Kleiner Beutenkäfer im Fernsehen

  • Hallo allerseits,
    Manne und Annerose haben zwar schon durch Links auf diesen Film , der morgen am Dienstag auf Arte läuft, hingewiesen, aber weil der Vorbericht zu dem Film sehr interessant ist, kopiere ich diesen mal hier hin.




    " Dienstag, 15. November 2005 um 19:00
    VPS : 19.00
    Wiederholungen :
    22.11.2005 um 14:00


    Die Rache der Schöpfung
    Dokumentationsreihe, Deutschland 2005, ZDF, Erstausstrahlung
    Regie: Johannes Backes



    Die Reihe stellt dramatische Umweltveränderungen vor, die sich - ausgelöst durch eine global erhöhte Mobilität - fast unbemerkt seit einigen Jahren ereignen. Aber die einzelnen Beiträge stellen auch Forscher vor, die alles dafür tun, eine sich anbahnende Katastrophe zu verhindern. Und die nicht nur um der Forschung willen forschen, sondern aufdecken und aufklären, aufrütteln und retten wollen, was noch zu retten ist. Der zweite Teil beschreibt die Gefährdung ganzer Bienenvölker in Amerika durch den aus Südafrika eingeschleppten kleinen Beutenkäfer.



    ZDF © Johannes Backes
    (2): Untergang der Bienen


    Seltsame Stille herrscht auf Wiesen und Weiden in weiten Teilen der USA. Obstbauern klagen über Ernteverluste, denn zu wenige Blüten wurden bestäubt. Wo sind die Bienen geblieben? Manchen Imkern ist die Hälfte ihrer Völker eingegangen, andere verzeichnen Totalverlust. Nach der aus Asien importierten Varroamilbe und der amerikanischen Faulbrut droht nun durch den kleinen Beutenkäfer neue Gefahr. Er kam als blinder Passagier in einer Schiffsladung von Südafrika nach Florida, vermehrte sich explosionsartig und rottete mittlerweile bis zur kanadischen Grenze ganze Bienenvölker aus. In Südafrika konnten sich die aggressiven heimischen Bienen gut selbst gegen den Schädling zur Wehr setzen. Nicht so in den USA, wo die industrialisierte Bienenzucht immer mehr Königinnen oder ganze Bienenstaaten importieren muss. Hauptsächlich diese europäischen Bienen fallen dem Beutenkäfer zum Opfer. Dr. Peter Neumann von der Universität Halle setzt sich als Bienenexperte seit Jahren mit diesem Schädling auseinander. Zurzeit forscht er in den USA nach alternativen Bekämpfungsmethoden. Die Schädlinge für Versuchszwecke nach Deutschland zu holen, wäre zu gefährlich. Denn wäre der Beutenkäfer einmal hier, könnte er schnell zu einer Gefahr werden."



    Der Film läuft auf ARTE.



    Viele Grüße


    Hubert

  • Gestern habe das Film gesehen, danke für Information Hubert, Manne und Annerose!


    Ist es war das Varroa in Deutschland ist durch Institut bekommen? Das war doch Killerbienen in Brasilien.


    Es war auch interessant das die Bienen in Kölner Flughafen, wo die Umwelt nicht ganz rein sein sollte, Honig ohne schwere Metale und andere Schadstoffe produzieren. Vielleicht die Grenzen waren nicht überschritten? Wie genau konnten diese Untersuchungen sein?


    Das Film fand ich sehr interessant, obwohl die Farben waren aufgeprächtig (vielleicht es lag an meinem Fernseheapparat :wink: )

  • Hallo Ainars,
    nicht aus Brasilien, sondern direkt aus Asien.
    Man wollte hier testen, wie sich die Östliche Honigbiene in unseren Klima verhält.
    Das das nicht unter Laborbedingungen, wie uns die Bilder vom Sicherheitsbereich im Hintergrund weismachen wollten, geht,
    weiss von uns jeder.
    Mit diesen Bienen bekamen wir gleich die Varroa frei Haus.
    (den ersten Befund des Kashmir-Bienen-Virus liegt meiner Meinung nicht von ungefähr im selben Bundesland) .
    Später hat man dann abgewiegelt, dadurch hätten wir die Varroa nur einige Jahre früher gehabt , sie wäre eh von Süden her zu uns gekommen.


    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • ...hatten sich da die Filmemacher. Den Rückgang der Honigbienenpopulation in 45 min darzustellen ist schon schwer genug und dann noch mit Beutenkäfer? Diesen Beutenkäferteil fand ich aber sehr interessant; zumal noch in Kombination mit dieser amerikanischen Riesenimkerei mit 5000 Völkern.
    Leider fanden sich wenig Worte für die schwierige wirtschaftliche Situation der deutschen Imker und daß letztlich der Verbraucher mit seinem Supermarkthonigkauf mit dazu beiträgt, daß die Bienen in Deutschland verschwinden.
    Aber dennoch sehens- und aufzeichnungswert; zum Glück gibt es ja noch die Wiederholung!


    Melanie

  • Hallo Lothar,
    ich dachte nur das die Filmenmacher haben verwechselt Killerbienen und Varroa :D


    Wenn das Institut war schuld, es hat nur sich beschleunigt, die Varroa verbreitete auch ohne Hilfe von Wissenschaftler in ganzen Welt, nur südliche Insel von Neuseeland und einige Pazifische Inseln sollten frei sein.


    Die Lehre für uns -früher oder später auch der Beutenkäfer wird zu uns kommen.


    Es ist so wichtig das immer mehr Leute erfahren, wie wichtig sind die Bienen für Umwelt und dieser Film hat dazu beigetragen. Ich als Imker wusste das natürlich, trotzdem es hat auf einige Gedanken gebracht.


    Noch über Aussage von Einstein. Kann jemand die Quelle nachweisen?


    Mit Imkergrüssen aus Lettland


    Ainars

  • Hallo Ainars,


    die Quelle gibt es nach bisherigen Recherchen nicht. Es verdichtet sich immer mehr der Grund zur Annahme, dass Einstein diese Äußerung nie tat. Sie ist auch unlogisch und schlicht falsch.
    Diese Falschinformation wäre aber nicht die einzige des Filmbeitrages.


    Gruß!


    Manne

  • Manne schrieb:

    Es verdichtet sich immer mehr der Grund zur Annahme, dass Einstein diese Äußerung nie tat. Sie ist auch unlogisch und schlicht falsch.
    Manne


    Das ist eine relative Theorie :wink:


    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Dieser Film gehört, leider wie so viele des Genre Infotainment, in die Kategorie Dessinformation und Halbwahrheit. Kaum etwas Konkretes, weit davon entfernt etwas Aufzuklären oder zumindest dem Gezeigten auf die Spur zu gehen. Viele Einzelfakten, oft wahllos zusammengeschnitten zu einem gestrickten oberflächlichen Bedrohungsszenario passend gemacht. In der gesamten Aussage kam der Film nicht auf den Punkt, was will der Film? Aufwühlen?
    So wurde tatsächlich ein Wissenschaftler um den halben Globus verfolgt, nur um ein paar Aufnahmen vom Beutenkäfer zu erhaschen; hinter Apparaturen und Binokularen versteckt kommen Statements über den Käfer rüber, die mich an einen Biologiestudenten aus dem ersten Semester erinnern. Darauf kann man sich doch vorbereiten und Einfluss auf das nehmen, was aufgezeichnet wird! Anstatt Informationen aus erster Hand, quasselt das Off pathetisch zu effekthaschenden Kameraperspektiven. Martialisch wirkende Märsche durch die abgedunkelten Gänge einsamer Institute und immer wieder das slow-motion Macro von toten Bienen aus ein und derselben Bienenprobe unterlegt mit schwermütiger Musik.
    -Sehenswert-


    Gruß
    Simon

  • Hallo zusammen,
    simon : Es ist halt kein Film für Fachleute gewesen.
    Aber für eine erste Übersicht bei bisher nicht informierten Zuschauern
    hat es schon gelangt.
    Und den Kleinen Beutenkäfer schon mal im Bild zu sehen, bevor er hier ist, fand ich auch nicht so verkehrt.
    Ainars : Wenn die Varroa uns ein oder zwei Jahre später erreicht hätte,
    hätten wir in dieser Zeit Erfahrungen aus dem Ausland sammeln und verwerten können. Vielleicht ein entscheidender Vorsprung, der vertan wurde.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Für eine gute, fundierte Berichterstattung fehlt die Zeit und da ja alles schön optisch rüberkommen muß, bleibt leider so einiges auf der Strecke. Habe das leider oft genug erleben müssen, wie man da zusammengekürzt und verstümmelt wird - dabei ist Peter Neumann wirklich einer der besten Kenner des Beutenkäfers, den wir hier in Deutschland haben.
    Mir fehlte einfach auch der etwas mahnende Zeigefinger an den Zuschauer - die können am Ende des Filmes nämlich nur die Schultern zucken und denken "Schad drum aber was kann ich daran ändern?". Dabei wäre der Einkauf beim heimischen Imker um die Ecke schon ein wichtiger Beitrag...und von der Gartengestaltung und giftfreien Pflege mal abgesehen...


    Melanie