Totenfall bei Bienen

  • Hallo,


    bei meiner Standkontrolle am Sonntag sind mir viele tote Bienen in den Fluglöchern aufgefallen.
    Ich habe dann die Mäusegitter entfernt und die toten Bienen rausgekratzt (zwischen 20 und 40)
    Bei 2 Völkern heute schon wieder 15.
    Jetzt mach ich mir natürlich echt Sorgen oder ist das normal?
    Es ist mein erster Bienenwinter.
    Bei einer Kontrolle des Milbenfalls sind im November etwa 7 Milben in 10 Tagen gefallen.
    Winterbehandlung ist geplant aber noch zu kalt.


    mit freundlichen Grüssen


    Jens

  • Hallo Jens,
    mit dem Milbenabfall liegst Du im normalen Bereich.
    Unter einer pro Tag.
    Trotzdem aber Winterbehandlung machen.
    Womit ?
    Der Totenfall liegt auch noch im "Es-Geht-Noch-Bereich".
    Den könntest Du ganz leicht senken: Weniger Neugier!
    Das Wort "Winterruhe" wörtlich nehmen.
    Ich weiss, fällt einem als Anfänger schwer.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Bienenfreunde,


    mir geht es nun genauso wie es JensHST ging.
    Bei mir liegen bei meinen 9 Völkern etwa 50 Bienen im Schnee. In jedem Flugloch sind es nochmal etwa 50. Es ist immer ein großer Scgneewall auf dem Anflugbrett der Hinterbehandler. Teilweise verstopfen die Flulöcher nun aber schon ist das so normal? Diesen Winter bzw. diesen Monat sind geschätzt schon 250 Bienen direkt vor das Flugloch bzw in den Schnee gefallen (250 pro Volk).
    Ich habe eben auch die Bienen etwas rausgekratzt. Es gab kein aufbrausen oder derartiges. Die vie aussehenden Bienen im Schnee beunruhigen mich etwas. Es hat erst gestern Abend geschneit. Ich hoffe mir kann jemand weiter helfen.


    Freundliche Grüße
    Imkerei Fläming

  • Hallo


    Wenn ich mit Lothars Worten etwas sage, DAS IST GANZ SCHÖN VIEL TOTENFALL.
    Du kannst da jetzt sowieso nicht viel tun, halte die Fluglöcher offen und beobacht die Sache. Vielleicht hast du auch sehr viel Altbienen die jetzt abgehen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo,


    ich hab auch einige Völker dabei, wo richtig viel Totenfall ist. Ich musst die Fluglöcher schon freiräumen. Bin gespannt, wie die im Frühjahr ausschauen.
    Bei den meisten ist es aber ganz human.

  • Hallo Bienenfreunde!


    250 Stk Totenfall pro Volk und Monat das ist überhaupt nicht bedenklich. Wenn man da hochrechnet, dann würde das Volk über den Winter keine 1000 Bienen verlieren. Das ist so gut wie gar nichts. Da würde ein Volk mit 15000 Bienen mit 14000 auswintern, ein Traumergebnis. Auch bei einem Kleinvolk von 5000 würden noch 4000 auswintern, immer noch überlebensfähig.


    Also nur keine Sorge!


    Aber nicht die Restentmilbung verschlafen, denn dann gibt es im nächsten Winter wirklich Anlass zur Sorge und es verschwinden im Herbst wöchentlich 1000 Bienen oder mehr.


    Zitat

    Es gab kein aufbrausen oder derartiges


    Lebt das Volk jetz noch oder nicht?


    MfG
    Honigmaul

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von honigmaul () aus folgendem Grund: Ergänzung

  • An anderer Stelle habe ich das schon geschrieben: der Totenfall diesen Winter scheint generell etwas höher zu sein. Das kommt davon, dass der August zu verregnet war, um ausreichend Pollen zu sammeln, zu fressen und gesunde Winterbienen zu erzeugen. Es gingen teilweise sehr viele Sommerbienen mit in den Winter. Die sterben un natürlich. 1981-82 gab es das gleiche Phänomen schon mal. Die Völker kamen geschwächt aus dem Winter, es gab überdurchschnittliche Winterverluste. Ein Ausfall der Frühjahrstracht war die Folge.
    Wer allerdings diesen Sommer der Natur ihren Lauf liess, die Schwärme zuliess, der hat genug Nachzucht, und braucht sich eher weniger Sorgen zu machen

  • Hallo Drobi,


    ich habe heute nochmal mit dem Vereinsvorsitzenden gesprochen. Der hat gesagt, dass es gar nict weiter bedenklich wäre, da nun noch viele Altbienen abfliegen, da im Herbst nur noch wenig Tracht war, die Bienen sich nicht abgearbeitet haben.


    Hallo Honigmaul,


    ich habe gesagt geschätzt. Ich bin mir sicher es waren noch viel mehr, konnte da aber nicht besser schätzen. Naja, aber es sind ja die vielen Altbienen. Restentmilbung ging nicht, da es in diesem Monat gerade einmal 0°C hatte. Die nächsten Tage sind es -5°C und kälter. Ist blöde gelaufen dieses Jahr, aber für das nächste Jahr überlege ich mir eine richtige Behandlungsstrategie. Folgendes hat zwar nichts zu bedeuten, aber ich habe gestern das erste Mal eine Varroamilbe auf einer toten Biene gesehen.
    Alle Völker leben noch: Man kann bei allen Totenfall beobachten. Bloß weil die keinen Mucks sagen, wenn man etwas am Flugloch macht, bedeutet das ja nicht das Nicht-vorhanden-sein dieses Volkes.


    Freundliche Grüße an alle
    Imkerei Fläming

  • Also mir ist bei der Winterbehandlung aufgefallen, daß die Völker noch ganz schön stark waren. Daher würde ich auch zustimmen daß es womöglich einfach ganz normal ist daß viele Tiere abgängig sind. Man kann jetzt eh nichts machen außer bitteschön auf den Händen sitzen zu bleiben und allenfalls ab und an mal nach zu schauen ob noch die Dekcel richtig drauf sitzen, noch kein Specht, Bär oder neugieriger Passant dran war usw.


    Melanie

  • Hallo, auch bei mir sind einige Bienen anfang Dezember und auch gestern als die Sonne schien aus den Beuten geflogen. Vielleicht je ca. 70-100 pro Volk (geschätzt), die Meisen freuen sich über das Futter.


    Bei einem Volk, das sehr stark in den Winter gegangen ist, sind mir bei der Winterbehandlung am 10. Dezember sogar noch vier Drohnen entgegengekommen, als ich das Mäusegitter abnahm, und zwar quicklebendig!


    Dies ist auch mein erster Winter mit den Bienen und es beruhigt mich doch, hier zu lesen, dass die toten Bienen im Schnee wohl dich nicht schlimm sind.


    Ulrich

  • Hallo Miteinander,
    kann auch gut sein, das die Bienen sich von den hellen Schnee nach draußen locken lassen.
    Da könnte eine Abblendung des Flugloches hilfreich sein.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • @Fläming: du schreibst von einer toten Biene mit Milbe. Das ist gut so. Es gibt Imker, die haben die Theorie, dass ein langer kalter Winter mit langer Brutpause die Varroa unfruchtbar macht, oder gar tötet. In den Büchern steht aber geschrieben, dass die "Winter-Varroa" genau so lange lebt wie die Winterbiene. Beide mögen Recht haben: In der Wintertraube wechseln sich die Bienen ja ab, vom Kern der Traube zum Zentrum und zurück. Möglicherweise muss die Biene, welche aussen an der Traube sitzt, bis ans biologische Limit gehen, um zu überleben.(Ist bei Tieren in unseren Breiten ja oft so). Ist diese Biene nun durch eine aufsitzende Varroa geschwächt, stirbt sie und fällt ab. Schon letzten Winter gingen die Bienen Varroaarm aus dem Winter. Bin gespannt, wie es diesen, noch härteren Winter ausgeht.

  • Hi,


    bei der Weihnachtsbehandlung ziehen wir immer gleich die toten Bienen vom Gitterboden. Ein bis zwei Hände voll (300-500 Bienen) sind da überhaupt nichts besonderes. Wie Lothar schreibt, haben auch wir die Erfahrung gemacht, dass oftmals so 20 - 30 Bienen sich durch Sonne nach draußen locken lassen und dann im Schnee verklammen. Seitdem räumen wir - solange keine Windel drin ist - die Fluglöchher nicht mehr vom Schnee frei. Macht sich besser.

  • Hallo freibad,


    die Fluglöcher waren nun bei mir auch schon lange nocht freigeräumt. Das hatte aber zur Folge, dass wie geschrieben vor lauter Bienen die Fluglöcher verstopften.


    Hallo lolli,


    folgendes ist wahrscheinlic schon etwas veraltet: Im Buch "Die Hauptstücke aus der Lüneburger Korbimkerei" von Lehzen (1. Auflage 1880; 4. Auflage 1922) ist beschrieben, dass nur weisellose Völker noch im Winter Drohnen haben. Ob das tatsächlich so ist, weiß ich nicht.


    Freundliche Grüße
    Imkerei Fläming