigkeit, besonders stark ist der hygroskopische Effekt bei kühler Witterung. Dann bildet sich unter Umständen ein "See" mit verdünnter Säure, die dann den Rest in der Flasche blockiert. Der LD-Dispenser wird davon nicht beeinflusst. Bei einer Kurzzeitbehandlung ist der Effekt der Feuchtigkeit auch sichtbar. Ist die AS-Verdunsterfläche nach einem Tag noch getränkt, dann ist nicht mit einem hohen Wirkungsgrad zu rechnen. Und wenn dieser Umstand eintritt, wie dieses Jahr im August, dann war die Behandlung nicht ausreichend.
    Gruß
    Simon



    Gruß
    Simon

  • Hallo Simom,
    kurz gesagt, die Behandlung mit Flaschen und Verdunsterflächen im Volk taugt also nichts.
    In der Tat habe ich eine geschlossene Schale mit veränderbaren Öffnungen im Deckel verwendet, durch die die As verdunsten kann ,
    oder sollte. (es gibt Bienen, die alles verkitten :wink: )
    Bei den vielen Sachen, die man bei der As-Behandlung bedenken muss und die den Erfolg verhindern können, bereue ich es nicht, diese nicht mehr zu machen.
    Auch weil ich keine Lust und vor allem kein Talent habe, erst alles mögliche zu Bauen und umzubauen, weil ich keine Rähmchen rausnehmen wollte, weil die Bienen alles einkitten, weil ich nicht genau weiß, ob ein Mittel, das in der geschlossenen Brut Milben tötet, nicht auch der Brut schadet.
    Na, man kann seine Bienen wohl auch mit einem anderen Mittel vitalisieren.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Lothar,


    ich muss darauf einfach antworten, du hast ja meine geliebten Professoren als dumm dargestellt, hast du dir schon einmal überlegt, wer überhaupt mit AS so behandelt wie du ?
    Na gut, ich kann verstehen, dass es aus deiner Sicht bei der AS innerhalb deiner Behandlunszeit keine nennenswerte Veränderung gibt, es soll aber Imker geben, die ihre Völker mit der Schwammtuchmethode behandeln und das nicht nur 2 Minuten lang.
    Warum bist du den der Meinung, das die Warnungen die von den Instituten kommen falsch sind ? Bist du der Meinung das andere Gründe dafür vorliegen, dass die AS-Behandlung nicht so wirkte wie sie wirken sollte? Bist du überhaupt der Meinung, das die AS-Behandlung nicht wirkte? Meinste die Lügen aus irgendeinem Grund und streuen einfach mehr Milben in die Zählkästen? Also erklär dich da mal


    Grüsse 8)


    P.S.: gehts deinem Nachbarn wieder besser ? :D

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !

  • Hallo zusammen,
    Hallo Bernie,
    wo habe ich geschrieben, das ich nur zwei Minuten behandelt habe?
    Vielmehr habe ich den äusseren Einfluss durch Luftfeutigkeit ,
    sprich das an allem Schuld seiende Wetter, verneint.
    Mit der Beschreibung des Füllens des Verdunsters wollte ich klar machen, das ich den Einfluss auf die AS in der kurzen Zeit für sehr gering halte.
    Zum Füllen und Nachfüllen habe ich nun mal nicht länger gebraucht.
    Die Behandlung von unten ist doch auch nicht ungewöhnlich.
    Na, nun mache ich das ja auch nicht mehr.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Ja Simnon,
    weil es Mittel gibt, die (noch) einfacher zu handhaben sind.
    Ohne erst Risiken abzuwägen.
    Ohne Zusatzmittel.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo,
    also, das ewige Gefrotzel kann jeden ernstgemeinten Beitrag echt kaputt machen.
    Wenn jemandem die AS-Behandlung nicht taugt und uninteressant für ihn ist, dann kann er sich doch auch aus der Diskussion um Effektivität heraushalten.
    Ich bitte jedenfalls darum.


    @ richie
    Ich hätte dazu eine folgende Erklärung:
    Sobald es draußen sehr warm ist, sorgen die Bienen im Stock vermehrt um Umluft, Verdunstung und Kühlung, das bedeutet, daß die AS besser verteilt wird. Sobald die Außentemperaturen soweit runtergehen, daß es den Bienen reicht den Stock oder gar nur die Brut auf Themperatur zu bringen, ist auch die Verteilung der AS geringer.


    Ich selber habe im Sommer 5 Völker vollkommen gleich mit Schwammtuch (Taunus-Apidea) zur gleichen Zeit behandelt. Es waren so zwischen 20° und 25° . Zu meiner Verwunderung mußte ich feststellen, daß bei einem Volk nach einer Woche der Schwamm noch triefend naß war, bei 3en mäßig feucht und bei einem Volk pfurztrocken und völlig mit Propolis verkleistert.
    Was der Grund der verschiedenen Verdunstungsgrade ist, kann ich mir nur duch verschieden starke Aktivität der Völker erklären.
    Fazit ist, daß das Volk mit dem naßen Schwamm heute auch noch echt viel Varroafall hat. Mit der nächsten Wärmeperiode (um 5° bis 10°)
    kommt dann jetzt die Milchsäure dran.


    Gruß, Robert

  • Hallo,


    zwei Fragen dazu, was sind den Völker in Taunus-Apidea ? Ich kenn nur Apidea Begattungskästchen. Und was soll das heißen

    Zitat

    Mit der nächsten Wärmeperiode (um 5° bis 10°) kommt dann jetzt die Milchsäure dran.


    Wie macht man das den jetzt ?
    Und das mit den Unzulänglichen AS-Behandlungen ist auf den Mist von den Bieneninstituten gewachsen, ich finde das absolut diskusionswürdig. Nach den Völkersterben 2003, schauen die halt ein wenig genauer hin und das ist dabei rausgekommen. Man kann natürlich so argumentieren wie Lothar, dass im Stock das Klima überall gleich ist und Luftfeuchtigkeit keine Auswirkung auf die Behandlung haben dürfte.
    Naja, wo Lothar hin will weiß ich nicht, mir ist schon wichtig, dass dieser Sachverhalt verbreitet wird. Und wenn Lothar da irgendwelche Experimente mit seinen Bienen macht, stört mich das eigendlich nicht, schliesslich wohn er ja 350 km weit weg !:lol::lol::lol::lol::lol::lol:


    Grüsse 8)

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !

  • Hallo Zusammen,
    wenn folgender Sachverhalt verbreitet wird,
    das an eine vernünftige Varroabehandlung bei hoher Luftfeuchtigkeit
    nicht zu denken ist, finde ich schon, das hier an Nebensächlichkeiten
    die Schuldzuweisung gemacht wird.
    Da noch nicht einmal eindeutig erklärt wird, welche Luftfeuchtigkeit gemeint ist.
    Im Stock oder aussen?
    Oder ist es die fehlende gute imkerliche Praxis?
    Also erst die Fluglöcher schließen, und dann behandeln?
    So wie auf der letzten Grünen Woche in Berlin erklärt wurde?
    Aber mit dieser Erklärung lassen sich recht viele Imkerhände in Unschuld waschen.
    Die Luftfeuchtigkeit ist ja daran schuld...
    Andere Ursachen werden erst gar nicht zur Kenntnis genommen.
    -wirkt die AS überhaupt noch gegen Varroa?
    -schadet ein Mittel denn nicht auch der Brut, wenn es sogar in den verdeckelten Brutzellen hinein wirkt?
    -vor allem, wenn diese Brut durch Varroa bereits geschwächt ist?
    -was passiert mit dieser Brut nach der Behandlung?
    -schafft es das Volk noch, diese zu beseitigen?
    -treten danach geschädigte Jungbienen auf, die nicht mehr in der Lage sind, zu überwintern?
    -ist der Zeipunkt der Behandlung nicht schon zu spät?
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.