Erste Verluste

  • Hallo Zusammen!


    vorgestern bin ich bei unserem Stand vorbeigekommen und habe mir einmal die Windeln angesehen. Dabei stellte sich heraus, daß zwei Völker, die wir sehr stark auf zwei Zargen (Zander) eingewintert hatten nicht mehr am Leben sind. Alles Leer, kein Gramm Futter mehr da. Da hat es wohl im warmen November eine Räuberei gegeben. Mich wundert nur, daß die beiden stärksten Völker ausgeräumt wurden, die kleinen Einzarger sind alle noch ok.
    Mal sehen wie es den anderen Völkern geht, demnächst ist ja Restentmilbung, da mache ich sowieso die Runde.


    Viele Grüße,
    Effendi

  • Was würdest Du den ausrauben ? Ne´ 1 Zimmer Sozialwohnung oder eine Bank :wink:8)


    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Hallo Efendi,
    ich mache einmal einige Vermutungen:
    Deine zweizargigen Völker waren Altvölker mit entsprechend alter Königin.
    Die einzargigen diesjährige Ableger mit junger Königin.
    Die alten Völker auf zwei Zargen haben früh mit der Brut aufgehört.
    Du hast also sehr viele alte Bienen eingewintert.
    Diese sind auf natürliche Weise abgegangen.
    Fraglich ist, ob diese Völker den Winter überlebt hätten,
    da der vorzeitige Schwund der vielen Altbienen quasi dieses vorweg genommen hat.
    Den Rest der Bienen wirst Du wohl in den Einetagern wiederfinden.
    Diese hatten eine ganz andere Entwicklung genommen.
    Späteres Brutende, mit vielen jüngeren Bienen.
    Dazu noch eine junge Königin.
    Wie Du siehst, sind hier die Vorausetzungen für eine gute Überwinterung
    viel besser.
    Ein Tipp: Alt- und Jungvölker besser auf getrennten Ständen.
    Nicht nur durch spätere Brut haben die Jungvölker mehr Varroen, sondern auch durch Aufnahme vieler Bienen aus den zusammenbrechenden Altvölkern.
    Dieses kann man durch Trennen von Jung- und Altvölkern weitgehend verhindern.
    Evtl. sollte man sich überlegen, ob man Altvölker überhaupt noch überwintern soll.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Freunde,


    wo ihr schon beim rätseln und mutmassen seid, was haltet ihr von meinem Erlebnis???
    Außenstand mit 5 Völkern. Ein Volk mit Königin aus diesem Jahr, alle anderen mit Königinnen aus 2004.
    Von den letzteren Völkern zwei ganz weg (keine Bienchen mehr vorhanden, Futter komplett da), die beiden anderen nur in ganz kleiner Wintertraube. Stress durch Varroa-Druck zu keiner Zeit festgestellt.
    Alles jetzt entdeckt bei der Varroabehandlung.
    So, Freunde, seid so gut und äußert euch bitte mal. Was ist eure Meinung???

  • Hallo,


    wie immer ist eine Ferndiagnose schwierig.


    Wenn es zur Einfütterung Probleme mit Räuberei gibt, ist es sicher besser die Fluglöcher eng zu halten egal ob die Völker stark sind.
    Bei Effendi tippe ich auf eine Räuberei, ohne Futter keine Brut ohne Brut keine Winterbienen so einfach ist das, da hat Lothar recht das Volk hatte nur noch alte Weiber, die keine Brut mehr anlegen weil ja keine Futter mehr da war.


    Ich achte immer darauf das die Völker sich selbst im Griff haben und keine Räuberei entsteht, Völker die schwächer sind, sollte man mit Ablegern vereinigen das hat bei mir oft geholfen, man erkennt Winterbienen an ihrer kräftigen Färbung sind dicker als andere Bienen, man kann es schlecht ausdrücken, sehen halt gesund und kräftig aus.


    Wichtig ist auch das genug Brut vorhanden ist, wenn Anfang August ein Volk auf einer Zarge weniger als 4- 5 Brutwaben hat sollte man so ein Volk mit Ableger verstärken.
    Völker auf zwei Zargen sollten nicht weniger als 5 bis 6 Brutwaben haben.


    Der Brutstand der Völker ist sehr wichtig, wenn nicht genug Brut in allen Station vorhanden ist sollte dieser Mangel möglichst schnell ausgeglichen werden.
     
    Zu viele AS-Behandlungen pro Woche sind genau so Brutschädlich als wenn nicht genug Brut selbst im Volk ist, Langzeitbehandlung mit AS wirken sich schlecht auf Brutmenge aus, das sollte auch als Faktor gelten, ich sage einfach mal alle negativen Eigenschaften zählen sich zusammen und ergeben zum Schluss den Zusammenbruch oder eine Schwächung.
    Man bedenke früher ist ein Volk an paar tausend Milben eingegangen und heute schon bei einigen hundert eine Schädigung erfolgt.


    Ein Beispiel von einen Imkerkollegen der dieses Jahr erst angefangen hat, ihm ist auch ein Volk so gut wie eingegangen, es war ein Ableger von ende Mail, vor ca 3 Wochen waren nicht mal eine Hand voll Bienen mehr in der Kiste, paar Bienen + Königin etwas Brut und paar Milben sind auf der Brut rumgetanzt, bei der Behandlung davor sind wenig Milben gefallen.
    Die Ähnlichkeit ist wie bei Peter, paar Tage später sind keine Bienen mehr da, das lustige ist ja, bei dem Nachbarvolk gibt es keine Probleme.


    Nach meiner Sicht ist jede Milbe eine Gefahr für das Volk, nicht erst bei 2000 anfangen sondern bei 300-400 sollte man schon vorsichtig sein.


    Der Schlüssel zum Erfolg ist ein getrennter Aufbau der Jungvölker außerhalb des Flugkreises auf frischen Wabenbau, vorher eine Behandlung mit MS oder OS oder BW, danach sollte eine begattete Königin zugesetzt werden nach einer Woche Kontrolle auf Eilage, bei bedarf füttern.
    Der Aufwand ist um einiges größer, dafür hat man Varroaarme Jungvölker mit gesunden und hellen Wabenbau, die Altvölker kann man auflösen und den Jungvölkern zugeben, vorher die Bienen behandeln.
    Ist auch bekannt als Rotationsbetriebsweise.
    So viel zum Thema

  • Peter Groth schrieb:

    Hallo Freunde,
    ...alle anderen mit Königinnen aus 2004. Von den letzteren Völkern zwei ganz weg (keine Bienchen mehr vorhanden, Futter komplett da), die beiden anderen nur in ganz kleiner Wintertraube.
    So, Freunde, seid so gut und äußert euch bitte mal. Was ist eure Meinung???


    Hallo Peter!


    Völker ganz weg, könnte ein Diebstahl sein ! Sturmflut ? Sind den da wenigstens noch tote Bienen im Kasten ? Vielleicht mit Buckidrohnen begattet und die haben sich entschlossen, sich nach Friedrichskoog abzusetzten? Von einer Herde Salzwiesenschafe aufgefressen ? Das Auto mit dem Auspuff zum Flugloch mit laufenden Motor abgestellt ? Haben die Orientierung unter dem Funkmast verloren.


    Peter, was macht den das Volk mit der alten Königin ?


    Vielleicht zuviel gefüttert?
    Vielleicht zu spät gefüttert?
    Vielleicht ..........................


    Grüsse 8)

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !

  • Hallo Michael,
    wie erkennst du Völker mit 300-400 Milben? Und was machst du dann mit denen? Eine Schadensschwelle kann dieser Befall während der Brutsaison sicher nicht sein, evtl. für Begattungskästchen. :) 
    Momentan würde ein Befall von 10 Prozent der Winterbienen ein Volk bedrohen, für ein schwächeres Volk wären die 300-400 Milben ein Problem.
    Gruß
    Simon

  • Hallo Simon,


    bei der Behandlung merkt man das schon, man bedenke das es ja auch Viren gibt, die Varroa überträgt diese ja, Bienen die von Viren geschwächt sind leben bekanntlich nicht lange oder sind anfällig gegen äußere Einflüsse, z.B. Temperaturschwankungen und das Volk geht ein, muss nicht bei jeden Volk passieren.
    Es sind halt Faktoren die dazu beitragen, alles zusammen gibt den Crash.
    Bei meinen Außenstand wo nur 3 Völker stehen, habe ich wenig Probleme mit Varroa und starke Völker, liegt wohl daran das kaum Bienen in der Nähe stehen.
    Einige Dinge kann man sich halt nicht erklären.

  • Nachtrag für Peter,


    in der Dezemberausgabe des Bienenjournals steht etwas über Viren drin, einmal einen SPV(lagngsamer Paralysevirus) und dann noch etwas über einen Flügeldeformations Virus. Aus den Berichten geht eigendlich hervor, dass es schon bei geringem Milbenbefall mit infizierten Milben, zu Volksausfällen kommt.
    Ich glaube nicht, dass diese Art der Völkerverluste selbst durch einen erfahrenen Imker erkannt werden.


    Grüsse 8)

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !

  • Hallo Freunde,


    für eure inzwischen im Forum abgegebenen Meinungen herzlichen Dank!
    Vielleicht kommt ja noch die eine oder andere Äußerung hinzu.
    Von mir noch die folgenden Ergänzungen:
    1. In den leeren Zargen liegen lediglich ca. 1/2 Dutzend tote Bienen.
    2. Futtervorräte ok; keinerlei Anzeichen von Räuberei.
    3. Volk mit diesjähriger Königin ist normal entwickelt.
    4. Wir hatten im August eine ca. 4-wöchige Schlechtwetterperiode. Möglicherweise sind (erbgutbedingt???) deshalb einige Königinnen aus der Brut gegangen.
    5. Alle Völker machten während der Auffütterung einen ganz normalen Eindruck.
    6. Ich imkere seit ca. 30 Jahren (bin also kein Anfänger), aber soetwas ist mir in der ganzen Zeit noch nie passiert.

  • Lothar
    Mit Deinen Vermutungen liegst Du leider daneben. Das eine Volk war zwar ein Schwarm, jedoch habe ich noch selten einen Schwarm gehabt, der sich so gut entwickelt hat. Das zweite Volk hatte eine Königin aus diesem Jahr. Das Volk wollte unbedingt schwärmen und deswegen haben wir es auch gelassen. Das Volk war so vital, daß das Schwärmen kaum gestört hat. Also: zwei jeweils bombenstarke Königinnen, zwei volle Zander-Zweizarger, die plötzlich leer sind.
    Eine Möglichkeit sehe ich noch in dem warmen Wetter im Oktober / November. Da sind einige Völker noch länger am Brüten gebliben und haben auch wieder Varroen vermehrt. Trotz den drei AS-Behandlungen wird es jedenfalls höchste Zeit für die Restentmilbung. Wir warten nur noch auf warmes Wetter.


    Gruß,
    Effendi

  • Hallo Peter,
    Punkt 4 klingt verdächtig.
    Genau im August werden die Winterbienen produziert. Wenn die Königinnen hatten die Eilage eingestellt (besonders bei Carnica-Blut möglich), es waren nur alte Bienen die Winterfutter verarbeitet hatten und ins Winter kamen.
    Bei Dadant Beuten es ist sehr leicht der Brut zu sehen, weil Nest für Winter wird immer wabenweise vorbereitet, bei Magazinbeuten es soll anders sein.
    Welche Beuten hast du? Hast du auf Brut gecheckt?


    mfg


    Ainars

  • effendi :
    hast du irgendwelche verkrüppelten Bienen vorher gesehen?
    Ich muß meinem Lieblingstroll mal ausnahmsweise rechtgeben, und es ist ja nicht erst seit der Veröffentlichung des Artikels bekannt, daß die Folgeschäden der Milben höher sind als der Schaden durch die Milben selbst.


    Wenn es ein Virus war, hat sich das Volk kahlgeflogen und die anderen haben es dann zügig ausgeräubert, falls noch Flugwetter war...


    Ich hab auch den ersten Verlust zu melden; mein Männe sagte vorgestern, er habe eine Biene abfliegen sehen (bei 4°C und Nieselregen!!!).
    Heute bei Sonne und mittags 8°C war bei etlichen Völkern wohl noch mal ganz kurz Reinigungsflug angesagt, jedenfalls war so eine Stunde Betrieb.
    Da hab ich in die fragliche Kiste geguckt, und es ist nur noch ein faustgroßer Klumpen Bienen drin. Bei der flogen auch einige ab, aber ich habe keine im ANFLUG gesehen :cry: 
    Ergo zwar noch etwas Leben drin, aber nicht mehr lange...


    Varroabehandelt habe ich ausreichend; OS-Träufellösung als Blockbehandlung für die Ableger im Sommer, und im August und Oktober je 5x mit 3 Tagen Abstand eingenebelt.


    Anscheinend sieht es doch wohl so aus, daß die reine Milbenanzahl nicht das Entscheidende ist, sondern deren Verseuchung mit den diversen Viren.
    Wenig Milben mit hohem Versuchungsgrad sind also noch viel gefährlicher als mehr Milben, die aber virusfrei sind...
    Also bin ich doch gezwungen, die Milbenanzahl so niedrig wie nur möglich zu halten, um jede Infektion ebenso niedrig zu halten.
    Heißt für mich, daß ich nach der Weihnachtsbehandlung noch eine im März einschieben werde, um so viele Milben wie möglich zu erwischen.
    Da in 2006 bei mir fast nur reine Vermehrung angesagt ist, brauch ich auf Honig wenig Rücksicht zu nehmen und kann relativ massiv drangehen.
    Im Ami-Forum haben sie vor zwei Jahren auch ewig gerätselt, wieso bei geringer Milbenpopulation sehr plötzlich gewaltige Verluste auftraten, bis die Viren bestätigt wurden. Es gibt noch zwei andere, Milky-Wing-Virus (undurchsichtige Flügel, aber nicht verkrüppelt) und ein zweites Paralyse-Virus.


    Wie impft man Bienen?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen