• Hallo
    Kann mir jemand sagen wie lange so ein Sperrbezirk in der Regal bestehen bleibt?
    Einer meiner Standorte liegt ca 2 Km ausserhalb eine ausgewiesenen Sperrbezirks.Ist das Thema im Frühjahr erledigt?


    Gruss Jürgen

  • Hallo Jürgen,
    das liegt am zuständigen Veterinäramt.
    Von einem Fall weiss ich, das die Sperrung zwei Jahre dauerte.
    Sabi(e)ne schrieb beiläufig, das in Ihrer Umgebung Sperrbezirke
    seit "ewig" bestehen.
    Kommt sicherlich auch darauf an, wie vorgegangen wird,
    wenn z.B. alle bekannten Bienenstände innerhalb kürzester Zeit
    der "Inquisitation" zum Opfer fallen, wird es sicher bald aufgehoben sein.
    Bei vielen unbekannten Bienenständen dauert es sicherlich länger.
    Und im Moment haben die Amtsveterinäre auch genug mit Vogelgrippe zu tun.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Jürgen,


    Die Dauer eines Speerbezirks hängt laut Bienenseuchen Verordnung und den entsprechenden Verwaltungsvorschriften von diversen Faktoren ab:
    Grundvoraussetzung, das der Speerbezirk aufgehoben werden kann ist


    A) die Seuche ist auf dem betroffenen Bienenstand erloschen und alles ist desinfiziert.


    B) Die vorgeschriebene Untersuchung aller im Speerbezirk gelegener Bienenvölker war negativ.


    Wie lange zum Beispiel für den Punkt A) gebraucht wird, hängt dann wieder von der Art der Sanierung ab.
    Am kürzesten ist es, wenn alle Völker, kranke und gesunde, abgetötet werden. Mit der Tötung und Desinfizierung ist die Seuche erloschen.


    Am längsten dauert es, wenn eine Kunstschwarmsanierung durchgeführt wird. Grund: Die Völker müssen nach erfolgter Sanierung zur Kontrolle wieder untersucht werden.
    Das ist nur möglich wenn Brut vorhanden ist. Wenn also die Sanierung spät im Jahr ist, und zwischen Sanierung und Kontrolle laut Gesetz mindestens 2 Monate liegen müssen, dann kann es sein, das die Kontrolle erst im nächsten Frühjahr möglich ist.
    Wenn dann noch eine Futterkranz Probe abgewartet werden muß, sind es schnell noch einmal 4 Wochen mehr.


    Und wenn dann wieder Faulbrut gefunden wird, fängt alles wieder von vorne an.


    Im Gesetz ist übrigens auch vorgeschrieben, das die Kontrolluntersuchungen spätestens 9 Monate nach dem ersten Befund zu erfolgen haben, allerdings ist in den Verwaltungsvorschriften zur BSV ausdrücklich geregelt, das sie in der Regel nach 2 Monaten erfolgen sollen; Voraussetzung natürlich: Brut in den Völkern.


    Wenn der Veterinär und örtliche Imkervertreter zu dem Schluß kommen, das ein "erhebliches Seuchenpotential" vorliegt, kann ein umfassender Bekämpfungsplan erstellt werden. Der ist dann wieder von der Bezirksregierung im Einvernehmen mit dem Ministerium für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft zu genehmigen. Dann wirds auch wohl länger dauern.


    Am besten erkundigst Du Dich bei dem Imkerverein bzw. dessen BSV im Speergebiet oder dem Amtsveterinär nach dem Sachstand und der Terminplanung.


    Viele Grüße Hubert


    Ps: Interessant finde ich folgende Überlegung:
    Wenn bei einem kleinen Bienenstand der Ausbruch der AFB festgestellt wird, könnte es doch für alle Beteiligten am einfachsten sein, wenn der betroffene Imker von sich aus alle Völker des Standes abtöten läßt und das gesamte Material vernichtet. ( aber erst nach Rücksprache mit dem Veterinär, sonst gibt es keine Entschädigung !!!!!)
    Seine Imkerkollegen profitieren von der kurzen Dauer des Speergebietes und schenken ihm dafür die entsprechenden Ableger.
    Der betroffene Imker kann dann die Entschädigung der Tierseuchenkasse für den Ersatz des vernichteten Beutenmaterials verwenden.
    In kurzer Zeit ständen alle Beteiligten mit Sicherheit besser da als nach langwierigen Sanierungen mit ungewissen Erfolgsaussichten. Und hätten noch ein Beispiel für Solidarität unter Imkern gegeben.






    [/u]

  • Hallo Jürgen,


    die Historie der AFB lehrt uns, daß ein Sperrbezirk minimum 12 Monate besteht.
    Alles andere wäre schon ein kleines Wunder.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • "Gesunde Völker abtöten..."
    Wird es wirklich in Deutschland praktiziert???


    Vielleicht in Ohren von deutschen Imker es wird ketzerisch klingen und vielleicht ich unterschätze am. Faulbrut, aber wird es nicht übertrieben?


    Schon die Antike Schrifte erwähnen diese Krankheit und die Bienen leben damit zusammen Tausende von Jahren. Das Problem konnte sein, wenn die Massnamen sind so drastisch, es werden die Bienen gezüchtet, die sind sehr empfindlich zu dieser Krankheit. Von andere Seite sind die strengen Regel nicht der Grund warum viele der Ausbruch von Krankheit geheimhalten.


    Die Tatsache ist doch, das Tendenz vom am. Faulbrut ist zunehmend? Oder nicht? Sicher es hat auch mit Varroa zu tun, mögliche Viren usw., aber das Ergebniss sollte Gedanken machen.


    Noch eine Frage -wie werden in BRD die Völker versichert (gegen Krankheiten) Wird nur Beutenmaterial entschädigt oder auch die Bienen?


    mfg
    Ainars

  • Hallo, Michael,


    der eine hier hat fast 7(!) Jahre Bestand gehabt.
    Man hatte immer wieder eine Abfüllfirma in Verdacht, aber deren Importhonig sieht kein deutsches Tageslicht, bevor er nicht im verschraubten Glas ist.


    Es war ein Mitbürger ostnordöstlicher Herkunft, der mit scharfen Hunden und Schrotgewehr sogar auf die Polizei losgegangen ist....
    Sie haben ihm 4 oder 5 mal alles abgefackelt, und in nächsten Frühjahr hatte er wieder Bienen, vermutet wurde Eigenimport von zuhause, und alles ging wieder von vorn los......
    Wie es jetzt genau gelaufen ist, weiß ich nicht, aber ich habe um 7 Ecken rum gehört, er hat, auch wegen anderer Mißstände, ein komplettes Tierhaltungsverbot bekommen, und jetzt scheint wohl endlich Ruhe eingekehrt zu sein. *hoff*
    Bei meinem Ablegerstand hat sich auch noch nichts getan, trotz negativer Futterkranzprobe. Jetzt verhandle ich mit DEM Veterinär, ob und wann und wie und wohin ich sie verlegen darf, wenn im Frühjahr das Hochwasser kommt....*aaargh*
    Es macht mich echt rasend, in DEM Fall soviel beamtentechnischem Starrsinn zu begegnen. Soll ich sie wegen der Veränderungssperre etwa absaufen lassen?
    Er denkt, ich kann sie doch jederzeit wegholen, wenn er es denn erlaubt; wie Bienen im Winter leben, davon hat er keine Ahnung..... :evil: 
    Und sowas ist Entscheider!

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine,


    ich weiß, ich weiß.
    Leider gibts das nicht nur bei euch!
    Wir hatten mal einen, der behauptete, Imkermeister zu sein (was nicht stimmte!) und daher habe ihm der Veterinär nix zu sagen!
    Dauerte 4 Jahre.
    Ich ging bei 12 Monaten vom "Optimalfall" aus.
    Und , wenn ich, wie Du, vor der Alternative stehen lassen oder absaufen lassen, stünde, würde ich die Bienen wegholen.
    Es gilt auch für Veterinäramtsbeamte immer noch die Regel von der Verhältnismäßigkeit der Mittel.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo, Michael,


    klar hole ich die da weg! Was denkst du denn von mir? :roll: 
    Vom Grundsatz her ist auch schon alles eingestielt, nur: hier nach Hause holen darf ich sie nicht, dann zieht mir mein Lokal-Veterinär mein Fell in kleinen Streifen ab, und dann auch zu Recht......
    Ich hab einen Bauern zwei Kilometer weiter gefunden, wo ich sie evt. hinstellen kann (gleicher Kreis), aber seine Frau hat da im Moment noch was dagegen.... :roll: 
    Da hab ich jetzt Sonntag einen Termin, mit einem netten Geschenkkörbchen mit Honig, Likör, Kerzen und Seife.... :lol: Mal sehen, was wird..... :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Imkerfreunde,
    Ainars wundert sich, wie bei uns mit der AFB umgegangen wird. Wenn man aber bedenkt, was das für ein Teufelszeug ist, dann halte ich das Abfackeln (je nach Befallsstärke) durchaus für vertretbar. Mich stören aber die (zumindest hier bei uns) sehr eng gefassten Sperrbezirke! Das geschieht natürlich aus Kostengründen, denn die Veterinärämter haben auch kein Geld. Nur der erfolgreichen Eindämmung der AFB dienen diese kleinen Sperrbezirke mit Sicherheit nicht!
    @ Sabi(e)ne: sag mal in was für einer wilden Gegend lebst Du eigentlich? Herrscht da noch das Faustrecht bzw. das Recht des Wilden Westens???
    Aber Spass beiseite, solche Leute gibt es überall, die scheren sich um gar nichts.

  • Hallo, Peter,


    da muß ich Ainars aber eigentlich in allen Punkten rechtgeben.


    Wenn ich dauernd beim ersten Krankheitsanzeichen alles abmurkse, wird sich niemals eine natürliche Toleranz/Resistenz entwickeln können.
    Dasselbe Problem wie mit den MIlben.....


    Und bei normaler Wabenhygiene, sprich 50% Bauerneuerung und guter Ablegerbildung, kann eigentlich nix passieren.
    Wenn du dir klarmachst, daß normalerweise kein Volk unverändert länger als 9 Monate in einem Bau sitzt, wenn wir es denn lassen würden, dann müßte dir aufgehen, daß es normalerweise zu keinem Ausbruch kommen kann.
    Hat das Volk eine niedrige Sporenbelastung, sinkt sie durch den Auszug eines Schwarms nochmals, der sich selbst kaum anstecken kann, weil das mitgebrachte Futter verzehrt und nicht gelagert wird.
    Hat das Volk aus was für Gründen auch immer, eine hohe Sporenbelastung, müßte der Ausbruch im Frühjahr erfolgen, und das Volk bricht zusammen. Im verlassenen Bau tun Mäuse und Wachsmotten ihr Werk, und bis Räuberei ein Thema ist, dürfte dort nichts mehr zu holen sein.


    Klar ist die AFB das zweitliebste Feindbild der Imkerei, aber auch hier gilt: je mehr man sucht, desto mehr wird man finden....
    Beispiel:
    Krebserkrankungen haben proportional zur Bevölkerung in den letzten 100 Jahren iegentlich nicht zugenommen; nur werden die Leute sehr viel älter als früher (Krebs ist eine Alterskrankheit, von Ausnahmen mal abgesehen), und die Diagnosemethoden immer besser. Das bedeutet, daß Krebs heute schon diagnostiziert wird, wenn vor 100 Jahren noch niemand etwas gefunden hätte....


    Ich halte AFB für nicht halb so gefährlich wie die Varroa und den SHB, aber Gesetz ist Gesetz und der Veterinär kommt gleich nach Gott...... :roll: 
    Wir leben halt in Deutschland.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo!


    Bei mir hier in meiner Gegend (irgendwo im Ösiland, in einem Dorf der Verrückten, das immer noch Wiederstand leistet ... [nein, Spaß bei Seite]) gibt es eine offizielle und eine inoffizielle Art und Weise mit AFB umzugehen.
    Die offizielle Linie ist ähnlich der eurigen. Ein Sperrbezirk wird errichtet und die Völker werden saniert (nicht gleich abgefackelt :evil: ). So sieht es zumindest am Papier aus ... und das kann bekanntlich geduldig sein.
    Die Praxis - von der ich bisher, Gott sei Dank, nur gehört habe - sieht (angeblich) so aus, dass die Völker auch saniert werden. Allerdings hört man nichts davon. Ohne viel Aufhebens wird getan, was getan werden muss; ein Sperrbezirk wird nicht errichtet, weil die zuständigen Stellen einfach nichts mitbekommen. Die Imker machen das unter sich aus.
    (Vielleicht täusche ich mich. Aber ich meine mich erinnern zu können, dass bei uns die Zahl der infizierten Völker an einem Stand einen gewissen Prozentsatz überschreiten muss, bevor die AFB anzeigepflichtig ist. Hm, ich sollte mir das wohl raussuchen und mein Wissen auffrischen. Angeblich wurde ja der Winter für uns Imkern dafür erfunden. Hoffentlich brauche ich es nie.)


    lg, Stefan

  • sabi(e)ne schrieb:

    Hallo, Peter,
    ......
    Und bei normaler Wabenhygiene, sprich 50% Bauerneuerung und guter Ablegerbildung, kann eigentlich nix passieren.
    ......
    Wir leben halt in Deutschland.


    Hallo Sabine,


    und das ist auch richtig so ? Also, ich meine, es stimmt, was du da schreibst ? Ich erliege dem Irrsinn, dass grade die guten Völker welche der AFB ausgesetz werden, weil sie die Schwächlinge ausräubern, gefärdet sind. Aber du weißt ja, andere Rassen andere Sitten, gleiches gilt für Länder.
    Bei uns ist auch ein Sperrbezirk gewesen, grade mal 1 km Radius, da frag ich mich wirklich, ob die wissen wie weit Bienen fliegen ! Anderswo werden ja 3 km genommen. Die leute die wirklich Erfahrung und wissen um die Faulbrut haben, also andere Leute als Du z.B., sagen, dass sie jeder bekommen kann, egal wie sorgfälltig er arbeitet.


    Daher muß ich für die Aussage mal wieder eine Rüge verteilen ! Nur, weil es vielleicht auch andere lesen, bei öffentlichen Foren muß man da ja vorsichtig sein! Man könnte dich sonst auf Schadensersatz verklagen ! :lol::lol::lol::lol:


    Hast du eigendlich erwähnt, das man in Sperrgebieten wandern kann ? Kannst deine Bienen also innerhalb des Sperrgebietes umstellen, ist aber anscheinden aein Problem, grad im Winter!! :P


    Naja !


    Grüsse 8)

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !

  • Hallo, Stefan,


    bei uns ist ist "mal wieder" im Ermessen des Veterinärs, ob abgefackelt oder saniert werden kann....


    Daß es überhaupt die "offiziell zugelassene" Methode der Sanierung gibt, sagt uns doch schon, daß es nicht halb so gefährlich ist, wie immer behauptet.


    Mein Ex-Imkerpate sagte auch schon vor langer Zeit: "wenn wer den Veterinär ruft, wenn er meint, AFB zu haben, hat versch... auf alle Zeit, denn das kann man auch anders regeln".
    Und recht hat er. Eigentlich.


    Troll :
    Veränderungssperre IST Veränderungssperre.
    Ohne "schriftliche Genehmigung" darf ich da gar nix. Keinen Meter.
    Ist das in Troll-Land anders?
    Und ja, klar kannst du "Sporenbefund positiv" haben.
    Und?
    Was sagt das?
    Nix.
    Bei einer Abklatsch-Probe wirst du sicherlich auch auf jedermanns Haut staphyloccus aureus und noch üblere Sachen finden, wenn auch in sehr geringer Anzahl.
    Und?
    Bist du deswegen krank?
    Nein.


    Solche Erreger können sich erst vermehren, wenn das Immunsystem bereits gravierend geschwächt und entsprechend anfällig ist.


    Solange jedwedes Spritzmittel als "bienenungefährlich" eingestuft werden kann ohne Untersuchung, wie es sich auf die Brut und die Verpuppung und langfristige Folgen auswirkt, solange sage ich, daß AFB ein Klacks gegen Varroa und SBH ist.


    Und da bringt mich auch niemand von ab!

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen